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Das Weinlog
21.03.06 @ 10:13
"trinkig"
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Frühlingsbeginn. Der 2005er in weiß und rot beginnt die Regale zu füllen. Ich blättere, wesentlicher Neuigkeiten harrend, in einer Gemischtwarenzeitschrift: Essen, Autos, Wein. Zwei Frauen haben das Publikums-Gastro-Ranking des Herrn Rosam für sich entschieden. Beim Mann auf den Fersen war ich am letzten Wochenende, mit ausreichend Muße sollte ein Bericht demnächst folgen.
Nichts Neues also, dafür Brunello-Notizen. Über die Wein(an)sprache haben wir ja schon bisweilen gelästert, diesmal stolperte ich über ein mir gänzlich neues Wort: trinkig.
Mit dieser -ig-Endung begibt sich die Beschreibung auf eine merkwürd-ig diffuse Ebene: ist der Wein nun tatsächlich trinkbar? Zum Glück steht nicht trinkfreudig, denn das würde ihm ein Eigenleben zuschreiben, das über herkömmliche Lebendigkeit hinausgeht. Oder gerade mal trinkbar? Also so in etwa art-ig, aber sicher nicht großart-ig. Vielleicht witz-ig. Gar saft-ig? Nach traur-ig klingt es zum Glück nicht.
Einfach trinkig. Was bewirkt ein trinkiger Wein, wenn ich in trinkfreudiger Laune bin? Werde ich lust-ig? Spritz-ig? Hoffentlich nicht zick-ig! Oder einfach nur völl-ig weinsel-ig?
22 Kommentare | Kommentar abgeben
pivu, 23.03.06 @ 17:36
spannend
schon klar, ich verwende den Begriff ja selbst auch viel zu oft. Immer dann, wenn ein Wein alles andere als langweilig ist und Überraschungen bereithält. Klingt gut, aber was heißt das genau?
Und vor allem "spann-ig"? Vielleicht ist das ja ein mittlerweile legal mit Chips und Staves fabrizierter Wein [span-(n)ig]?
pastinake, 23.03.06 @ 17:05
Wein
kann so spannend wie ein Gespräch, ein Buch oder eine Oper sein. Ich finde Wein dann spannend, wenn sich vom ersten Duft, über die Farbe, vom ersten Schluck, über mehrere Pausen, bis zum letzten Tropfen, ein Geschmacks- und Geruchsbogen ergibt. Das erlebe ich nur bei wirklich "extravagantem" Wein, immer weniger bei den so glatten Weinen internationaler Machart.
Irgendwer hat vor kurzem den Begriff "sinnloser Alkohol" erwähnt. Spannender Wein ist das Gegenteil davon.
noapino, 23.03.06 @ 16:45
spannender Wein
mit dem Begriff "spannender Wein" kann ich (manchmal) schon auch etwas anfangen. Dann versteh ich es so, dass das was ich da im Glas vorfinde meine Aufmerksamkeit merkbar anregt.
In glücklichen Momenten kann ich sogar so etwas wie Faszination und Bezauberung empfinden und das ist – für mich – dann ganz sicher spannend!
PICCOLO, 23.03.06 @ 09:56
Vom Wein verstehe ich noch weniger...
..als vom Essen der feinen Pinkel. Aber "trinkig" gefällt mir. Das ist so ein Wort in dem alles steckt was in vielen Wälzern ausführlichst beschrieben wird. Das muß ein Wein sein! Ich habe die Flaschen die ich meinen früheren Chefs - zur Gehaltsaufbesserung - im Keller gestohlen habe immer mit dem Fensteröffner aufgemacht. Das sind diese Handgriffe alter Personalzimmerfenster. In Vertikaler Stellung, damit man dann den Korken in die Flasche drückt, etwas Wein aufs Fenster verspritzt (spritzig) und dann den Abgang fein trinkig ohne störende Gläser. Da wurde es mir warm ums Herz, wenn der Luxushotelier mit der Heizung fürs Personalhaus sparte. Aber da wir immer mit mehreren Mädels im Zimmer geschlafen haben wars nicht wegen der Wärme...(Schlürf) Trinkiger Wein ließ uns stets alle Hemmungen vergessen und auch was der Hergott sonst verboten hatte...
Wo ich eigentlich schon wieder bei meiner grundlegenden Idee wäre:
Sexiger Wein:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,407465,00.html
"Pornostar wird Winzerin"
Die Pointe: Der Dame ist ein gutes Tröpferl gelungen. Ein Trinkiges hoffentlich auch!
pivu, 23.03.06 @ 08:59
Nachdenkig
[trink-ig]: vielleicht der hoffnungslose Versuch, "gschmack-ig" ins Hochdeutsche zu übersetzen? In jedem Fall ähnlich vielsagend nichtssagend wie "spannend". (BTW, was ist ein spann-iger Wein?)
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