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Christoph Wagner's Weblog
04.04.04 @ 02:08
Moby Waller
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Eines der schönsten Abenteuer meiner an solchen reichen kulinarischen Laufbahn durfte ich vor ein paar Tagen erleben. Adi Bittermann (Vikerls Lokal) gab mir die Gelegenheit, einen 20-Kilo-Waller aus Neusiedlersee-Widlfang mit ihm gemeinsam zu tranchieren.
Das schreibt sich leichter als es sich tut. Adi hatte sein Riesenmesser so angesetzt, dass er, knapp unter meinem Bauchnabel, dahinsäbelte, dass es nur so eine Freude war, während ich das Filet gewissemaßen aufzurollen hatte, was darin mündete, dass ich plötzlich mehr als fünf Kilo schieres Fischfleisch in Händen hielt.
Adi säbelte und säbelte, und ich hob und rollte, dass es die reine Freude war. Ein Anblick für Poseidon, die Najaden und alle anderen Fischgötter.
Mein traditionelles Naheverhältnis zum Neusiedlersee wurde dadurch allerdings nicht wirklich inniger. Die Vorstellung, beim Schwimmen durch den gerade anderthalb Meter tiefen See auf ein solches Monster zu treffen, ist beängstigend genug.
Aber wenn Moby Waller dann womöglich auch noch zubeißen würde. Ich weiß wovon ich rede. Ich habe ihm in den Rachen gesehen.
Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!!!!!!
6 Kommentare | Kommentar abgeben
andreasbigler, 06.04.04 @ 12:54
Wels in einem geheimen (?) Seitenarm
Da geht die Sage um, es gäbe in den Tullner "Donaualtarmen" (G'schirrlackn, usw...) irgendwo einen uralten Wels der in etwar zwischen 70 bis 90 kg Gewicht haben soll.
Die Fischer wären alle ganz happig, dieses Vieh zu fangen, denn bei dieser Größe wäre der Zeitaufwand fürs Fangen sehr groß, was wiederum mehrere Kisten Bierkonsum bedeuten würde, ohne dass die Gattin etwas vom vielen Saufen reden könnte.
Es gibt ihn wirklich, den alten Wels und natürlich auch die "Wurmbader"!
Als Spaziergänger oder Radfahrer hat man ja nicht undedingt eine Kiste Bier und mehr im Blut und daher sieht man ein wenig besser, als die "Wurmbader".
Der alte Wels liebt die besoffenen Fischer, weil sie ihm eh nix tun können und die jenigen die ihn sehen, respektieren sein Alter und seine "Regentschaft in der "G'schirrlackn".....
tastatour, 05.04.04 @ 16:28
beiss..
seit befreundete gitarrengnulper aus dem zwerndorfer badeteich einen 25kg-tolstolob zur überraschung aller herausgezogen haben (originalzitat des schutzhauswirten: "wieso war der in dem teich bei meinem handy?"), trau ich mich dort nicht mehr betrunken knutschen.
schirches viech,grosse zähne, köstliche speise, lange nacht.
ChristophWagner, 05.04.04 @ 16:14
A Waller aus Wös
Selbstverständlich ringt mir der 82er Respekt ab (vor allem seit ich weiß, wie kompliziert es schon ist, einen 20er zu filetieren). Unser Moby hatte in den Morgenstunden des Vortages noch ein paar Abschiedsrunden im Weichbild von Mörbisch gedreht, wurde am Abend angeliefert und konnte sich über Nacht im Kühlschrank noch ein wenig ausrasten. Gezittert hat er erst wieder, als er zum Fond wurde.
Die Recherchen über die Nahrungsweise des Wallers sind korrekt. Ich habe schon vor vielen Jahren gute Freunde zu Silvester mit einem Gericht verschreckt, das „Gebratener Donauwaller mit seinen Fröschen" hieß — das nichts anderes als ein mit Froschschenkerln, Knoblauch und allerlei Kräuteln gefüllter Waller war. (Frösche und Waller mögen nämlich Knoblauch gleicherma0en).
Völlig richtig auch der Einwand, dass ich als Oberösterreicher statt Wels „Wös" sagen müsste. So gesehen müsste auch Franz Welser-Möst als gebürtiger Mostschädel eigentlich Franz Woeser-Most heißen. Warum er soviel Konsequenz bei der Wahl seines Künstlernamens nicht aufgebracht hat, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
hypercube, 05.04.04 @ 14:48
Ist der aber niedlich
Am 20. Juli 2000 wurde aus dem Neckar ein Wels mit 82 kg gefangen ( http://www.kempf-fische.de/Rekordfische%20%20Waller.html ). Da hätte selbst Moby Waller angst bekommen.
Die Nahrung dieser Fische besteht aus Fische, Frösche, Vögel, Ratten, auch Würmer, Schnecken, Krebse und Insekten. Von Attacken auf Menschen habe ich jedoch nichts finden können.
Wie lang war der Wels eigentlich schon tot? Angeblich braucht es ein paar Tage bis die letzten Lebensenergien dem Waller entschwunden sind und das filetieren erst möglich machen. Der Aal zuckt ja of noch in der Pfanne.
Angeblich sagen die Welser zu Ihrer Heimatstadt "Woes", da ja Wels ein Fisch ist.
ChristophWagner, 05.04.04 @ 01:41
60 auf einen Streich
Adi Bittermann hat aus dem Waller gezählte sechzig Menüportionen geschnitten, von denen ich eine verkosten durfte, die nicht nur keine geschmacklichen Einbußen, sondern sogar veritable geschmackliche Vorzüge aufzuweisen hatte. Aus den Karkassen wurde ein Fischfond gemacht, der nach dem Gelieren so wabbelte wie ein bildschöner Pudding und hoffentlich noch vielen Gästen von Vikerls Lokal Freude bereiten wird. (Allerdings erst nach Ostern, denn in der Karwoche ist dieses famose Lokal leider geschlossen.)
piccata, 04.04.04 @ 21:38
Wahnsinns-Dimensionen!
Wie haben Sie den Waller denn zubereitet und wie hat er geschmeckt? Ein so großer Fisch möchte man fast vermuten, bringt geschmackliche Einbußen mit...
--- 04.09.18 @ 20:56
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Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33