Home | Blogs | Christoph Wagner's Weblog | 14.09.04

Christoph Wagner's Weblog

14.09.04 @ 01:30

Gefährliche Zeiten für Weblogger

Kommentar abgeben

ausblendenSie müssen eingeloggt sein um diese Option zu nutzen. Falls Sie noch nicht Mitglied von SPEISING.NET sind, können Sie sich hier registrieren.

"Liebes Tagebuch..." - wer regelmäßig so oder so ähnlich beginnend seine Erlebnisse niederschreibt, gefährdet seine Gesundheit. Das behauptet jedenfalls, wie ich www.orf.at entnehme, die britische Psychologin Elaine Duncan von der Glasgow Caledonian University.

Schlechterer Gesundheitszustand, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme – entspannend ist die Tagebuchschreiberei nicht., hat Frau Duncan erforscht. Fazit: Wer sich nichts von der Seele schreibt und einfach nur vertrottelt in den Fernsehalltag hineinlebt, der lebt gesünder als diese ewig kritzelnden Grübler.

Tagebuchschreiber, meint sie, wühlen ganz einfach länger in ihren Missgeschicken als andere und kommen so nicht davon los.

Was bedeutet das für Weblogschreiber?

Soll ich meine Verdauung verbessern, indem ich weniger Speising-Einträge mache?. Oder vielleicht doch lieber weniger essen? Oder weniger grübeln? Oder Mrs. Duncan dorthin schicken, wohin Macbeth ihren Namensvetter entsandte?

Ich habe übrigens noch eine Idee für Mrs. Duncan: Es geht um das mich seit Jahren beschäftigende Problem der Krebssterblichkeit nach Stockwerken. Immer schon wollte ich herausfinden, welches Stockwerk in dieser Hinsicht das gefährlichste ist: das Parterre, der dritte, der fünfte, der fünfundsechzigste Stock? – Ich weiß es nicht.

Dabei wäre es ein leichtes, das herauszufinden. Ein bisschen Statistik, allenfalls kombiniert mit ein wenig harmloser Rasterfahndung – und schon bist du dort. Ich bin überzeugt davon, es käme ein in www.orf.at absolut veröffentlichungswertes Ergebnis dabei heraus.

Ich persönlich tippe ja auf den dreizehnten...

Im übrigen verspreche ich hoch und heilig, niemals eine Weblog-Eintragung mit „Liebes Tagebuch" oder gar „Lieber Weblog" zu beginnen. Ich bin ja nicht lebensmüde.

12 Kommentare | Kommentar abgeben

noapino, 18.09.04 @ 23:18

Lang lebe Daisy
bitte nicht! (zu Tode langweilen, meine ich).

So wahr, wahrer am aller wahrersten mir Dionysos helfe.

daisyduck, 18.09.04 @ 11:19

Dummes Geschnatter, gereimtes
Du langweilst mich mit dieser Ode
im wahrsten Sinn des Worts zu Tode.

ChristophWagner, 16.09.04 @ 18:17

An Daisy
Diese Damen, sie verstehen,
der Gourmandise guten Ton:
Reichten mir als Mittagessen
Ein Menu Degustation.

Ach! die Suppe war vortrefflich,
Schmeckte sie doch nach Karkassen,
die die Entenbrust, so göttlich,
Im Topfe hat zurückgelassen.

Nein, ich bin nicht Heinrich Heine,
Doch auch ich wurd´ endlich satt;
Und dankte Daisy für die Ehre,
Die sie mir erwiesen hat.

noapino, 16.09.04 @ 14:26

Und der Hase war gespickt
Auf vielfachen Wunsch hier die Vollversion:

Yolante und Marie

I
Diese Damen, sie verstehen,
Wie man Dichter ehren muß:
Gaben mir ein Mittagessen,
Mir und meinem Genius.

Ach! die Suppe war vortrefflich,
Und der Wein hat mich erquickt,
Das Geflügel, das war göttlich,
Und der Hase war gespickt.

Sprachen, glaub ich, von der Dichtkunst,
Und ich wurde endlich satt;
Und ich dankte für die Ehre,
Die man mir erwiesen hat.

II
In welche soll ich mich verlieben,
Da beide liebenswürdig sind?
Ein schönes Weib ist noch die Mutter,
Die Tochter ist ein schönes Kind.

Die weißen, unerfahrnen Glieder,
Sie sind so rührend anzusehn!
Doch reizend sind geniale Augen,
Die unsre Zärtlichkeit verstehn.

Es gleicht mein Herz dem grauen Freunde,
Der zwischen zwei Gebündel Heu
Nachsinnlich grübelt, welch von beiden
Das allerbeste Futter sei.

III
Die Flaschen sind leer, das Frühstück ist gut,
Die Dämchen sind rosig erhitzet;
Sie lüften das Mieder mit Übermut,
Ich glaube, sie sind bespitzet.

Die Schulter wie weiß, die Brüstchen wie nett!
Mein Herz erbebet vor Schrecken.
Nun werfen sie lachend sich aufs Bett,
Und hüllen sich ein mit den Decken.

Sie ziehen nun gar die Gardinen vor,
Und schnarchen am End um die Wette.
Da steh ich im Zimmer ein einsamer Tor,
Betrachte verlegen das Bette.

IV
Jugend, die mir täglich schwindet,
Wird durch raschen Mut ersetzt,
Und mein kühnrer Arm umwindet
Noch viel schlankre Hüften jetzt.

Tat auch manche sehr erschrocken,
Hat sie doch sich bald gefügt;
Holder Zorn, verschämtes Stocken
Wird von Schmeichelei besiegt.

Doch, wenn ich den Sieg genieße,
Fehlt das Beste mir dabei.
Ist es die verschwundne, süße,
Blöde Jugendeselei?

Heinrich Heine, um 1844

noapino, 16.09.04 @ 13:12

Yolante und Marie
Ein wenig Lyrik zum Tag:

Es gleicht mein Herz dem grauen Freunde,
Der zwischen zwei Gebündel Heu
Nachsinnlich grübelt, welch von beiden
Das allerbeste Futter sei.

aus Yolante und Marie, Heinrich Heine

andreasbigler, 16.09.04 @ 09:55

Grübler .....
bleiben aber auch oft auf der Strecke ........

daisyduck, 16.09.04 @ 01:20

Grübler kaufen auch keine toten Enten
Und das ist das Tröstliche an der Sache.

steppenwolf, 16.09.04 @ 00:48

schreiben
In allen Berichten, die ich über die New Scientist Meldung gelesen habe, wird erwähnt, dass die statistische Erfassung, wie es den betrachteten Personen vor der Untersuchung gegangen ist, nicht vorliegt. Das heisst, es ist nicht gewährleistet, ob die Aussage überhaupt durch die vorgenommenen Untersuchungen erhärtbar ist.
Ich kenne jetzt eine Studie, die obige, welche vom Schreiben abrät und einige Aussagen, die zum Schreiben raten. Der westlichen demokratischen Methode folgend, schliesse ich daher, dass Duncan noch nicht recht hat. Erst wenn die gleiche Untersuchung unter genaueren wissenschaftlichen Bedingungen das Resultat erhärtet.
-
Wenn ich ganz böse bin, kann ich mir vorstellen, dass es sich um ein bezahltes Resultat handelt. Schreiben können bewirkt eine gewisse geistige Unabhängigkeit. Diese ist einem primitiven Konsumverhalten entgegen gestellt. Wie soll die Konjunktur angekurbelt werden, wenn die Leute lieber denken, als "shoppen". Und die Grübler kaufen dann wohl gar nichts mehr.

katiza, 15.09.04 @ 19:12

Herr Tastatour,
ich sorge mich. Ich persönlich halte dieses Actimel-Zeux für weit gefährlicher als jeden 13. Stock. (halbe Zwischenstöcke ausgenommen. Zum Weblog des Herrn Bürgermeister: das ist - glaube ich - für den Schreiber weit weniger lebensgefährlich als für meine Figur. Immerhin stellt sich bei mir mit der Lektüre regelmäßig wahrhaftiger Heißhunger ein! Und dann war da noch Erich Kästner: Seien wir ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich!
Mahlzeit!

tastatour, 15.09.04 @ 14:29

zwischenstock
hält man sich an "being john malkovich" verursacht die arbeit im siebeneinhalbten stock das meiste gwirx-brz-krx (geübten altbauwienern kommt das ohnehin nicht eigenartig vor).

sollte mich bürgermeisterns tagebuch tatsächlich umbringen, trinke ich zum ausgleich lebensverlängerndes actimel, auch wenn es nach parmesansaft schmeckt.

noapino, 14.09.04 @ 13:03

Gefährliche Etagen und Störche bringen Kinder
Inwieweit der 13.Stock gefährlich ist kann ich nicht sagen, aber bei einer exakten statistischen Auswertung ist davon auszugehen, dass ab der dritten Etage die Gefahr signifikant steigt.

Die primäre Erklärung dafür ist die im Schnitt höhere Krebsrate in Großstädten (speziell in Wien) und der Umstand, dass auf dem Land die Häuser im Allgemeinen niedriger sind.
(Die Frage, warum in Großstädten mehr Krebsfälle gemeldet werden ist da schon etwas schwieriger zu beantworten, aber die Altersstruktur und die Krankenhausverteilung etc. dürften hier wohl eine Rolle spielen).

In analoger Weise lässt sich zeigen, dass die Anzahl der Kinder pro Familie deutlich mit dem Umstand korreliert ob sich auf den entsprechenden Haus ein Storchennest befindet oder nicht.

andreasbigler, 14.09.04 @ 09:14

Weblog lesen zerstörte Frühstück ..
Ich weiß, ein blöder Eintrag, ist mir aber wirklich passiert.

Vor lauter aufmerksamer Leserei und Linkanklickerei hab ich vergessen, dass zwei Weckerl im Backrohr auf mich warten. Als ich mich endlich wieder an die beiden erinnerte, begrüßten sie mich mit mittelkräftigen Rauchschwaden und stark verbranntem Geruch. Nachdem sie ein wenig abgekühlt waren, hätte ich sie ja essen können (bin nicht immer heikel), aber da fiel mir der Absatz mit den Gedanken zum Krebs ein......

Jetzt stellt sich für mich die Frage: "Ist Weblog sowohl für "Eintrager" als auch für Leser gleicher Maßen gefährlich und gesundheitsschädlich, oder hab ich nur wieder mal nix verstanden?"

Ich bitte um keine diesbezüglichen Antworten (*g*)!

Neue Kommentare

--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]

--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]

--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]

--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]

--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]

Blogs Archiv

Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33

SPEISING Suche
suchen!
Gesamtkarte
Lokal finden
suchen!
?ber uns | Sales | Kontakt | Impressum | Presse | Partner
JPETo™ Content Management System
design by
DMC

Diese Website verwendet Cookies, um die angebotenen Services zu verbessern. Die weitere Nutzung der Website wird als Zustimmung zur Verwendung von Cookies betrachtet. Einverstanden | Mehr erfahren