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Mraz & Sohn 2022 (Wien)

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Mraz & Sohn 2022 (Wien)

Das Mraz & Sohn wurde umgestaltet, Zeit, für einen erneuten Besuch nach doch mehreren Jahren. Seinerzeit hatte ich dort kulinarische Erweckungsmomente, live changing. 2017 schrieb ich hier:
Ja, was soll ich da lang herumschreiben ... es war umwerfend. Umwerfend in jeder Hinsicht. Der Empfang, das Service, die Speisen, die Getränke, ... #seufz Der erste 4-Punkter seit 7 Jahren, erst das zweite Lokal in Österreich mit 4 Punkten. Verdient.

Diesmal, zusammengefasst, eher kleines Kino. Auf der Speisekarte steht es eh: "Fine dining sucks"

Hier die Speisenfolge:
Ein Holzspießchen mit knusprigen Grünkohl, darüber Satay-Sauce: Ja, nett.

Sellerie hard Shell Taco: Schöne Idee, zwei hauchdünne Selleriescheiben knusprig zu frittieren und als Taco einzusetzen. Schmeckte ausgezeichnet.

Gulasch XO: Ganz große Erwartungshaltung, da aus dem von mir so geliebten Jakobsmuschelcorail gekocht. Jedoch nichts davon zu bemerken, not at all. Schmeckte wie eine intensive Gulaschbasis mit schönem Fettspiegel. Am Tellerrand mixed Pickles. Meeresfrüchtearoma oder ähnliches proprio zero. Dazu ein Bun aus dem Dampf in Semmerlform, als Zitat. Idee super, gelungen war es nicht.

Isabellas Saibling: Zarte Scheiben rohen Fischs in Ponzu und Isabella-Saft, Jungzwiebel darüber. Leider geschmacklich eh sehr gut, aber absolut beliebig.

Shrimpscocktail: Geil! Superzarte, rohe Garnelenschwänzchen, umströmt von Kaffir-Limettenblattaroma, dazu zum Knabbern die knusprig frittierten Garnelenköpfe. Sehr lässig, sehr gut.

Durchsichtige Jakobsmuscheltascherl: Aus Tapiokastärke Ravioli zu machen, ist schon mutig, steht aber dafür: So zäh ist kein anderer Teig, so gummig im Beißwiderstand - arg. Die Füllung: Jakobsmuschel. Textur geil, Geschmack fad.

Wildentensarma: Geräucherte Wildente (faschiert) in Sarmablättern. Gut.

Wildente gegrillt: Tolles Gericht, fast auf Mraz-Niveau 😉 Ein perfektes Stück aus einer Wildentenbrust geschnitten, dazu ein eingedickter Roterübensaft. Die Assoziation zur Blutente war schmeckbar. Dazu drei gegrillte Chicoréeblätter mit geeisten und gequetschten Himbeeren und Haselnüssen.

Yuzu Saiblingsbeuschelsuppe: Wenn ich Fischbeuschel höre, bin ich positiv aus dem Häuschen. Diese Suppe hinterließ jedoch keine Erinnerung.

Käse: Der Käsewagen steht, vermutlich um Temperatur zu nehmen, schon die ganze Zeit neben der Klotür. Wer muss, muss an ihm vorbei. Die Käse natürlich ganz fantastisch. Die vier Stück Käse entsprechen auch in etwa dem, was man an Menge/Kalorien bis dahin zu sich genommen hat. Danach ist man garantiert satt.

Eisspaghetti: Saugeiles Erdbeereis, mit Chicoree-Streifen und einem Essig, glaube ich. Für so ein Gericht gehe zum Mraz und seinen Söhnen. Das ist das große Kino, das ich suche. Eigentlich schlicht, aber deswegen genial. Sehr fruchtsüß, dann bitter, dann sauer … das geht voll auf. Der erste echte Mraz-Moment an dem Abend.

Misocremeschnitte: Auch saugeil. Speziell der Blätterteig schon süchtig machend. Nichts Überraschendes an sich, aber einfach unglaublich gut.

Trüffelcremebrulee: Jo mei, passt gut zusammen. Sehr gut.

In Summe: Wir haben Unaufregendes gegessen, es hat uns geschmeckt, aber weit unter unserer Erwartungshaltung. Menü Euro 144,44.

Was fiel mir noch auf: Das Geschirr zum Teil wunderschön, zum Teil voll daneben: Der viereckige Keramikaschenbecher (beim Grünkohl und der Misoschnitte) erweckt nicht die Assoziationen, die ich beim Essen suche. Und wenn, dann würde ich Geräuchertes auf dem Aschenbecher servieren.
Sensationell die Sessel: Bin noch nie besser gesessen, herrlich dick gepolsterte, leicht schwingende Stühle vom Allerfeinsten.
Das Licht: Zwei von zwei Frauen am Tisch waren der Meinung, dass das Licht frauenfeindlich sei. Es kommt vertikal knallend hell von den Spots an der Decke, hier sollte nachjustiert werden.
Die neue Uniform der Mitarbeiter:innen ist auch bemerkenswert ... ich will das nicht beurteilen #generationgap

Ein netter Abend, aus Respekt 3 statt der geschmeckten 2 Punkte.

Gregor Fauma

Grünkohl Sate
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Speising sagt

hervorragend

empfohlen am 31.01. @ 17:49

Adresse

Wallensteinstraße 59
1200 Wien
Telefon: +4313304594
Email: restaurant@mrazundsohn.at

Ruhetag(e): Sa, So, Feiertags
Küchenzeiten: Mo-Fr abends
Menüpreis: €€€€

Inhaber: Fam. Mraz
Küchenchef: Markus Mraz
Kreditkarten: Visa, Mastercard
Besonderheiten: Zwei Michelin-Sterne

www.mrazundsohn.at

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