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Das Weinlog

07.08.06 @ 15:35

11 Frauen und ihre Weine nah am ersten Schnee

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Ihnen war wochenlang zu heiß? Sie sehnten sich nach Abkühlung? Dann hätten Sie am Wochenende in Lech am Arlberg sein müssen, da war der erste Schnee schon fast zum Greifen nah! Die wunderbare Gruppe der 11 Winzerinnen musste deshalb für die nachmittägliche Verkostung ihrer Weine von der luftigen Terrasse auf der Rudalpe oberhalb Lechs in die Postgarage ausweichen, nicht gerade das lauschigste Plätzchen der Ortschaft, aber dank eines eleganten Klavierspielers, der von „Wein, Weib und Gesang” bis zu dahinplätschernden Jazzstandards so einiges drauf hatte, durchaus stimmungsvoll untermalt.

Was soll ich Ihnen über diese elf Frauen erzählen, was Sie nicht schon wüssten!
Sie kommen aus unterschiedlichsten Weinbaugebieten, vom Mittelburgenland bis zum Kremstal. Sie sind noch ganz jung, am Beginn ihres erfolgreichen Winzerinnenlebens, oder geben ihre reiche Erfahrung bereits an die Kinder weiter. Sie sind Schwestern, Töchter, Ehefrauen oder Einzelgängerinnen, sind eingebunden in einen Familienbetrieb oder eigenköpfig-selbständig. Sie stehen selbst in Weingarten und Keller oder legen die ganzen Strahlkraft ihrer Persönlichkeit in die Arbeit nach außen. Eine jede hat ihre unverwechselbare Individualität, und es ist die gemeinsame Leidenschaft für den Wein, die sie zusammenbrachte und eint.

Eine Winzergruppierung wie keine andere: da geht es nicht um eine neue Marke, nicht um das Vorantreiben einer Region, nicht um eine Abgrenzung gegenüber anderen. Es sind vielmehr Offenheit, Neugier, Austausch, Anregung, die das Fundament dieses freundschaftlichen Zusammenschlusses bilden, wo eine jede mit ihrem ganz persönlichen Wert zur Geltung kommt, konkurrenzfreie Unterstützung findet und mit allen Stärken und Schwächen angenommen wird. Mir wesentlich erscheint gerade dieses Nicht-Konkurrenzieren. Die Diversität ist durch die jeweiligen Weine, die als durchaus typisch für die einzelne Winzerin zu sehen sind, ausreichend gegeben, das lässt Spielraum für ein zeitlich begrenztes, umso intensiveres Miteinander.

Genau das macht diese 11 Frauen so stark in ihrem Auftreten und zieht all jene in Bann, die bei ihren gemeinschaftlichen Auftritten zu Präsentations- und Verkostungszwecken dabei sind. Das war denn auch in Lech wieder feststellbar, am Nachmittag schon, und dann vor allem abends, beim Menü mit Weinbegleitung auf der Rudalpe. Dass da ein Koch namens Christoph Wagner werkt, hat zwar den Genuss am Menü nicht präjudiziert, aber doch eine gewisse Sympathie im Vorfeld ausgelöst – die dann auch nicht verschwendet war.

Zum Menü

Die Vielfältigkeit der Weine lässt kaum eine eindeutige Präferenz zu, schon gar nicht für jemanden, der die Abwechslung so liebt wie ich. Auch deshalb hänge ich an diesen Frauen. Und folge gerne zu gemeinsamen Verkostungen.

www.11frauenundihreweine.at

8 Kommentare | Kommentar abgeben

Minimalist, 11.08.06 @ 08:50

@noapino
Ich bin "zum" Burgunder über Serena Sutcliffs, zugegeben, manchmal schrullige, Beschreibungen gekommen. "der Waldboden" und "der nasse Hund",...
Kürzlich, bei einem wunderbaren "Clos de la Roche". Ich brauche eine Stunde um mein Gehirn auf alle Nuancen einzustimmen.
In der Zwischenzeit hat pastinake's Gehirn längst "gemurmelt" und mir die bunte Landkarte der Gerüche und Geschmäcker offenbart.
Ich weiss schon, Einzelfälle beschreiben noch kein "Naturgesetz", aber meine Beobachtung geht da weiter.
Und natürlich, die Verallgemeinerung war auch etwas provokant gemeint.

noapino, 10.08.06 @ 21:39

BurgunderversteherInnen?
Kann die minimalistischen Feststellungen mit einer Ausnahme nur unterschreiben:

Wenn burgundischer Pinot wirklich singt, dann gibt es kaum einen Wein, der leichter verständlich wäre. Und da tut dann das Geschlecht wenig zur Sache.

Bordeaux mag beeindruckender sein, aber vom schieren Genussfaktor her haben die meisten nicht den Funken einer Chance.

Minimalist, 09.08.06 @ 09:24

Frauenvorteil
Ich habe gegrübelt, ob ich diese Empfehlung ausschreiben soll?!
Frauen haben die besseren Nasen und Gaumen!
J. Beck, S./M. Prieler, Freundinnen und Mitstreiterinnen, entwickeln Sie deshalb das mir unverständlich unterrepräsentierte Marktsegment "Qualitäts-Wein-Trink-Frauen".
(weglocken vom "Sommergspritzten?)
Warum ich zögerte? Markt entwickeln ist bedeutend teurer und mühsamer, als das geeignete, schon aufbereitete, Marktsegment zu selektieren.
Aber, in der Kooperation ist vieles leichter.
Ich habe grosse Sympathie für diese Initiative, deshalb bin ich befangen. Also Vorsicht.
Aber, ich beobachte, seit einigen Jahren, dass Chef-Weinkellnerinnen in die "Sterne-Häuser" einziehen. Die meisten schlagen ihre männlichen Kollegen "um Längen".
Und es ist einfach nicht wahr, dass Frauen "nur" den eleganten, angenehmen, leichtgewichtigen Wein verstehen. Nein, Frauen sind die wahren Burgunder-, Barolo- und Hermitage-Versteher(Innen). Uns Männern bleibt der leichter begreifbare "Bordeaux" und "Toscaner".

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