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Sapori (Wien)

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Das Rezept ist bekannt: Man nehme ein altes Depot, ein ehemaliges Reisebüro oder, wie in diesem Fall, eine leer stehende Bank in der City. Man engagiere einen Designer aus dem internationalen Milieu und koche, was die einschlägige Klientel am liebsten isst: ein klein wenig gesundes Nichts aus mediterranen Gefilden, von hoher Qualität und zu ebensolchen Preisen.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei auch das funkelnagelneue „Sapori” nach genau diesem Rezept gestrickt. Wenn man es jedoch etwas genauer unter die Lupe nimmt, so erweist es sich doch auf oft recht erstaunliche Weise als anders. Die in London tätige Architektin Maria Vafiadis setzte bei der Einrichtung des Eckrestaurants in einem alten Jugendstilhaus in der Herrengasse nämlich weniger auf Hallen-Charme und Big-Apple-Coolness als vielmehr auf eine fast theatralische Seidenbuntheit, runde Formen, griffige Haptik und warmes Licht. Man fühlt sich also erstaunlich wohl in den bequemen Fauteuils, und man sieht durch diskrete Stores hinaus in die Stadt, ohne sich selbst dabei beobachtet zu fühlen.

Auch der 30-jährige Küchenchef Lorenzo Dimartino ist ein Sonderfall. Er stammt aus Mailand, hat in Frankreich gearbeitet, aber kennt Österreich überhaupt nicht. Somit ist ihm auch die austrotypische Verschränkung schlechter alter Nouvelle-Cuisine-Gewohnheiten mit mediterranen Modetorheiten und dem unvermeidlichen Asia-Schlenker nicht wirklich geläufig. Statt dessen macht Dimartino, was er kann: Er kocht einfach italienisch.

Sein Baccalá Mantecato war Stockfisch von bergbäuerlichem Zuschnitt. Die „Crema di Porri e patate” mit Jakobsmuscheln und Mohn löffelte sich sündhaft sämig. Die Maccheroncini mit Spargel und schwarzen Trüffeln waren von schlichter, aber bezwingender Aromatik, die Anglermedaillons von feinster Qualität, und die exzellente Lauch-Vermouthsauce ließ den zwar angekündigten, aber offenbar vergessenen, knusprig gebratenen Lardo Collonata nicht wirklich vermissen. Satte Abruzzen-Italianità spiegelte das Ragout vom Scorfano (ein perfekt auf den Punkt gegarter Knurrhahn) wider. Das war schon fast eine Suppe, der man vielleicht sogar noch etwas mehr Flüssigkeit gewünscht hätte, um sie mit den dazu servierten Crostini noch besser auftunken zu können.

Die Weinauswahl dazu ist nicht überwältigend groß, aber stimmig. Der Service unter Ex-Sacher-Profi Tonino Calabrese setzt, zur Ambiance passend, auf unaufgeregte Grandezza. Und kleine Misslichkeiten wie etwa jene, dass zu einem im Ganzen servierten Scampo weder eine Zange noch eine Fingerbowle serviert wurde, lassen sich sicherlich leicht ausmerzen.

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Speising sagt

sehr gut

empfohlen am 05.03.05 @ 18:29

Adresse

Herrengasse 12
1010 Wien
Telefon: 01.227 80-0
Email: info@stylehotel.at

Ruhetag(e): So, Feiertags
Küchenzeiten: 12-14.30, 18-22.30 Uhr
Menüpreis: €€€

Küchenchef: Emanuel Ronge
Kreditkarten: Visa, Mastercard, American Express, Diners Club

Hotel: *****

www.stylehotel.at

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