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Das Weinlog
24.12.04 @ 15:46
Wei(h)n achten
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Wir TraubingerInnen achten den Wein das ganze Jahr über, aber es lässt sich nicht vermeiden, dass wir wie andere Erdenbürger auch zu den Festtagen mit erhöhter Achtsamkeit an die Wahl der richtigen Flasche herangehen: was trinke ich im trauten Familienkreis mit Kindern und Großmutter ? (Morillon Pfarrweingarten 01 vom Sattlerhof zum eingelegten Kaninchen, oder aber Chardonnay Reserve Ried Ladner vom Jurtschitsch), was bei der Freundesfeier zu mallorquinischem Rind? (erst eine Garnacha Blanca 03 aus D.O. Terra Alta, dann wohl einen Bertl Gmeiner aus Purbach – ob Blaufränkisch Antiquum oder gar den Pinot, ist noch nicht klar) – denn einerseits will man niemanden überanstrengen, andererseits selbst große Freude dabei haben!
Große Freude mit unserer Weinachtsamkeit nicht nur zur Weihnacht wünsche ich aber all den eifrigen traubing/speising-members mit herzlichem Dank fürs tatkräftige Posten – das Neue Jahr wird mit ungebrochenem Elan angegangen!
23 Kommentare | Kommentar abgeben
-ad-, 29.12.04 @ 00:17
Feine Klinge, grobe Säbel
So viel Lärm um ein großes I mitten im Wort!
Ähnlich wie Mr.AB auf BMs Unterstützung verzichten kann, fühle ich mich auch Weibs genug, nicht der zur Seite springenden Scharfzüngigkeit des heulenden Wolfes zu bedürfen. Aber es ist schon bemerkenswert, welche Flutwelle an Postings die Kontrapositionen zweier röhrender Hirsche (jeder sich wohl am richtigen Ende wissend) hervorzurufen imstande ist, wobei sowohl Äußerung als auch Verständnis von Ironie alles von eng- bis weitmaschig (um bei einem Weinbegriff zu bleiben) umspannt.
Die Erfindung der Rotweinschwadronierer (oder so ähnlich) führt uns dann ja glücklich in very sophisticated regions ....
Ich komme soeben von einem glücklichen Abend in trautem Freundeskreis, statt mallorquinischem Rindsviech gabs wesentlich elegantere gefüllte Rehkeule, die ein Aromenfeuerwerk von Zimt über Sternanis, Muskatblüte, Lebkuchenherzen und Ingwerschokolade nebst allerlei alkoholischer Ingredienzien zu bieten hatte, dazu den in seiner Holzsüße kongenialen Pinot Noir von Bertl Gmeiner (Purbach); zur formidablen Vorspeis des marinierten Rehrückens mit Wintersalaten musste wieder mal der bewährte Werderaner Wachtelberg (zu nominieren als Überraschung des Jahres, aber davon an anderem Orte mehr) sein Können zeigen!
Weihnachten kontinuiert also ...
noapino, 28.12.04 @ 18:07
Rettet dem Dativ
@alma: Ich kenn mich nicht aus (auch wenn es mir schwer fällt das zuzugeben, aber seit tastatours mahnenden Worten versuche ich an meiner Eitelkeit zu arbeiten):
Welcher Akkusativ und welcher Nominativ erlaubt missverstädnlche Interpretation? Und was hat der geniale Syphilitiker damit zu tun?
alma, 28.12.04 @ 17:20
liebe schwester im geiste!
Mit Nachfeiertäglicher Verspätung, aber doch:
Dass Nominativ und Akkusativ gleich lauten, führt zu zwei möglichen Interpretationen: achten sie nicht oder werden sie nicht geachtet? ... jegliche Schlussfolgerungen können nur in einem unterstellten Gemeinten münden und sollten im Nebel nachweinachtender Rauschseligkeiten vergessen sein.
Für Fanatiker der Korrektheit: auch wenn Nietzsche oft verführerisch spricht - was fällt, muss nicht noch gestoßen werden.
jamiesolive, 28.12.04 @ 01:54
Apropos Kitty
Mein Godzilla hat Kitty bei den Hörnern gepackt. kammerflimmer kllektief nachtwach ist ächt geil, und to rococo rot - süsse küche wird mir, wie ich hoffe, süße Träume beschären.
jamiesolive, 28.12.04 @ 01:43
Go, Kitty, go!
Suprig, das könnte von AB sein, aber selbst der würde, da im Grunde seines Herzens ein verkappter Abendlandvereidiger, vermutlich davor zurückschrecken.
Suprig war das allerdings auch echt nicht, dass sie den armen Kommunikationsheini Condorcet im Kerker sterben haben lassen. Aber immerhin: Die Guillotine blieb ihm wenigstens erspart.
Und wer weiß, vielleicht hat ihm ja eine mitfühlende Seele bei zunehmendem Mond ein paar Wünschelrutenweine in den Knast geschmuggelt, vielleicht sogar mit ein paar Globulis Bachblüten und einem alten Godzilla-Browser.
So schlecht waren Cagliostro & Co. vielleicht gar nicht drauf.
Suprig, das könnte von AB sein, aber selbst der würde, da im Grunde seines Herzens ein verkappter Abendländer, vermutlich davor zurückschrecken. Suprig war das
allerdings auch nicht, dass sie den armen Kommunikationstheoretiker Marie-Jean-Antoine-Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet im Kerker sterben haben lassen. Aber immerhin: Die Guillotine blieb ihm erspart. Und wer weiß, vielleicht hat ihm ja eine mitfühlende Seele bei zunehmendem Mond ein paar Wünschelrutenweine in den Knast geschmuggelt, vielleicht sogar mit ein paar Globulis und einem alten Godzilla-Browser. So schlecht waren Cagliostro & Co. Gar nicht drauf.
-hs, 27.12.04 @ 22:36
Tyrannei der Arglist über die Unwissenheit
Und das mir!
Da bemühe ich mich seit Jahr und Tag darum, aufklärend für die Rezeption (französischer) Rot- Weiß- und Schaumweine zu wirken und nun diese Unterstellung:
Durch das vom Gemeindemitglieds t. verwendete "uns" komme ich nicht umhin, den Vorwurf des (rotweinschwenkgefasel-) Obskurantismus auch auf mich zu beziehen.
Um die Unhaltbarkeit dieser infamen Unterstellung zu beweisen erlaube ich mir, den französischen Philosophen, Mathematiker, Politiker und Kommunikationstheoretiker Marie-Jean-Antoine-Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet zu zitieren:
Er bezeichnet Obskurantismus als "Tyrannei der Arglist über die Unwissenheit". Allgemein wird darunter eine feindselige Haltung gegenüber jeder Art von Aufklärung gesehen, verbunden mit dem Bestreben die Menschen in Aberglauben und in Unwissenheit zu halten.
Dabei berichte ich doch nur so fundamentale wie unbestreitbare Tatsachen wie den hinlänglich bewiesenen aber immer noch nicht ausreichend bekannten Umstand, dass
- Weine bei zunehmendem Mond unbedingt um 5-10 Sekunden kürzer, bei abnehmendem Mond jedoch um den gleichen Zeitraum länger dekantiert werden müssen,
- Weine die rechts herum geschwenkt werden andere Aromen entwickeln als solche, die links herum geschwenkt werden.
- die Zugabe von 5 Globulis Latour 1961, Mouton 1945 oder Cheval Blanc 1947 in der Potenz D60 (bei mir erhältlich um 100€ je Fläschchen zzgl. Versand und Nachnahme) noch jeden Rotburger von der Brünnerstraße in einen 1er Grand Cru verwandelt hat,
- besonders gewiefte Weinkenner stets eine kleine Wünschelrute mit sich führen, um bei Blindverkostungen den gereichten Wein treffsicher auszupendeln.
etc.
Doch ich will diese ruchlose Unterstellung mit Fassung tragen und keineswegs so weit gehen, mein Schicksal mit dem Condorcets zu vergleichen, der von den Jakobinern angeklagt wurde und 1794 im Kerker starb.
Aber dass der angegebene Link zum Berliner Label "kitty-yo" meinen Mozilla-Browser zum Absturz bringt, das geht dann doch zu weit.
noapino, 27.12.04 @ 21:32
In Mathematik war ich immer schlecht
Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass das Kokettieren mit Unwissen in Bezug auf die Bereiche naturwissenschaftlicher Bildung im Allgemeinen und die mathematischer im Besonderen keine Erscheinung der letzten 20 Jahre darstellt.
Wenn es nun auch die Geisteswissenschaften und sogar die schönen Künste trifft, so erfüllt mich das fast mit so etwas wie hämischer Freude. (Wäre nicht gerade Weihnachtsfrieden angesagt.....)
tastatour, 27.12.04 @ 20:27
merry
dass wissen eitel macht, ist doch schon ein alter hut. die zeitgeistigere variante, mit unbildung und hemdsärmeligkeit zu kokettieren, ist der lifestyle-chic der achtziger und neunziger, der uns allen noch im blut vibriert.
ich gebe kollegin -ad- völlig recht. der öffentliche äusserungsdrang zu mannigfaltiger themenvielfalt bar tiefgründigerer kompetenz ist ein zutiefst männlicher. speising.net bietet mir für diese aggression ein wunderbar liebenswertes ventil.
ob es sich um uns rotweinschwenkgefaselobskuranten und restaurantqualitätsverlaufskurvenzeichner - die wir nun mal sind - handelt oder um die kollegen modelleisenbahnerfahrungsaustauscher und klavierkonzertinterpretationsnuancenfinder, das weibliche geschlecht erschlägt mich mit kompakter eloquenz.
mein weihnachtssummary besteht im wesentlichen aus der erkenntnis, dass omas fischbeuschelsuppe zuverlässig ein höhepunkt des jahres ist. jene herrschaften, die sich nach der bescherung so wie ich dem drum&bass und dem bier hingeben, altern paradoxerweise langsamer als ich, tanzen aber lächerlicher.
zum thema kernkompetenz: das ziemlich suprige berliner label kitty-yo feiert nicht nur zehnjähriges jubiläum, sondern hat auf seiner homepage http://www.kitty-yo.net/index2.php rechts oben einen playlist-button. hier kann man sich durch den halben katalog durchhören, was erstens mächtig freundlich ist und zweitens den festlichen hedonisten-uhu-pick aus dem hirn entfernt.
man wird daran erinnert, dass man und frau womöglich nicht nur um diese jahreszeit bei sinnen sein sollten. ausserdem soll ja nicht weihnachten vorbei sein, sondern bitteschön der jahreswechsel!
andreasbigler, 27.12.04 @ 18:59
Nach 00:00 Uhr ....
ist nicht spät, sondern früh und wer eben nicht faul ist, ist bereits früh morgens bei der Arbeit!
Jetzt weiß sicherlich wieder jemand, was daran falsch ist, bloß ich nicht!
ChristophWagner, 27.12.04 @ 18:35
Die Freuden des Diskurses...
...seien ja nun jedem gegönnt, und in dieser Community sind sie obendrein gratis, ebenso übrigens wie die Watschen, die User hier untereinander, aber auch in Richtung Generalgouvernement und Rathaus austeilen können. Andererseits scheint es hier ja dann doch auch wieder eine gewisse Ganzjahrsversöhnungsdynamik zu geben, die für die sittliche Reife der Speising/TraubingerInnen spricht
Aus Gründen des Selbstschutzes widersprechen muss ich allerdings der in der derzeit laufenden Sirenetta-Debatte geäußerten These, dass, wer nach OO.OOh postet, vermutlich b´soffn sei. Da ich meine Einträge zu 99 Prozent nach der Geisterstunde und oft noch viel später verfasst habe, wäre mein ganzer Weblog in diesem Fall „a b´sofffene G´schicht."
Womöglich ist er das ja auch, und alle wissen es, bloß mir ist es noch nicht aufgefallen.
Es ist schon verdammt schwer, im www. ein Dasein als anonymer Alkoholiker zu fristen. Da lieber noch im wirklichen Leben ein stadtbekannter Trinker sein.
rocco, 27.12.04 @ 14:36
Weihnachtsfrieden, Ganzjahresfrieden?
Hier scheint wohl jemand mit zwei linken Füßen aufgesanden zu sein! Ich habe schon oft fehlerhafte Postings gesehen - manchmal auch jene von mir - aber dafür aufgehängt wird immer nur ein User ........
Nein, wie schon mehrmals erwähnt, ich bin mit Herrn Bigler weder verwandt, noch befreundet! Freunde, wenn wir schon alle sooooooo gebildet sind, dann sollten wir uns auch so benehmen!
andreasbigler, 27.12.04 @ 12:05
Ist schon gut!
Ich häng mich sicherlich nicht gleich auf, weil meine nicht vorhandene (?) Schulbildung angesprochen wird und meine eigenartige Schreibweise und mein Unverständnis mancher Aussagen erwähnt wird, denn ich bin Österreicher und woher soll ich dann Deutsch können? Ist mir auch wurscht, da ich weder Schriftsteller bin, noch kürzlich mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
Also lieber CW, kein Grund zur Sorge, dass ich beleidigt sein könnte, wenn mir durch die Blume mitgeteilt wird, dass ich ein literarischer Koffer bin, denn die Verona ist in dieser Hinsicht auch voll daneben, aber sie ist mit trotzdem lieber als die literarische Elfriede!
Und ich für meinen Teil hab immer große Freude, wenn irgend eine meiner nutzlosen Aussagen für "Stoff" sorgt. Ich melde mich in diesen Weblogs eh nur, wenn ich es interessant finde, was da gepostet wurde, denn die Speising.Net - Homepage interessiert mich in erster Linie nur wegen der Seiten "Restaurants" und "Winzer" und da mir gesagt wurde, ich soll sehr wohl meinen Senf auf diesen Seiten dazu geben, versteh ich nicht, wieso sich immer wieder jemand aufregt, weil von mir so viele Einträge stammen? Ich krieg keine Kohle für diese Einträge und da ich nix gelernt hab, kann ich eben nix anderes, als essen und trinken und ich kenn eben sehr viele Lokale.
Zum Abschluss: Mir ist der Ganzjahresfrieden wichtiger, als dieser kurzfristige Weihnachtsfrieden!
steppenwolf, 26.12.04 @ 17:38
Protektion
ich hab mir schon gedacht, dass es hier wie im richtigen Leben auf die Protektion ankommt. Jetzt wundern mich auch die 217 v-Wertungen des Herrn Bigler nicht mehr:)
Werde in mich gehen und zur Buße noch dreimal die Gans beträufeln. Hinten sticht sie sich schon recht gut, aber in Halsnähe braucht sie glaube ich noch ein Stünderl.
-
Und weil ich schon grad einmal dabei bin: bei uns gab es Vall del Raco, 2003 vom Celler Cal Menescal, s.l.
Borsao, Reserva Selección 2000, Campo de Borja. Von dem hatte ich einige Flaschen zum Verschenken gekauft. Hat mir aber selbst zu gut geschmeckt, daher hat ihn die Familie bekommen, wo ich leicht den Grossteil der Flaschen für mich geltend machen kann.
Heute gibt es einen Zantho Reserve 2002. Und zum Fisch haben wir noch ein paar heimische Cuvee Grüner Veltliner von Thurner-Sommerbauer genippt.
Wenn es jetzt noch jemanden interessiert, was gegessen wurde, so ist die Antwort ziemlich trivial:
vorgestern Seeteufel, gestern Filet-Wellington, heute Gans, die mit allen Kindern nebst Anhang verzehrt wird. Irgendwie ganz nett. Den Trick mit der Flasche habe ich mich doch nicht getraut, obwohl ich eine Darbo Fruchtsirupflasche schon wunderbar eingepasst hatte. Ich wusste nur nicht, womit ich sie hätte verschließen sollen.
Also haben halt wieder einmal die Äpfel herhalten müssen.
Und um meine Frustration über die Protektion ganz los zu werden, werde ich noch mein eigenes Amuse Geule beschreiben. Die Gänseleber auf Apfelscheiben, in Butterschmalz und leicht mit Zantho abgelöscht, war hervorragend.
Mahlzeit!
ChristophWagner, 26.12.04 @ 15:59
Sarkasmen...
haben auf speising.net (und daher auch in Traubing) schon von der Präambel her ihren Platz. Der Schulwerdegang der User sollte hier indessen (obwohl es zuweilen so scheinen mag) nicht gar so ernst genommen werden wie der Abgang (ich meine nicht den Schulabgang). Kurzum: Lasst´s den Bigler in Ruh. Samma froh, dass er wieder schreibt. Er hat uns ja schon allen gefehlt!
steppenwolf, 26.12.04 @ 13:50
@ab: ...auch ich als Mann und daher Trauninger(!)...
Wenn nicht Weihnachtsfriede wäre, würden mir zu diesem Eintrag unzählige Sarkasmen einfallen, welche mit früheren Meldungen des Autors zu tun haben, nämlich solchen über Bildung und Schulwerdegang.
Da aber mittlerweile ja auch die Pisastudien herausgekommen sind, passe ich mich einfach an das Niveau an und versuche die falsche Logik ganz einfach zu erklären.
Das Wort "auch" in dem zitierten Beitrag ist gänzlich unpassend, denn im Beitrag wird lediglich dieselbe Meinung wiederholt, die sich bereits im kommentierten Text findet. Obwohl es ich persönlich die grammatikalische Verletzung durch einen Großbuchstaben innerhalb eines Wortes nicht sehr schätze, muss ich akzeptieren, dass sich die berühmte Endung In, bzw. in den verschiedenen Deklinationsformen -Innen, als offizielle Floskel für die geschlechtliche Gleischstellung zwischen Mann und Frau eingebürgert hat.
Der Ausdruck TraubingerIn (Nominativ Pluralis: TraubingerInnen) beinhaltet in der Anrede Personen beideslei Geschlechts ohne Wertung oder Reihung.
Es wundert mich zwar weniger, dass mein Beitrag jetzt nicht verstanden wird, doch ist der Inhalt desselben auch schon in der Kronenzeitung einmal ausführlich für diejenigen beschrieben worden, die sich sonst nur auf ihren "eigenen gesunden" Menschenverstand berufen. Das heißt also, in Österreich sollte man darüber schon Bescheid wissen.
Was, fragt sich der Kommentarleser, bedeutet dann "auch ich als Mann" in jenem Beitrag, der nicht nur eine festliche Stimmung korrumpiert sondern auch sonst relativ wenig Bezug zum Vorangegangenen zeigt.
-ad-, 26.12.04 @ 13:05
Traubinger Männer
Dass in einem Weinforum mehrsteils die Männer das Sagen haben (war das große I zuwenig Trennung zwischen den Geschlechtern?), liegt wohl kaum an der mangelnden Achtung vor Wein auf weiblicher Seite, sondern eher am Hang zum Vorlauten (eleganter: weniger Angst vorm Exponiertsein) auf der männlichen, das ist auf traubing nicht anders als sonstwo.
Dass auch mir noch kein Wein weggelaufen ist, wie leichtfüßig er auch gewesen sein mag, liegt an meiner Geduld und Liebe - eher müsst ich mich manchmal mit Grausen abwenden, bliebe nicht immer noch ein Rest an Mitgefühl für die malträtierte Kreatur bestehen!
andreasbigler, 26.12.04 @ 12:26
Ist Absicht!
Und bevor jetzt wieder ein Schlauberger kommt und meint, der Bigler kann nicht einmal richtig schreiben, dem sei gesagt, #Weinachten# und das ohne Anführungszeichen, war absichtlich, sonstige Fehler eher nicht!
andreasbigler, 26.12.04 @ 12:20
Achtung, achten ......
@ Wir TraubingerInnen achten den Wein das ganze Jahr über .....
Liebe Angelika!
Ich muss schon sehr bitten, auch ich als Mann und daher Trauninger(!) achte Wein zu jeder Jahreszeit (heißt aber nicht dass ich saufe), wahrscheinlich sogar mehr als das edle Geschlecht der Frauen - und das müssen Sie mir sogar glauben, denn Wein ist mir noch keiner davon gelaufen und es hat mich auch noch keiner vor die Tür gesetzt.
Blöde Meldung meinerseits muss sein, denn es ist ja nicht nur Weinachten, sondern auch Fasching!
noapino, 25.12.04 @ 19:19
cajoler - kascholieren
Dank der Anregung von -ad- glaube ich den Ursprung im Französischen ausfindig gemacht zu haben:
cajoler: herzen, liebkosen, schmeicheln, umschmeicheln, verhätscheln
scheint es gut zu treffen. Und wenn ich das so sagen darf, könnte der Wechsel unseres BM von kascholieren zu kaschalieren das Phänomen der Hyperkorrektur zeigen ;-)
Auch Ludwig Ganghofer schreibt in einer wüsten Szene mit rasenden Wildsauen davon:
-----------------------
Aurore de Neuenstein lag mit ausgespreizten Armen im Schnee und zeterte ununterbrochen die beiden Worte: "Mon Dieu! Mon Dieu! Mon Dieu!" - in einem wesentlich anderen Ton, als Damen zu kichern pflegen, wenn sie charmant kascholiert werden.
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(Das große Jagen)
In diesem Sinne und auch in anderem wünsche ich jede Menge Cajolement.
-ad-, 25.12.04 @ 18:11
cachalée ;-))
Ich fühle mich von den Kommentaren meine Coautoren außereordentlich eingestreichelt, neuerdings also kaschaliert; die Muße für einen Eintrag war dem Milchkalb zu danken, das vier Stunden bei 80 Grad im Rohr verbrachte und mit einer feinen Marsalasauce, mit süßem Petersilwurzelpüree, mit Erdäpfelpüree Version schlicht und ziemlich geilen süß-sauer-Karotten nach einer wohlgelungenen Kaninchenvorspeise auch noch zum Morillon passte.
In Erwartung eines kongenialeren Mittrinkers nach den Feiertagen schiele ich einstweilen neidvoll auf eure Getränkewahl und genieße Stille Tage a Maison.
Santé!
ChristophWagner, 25.12.04 @ 15:52
Kaschalieren
Die beste aller Gattinnen liest gottlob (Stichwort: Zeitökonomie) meine Speising-Eintragungen nicht. Im Gegenzug wiird sie von mir, besonders um die Weihnachtszeit, kaschaliert (d.h. mit Schmeicheleinheiten aller Art exzessiv verwöhnt). Ich kenne das Wort eigentlich nur aus dem Obderennsischen, von dort allerdings recht heftig. Denn merke: Wer in meiner Heimat niemanden kaschaliert, aus dem kann nichts Rechtes werden. (Mag aber sein, dass man Kaschalieren anders schreibt: Ich habe es gestern zum ersten Mal in meinem Leben niedergeschrieben, aber zuvor schon häufig gehört und gesagt.)
-hs, 25.12.04 @ 12:38
Disziplinlos
mit reichlicher Verspätung möchte ich mich den Weihnachtsgrüßen an alle Traub- und Speis-ingerInnen anschließen und bitte beschämt darum, mir meine Disziplinlosigkeit zu verzeihen).
Traditionell ist bei uns das Essen am 24. eher weniger aufwändig gestaltet, und auch wenn die gekochten Kalbsbrätwürstel mit "Gstampften" , die in meiner Kindheit obligatorisch waren mittlerweile innerfamiliär nicht mehr mehrheitsfähig sind, so musste es bei uns eine einfache Entenbrust mit Madeirasauce und Zuckererbsenschoten tun, die jedoch in Kombination mit dem Romanée-St-Vivant 95 von Confuron ein recht wohligen Gefühl erzeugte.
Dank einer Einladung bin ich auch heute von Kochdiensten befreit, sodass mein eigentliches Wei(h)nachtsessen wohl schon vor einigen Tagen stattgefunden hat, als ich (mit freundlicher Unterstützung) für 12 Weinfreunde kochen durfte:
Zu den Gänselebervariationen (Royal mit GL und Wachteleidotter, Terrine auf Mürbteigstäbchen mit süß-sauren Marillen) Dom Perignon, dann Laville- und Haut-Brion blanc 1985 zu Jakobsmuscheln mit Sauternessauce und geschmortem Chicoree (ja, ich weiß, das ist 80er-Jahre Küche, aber das Rezept ist köstlich), und dann vor und zur Niedertemperatur-Hochrippe (4,5kg) mit Polenta, Portweinschalotten und Muskatkürbisstreifen 12 Normalflaschen und eine Magnum Bordeaux 1985 (leider ein Kork - Cheval blanc :-(
Dann noch Käse und Kuchen und einige Deutsche mehr oder minder süß, die ich aber nicht notiert und daher schon vergessen habe, obwohl sie durchaus mundeten.
Den frommen Wünschen von CW - unsere Zukunft betreffend - kann ich mich nur anschließen. (Obwohl: gab's da nicht einmal eine Diskussion mit der besten aller Gattinnen?)
P.S: was bedeutet "kaschalieren"? Weder die Brüder Grimm, noch mein Wiener Dialektlexikon konnten mir hier Aufschluss geben.
ChristophWagner, 25.12.04 @ 02:42
Liebe Angelika!
Das nenne ich Disziplin. Am Heilgen Abend um 15.46h, da putzt man/frau den Weihnachtsbaum auf, küsst Tanten, kaschaliert Onkel, holt Omas, besucht Opas, beruhigt aufgeregte Kinder oder produziert, so solche nicht vorhanden sind, notfalls im Christbaumschatten neue. Aber um diese heilige Zeit ein Posting an Speising aufzugeben, das verdient Respekt.
Ich stelle mich also beschämt, gerade elf Stunden später, auch mit meinem Weihnachtsresümmée ein. Ich habe de letzten zwei Tage mit Tieren verbracht, genau gesagt, mit vier Entlein. Eine habe ich pastetisiert, eine versulzt, zwei gebraten und den Rest davon versuppt und zu Sugo verarbeitet.
Liebreizende WeggefährtInnen dabei waren (neben meiner Frau und meinen beiden Töchtern) eine Flasche Grüner Veltliner 2003 von Pitnauer als Summe aller „Chefachterln", eine Flasche Inamera von Stieglmar (mittags, zur eingemachten Entensuppe und den Enten-Pappardelle), eine Flasche DOM (zum Beluga-Caviar, der sich gewissermaßen ungefragt, inkusive Salzerdäpfeln und Sauerrahm, in unsere Entenweihnacht einschlich), eine Flasche Corton Charlemagne 2002 (zur Entensulz und zur Entenpastete), und last not least eine Flasche Olivin 1999 zur von Maistalern und
Rotkraut nach Hans-Haas-Rezept begleiteten gebratenen Ente, die im selben Maß knusprig wie der Olivin, nach entsprechender Lüftung, samtig war.
Die Weihnachtsbäckerei stammte von meinen Töchtern, der Rosenmuskateller dazu von Schloss Salegg on Südtirol . Und in diesem Sinn wünsche ich nicht nur Dir, liebe — pflichtbewusste — Angelika, sondern allen SpeisingerInnen ein feucht-fröhliches Weihnachtsfest. Ganz nach dem, nicht ganz unzynischen, aber allemal treffenden Motto: Soll uns nie schlechter gehen.
--- 04.09.18 @ 20:56
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--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
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--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33