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Das Weinlog
24.01.05 @ 02:34
Sekt oder Bordeaux, das ist die Frage
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Habe heute wieder einmal eine meiner Lieblingsopern, Eugen Onegin von Tschaikowski, gehört und danach in den lyrischen Text der Vorlage hineingeschaut, die von einem meiner Lieblingsautoren, Alexander Puschkin, stammt. Dabei fiel mir eine Stelle ins Auge, die ich den TraubingerInnen nicht vorenthalten möchte:
„Der Sekt, den unsere Freunde tranken,
war ausgereift und gut gekühlt,
ein Segenstrunk, der jeden Kranken
so heilt, dass er sich glücklich fühlt.
Im Glase glitzert er so spritzig,
so ausgelassen, schäumend hitzig
(ein bisschen so wie dies und das);
ich hatte immer an ihm Spaß
und hab für ihn schon oft im Leben
(ja, Freunde, ihr erinnert euch
noch sehr genau an manchen Streich)
den letzten Groschen ausgegeben.
Wie oft hat er uns Lust beschert
und unsere Geister aufgeklärt!
Doch tut sein wildes Überschäumen
jetzt meinem Magen nicht mehr gut;
Bordeaux ist besser: lässt mich träumen
und hütet mich vor Übermut.
Ich bin nicht mehr zum Sekt geeignet.
Zwar lieb ich ihn, doch er verleugnet
mich neckisch wie ein freches Gör,
dem ich für eine Nacht gehör,
am nächsten Tag... Ja, du hingegen,
Bordeaux, du bist ein treuer Freund,
in Schmerz und Leid mit mir vereint,
du kommst mir nicht mit Nackenschlägen.
du machst mich immer still und froh,
mein lieber guter Freund Bordeaux!"
Kommentare werden, in Vers wie in Prosa, gerne angenommen.
6 Kommentare | Kommentar abgeben
noapino, 24.01.05 @ 12:40
Да здравствует Бордо, наш друг!
es soll nicht verheimlicht werden, dass in Puschkins Original keineswegs von schnödem Sekt die Rede ist, sondern selbstverständlich von Champagner: Falls es jemanden - der im Gegensatz zu mir des Russischen mächtig ist - interessiert, kann er die beiden Strophen z.B. hier nachlesen:
http://tinyurl.com/4qwut
http://tinyurl.com/58jcd
Hier wird das Getränk nicht nur mit der mythischen Musenquelle Hippokrene verglichen, die jeden der davon trinkt zum Dichter machen soll, sondern es wird auch konkret auf die Marken Veuve Cliquot und Moét Bezug genommen. Im Gegensatz dazu wird beim Bordeaux keinerlei konkretes Château genannt.
Was können wir daraus schließen?
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