Home | Blogs | Christoph Wagner's Weblog | 16.11.05

Christoph Wagner's Weblog

16.11.05 @ 00:56

Ach, Sartre!

Kommentar abgeben

ausblendenSie müssen eingeloggt sein um diese Option zu nutzen. Falls Sie noch nicht Mitglied von SPEISING.NET sind, können Sie sich hier registrieren.

Gegen nichts, so liest man zumindest in Bernard-Henri Levys Sartre-Biografie, soll sich Jean-Paul Sartre so sehr verwehrt haben wie gegen die Vorstellung, dass Erkenntnis ein dem Essen und Trinken vergleichbarer Vorgang sei. Ich kann ihm da nicht recht beipflichten. Im Gegenteil: Ich finde, dass Essen und Trinken eine Form, ja vielleicht sogar der ins Diesseits gewandte Akt der Erkenntnis schlechthin ist.

48 Kommentare | Kommentar abgeben

profiler, 21.11.05 @ 08:33

verspätete antwort....
ich muss mich für die verspätete antwort entschuldigen, da ich mir zwei tage frei genommen habe und den, in diesem forum und vom bürgermeister, viel gelobten tiroler hof in niederndorf zum ersten mal besucht habe (schäme mich eh) obwohl der inhaber desselben, otto bayer, öfters bei uns anzutreffen ist. kritik wird mir keine zu entlocken sein, nur so viel, meine begleitung war aufs höchste begeistert (ambiente super, tisch- und glaskultur vom feinsten, weinkarte weltklasse, essen sehr gut) und ich konnte ihr in keinster weise widersprechen.

lieber apicius!

unsere branche hat nicht mehr und nicht weniger änderungsbedarf als irgendwelche andere branchen. es behauptet kein mensch, dass in der gastronomie alles friede, freude, eierkuchen ist, aber alles als einen sumpf von schmiere und korruption, und alle bekannten köche als marionetten der konzerne darzustellen, ist einfach nicht haltbar.

die arbeitsbedingungen sind heutzutage nicht mehr vergleichbar mit denen vor 25 jahren, sondern haben einen, in fast allen fällen , excellenten standard. kein mensch kann sich heute mehr leisten junge menschen auszubeuten, wie früher, denn heutzutage kann sich jede gut ausgebildete, ambitionierte fachkraft aussuchen wo er arbeiten möchte.

dass sich viele unternehmer oder köche des instrumentes des offensiven marketings bedienen, finde ich in ordnung, keine andere wirtschaftssparte verfügt über eine derart sich selbst reinigende eigenschaft und kraft wie die gastronomie.

wie man mit den konzernen umgeht, liegt an jedem einzelnen. niemand ist gezwungen sich sich in diese mühlen zu begeben, es gibt immer und überall genügend alternativen.

im übrigen, ich kann mich nicht erinnern irgendjemand hier in meine buddylist aufgenommen zu haben. die ist bis jetzt noch immer leer.

gruss

Russell, 20.11.05 @ 15:25

Philosophen
Unter der Bedingung, dass die Philosophen sehend sind und bis drei zählen können, reicht folgende Regel: Sind bereits drei Stäbchen in der Luft, so darf ein Philosoph nur dann aufnehmen, wenn er beide ihm benachbarten Stäbchen aufnehmen kann.
Wenn jeder Philosoph regelmäßig probiert, ob er essen kann, so kommt in diesem Fall auch jeder dran.
Es ist nicht gewährleistet, dass jeder gleich oft drankommt.

PICCOLO, 18.11.05 @ 22:00

Schimpfen??
Lieber Profiler, Sie verstehen mich falsch, ich schimpfe nicht über einen Großmarkt. Ich weiß auch die Unterschiede, nur habe ich die Dialektik dieses "Vorführers" wiedergegeben, er redete von Leuten wie Jamie Oliver u.a. oder eben von der so "leicht fabrizierbaren" Puristenküche.... Und vom Vergleich Kren und Wasabi.

Zu mir: Ich bin Beobachter und betreibe kein Luxusrestaurant. Ich höre was Menschen erzählen und gebe hier auch irgendwelche Tipps zum Besten. Das mit dem frischen Kren ist ja nicht übel...

Und bitte, ich beschimpfe niemanden. Ich lese das nirgends, mir aber unterstellt man schlechtes Benehmen...? Sie haben mich selbst wie Viele andere hier in Ihre Buddyliste genommen...? Ich erhalte sympathisierende Emails von Speising Teilnehmern.
Eine letzte Frag Mr. Profiler:

Finden Sie nicht dass in unserem Gewerbe Vieles geändert gehört? Und dass gute Unternehmerköche und gute Journalisten eine Verpflichtung haben das aufzuzeigen?
Wäre das nicht ein Wunsch des im Weblog angeführten Philosophen? Würde es ihm bei "~~~~" dann gut munden??

Ich bin für jede Antwort dankbar?

Ergebendst!

profiler, 18.11.05 @ 17:10

@ apicius piccolo
wasabi mit kren zu vergleichen, ist wie äpfel und birnen gegenüberzustellen. zwei völlig verschiedene dinge, die eben zufällig ein paar gemeinsame eigenschaften haben, mehr nicht. das eine mit dem anderen zu ersetzen bringt nicht wirklich viel. kalter schweinsbraten mit wasabi? lieber nicht.

maki sushi mit frischer garnele und kren? lieber auch nicht.

was mich noch interessieren würde:
lieber apicius, wenn sie schon die ganze zeit über C&C pfeiffer, samt den dort auftretenden köchen schimpfen, was machen sie dann so oft dort? etwa lebensmittel von den bösen konzernen kaufen?

gruss

PICCOLO, 18.11.05 @ 15:29

Rezept zum Wasabipaste sparen...
Bei einer Kochvorführung im C&C Souk sah ich einen Haubenkoch, der aus einem grünen Tübchen 5 cm in ein Balsamico Kunstrahmgemisch quetschte und dabei von muffigen Krenwurzeln die schimmelig schmeckten weissagte.... Mit dem "Wasabisenferl" erreicht man neue Geschmacksnerven und hat das Küchenbrett sauber das leer Tuberl flippte in den Abfallkorb...

In der Tat sind die Krenwurzeln oft unter der Schrumpffolie schrecklich abgestorben und schmecken nach Muffe und Penizillin. Liegt es dann noch ein paar Tage daheim im Kühlschrank herum, ärgert man sich übers Schälen und den welken Inhalt. Dahat das grüne Wasabituberl endgültig gewonnen.

Wer mit Pflanzen reden kann hört natürlich das Gejammer der halb ersticken Krenwurzel und befreit sie bereits hinter dem Strichcodelesegerät an der InterSpar-Kassa von der Plastikzwangsjacke.

Daheim angekommen kuschelt man diese Wunderwurzel, deren stechender Duft jederzeit in der Lage ist einen aufkommenden Schnupfen im Keim zu ersticken, in ein hohes Gefäss aus Steingut und füllt es mit frischem Wasser. So stellt man die Wurzel entweder auf den Balkon oder in den Keller. Nur nie in die pralle Sonne. Der Kren hat Kräfte der "Regeneration - Restauration" die sind sensationell.

Nach ein paar Tagen hat man bereits einen sehr frischen Kren und man bemerkt schon wie er Sprossen auszutreiben beginnt.Man schält sich am unteren Ende immer soviel wie man reibt.. In dieser Form schlägt die gute alte Krenwurzel wochenlang jedes grüne Wasabituberl k.o.!

Das rät euch Piccolo!

Ein Lesetipp zum Weblog:
Simone de Beauvoir
Pour une morale de l'ambiguité

Seite 4 von 10     « zurück | weiter »alle anzeigen
Neue Kommentare

--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]

--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]

--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]

--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]

--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]

Blogs Archiv

Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33

SPEISING Suche
suchen!
Gesamtkarte
Lokal finden
suchen!
?ber uns | Sales | Kontakt | Impressum | Presse | Partner
JPETo™ Content Management System
design by
DMC

Diese Website verwendet Cookies, um die angebotenen Services zu verbessern. Die weitere Nutzung der Website wird als Zustimmung zur Verwendung von Cookies betrachtet. Einverstanden | Mehr erfahren