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Das Weinlog

27.03.06 @ 19:16

Was überzeugt Etikettentrinker?

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Nein, damit sind ausnahmsweise nicht diejenigen Weinliebhaber gemeint, die bereits bzw. erst beim Anblick eines Mouton-, Screaming-Eagle- oder Unendlich-Etiketts in Ohnmacht fallen, sondern diejenigen, denen das Etikett primär aufgrund seines optischen Gesamteindrucks eine relevante Kaufentscheidungshilfe bietet.

Immer schon dürfte es für Weinerzeuger eine diffizile Frage gewesen sein, mit welcher Etikettengestaltung sie gerade diesen Käuferkreis ansprechen und damit ihren Umsatz bestmöglich steigern könnten.

Das renommierte Marktforschungsinstitut ACNielsen glaubt hierauf eine Antwort gefunden zu haben:

In einer aktuellen Studie teilt man mit, dass Abbildungen von Kängurus, Pinguinen, Krokodilen oder anderen Tieren einen nahezu unwiderstehlichen Kaufanreiz ausüben dürften. Wie sonst wäre es zu erklären, dass US-Tafelweine mit sogenannten "Critter-Labels" mehr als doppelt soviel Erfolg haben wie vergleichbare Weine ohne Tier am Etikett?

In Österreich fallen mir ad hoc hiezu nur Bienenfresser und Roter bzw. Weißer Storch ein (mit etwas Interpretation auch noch die Smaragdeidechse), aber vielleicht sollten wir diese Erkenntnis bei unserem Pinaut-Projekt (das ich bei dieser Gelegenheit wieder einmal in Erinnerung rufen möchte) berücksichtigen.

Da die in der Studie genannten Tiere hierzulande eher selten in freier Wildbahn anzutreffen sind, stellt sich jedoch unerbittlich die Frage: "Welches Tier?"

17 Kommentare | Kommentar abgeben

hypercube, 31.03.06 @ 13:58

und dann waren es alle nur mehr pinauts
denn angeblich sind bereits die ersten RFID Viren unterwegs (http://tinyurl.com/rssfm).
Der Wein der korkt, bekommt dann eine andere Bedeutung oder?

Minimalist, 31.03.06 @ 13:04

Selbstverkäufer
Ich freue mich schon, wenn mir eine 2000, RS, SM "Vinotheksabfüllung" , Knoll eine e-mail schreibt: "Ich stehe im ... für Dich bereit: EUR 45,50.
Und ich e-maile zurück: "Sorry habe gerade eine Kiste 1997, GV SM, Kellerberg, FX P aufgekauft".
(oder umgekehrt).
2000, RS SM, Schütt; 1997, RS SM, Singerriedl;1986, GV SM, Loibenberg, Knoll; 2001, GV SM, Kellerberg, FX P, 1997, RS SM Loibenberg, Alzinger; 1997, GV Loibenberg, Knoll;....... wo seid Ihr?

-hs, 30.03.06 @ 22:36

Die Zukunft hat schon begonnen
Der erste Schritt zur Symbiose von Wein und Computer wurde bereits getan.

Eine italienische Firma verpflanzt seit vergangenem Jahr RFID-Chips in Kunststoff- und demnächst auch in Naturkorken.

Das Produkt wird
Smartcorq genannt und ermöglicht die drahtlose Ablage und Abfrage von Daten.

Derzeit ist die Datenmenge noch eher gering und primär zur Erkennung von Fälschungen geeignet - der Chip wird beim Entfernen des Korkens aus der Flasche zerstört - aber wer weiß, vielleicht ist es schon bald so weit, dass wir mit unserem RFID-Handy vor dem Weinregal stehen und uns einen Film über's Weingut aus der Flasche laden. (Wird sicher gemütlich, wenn das alle Kunden gleichzeitig tun.)

Hier auch noch ein englischsprachiger Bericht zu dieser Innovation.

Minimalist, 30.03.06 @ 10:34

Etikett in Glas
Wie in einem früheren Thread angedeutet. Zukunfsttechnologien könnten ermöglichen: Die Weinflasche als Computer. Dann, befürchet ich, werden Etiketten zu "Geschichtenerzählern" und/oder überbordenden web Pages (eine Folter für Minimalisten).
Vielleicht aber auch, das geeignete "Siebi"-Rezept zum geeigneten Wein? "Nussberg" zu "Siebi"?

ChristophWagner, 30.03.06 @ 01:12

Siebenschläfer
Warum taucht er, auch Bilch oder Billich genannt, auf keinem Etikett auf, nicht einmal in Slowenien oder Kroatien, in dessen Krypto-Küchen er Triumphe feiert.

Der alte Apicius wusste schon, wovon er sprach:
Siebenschläfer ausnehmen, entbeinen und aus gehacktem Schweinefleisch, ganzen Stückchen und Abschnitten des ausgenommenen Fleisches, Pfeffer, Nüssen, Pinienkernen, Laserwurzel und Liquamen eine Fülle zubereiten. Siebenschläfer füllen, in eine irdene Kasserolle setzen (oder auf einen heißen Ziegel setzen) und im Ofen braten.

Dazu passt nach meiner Erfahrung neben Teran vorzugsweise ein Wein, der auch in diesem Thread schon vorgeschlagen wurde: Pitnauers Bienenfresser, frei nach Qualtinger: Siebenschläfer mit Bienenfresser, das ist Brutalität!

alma, 29.03.06 @ 18:20

ralleystreifen
Aktuelle Etikettenveränderung von dezent-schlicht zu jungbuntfröhlichstreifig, einhergehend mit der Verjüngung am Weingut:
Gsellmann & Hans (statt & Gsellmann - Sohn statt Bruder):
http://tinyurl.com/r8yqm

Was beim Chardonnay und Zweigelt noch als frecher Trinkalltag durchgehen mag, ist bei meinen bevorzugten Weinen Alte Lagen (der ab sofort Charakter heißen wird) und Ungerberg - beides mehr als seriöse Weine - mit diesem Streifendesign schon recht gewöhnungsbedürftig.

noapino, 29.03.06 @ 18:02

Sphinx 1916
So wie es ausshet gibt es das Etikett schon mindestens 39 Jahre länger....

http://tinyurl.com/oj9fh

Woran auch immer dabei gedacht wurde.

PICCOLO, 29.03.06 @ 16:50

@ noapina -- Sphinx
..ein rätselhaster Wein. 1955 dachte offenbar noch niemand daran, dass Weinhandlungen die Weine schon völlig anderen Gesichtspunkten ins Regal legen. Daher ist es nicht so unsinnig nach dem Etikett zu wählen.
Beim Eingang rechts die Topwinzer. Die Top Ten wines und das Verkostungs- Animationpult. In Augenhöhe in den restlichen Regalen solche die dafür bezahlen und die "Feinde oder A - löcher" hinten links in einem engen Durchlass wo sicher keine Dame durch will wenn dort ein dicker bärtiger Bacchus steht. ...Man sieht es: Weine werden ja schon fast wie Parfüms verhandelt... Für den Platz in gewissen Vitrinen eltärer Handelsketten werden für 15 Tage Platzierung bis zu 20000 Euro hingeblättert - bei Parfüms.

Minimalist, 29.03.06 @ 13:59

Langhälser
Beim Weintrinken wünsche ich mir manchmal, eine Giraffe zu sein. "Langer Abgang".
Für "Aufkleber" mit G-Motiven hiesse das "lang und schmal".

Für den Etikettenwettbewerb zu pinaut.
Der GewinnerIn spendieren wir die erste, von 1000? Traubingern handsignieret, Flasche?
Jury wäre noch zu wählen. Ich möchte mich bei Ausschlusskriteren zum "Motiv" für Österreichlandkarten, Mozart und Photo eines Regierungsmitglieds stark machen.
Und beim "Textausschluss" (für allfällige differenzielle Vorteile) , "tringig".
Sonst sei kreative Freiheit gewährt?

Allerdings, für mich ist die wichtigste Info "was, WER, wo". Und beim wer und wo sind wir noch ziemlich leer.

pastinake, 29.03.06 @ 13:08

Chamäleon
Der Fred Loimer ist bezüglich seiner Etiketten bzw. Logo ein Chamäleon. Ich glaube, es gibt kaum einen Winzer, der so oft sein Design wechselt. Erfreulicherweise ist im Gegensatz dazu die Qualität seiner Weine konstant.

alma, 29.03.06 @ 12:39

menagerie
Spontaneinfall bezüglich österreichischem Viechzeugs: Zantho. Das merken sich die Leut', das erkennen sie im Regal wieder. Fred Loimer hat so ein kleines Figürl über seinem Namen sitzen, das erinnert mich an ein Schimpanserl, aber so wirklich weiß ich eigentlich nicht, was es ist. Seine Frontseitenreduktion ist mir im übrigen angenehm.

pastinake, 29.03.06 @ 11:01

Etikettenkunst
Kunstwerke (oder was sich dafür hält) finde ich auf den kleinen Wein-Etiketten mit billigem Druck und Papier so sinnlos wie auf CD-Hüllen. Besonders unsäglich finde die Attersee-Etiketten (Jurtschitsch) oder den so Kumpf-ähnlichen, pannonische Weine verzierenden Sonnenuntergangs-Kitsch.
Manche mir unbekannte Weine kaufe ich wegen des Design nicht, manche trotz der Etiketten (Knoll).
Rein graphische Gestaltung kann mich an Weinflaschen sehr wohl ansprechen, da finde ich konservative Text-Ettiketten in s/w oft schön.
Abstrakt betrachtet wären genormte Textetiketten, die nur die notwendigen Informationen enthalten, sehr spannend. Das wäre ein Spass in der Vinothek! Man würde wahrscheinlich ganz neue Weine kennenlernen.

noapino, 29.03.06 @ 10:32

Einfach tierisch?
Und wie sollte man dieses Etikett einstufen?

http://tinyurl.com/qyzrc

Eher tierisch oder/und doch als frühen Versuch von "Sex sells"?

noapino, 28.03.06 @ 21:52

Warum Tiere?
Bedauerlicherweise dürfte ACNielsen der Frage, _warum_ Tiere beim (amerikanischen) Weinkäufer so signifikant zu wirken scheinen, nicht nachgegangen zu sein.

Mir ist das eher schleierhaft und beim Oppelmayerschen Matador empfinde ich eher beklemmende Gefühle...

In Österreich halte ich mich gerne an den Hl. Urban, sonst und international lasse ich noch mehr oder minder elegante Strichzeichnungen von Schlössern, dezente Heraldik oder aber einfach Text gelten.

vino, 28.03.06 @ 15:15

Tiermotive
Wunderbaren Wein mit schönen Tiermotiven gibt es vom Weingut Oppelmayer in Göttelsbrunn
http://www.oppelmayer.at/etiketten.htm

hypercube, 28.03.06 @ 11:25

critter - das Kleinkind
Ich nehme mal an, dass sich critter auf das Kleinkind bezieht. Ich durfte dem Marketingverantwortlichen für Gallo Weine vor einigen Jahren lauschen. Deren Etikett der Gallo Weine zeigt weder ein Kleinkind noch ein Viech, jedoch ragt ein Blatt über die rechteckige Begrenzung hinaus. Dieses Etikett soll den Kunden helfen den Wein im (Supermarkt-)Regal wieder zu finden. Denn wie Kleinkinder können die Kunden zwar Formen unterscheiden und wieder erkennen, Namen behalten sie sich jedoch nicht.

Für den pinaut würde ich doch ganz auf community einen kleinen Lable Wettbewerb ausrufen. Preise hierfür würden sich doch finde - Ideen sicherlich auch genug.

PICCOLO, 28.03.06 @ 10:18

Im Wein soll die Wahrheit sein...
Und sie ist es auch. Es gibt ja wie beim Speisen kaum zwei gleichgestimmte Zungen auf der Welt. Die Charakterismen eines Weines hat man konventionell in Typen zusammengestellt um eine Art Ordnung herzustellen so als zusammenstimmende Besprechungsgrundlage.Daher brauchts keinen Geschmacksberater für mich.

Das Etikett ist da ganz universell. Was beliebt ist auch erlaubt, meine ich. Mir gefallen die Stahlstiche von alten Ansichten besser als das moderne Zeug mit goldenen Buchstaben wie etwa beispielsweise das Etikett des Weingutes "Kiss". Die Zusammenarbeit bei Etikettendesign zwischen Weinbauern und jungen ortsansässigen Künstlern ist auch stimulierend zum Kauf.Man hat das Gefühl was Gutes getan zu haben. Ich bin ein "Etikettentrinker" weil ich in der Weinhandlung schon nach Etiketten aussuche, aber nie soviel Wein trinke, dass ich merke der oder der behagt mir nicht. Daher kann er so oder so sein. Wer ein Gutdenker ist findet in jedem Wein sein Gutes. Es ist wie bei den Frauen, auch die Kratzbürstigen haben irgendwo ihre Weichen...

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