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Christoph Wagner's Weblog
24.04.04 @ 01:07
Abwesenheitsmeldung
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Ich verabschiede mich für eine Woche, wieder einmal in die Kvarner Bucht, wo ich diesmal voraussichtlich wilden Spargel pflücken, Scampi fischen sowie Schnepfen essen werden. Vor allem aber werde ich versuchen, das Geheimnis des schwarzen Huhns der Insel Cres zu lüften. Wünschen Sie mir Glück, dass das gelingt. Denn nur dann kann ich auch darüber berichten.
9 Kommentare | Kommentar abgeben
eclaire, 30.04.04 @ 13:41
???
also, wie man von einem schwarzen hendl zu hilti kommt, ist mir, lieber tastatour, echt zu steil... hingegen verursacht mir schon seit tagen die assoziation zwischen schwarzem hendl und der tussi-diskussion ein unangenehmes jucken in den fingern. jetzt ist's raus!
steppenwolf, 30.04.04 @ 10:47
&Gock Gock ... das ruft archaische Erinnerungen in mir wach ...
Eines der merkwürdigsten Märchen, an dass ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann, war Hinkel, Gockel und Gackeleia von Clemens Brentano. (leicht unter dem Titel in Google zu finden)
Mit großem Genuss habe ich gesehen, dass man das ganze Märchen dort finden kann, will euch aber nicht eine Passage ganz zu Beginn vorenthalten, die irgendwie auch mit Gastronomie zu tun hat.
...
Einst aber sprach sein Weib Hinkel: »mein lieber Gockel, es geht uns sehr knapp, warum willst du die vornehmen Vögel nicht hier wohnen lassen? Wir könnten die Miethe doch wohl brauchen, du läßt ja das ganze Schloß von allen möglichen Vögeln bewohnen, welche dir gar nichts dafür bezahlen.« - Da antwortete Gockel: »o du unvernünftiges Hinkel, vergißt du denn ganz und gar, wer wir sind, schickt es sich auch wohl für Leute unserer Herkunft, von der Miethe solches Raubgesindels zu leben? - und gesetzt auch, Gott suchte uns mit solchem Elende heim, daß uns die Verzweiflung zu so unwürdigen Hilfsmitteln triebe, - was doch nie geschehen wird, denn eher wollte ich Hungers sterben, - womit würden die räuberischen Einwohner uns vor Allem die Miethe bezahlen? Gewiß würden sie uns alle unsre lieben Gastfreunde erwürgt in die Küche werfen, und zwar auf ihre mörderische Art zerrupft und zerfleischt. Die freundlichen Singvögel, welche mit ihrem unschuldigen Gezwitscher unsre wüste Wohnung zu einem herzerfreuenden Aufenthalte machen, willst du doch wohl lieber singen hören, als sie gebraten essen? Würde dir das Herz nicht brechen, die allerliebste Frau Nachtigall, die trauliche Grasmücke, den fröhlichen Distelfink, oder gar das liebe treue Rothkehlchen in der Pfanne zu rösten, oder am Spieße zu braten, und dann zuletzt, wenn sie alle die Miethe bezahlt hätten, nichts als das Geschrei und Gekrächze der gräulichen Raubvögel zu hören? Aber wenn auch alles dieses zu überwinden wäre, bedenkst du dann in deiner Blindheit nicht, daß diese Mörder allein so gern hier wohnen möchten, weil sie wissen, daß wir uns von der Hühnerzucht nähren wollen? Haben wir nicht die ehrbare Stamm-Henne Gallina jetzt über dreißig Eiern sitzen, werden diese nicht dreißig Hühner werden, und kann nicht jedes wieder dreißig Eier legen, welche es wieder ausbrütet zu dreißig Hühnern, macht schon dreißig mal dreißig, also neunhundert Hühner, welchen wir entgegensehen? O du unvernünftiges Hinkel! und zu diesen willst du dir Geier und Habichte ins Schloß ziehen? Hast du denn gänzlich vergessen, daß du ein edler Sprosse aus dem hohen Stamme der Grafen von Hennegau bist, und kannst du solche Vorschläge einem gebornen leider armen, leider verkannten Raugrafen von Hanau machen? Ich kenne dich nicht mehr! - O du entsetzliche Armuth! ist es denn also wahr, daß du auch die edelsten Herzen endlich mit der Last deines leeren und doch so schweren Bettelsackes zum Staube nieder drückest?«
...
wie gesagt, wer mehr will, findet es im Internet.
- und weil ich schon dabei bin. Die Gedankenkette an das schwarze Cres-Hendl führt mich in die Versuchung, an einen Raben zu denken, der krächzt. Es sollte ursprünglich Krächz-Hendl lauten, aber das Hendl lispelt und so ist K(c)res-Hendl daraus geworden.
tastatour, 29.04.04 @ 16:09
gock gock
ich kann bestätigen, dass konkret diese assoziation spontan und ohne zutun anderer auch mir ins gehirn schoss.
da zur konstruktion von romantik oft auch religiös oder ideologisch wie auch immer angehauchte musik missbraucht wird, ist es für mich durchaus vorstellbar, politisch das zu essen, was ich höre.
keine ahnung, was ich eigentlich sagen will....
katiza, 26.04.04 @ 18:21
Erwischt
Hab eh kurz überlegt, weil ich auch der Ansicht bin, dass die Vermengung von leiblichen Genüssen und Politik nicht nur unelegant ist, sondern auch gefährlich sein kann. Z.B.: Boston Tea Party, Chianti-Fraktion, Spargelessen, Molotow Cocktails ;-)
Aber, wie von Steppenwolf aufgedeckt, war es mir einfach nicht möglich auf diese Pointe zu verzichten. Ich gelobe Besserung - bis zum nächsten Mal
Ihre
steppenwolf, 26.04.04 @ 17:12
@katiza
Man sollte eine Regel einführen, dass das Weblog frei von politischen und religiösen Inhalten zu halten ist, um tiefe Risse in der Leserschaft gar nicht erst entstehen zu lassen. Aber ich habe herzlichst über die - scheint mir - spontane Assoziation lachen müssen.
katiza, 25.04.04 @ 23:44
Bon apetit, Mr. Wagner,
und möge die Übung gelingen! Wäre ich böse, würde ich sagen, ein schwarzes Huhn musste heute hier in Österreich schon Federn lassen....
Aber - bin ich böse?
steppenwolf, 24.04.04 @ 11:45
Cres schwarzes Hendl ? -- sehr mysteriös
Also bei der Suche nach dieser Zusammenstellung bin ich natürlich auf die behandschuhten Kellner in der Villa Astra in Lovran gestoßen. Auch wenn er sein Handy ausgeschaltet hat, wissen wir wo sich der Autor vermutlich herumtreibt.
Aber vielleicht will er uns nur täuschen. CRES steht auch für Centre for Natural Resources and Environmental Studies und die führen eine ursprünglich in Vietnamesisch geschriebene Ausführung, worunter die Wiederaufzucht von schwarzen Henderln als Massnahme zur Unterstützung ethnischer Minoritäten helfen soll.
Ansonsten scheint es sich da um ein absolutes Geheimnis zu handeln. Da ich weiß, dass die 1000-jährigen Eier auch eine grün-schwärzliche Farbe annehmen, handelt es sich bei dem Gericht vielleicht um eingelegte Hühner, die Aspyrtos, der Bruder Medeas als Wegzehrung eingelegt hat, bevor er sich mit Jason um das goldene Vliess schlug.
Vielleicht ist's aber auch nur ein Wienerwaldhendl mit schwarzen Oliven ...
andreasbigler, 24.04.04 @ 11:32
Geheimnis des schwarzen Huhns....
Wenn das Geheimnis durch CW gelüftet wird, endet das meistens mit dem Tod des "gelüfteten" Tiers, aber so viel ich weiß, können diese Hühner nicht fliegen, aber wie ist es mit dem Schwimmen?
Die Speising - Referez sagt über CW bekanntlich:
"Lieblingsgericht:
Alles was fliegt und alles was schwimmt"
Also, viel Spaß und Erfolg beim Forschen, Lüften und Fischen..........
LG
Andy Bigler
alma, 24.04.04 @ 07:37
verwaist
Eine Woche ohne anregende Weblog-Eintragungen mit Möglichkeit zum Weiterspinnen verführerischer oder verquerer Gedanken wird diese Community arg verwaist aussehen lassen; für Jagden und Entdeckungen aller Art seien jedoch die besten Wünsche mitgegeben. Gebratene Schnepfe auf Bett von wildem Spargel ist auch um sieben Uhr morgens keine unmögliche Vorstellung.
Schöne Tage!
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