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Christoph Wagner's Weblog

07.07.04 @ 03:11

Wo der Wein hinfällt

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Heute war Nora Frey bei mir.

Wie kommt, werden Sie sich mit Recht fragen, soviel Promi-Glanz in meine trübe Hütte im 15. Hieb?

Die Antwort ist einfach: Die Ex-Ö3-Lady ist unter die Weinbäuerinnen gegangen. Nicht exakt unter die Weinbäuerinnen,sondern unter die Privatkellermeisterinnen. Und nicht exakt unter die Kellermeisterinnen, sondern eigentlich unter die Kellerbesitzerinnen.

800 Quadratmeter, so erzählte sie mir, misst diese Wahnsinns-Kellerröhre, die sie von ihrem 99jährigen Opa, seines Zeichens Kellermeister der altehrwürdigen „Weinkellerei Freya" geerbt hat, der Nora schon als kleines Mäderl ein eigenes Fass als „Villa Diogenes" zur Verfügung stellte.

Und jetzt, was tun?

Wer einen Keller hat, so Nora Frey, der braucht auch eine Weinkellerei. Also hat sie flugs 9000 Liter Wein bei der Liechtenstein´schen Weinkellerei in Karlsberg, Herrenbaumgarten, erworben, und zwar nach ihren erfrischend unönologischen Vorgaben: „Ich will einen Rotwein, der ziemlich dicht ist", sagte sie, „und den ich mit meinem jungen Freund gut und gerne trinken kann."

Der Nora Frey-Merlot 2000, der dabei herauskam, ist, von ein bisschen Brandigkeit abgesehen, ein ziemlich trinkbares Weinderl geworden. Tief beerig, und, wenn er länger offen ist, fast wie ein Burgunder. Außerdem gibt´s einen Grünen Veltliner und einen Zweigelt, die von Karl Seiser bis Adi Schmid auch schon recht ausführlich gelobt wurden.

Also nichts gegen die Liechtensteiner in Herrnbaumgarten. Und alles für Nora, die ihre Weine auch über Internet vermarktet (www.norafrey.com/privatkellerei) und ihre famose Kellerröhre, die sie in den letzten dreiviertel Jahren liebevoll regeneriert hat und gerne an private Interessenen vermietet.

15 Kommentare | Kommentar abgeben

tastatour, 08.07.04 @ 09:21

[...]
ich bin ehrlich davon fasziniert, mit welch inbrunst in unserer ortschaft der frau n. der krumme hund umgehängt wird, auch wenn bekannt ist, dass der österreicher ein höchst philosophisches verhältnis zum prominenz-begriff pflegt.

folgende frage kann ich nicht beantworten: was kosten 9000 liter wein?

folgendes weiss ich schon: ich bin nicht gemeint, wenn nora frey von ihrem jungen bussigeber spricht.

das rege ich an: als austragungsort für ein speisingers-treffen würde sich herrnbaumgarten fabelhaft eignen.

steppenwolf, 07.07.04 @ 22:56

Merlot mit jungen Freunden
ich hätt mich für den beerigen Merlot trotz Brandigkeit schon interessiert. Aber wenn der dafür geeignet ist, ihn mit einem jungen Freund zu trinken, muss ich mich leider ausklinken: dafür fühl ich mich dann echt zu alt. Jammerschade, jetzt werden wir Alten auch schon beim Wein abserviert. Ts, ts, ts....

pivu, 07.07.04 @ 18:26

Prominent in Ö und anderswo
Wer bitte ist Nora Frey? War das nicht mal vor vielen vielen Jahren eine Ö3 Lady, die aufgrund ihrer wechselnden Lebensabschnittsgefährten Eingang in die Klatschspalten fand? Und u.a. ein Gspusi mit einem Formel 1 Reporter hatte, gar nicht unüblich im heimischen Inzucht-Sender? Nein, sorry, besagte Frey-Frau ist über die Grenzen der Republik nicht bekannt, wie wohl auch ihrem "Weinderl" Klasse, Prominenz und Bekanntheitsgrad versagt bleiben wird. Es wird auch Gründe haben, die Diskussion NICHT in Traubing zu führen.

alma, 07.07.04 @ 17:26

promi-merlot
Wein und Prominenz sind keine Seltenheit, in besonders glücklichen Fällen ist der Prominente sogar selbst der Weinmacher: Als Beispiel möge hier Francis Ford Coppola dienen, einer der ganz großen Regisseure (kongenial seine Zusammenarbeit mit dem eben erst hingeschiedenen Marlon Brando), der nicht nur seit 30 Jahren Filme, sondern auch seit 20 Jahren Wein macht, im Napa Valley. Nun macht auch Wein für einen anderen prominenten Kollegen, Gorge Lucas, einen Merlot (sic!) und einen Chardonnay namens "Viandante del Cielo" - mit Trauben aus Lucas' Skywalker Ranch.

Und auch Bob Dylan lässt sich seinen persönlichen Wein keltern - Ort: Ancona, Wein: Planet Waves (LP von 1974), Montepulciano mit Merlot!

In Irland wiederum ist zum Bloomsday-Hunderter eine James Joyce-Cuvée "Fendant de Sion" auf den Markt gekommen (als bevorzugter Weißwein in Finnegans Wake genannt), der aus der Südschweiz stammt, allerdings zunächst mit dem Widerstand durch Enkel Stephen James Joyce in Form eines Exportverbotes zu kämpfen hatte.

andreasbigler, 07.07.04 @ 11:00

Nora Frey
Hilfe!

Ist man vor der nirgends sicher?

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