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Venedig, ein Tagebuch
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Zehn Tage in Venedig gewohnt, am entzückenden Campo S. Marziale, eingebettet zwischen meiner Apero-Bar Vino Vero und meinem Nightcup-Provider Il Santo Bevitore . Die Wohnung verfügt über ein Doppelzimmer, ein 2er-Zimmer, ein Bad und zwei Häusel. Kleine Küche, netter Wohnraum. 7 Fenster auf die Piazza und den Canale, ein Traum. Wenn man sich einen Klappsessel auf die Piazza runterstellt, um dort in der Sonne sein Kaffeetscherl zu trinken und die Zeitung zu lesen, erntet man wohlwollende Blicke und freundliche Anlächler ohne Ende. Gut fürs Karma.
Vino Vero
Vino Vero wurde 2014 in Venedig von Matteo Bartoli, Mara Sartore und Massimiliano Bartoli gegründet. Die Idee entstand aus ihrer Zusammenarbeit mit einem biodynamischen Weingut in der Toskana, wo sie sich intensiv mit handwerklich erzeugten, naturbelassenen Weinen beschäftigten. Die Bar war die erste in Venedig, die sich vollständig dem Naturwein widmete. Im Mittelpunkt standen von Beginn an kleine, unabhängige Winzer, die sich bewusst von der traditionellen, oft als einfach geltenden „Ombra Veneta“ abgrenzen wollten. Die Auswahl sollte zeigen, wie vielfältig und charakterstark Naturweine sein können – ohne erklärende Inszenierung, sondern durch das Probieren im Glas. Vino Vero etablierte sich schnell als Treffpunkt für Winzer und Weininteressierte. Die Bar wurde zu einem Ort, an dem Produzenten und Gäste direkt miteinander in Kontakt kommen und eine breite Palette naturbelassener Weine glasweise probieren können.
(in freundlicher Zusammenarbeit mit einer KI)
Für mich ist das Vino Vero einfach die erste Anlaufstelle, wenn es um ein lässiges Achterl auf der Fondamenta geht. Die Mitarbeiter:innen wissen alles zu ihren Weinen, lesen Dir Deine Wünsche von der Nasenspitze ab – und servieren Dir dann auch noch die herrlichsten Cicchetti ans Wasser, an die Brücke, an die regulären Sitzplätze, …
Der Laden brummt ab Vormittag, am Abend, speziell am Wochenende stehen sie alle artig Schlange, um ihre Flaschen abzuholen und gleich in der Umgebung zu verzwicken. Love it.
Gregor Fauma
www.vinovero.wine/
Fondamenta de la Misericordia, 2497, 30100 Venezia VE, Italien)
Cannaregio 2497
30121 Venezia
+39 041 2750044
info@vinovero.it
Il Santo Bevitore
Bier und Gin Tonic. Il Santo Bevitore wurde 2005 in Cannaregio gegründet und hat sich seitdem als einer der beständigen Craft Beer Pubs der Stadt etabliert. Das Lokal arbeitet mit einer rotierenden Auswahl von 21 Zapfhähnen, die regelmäßig neu bestückt werden. Die Auswahl kombiniert italienische Kleinbrauereien mit internationalen Spezialitätenbieren.
(in freundlicher Zusammenarbeit mit einer KI)
Dazu kommen saftige venezianische Cicchetti, und Carne secca. Wer keine Lust auf Bier hat, bekommt noch Gin und Tonic angeboten, und das ebenso in großer Bandbreite und allen Kombinationsmöglichkeiten. Die Mitarbeiter:innen beraten einen diesbezüglich gerne. Wein oder Ähnliches gibt es nicht. Braucht es bei der Bierauswahl auch nicht. Ich bin beim Pils, leicht trüb, von CRAK aus Padua geblieben, Göttertrunk. Besonders gut in Zusammenarbeit mit Carne secca: Das sind Stangerln aus getrocknetem Rindfleisch, bestreut mit Fenchelsamen und Chiliflocken. Die geben mächtig Gas, da braucht es mehrere Biere dazu. Aber auch Mozzarella in Carrozza mit Sardelle darin fegt gewaltig. Beides kostet fast nichts. Ich hatte aber auch ein trockenes Porter, herrliches Bier …
Die Mitarbeiter:innen lassen einen zur Entscheidung kosten, geben dann dem Bier beim Zapfen Zeit und sie klingeln mit einer Glocke, wenn es bereit zum Seitenwechsel über die Schank ist. Vorher wird das Glas noch durch ein Gefäß mit sauberem Wasser gezogen, damit es außen nicht klebt. Denn beim Einschenken geht schon viel „Gewinn“ durch den Abfluss. Draußen gibt es zwei Bankerln und ein paar Hochtische. Ein guter Platz, um den Jungen beim Jungsein zuzusehen und sein Birli zu trinken.
Gregor Fauma
www.ilsantobevitorevenezia.it
Fondamenta dei Ormesini
Cannaregio 2393/A
30121 Venezia
info@ilsantobevitorevenezia.it
+39 041 476 7301
Täglich 16:00–02:00 Uhr
Osteria Diana
Erste Abend, nach ein paar Cicchetti im Vino Vero nur noch ein wenig Hunger, es reicht allerweile für ein Fritto misto. Dieses war im auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiertem Diana tadellos, goldgelb frittiert und schön saftig. Die Lage gleich bei der Brücke hin zur Fondamenta de la Misericordia ist natürlich speziell gut.
Fondamenta de la Misericordia, 2519
30121 Venezia
Italien
Osteria Da Nico
Nur schnell ein Mittagsteller, die Piazza S.S. Giovanni e Paolo ist wunderschön, ein Gericht spricht mich besonders an: Ravioloni mit Branzino gefüllt, mit einer Salsa aus und mit Jakobsmuscheln umträufelt und mit Pistazienpesto knusprig garniert (19.9). Göttlich.
www.osteriadanicovenezia.com/
Campo S.S. Giovanni e Paolo, 6331
30122 Venezia VE, Italien
Luna Sentada
Zu Mittag recht ruhig, während Touristen und Gondeln an einem vorbeiziehen lässt es sich gut Prosecco trinken, Calamari mit Gemüse aus den Gärten Venedigs (20) genießen und hinterher noch ein Schüsserl Spaghetti Vongole (22) nachlegen.
Abends dann gute Miesmuscheln (20) und Spaghetti mit kleinen Oktopussen und Sardellen (22) verzwicken. Es gab zu viele Gäste und zu wenig Kellner, aber ausreichend Weißwein. Das Dessert, gesalzenes Pistazieneis, versöhnte alle.
Fondamenta S. Severo, 5018
30122 Venedig
Italien
Telefon: +39 041 309 7891
Email: lunasentada@priulicollection.com
Am Weg von Cannaregio nach Castello kommt man bei gutem Rückenwind auf den Campo dei Gesuiti. Dort stehen entzückende Wohnhäuser in Reih und Glied, so ganz anders als in Restvenedig. Und es gibt zwei tolle Betriebe, die sich einen Innenhof im Jesuitentrakt teilen: Das *** Hotel Combo und daran quasi angeschlossen der Bacaro namens Bacaro. Die üblichen Getränke (Spritz, Vino, Birra, Bubbles), die üblichen Cicchetti (Baccala mantecato, Moscardini in umido, Baccala alla Vicentina, …), und eine unglaublich gute Atmosphäre drinnen, wenn man den Barmaids beim Arbeiten zusieht. Respekt! Draußen gibt es einen nette Gastgarten für Tagtrinker.
Bacaro: Campo dei Gesuiti
30100 Venezia VE, Italien
Geht man vom Bacaro weiter in Richtung Castello, zum Beispiel über die Fondamente Nove, kommt man irgendwann auf den Campo Santa Giustina mit seiner Zwergenkapelle und dem wunderbaren Chez Rami, Osteria Santa Giustina. Dort habe ich mich gleich in den Wirten verliebt, ein klassischer Gastgeber mit modischen Attitüden, der gerne ein wenig plaudert und Dir von seiner Produktverliebtheit erzählt. Geschmeckt hat es vorzüglich. Ich wollte dann unbedingt ein zweites Mal hingehen, aber leider, …. Venedig ist groß. So groß auch das Angebot an guten Betrieben, dass ich es original nicht geschafft habe, in die Trattoria alla Frasca zu gehen. Eine Augenweide von Trattoria, kleine Karte, schöneren Gastgarten gibt es nicht … tja. Daraus wurde nichts.
Chez Rami Osteria Santa Giustiana
Campo Santa Giustina 6553, 30122 Venezia VE, Italien
www.chezrami.it/
+390412960212
Trattoria alla Frasca
Corte de la Carità, 5176, 30121 Venezia VE, Italien
allafrasca.com/
+390412412585
Abends ein, zwei Zwischenbiere im Santo Bevitore, dann ab ins Ghetto und auf der Fondamenta Cannaregio war in der Osteria Pan e Ogio ein schöner Tisch am Kanal frei, mit herrlichem Blick auf die Ponte delle Guglie und all die anderen Lokale an der Fondamenta. Die Mitarbeiter des Service dort kamen den gesamten Abend mit drei Worten aus: Menu? Prego! Il conto. Ein wenig karg, entsprechend die Atmosphäre. Niente Italianita leider. Den kleinen gemischten Blattsalat habe ich mir vermariniert, pfui Spinne, die Fegato alla Veneziana (20) war auch keine Offenbarung. Passte alles zum Service. Schade um den herrlichen Platz.
Osteria Pan e Ogio
Fondamenta Cannaregio, 1037
30121 Venezia VE, Italien
Nächster Tag, rüber mit dem Traghetto zum Mercato di Rialto, Fischmarkt und Möwenzirkus in Einem. Herrlich. Dort sich verlieren, bis der Hunger laut „Halt“ schreit, und wie es der Zufall wird, geschieht des genau vor der Cantina do Mori. Und hätte ich dort keinen Appetit gehabt, ich hätte mir einen eingeredet. Dunkler Schlauch, wenn sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat, erscheint ein langer Tresen, dahinter Weine in Gallonen, davor türmen sich kulinarische Wetdreams. Diese Cantina geht lauf Google auf das Jahr 1462 zurück, der Wein ist deutlich jünger. Tramezzini, Cicchetti, dazu Schäumendes, traumhafter Ort zum ewigen Versumpern. Wer will da schon einen Platz draußen?
Cantina do Mori
Calle Do Mori, 429
30125 Venezia VE, Italien
Und trotzdem braucht es noch etwas am Abend, der Weg führt wieder Richtung Castello, es geht auf den wunderschönen Platz mit den zwei Brunnen, ins Ai do Pozzi. Naja, war eh ok. Die Pasta mit Meeresfrüchten war in Ordnung, der Glattbutt ebenso. Was dort leider gar nicht geht, ist die Beleuchtung: Kaltweißes Licht von Garagenflutern setzt alles in dessen Schlagschatten, die Schirme sind auch des Nachts aufgespannt, vom Platz siehst original nichts. Schade. Wäre zu Mittag besser gewesen.
Ai do Pozzi
Sestiere Castello 2613
30122 Venezia VE, Italien
Nächster Tag, nächste Chance: Mittagessen in der netten Calle del Pestrin in der Trattoria Cea, wieder in Castello. Warum dort? Man sitzt so nett unter einer Laube, Blick in die Calle, sympathisch einfache und günstige Karte, plus: Endlich einmal Cozze essen! Diese waren dann solala, ich tippe auf eine Mischung aufgewärmter und einiger frisch zubereiteter Miesmuscheln. Cea bedeutet Kleines/kleines Mädchen, erklärt mir ein Gast, der es sich nicht nehmen lässt, den Nachbarbetrieb zu loben: In die Colonna müssen Sie gehen, dort essen die Einheimische. Na bitte …
Trattoria Cea
Calle del Pestrin, 5337/5422
30121 Venezia VE, Italien
Abends dann wieder Ghetto, und zwar die Osteria eines großen Pubs nebenan, das Marcianino. Die scheinen zwar auf Fassbier spezialisiert zu sein, Prosecco gibt es trotzdem. Des Weiteren gibt es eine schöne Auswahl kreativerer Cicchetti und die klassischen Venedig-Gerichte. Die Bigoli in Salsa (Sardellencreme) waren richtig fett, zwei Abende später gab es dann auch noch eine feine Lasagne und ein ausgezeichnetes Fritto misto. Dort sitzt man perfekt an der Fondamenta, ein paar Meter zurückversetzt – so riecht man den Kanal nicht so intensiv. Das Treiben am und ums Wasser bleibt aufrecht … Boote mit lauter Musik erinnern an die Ottakringer Straße samstagabends.
Marcianino l`Osteria
Sestiere Cannaregio, 2690/A
0121 Venezia VE, Italien
Nächster Abend mit zwei Kolleginnen, wieder Fondamenta della Misericordia, diesmal beim Al Mariner: Noch besserer Prosecco, noch bessere Scampi crudi, ich glaube, noch ein Fritto misto gegessen zu haben … der Abend war lang, die Erinnerung verblassten irgendwo zwischen Santo Bevitore und Wine Lovers. Tolles Lokal, spitzen Qualität.
Osteria al Mariner
Fondamenta dei Ormesini, 2679
30121 Venezia VE, Italien
www.facebook.com/OsteriaMariner/
Leicht gezeichnet am nächsten Tag zum Mittagessen geschleppt, zum empfohlenen Ristorante Colonna: Spaghetti Vongole, Pasta mit Branzino – richtig gut war das dort. Die Küche ist jedoch neapolitanisch, das sollte dem Genuss aber eher zuträglich sein. Gut gestärkt geht es dann zur Biennale im Arsenale.
Ristorante La Colonna
Calle del Fumo 5329
30121 Venezia
Runterkommen von der Biennale lässt es sich ganz wunderbar in der Ombra del Leone, direkt an der Mündung des Canale Grande in die Laguna. Dort werde ich auf jeden Fall wieder hingehen. Ein kitschiger Sonnenuntergang auf der Terrasse, Prosecco im Eiskübel, Verarbeiten der Eindrücke. Ausatmen in Minor Keys.
Ombra del Leone
Sestiere San Marco 1364
30124 Venezia VE, Italien
Abends, immer noch geflasht von den Eindrücken der Biennale, dann ein bisserl feiner und deutlich teurer, ins Da Raffaele in San Marco. Das gibt es seit 1954 und legt Wert auf die kulinarischen Traditionen des Veneto. Schöne Plätze am Canale, Gondeln ziehen vorbei, feines Service, gutes Essen: Endlich die Cozze, wie ich sie mir erhofft hatte. Vom Herd auf den Teller, kurz gegart, drall und saftig, gelb bis orange. So muss das sein. Dazu ein weißweiniges Saftl und gut ists. Die Parmigiana war ebenso perfekt wie die Spaghetti ai Caparozzoli (Vongole) mit Bottarga (26), der gegrillte Branzino (33) ebenso.
4 Euro Coperto, 12% Servizio.
Ristorante Da Raffaele
Per S. Marco, 2347
30124 Venezia VE, Italien,
www.ristorantedaraffaele.com/
Nächster Vormittag Biennale, dann fängt es endlich zu regnen an – wir haben unsere Gruppe verlassen und sind auf einen Lunch in die Trattoria Garibaldi auf der Via Giuseppe Garibaldi. Einheimische Handwerker beim Schmähführen am Nachbartisch. Uns brachte der Kellner Carbonara und Arrabiata. Alles richtig. Alles gut.
Trattoria Garibaldi
Via Giuseppe Garibaldi, 1788
30122 Venezia VE, Italien
Abends dann wieder ins Marcianino, weil ich das dritte Mal in Folge in der Slow Food Hütte Anice Stellato keinen Tisch bekommen habe. Unbedingt rechtzeitig reservieren!
Ostera Anice Stellato
Fondamenta de la Sensa
www.osterianicestellato.com/
osterianicestellato@gmail.com
+39 342 084 2837
Zusammenfassend:
Lasst Euch treiben, rund um die Fondamenta della Misericordia ist richtig viel Leben. Dort gibt es auch eine große Bandbreite an Lokalen. Ich war das erste Mal nicht Gast in meiner Lieblingstrattoria Paradiso Perduto, die war auch jeden Abend gesteckt voll, die Live-Band am Freitag- oder Samstagabend hat richtig laut in die E-Saiten gegriffen, … geile Hütte. Aber ich komme ja eh wieder.
Paradiso Perduto
Cannaregio, Fondamenta della Misericordia, 2540
30100 Venezia
Prenotazioni: Solo via telefono Tel. +39 041 720581
Di+Mi geschlossen
ilparadisoperduto.wordpress.com/
Ausgehen/Essen: Cannaregio
Flanieren/Essen: Castello
Wohnen: Cannaregio, Piazza S. Marziale: "7 Windows on Venice"
Gregor +4kg Fauma
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8) Cantina Do Mori (I - Venedig): ... hätte ich dort keinen Appetit gehabt, ich hätte mir einen eingeredet.... [mehr]
9) Bacaro (I - Venedig): Am Weg von Cannaregio nach Castello kommt man bei gutem Rückenwind auf den Campo... [mehr]
10) Trattoria Cea (I - Venedig): Unter einer Laube, auf einer kleinen Piazza, sitzt man in einem kleinen, sehr... [mehr]
11) Marcianino l´Osteria (I - Venedig): Ein Pub mit feinen Cicchetti und wirklich guter Speisekarte. Man sitzt close to... [mehr]
12) Ristorante La Colonna (I - Venedig): Hier befindet sich eine neapolitanische Enklave, zumindest was die... [mehr]
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