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Christoph Wagner's Weblog

28.11.05 @ 11:41

Vom Wesen des Genusses

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Die Wahrheit über die unendliche Vielfalt der Welt erfährt man am besten durch die Beobachtung jener Vorgänge, die einander ständig zu gleichen scheinen. So ist auch nicht jener, und sei er noch so erfahren, der beste Gourmet, der überall auf der Welt schon alles gegessen hat, sondern jener, dem es beispielsweise gelungen ist, das Wesen des Genusses am Beispiel einiger weniger Gerichte (ich denke an Forelle Blau, Wiener Schnitzel, Eierspeis, Butterschnitzel, Erdäpfelsalat, Tomatensauce etc.) vollständig zu erfassen und die Geheimnisse, die sich hinter diesem Genuss verbergen, zu enträtseln. (Ein Ziel, von dem ich notabene noch immer weit entfernt bin).

Worum geht es dabei? - Es gilt die Grundvorgänge des Garens und Zubereitens, man könnte auch sagen, die Metamorphosen des Stofflich-Schmeckbaren, nicht nur technisch-physiologisch, sondern auf ihre Wahrhaftigkeit und damit die ihnen zugrunde liegende Funktion im Kreislauf der Dinge zu durchschauen und dabei - wie immer, wenn man mit Lebendigem zu tun hat - die Seinsfrage zu stellen.

25 Kommentare | Kommentar abgeben

profiler, 30.11.05 @ 12:33

nachtrag
hat sisiphus tatsächlich so gedacht, oder ist er einer illusion erlegen.

nicht erreichbarer idealzustand und illusion sind für mich zwei paar schuhe. zugegebenermassen, bei oberflächlicher betrachtung sehr ähnlich, für unbedarfte naturen gleich.

profiler, 30.11.05 @ 12:25

@ hypercube
zumindest hat es der gute sisiphus bis in die griechische mythologie geschafft, das muss einer von uns auch erst hinkriegen...

gruss

hypercube, 30.11.05 @ 12:04

@ "die idealform, sie existiert nur in unserem kopf."
So ähnlich dachte auch Sisyphus bevor der Stein am oberen Ende des Hangs liegen blieb.
Und was geschah dann?

PICCOLO, 30.11.05 @ 00:24

Die Qualitäten und das Backhendl
Qualitäten der Nahrung:

Der Mensch muss in der Nahrung genau dasjenige erspüren das ihm zu seinem körperlichen Bestand ganz fehlt oder mangelt.
Es gibt zuerst rein denkerisch "Qualitäten - Paare" durch welche die Nahrungsaufnahme zuerst nach Hunger und Durst und dann nach Trockenem und Nassem sowie Kaltem und Warmen erfolgt. Es kommt zuerst einmal beim Erkennen der Nahrung als Nahrung gar nicht so darauf an ob man gut sieht oder gut riecht oder schmeckt. Diese für uns gastronomische Menschen sehr sinnlichen Reize beim Aufsuchen und Erkennen sowie Bereiten der Speisen spielen für den Großteil der Menschen offensichtlich eine sehr untergeordnete Rolle. Sonst würde schlechtes Essen nicht so erfolgreich sein.....

Qualitäten im Geruch, Aussehen und Geschmack als Kräfte oder Vermögen zu sehen, die auf den Körper einwirken, führte einst zur Wissenschaft vom Stoffwechsel.

Die natürliche Speisebereitung erfolgt bereits am Feld, Baum, Bauernhof, Wald. Hier die Lebensumstände der Tiere und Pflanzen humanistisch zu steuern heißt auf den späteren Genussfaktor radikal - positiv einzuwirken.
Die künstliche Speisenbereitung vervielfältigt die bis dahin ohnehin schon grenzenlos erscheinenden Möglichkeiten. Zu den Ursprungs Qualitäten gesellen sich nicht nur süß und sauer, ein Universum von sogar nicht einmal sinnlich feststellbaren Reizfeuerwerken ergießt sich über den Esser.

Gutes Zubereiten von Speisen begründet sich auf den menschlichen Tastsinn. Eine viele Jahrhunderte lang zur Kunst entwickelte Fähigkeit, in deren Mittelpunkt jene Zauberer am Feuer standen die wir heute nur mehr „Köche” nennen. Die Nahrungsbezogenen Gottheiten sind Welthandelsorganisationen gewichen, die inspirativen Füllhörner der gespendeten Nahrungskreise aus Erde, Luft und Wasser sind dem Esser verborgen.

Einem Backhenderl das aus einem noch intakten Stammbaum des Bankiva Huhns entstanden ist, gut in gesunder Luft mit Hafer und Milch gelebt hat, dann gut „gestorben” wurde: Es erfüllt jeden Anspruch auf höchsten Genuss, wenn es in mäßig heißem Butterfett, von Knochen Haut befreit, solange gebadet hat, bis man mit Fingerdruck die Konsistenz einer Jung - Mädchenbrust feststellt.

Guten Appetit!

noapino, 29.11.05 @ 22:13

@tastatour: Existenz im Kopf?
"Inwiefern bitte, kann man von einer Existenz in der Vorstellung sprechen?" fragt da der Konstruktivist in mir.

"Worin sonst?" fragt der Solipsist in mir zurück.

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