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Das Gastlog
31.03.06 @ 13:43
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Schon im speising Interview vor etwa einem Jahr bezeichnete ich das Restaurant, das Kaffeehaus, das Wirtshaus, die Bar - also schlicht: den Gastronomiebetrieb als die vollendete Architektur. Alle Sinne werden beansprucht und im besten Falle sogar befriedigt. Es zählen die Menschen, die Gerüche, die Geschmäcker, der Ton, das Gespräch und der Raum. Dieser Faszination verdanke ich diesen Weblog - eine Aufgabe die mich ehrt.
Bevor ich nun weiter vom kulinarischen Gesamterlebnis träume, beginne ich diesen ersten Weblog einfach mit ein paar Fragen, die allesamt mit Design zu tun haben und die wohl auf zukünftige Einträge hinweisen:
Wo sitzen Sie am Liebsten?
Wie sitzen Sie am Liebsten?
Woran riechen Sie?
Was stecken Sie in den Mund?
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
Essen Sie gerne Schokolade?
Und falls ja - was genießen Sie daran?
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
Was empfinden Sie als steril?
Was empfinden Sie als gemütlich?
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
Wie sieht Marmor aus?
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
Im Übrigen bitte ich darum, allfällige Beistrichfehler zu entschuldigen.
30 Kommentare | Kommentar abgeben
karlheinz, 13.04.06 @ 17:00
+
eine hagen'sche plastifikation wollte ich in diesem zusammenhang gar nicht erst erwähnen... :-)
karlheinz, 13.04.06 @ 16:57
@katiza
Wie sieht Marmor aus? Ausgeronnen und dann eingefroren.
gerade gart ein schafs- (nicht: "lamm"-) schulterl in meinem bratrohr, despite the gründonnerstag - fact.
nachdem ich die temperatur recht niedrig halte, erkennt man gerinnungsspuren am künftigen objekt meiner begierde. denke ich an das glaciologisch - äußere von marmor (so er aus der gegend um carrara stammt), frage ich mich: ist's der hart-zart-gegensatz, der mich mundwässrig macht, oder, warum essen wir, was auch grauslich erscheint??
faithless, 12.04.06 @ 17:00
interessante fragen
Wo sitzen Sie am Liebsten?
in einem hängematten-sessel oder der guten alten hollywood-schaukel
Wie sitzen Sie am Liebsten?
im türkensitz (leider auch im lokal - allerdings immer ohne schuhe)
Woran riechen Sie?
am liebsten an jasmintee, am zweitliebsten an der halsgrube meiner freundin.
Was stecken Sie in den Mund?
meine finger, wenn ichs mal wieder nicht lassen kann, heimlich wo zu naschen.
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
avocado im richtigen reifegrad.
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
gewinnendes lachen, gepaart mit etwas schalk in den augen. das richtige gspür und den daraus resultierenden richtigen umgang mit gästen. ist nicht nur kellner, sondern sagt der küche, wie ich was will. weiß einiges über mich, ist aber trotzdem diskret.
Essen Sie gerne Schokolade?
ja, aber nicht in form von langweiligem mousse oder dem mittlerweile auf fast jeder karte vorhandenen schokokuchen mit flüssigem kern. *gähn*
Und falls ja - was genießen Sie daran?
das schmelzenlassen auf der zunge, das langsame zergehen = die volle entfaltung der aromen. ich verstehe leute nicht, die schokolade beißen.
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
ja, ich kann den geruch absolut zuordnen, wer von meinen freunden dort wohnt. der geruch ist auch in der kleidung, bleibt darin haften.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
ja, an mehrere. speziell intensiv an einen duft des hauses meines besten freundes. dort riecht es immer nach gebackenen apfelspalten. keiner weiß aber warum, weil die nie welche machen.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
so alt wie der mensch am beginn seiner evolution selbst.
Was empfinden Sie als steril?
essen, das nach nichts schmeckt. keinen eigengeschmack hat oder nicht zuordenbar ist als das produkt, was es eigentlich ist.
Was empfinden Sie als gemütlich?
ein heurigenbankl mit doppelt gepolsteter sitzauflage an einem lauschigen platzerl und rundherum das gedämpfte geplaudere und das lachen anderer gäste. natürlich dazu ein gutes glaserl ein und ein surschnitzerl mit erdäpfelsalat und kernöl.
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
den stress, dem die stewardessen bei kurzflügen ausgesetzt sind, der wiederum auf die fluggäste reflektiert. viel lärm um nichts, weil das grausliche essen den aufwand nicht wert ist.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
mako jersey bettwäsche
Wie sieht Marmor aus?
kommt darauf an welcher, manche sehen spießig aus, manche edel, manche kitschig. viele protzig. die meisten aber kalt.
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
die etwas unterkühlte atmosphäre und das krampfhafte hip sein wollen.
katiza, 11.04.06 @ 11:28
Ich mag Fragebögen
Wo sitzen Sie am Liebsten?
Beim Liebsten, unter einem Baum, in meinem Wohnzimmer,
in einem guten Lokal mit Blick in den Raum.
Wie sitzen Sie am Liebsten?
Auf meinen Beinen, im Lotussitz
Woran riechen Sie?
An allem, wenn ich mir nicht die Nase zu halten – ich schnuppere speziell an Dingen die mich neugierig machen.
Was stecken Sie in den Mund?
Was Vertrauen erweckend ist – Fundort, Aussehen, Geruch und Info meiner Mitmenschen.
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Zähne spüren einen leichten Widerstand, das innere Ohr nimmt einen Hauch von Knacken wahr.
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers?
Souverän, Service und Dienstleistung ohne zu dienern, Würde, gute Beobachtungsgabe, gutes Gedächtnis, gute Weinkenntnisse und vor allem guter Schmäh.
Essen Sie gerne Schokolade?
Selten, aber dann!
Und falls ja - was genießen Sie daran?
Das Zusammenspiel von bitter und süß, den Geruch, den Schmelz auf der Zunge, im Mund
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
Ich weiß, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
An viele: das Haus meiner Oma, das Fell meiner Katze, der Schweiß eines Liebhabers, Rosensträuße, Suppe am Herd, Germteig, der geht,
.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung? So alt wie der Mensch.
Was empfinden Sie als steril? Weiß, glatt, abwaschbar.
Was empfinden Sie als gemütlich? Eher dunkel, weich, nicht ganz neu – aber einfach ausprobieren.
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten? Die Sessel.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel? Holz, Stein, Leder, Glas
Wie sieht Marmor aus? Ausgeronnen und dann eingefroren.
Was stört Sie an so genannten Designerlokalen? Manchmal das Publikum.
katiza, 11.04.06 @ 10:37
Ich mag Fragebögen
Wo sitzen Sie am Liebsten?
Beim Liebsten, unter einem Baum, in meinem Wohnzimmer,
in einem guten Lokal mit Blick in den Raum.
Wie sitzen Sie am Liebsten?
Auf meinen Beinen, im Lotussitz
Woran riechen Sie?
An allem, wenn ich mir nicht die Nase zu halten – ich schnuppere speziell an Dingen die mich neugierig machen.
Was stecken Sie in den Mund?
Was Vertrauen erweckend ist – Fundort, Aussehen, Geruch und Info meiner Mitmenschen.
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Zähne spüren einen leichten Widerstand, das innere Ohr nimmt einen Hauch von Knacken wahr.
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers?
Souverän, Service und Dienstleistung ohne zu dienern, Würde, gute Beobachtungsgabe, gutes Gedächtnis, gute Weinkenntnisse und vor allem guter Schmäh.
Essen Sie gerne Schokolade?
Selten, aber dann!
Und falls ja - was genießen Sie daran?
Das Zusammenspiel von bitter und süß, den Geruch, den Schmelz auf der Zunge, im Mund
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
Ich weiß, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
An viele: das Haus meiner Oma, das Fell meiner Katze, der Schweiß eines Liebhabers, Rosensträuße, Suppe am Herd, Germteig, der geht,
.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung? So alt wie der Mensch.
Was empfinden Sie als steril? Weiß, glatt, abwaschbar.
Was empfinden Sie als gemütlich? Eher dunkel, weich, nicht ganz neu – aber einfach ausprobieren.
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten? Die Sessel.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel? Holz, Stein, Leder, Glas
Wie sieht Marmor aus? Ausgeronnen und dann eingefroren.
Was stört Sie an so genannten Designerlokalen? Manchmal das Publikum.
karlheinz, 10.04.06 @ 18:03
schreibe
n wir doch manchmal überhastet.
hiemit entschuldige ich mich für das "unsereieiner" (aber: hat man uns nicht schon in der schule beigebracht: repetitio est...), die anglofalsizismen sind durchaus beabsichtigt.
aber - ich versteh schon: ohne falsch kein folglich!
pilzkopf, 10.04.06 @ 16:24
Deutschkurs ???
Legt doch bitte keinen Wert auf korrekte Schreibe!
karlheinz, 10.04.06 @ 15:30
"s" zu viel
fuer ein "ess" zu viel sollte unsereineiner sich aber sicher nicht
zu entschuldigen brauchen! alwayess look at the brite site of laif!
entschuldigen sollten sich, im übrigen, jene slowfood - producer, die fuer 10 dag mangaliza - schinkenspeck - und, wer obiges schweindl kennt, weiß, was hier mit "schinken" gemeint ist - dies ist, falls wer bös werden sollte, eine inverse kritik - €3.99 sich zu verlangen getrauen.
wenns, bei etwas sehnsucht, nach primtje - matjes schmeckt, o - oh...
andreasbigler, 09.04.06 @ 20:06
***SORRY, ein "s" zu viel!!!!
dass ist bissfest; natürlich DAS ist bissfest!!
andreasbigler, 09.04.06 @ 20:03
Hallo Martin!
Fesch, dass du dich zu Wort meldest und da du ja weißt, dass man meinen Sch... nicht voll ernst nehmen sollte, hier meine Antworten:
Wo sitzen Sie am Liebsten?
** Bei -7°C beim Eingang einer 45° steilen Rinne, bevor ich sie mit dem Board runterheize .....
Woran riechen Sie?
** Leider manchmal in der U-Bahn ungewollt an stinkenden Achselhöhlen ....
Was stecken Sie in den Mund?
** Sicherlich nicht den Mittelfinger, denn diesem brauch ich zum Grüßen (und fragst du Frauen auch so was?).....
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
**Ich hab noch alle Zähne, dass ist bissfest ....
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
** Karl Müllner ...
Essen Sie gerne Schokolade?
** mit mindestens 75% Kakaoanteil, macht angeblich nicht dick. Ist gelogen, es geht auch ohne Schoko ....
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
** Wieso, hast du keine Oma, die mottenkugelsüchtig ist? ...
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
** Mottenkugeln!!!!!!
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
** Sorry, bekanntlich bin ich kein G'scheiterl, daher, keine Ahnung!
Was empfinden Sie als steril?
** Nachlauf, denn damit kannst du Wunden säubern ...
Was empfinden Sie als gemütlich?
** Unseren lieben CW, wenn er ganz privat unterwegs ist ....
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
** dass es keine F16 ist!!!
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
** Kevlar, Carbon, 8000er Alu, Stahl
Wie sieht Marmor aus?
** Nicht so gut und edel wie Granit!
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen
** Welches Lokal hat kein Design?
Seas und noch viel Spaß bei deinem nächsten Restaurantbesuch!
Andy Bigler
Minimalist, 05.04.06 @ 18:12
Fass versus chips
In der Physik (aber auch anderen Wissensgebieten) gibt es "attraktive Punkte" (Atraktoren). Unser Kopf hat oft Schwierigkeiten, diese zu finden oder zu akzeptieren. Aber der "Bauch" liegt oft ganz richtig.
Stellen Sie sich vor, wir müssten eine Tonne Kohle, in zu 100% gefüllten Säcken, auf unseren Schultern 10m schleppen. In einem Block? Unmöglich. Als Staub? Natürlich! Falsch: Unmöglich. 3-5cm Granulat? Das gehr gut (öfter gehen).
Umgekehrt bei Wein und Holz. Können wir uns Holzstaub im Wein vorstellen? Ich nicht. Also, wo ist die Grenze? Mein "Bauch" sagt: beim Fass.
Zum Design: (ich begebe mich hier, angeschriebs der anwesenden Profis, aufs Glatteis). Wenn ich nur an der Wirkung einer Raumausleuchtung interessiert bin, interessiert mich die Form der "Lampe" nicht mehr (am besten ich sehe sie gar nicht?). Wenn mich eine schöne Lampe anspricht vergesse ich auf die Ausleuchtung.
Wo sonst als in Italien. Es gibt dort eine gross angelegtes Gemeinschaftsprojekt: design-zentrierte Produktentwicklung (mit EU Förderung, zum Transfer in andere Regionen).
Essen und Design? Wie beim Licht: kommt darauf an, was ich gerade im "Vordergrund" sehe.
ChristophWagner, 05.04.06 @ 16:35
Lieber Kollege Hablesreiter
Gratulation aus dem fernen Balaor zu Ihrem gelungenen Einstieg,. Über einen derartigen Fragebogen-Backflow würde sich ja sogar IFES freuen.
Gratulation auch meinem Vorredner Karlheinz zu der sehr treffsicheren Frage, was an Eichenholzchips künstlicher sein soll als an einem Limousin-Fass. Ich möchte ihr gerne die Frage anschließen, was an einem Spaghettigelee tatsächlich besser oder geschmacklich hochwertiger sein sollte als an Spaghetti?
karlheinz, 05.04.06 @ 16:18
designen wir aber...
... nicht auch unser kommunikationsverhalten, indem wir zb. fragebögen entwickeln oder solche beantworten (was nicht heißt, mir gefiele der hier zirkulierende nicht, ich selbst fülle allerdings nur unter zwang aus)?
...nicht auch unsere täglichen lebensumstände, indem wir uns innert dieser in verschiedenen rollen präsentieren?
...somit auch unseren geschmack, da wir ihn auch wechseln, sich verändern lassen, glaubend, dass wir selbst großteils dafür verantwortlich sein könnten?
...nicht auch unsere nahrung, dadurch, dass wir sie behandeln – durch eine maillardreaktion genauso wie gegenteilig durch größtmögliche frische beim rohverzehr, wiewohl ein leichtes stinkerl bei einigen produkten auch durchaus gewollt sein kann?
...nicht auch durch ausgebuffte vinifikation ohne zuhilfenahme diverser kunstprodukte (was ist übrigens an eichenholzchips künstlicher als an einem limousin – fassl?)?
...durch bewertung des wortes „design” in welche richtung auch immer?
ich mag schlagrahm von fischer in st. lorenzen a.w., er erinnert mich in seiner schmelzigen breite an foie gras (´tschuldigung :-) ).
Und ich mag nicht die designige buddha – bar in graz, weil sie durch vernachlässigung der pflege des interieurs schon wieder zu kuschelig aussieht. aber nein – ich schicke nicht mick!
pastinake, 05.04.06 @ 13:03
Lieblingsober oder-obers?
Das ist hier die Frage, an der sich die Geister scheiden. Also: es wäre schon sehr kapriziös, wenn mein Lieblingskellner aus Lembach kommen müsste...Beim Schlagobers allerdings, ist das schon Voraussetzung ;-)
PICCOLO, 05.04.06 @ 11:19
@pastinake
...da wird mir um´s Herzerl ganz warm, wie romantisch ...
..weil ich auch Bitterschokolade Verzehrer bin. Leider ist jede Schokolade ein "Säureteufel" der den Körper PH Wert ziemlich erhöhen kann.
Das Wort "Bitter" reduziert mir die Geschmacksnuancen der Schokolade viel zu sehr. Leider kann man das auch bei Desserts viel zu wenig ausdrücken wie Schokolade vieltönig nach Kakao duften kann.
>>>>>Madegassischer Mangaro - Feinst conchierter, vollmundig augependelter Edelschmelz, nachhaltig aufregend, dann --- Floral, leicht minzig und von transzendentaler Ruhe.
- Welcher normale Mensch versteht das?
pastinake, 05.04.06 @ 09:14
Reiz des Fragebogens
Diesem entziehe ich mich sonst gerne, dieser aber hat was!
Wo sitzen Sie am Liebsten?
Bei meinem Liebsten.
Wie sitzen Sie am Liebsten?
Bequem, gepolstert und orthopädisch unkorrekt.
Woran riechen Sie?
An allem, von dem ich annehme, dass es gut riecht. Das unangenehme Riechen passiert mir unfreiwillig.
Was stecken Sie in den Mund?
Alles, was mir mundet.
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Angenehme (Radieschen, Karotten) und unangenehme (Fleisch, Fisolen, Risottoreis)
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
Herkunft: Lembacher Molkerei.
Essen Sie gerne Schokolade?
Manchmal, ja. Dunkle, schmelzende, ohne Säure.
Und falls ja - was genießen Sie daran?
Den bitteren Schmelz.
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
Das ist keine Glaubensfrage, jedes Haus riecht eigen.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
Tausende, der letzte: Kardamom.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
So alt wie der menschliche Wille an sich.
Was empfinden Sie als steril?
Mit der Pinzette arrangierte Gerichte (a la Wohlfahrt), Musik von Steve Reich.
Was empfinden Sie als gemütlich?
Ordnung mit Zufallsprinzip.
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
Das Essen, den Geruch der Luft mindern meine ausgeprägte Lust am Fliegen.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
Keines, es kommt darauf an, was man aus einem Material macht.
Wie sieht Marmor aus?
Bezogen auf die letzte Antwort:
Asl Michelangelos David: schön, als Wandverkleidung der Albertina: protzig, als mein Küchenbrett: praktisch.
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
Das Sogenannte und die Austauschbarkeit.
Minimalist, 05.04.06 @ 08:44
zerknirscht
lese ich meinen Beitrag von gestern abend. Konsequenz: kein Computerzugang mehr ohne vorherigen Alkotest.
Auch geschriebener Zungenschlag ist schrecklich.
01, GV SM Kellerberg und 00, Sauvignon Blanc Privat vom Gross nur eine schwache Erklärung.
Dieser kraftvolle und feinsinnige Thread hat sich besseres verdient.
Sorry!
p.s. als Lovecraft Fans sind wir schon mindestens 2.
membaer, 05.04.06 @ 07:37
Diese Ehrlichkeit ist schön!
... also das gefällt mir ja wirklich!
eine derart stürmische Offensive - derart interessante Fragestellungen (find ich ehrlich), bunt gemixt wie ein Fruchtsalat - so manch Grundsatzdiskussion schlummert anbei - und dann das mit den Beistrichfehlern ... herrlich! ich bin geweckt! Dieser harte koffein-haltiger Aufprall am Beton der Realität. Dieser Kniefall vor der leibhaftigen deutschen Rechtschreibung, der man erneut zu Leibe rücken möchte, um gänzlich Verwirrung unter alt gedienten Volksschullehrerinnen wie Hobbieliteraten zu streuen. Ja wir haben alle unsere spezielle Not mit den Neuigkeiten des Deutschen. Ich danke für diesen Schlusssatz.
Im Übrigen:
* Schaukelstuhl
* sicher nicht gesundheitsfördernd dafür umso bequemer
* an vielem
* meist was ich danach verdauen möcht, aber nicht ausschließlich
* durch Widerstand beim Akt des Beißens
* zuverlässig, höflich, nicht aufdringlich
* ja aber sicher
* den Geschmack und die Härte
* ach ja
* auch das
* ach Gott
* Krankenhäuser
* die Freiheit Zeit zu haben
* ..., dass ich nie Einschlafen kann
* glatte
* geschliffen, zart grau-rosa gemustertes Weiß
* das Design? - Überheblichkeit
Minimalist, 04.04.06 @ 22:43
Questionomics
In einem von Jean Michel Franck (gibt es das?) ausgestatteten Restaurant möchte ich gerne aufrecht sitzend Marmor zerbeissen. Kann ich aber nicht.
Ich nähme gerne Alajmo's (le Calandre) Cannellone (hauchdünn, knusprig gebraten) mit Ricotta, Mozarella und Tomaten gefüllt, mit den Fingern zu essen, in den Mund.
Kann ich.
Dazu Schokolade von Wrann in Linz. Minimalistenschokolade.
Wennich einst gemütlich verlösche, möchte ich die Gerüche von Schulen vergessen haben. Und die Flüge nach Frankfurt.
Der Geruch meines Ess-Lebens: Donauhecht sanft gegrillt (bein "alten" Dannerbauer in Aschach.
Unwiederbringlich.
Fragebogen ohne Suggestivfragen sind steril.
Sind Sie wie ich der Meinung, dass Marmor und Essen eins sind?
a) ja
b) selbstverständlich
c) ohne Zweifel
profiler, 04.04.06 @ 20:07
fragen über fragen
-Wo sitzen Sie am Liebsten?
zuhause auf meiner couch, ein gutes buch in der hand
-Wie sitzen Sie am Liebsten?
die haxn ausgstreckt
-Woran riechen Sie?
siehe oben
-Was stecken Sie in den Mund?
siehe oben
-Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
gerade nicht zäh
-Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
ich dachte sowas haben nur hofratswitwen
-Essen Sie gerne Schokolade?
natürlich, aber keinen industriemüll
-Und falls ja - was genießen Sie daran?
den idealen schmelz und facettenreichtum bestimmter sorten
-Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
sowieso
-Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
an fast alle
-Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
so alt wie die menschheit selbst
-Was empfinden Sie als steril?
menschen ohne seele
-Was empfinden Sie als gemütlich?
menschen mit seele
-Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
das fliegen
-Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
alle ehrlichen materialien
holz, stein, glas, stahl, leder
-Wie sieht Marmor aus?
edel
-Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
die oftmals aufgesetzte coolness
gruss
pastinake, 04.04.06 @ 14:08
Kulinarisches Gesamterlebnis
Es gibt Lokale mit sehr gutem Essen, aber das Design - vom blauen Glasteller bis zum Modedirndl der Kellnerin - ist ein einziger Graus. Irgendwie fühle ich mich dort trotz gutem Essen nicht wohl und gehe privat auch nicht mehr hin. Für mein kulinarisches Gesamterlebnis sollte Ambiente, Tischkultur, Essen und Wein, sowie die teilnehmenden Personen (inkl. Service) zusammenpassen. Das ist schwer zu finden, manchmal ist es eine Almhütte (die verrate ich nicht!), manchmal ein Schlossrestaurant, wie das "Aquila d'Oro" im Friaul. Das Interessante ist, dass nur das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten den perfekten Eindruck erzeugen. So kann ruhig mal ein Gang des Menus nicht so gut geraten sein oder ein Kellner mal vergesslich - wenn nur das Gesamtbild passt. Sogenannte Designerlokale und das dazudesignte Essen konnen das nicht bieten, sowas kann nur wachsen und langsam entstehen.
tastatour, 04.04.06 @ 14:01
Alsdann
Wo sitzen Sie am Liebsten?
am Fenster im Cafe Schwarzenberg
Wie sitzen Sie am Liebsten?
bequem
Woran riechen Sie?
am Naschmarkt
Was stecken Sie in den Mund?
Spannendes
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Ich bin bh-neutral
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
http://www.3erwirtshaus.at/
Essen Sie gerne Schokolade?
ja
Und falls ja - was genießen Sie daran?
eh das
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
ja
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
an viele
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
so alt wie der Mensch? Zubereitung ist Design.
Was empfinden Sie als steril?
midi-files
Was empfinden Sie als gemütlich?
Kaffee
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
schon mal einen Zwölfstundenheimflug mit 60 Kollegen absolviert? Die Frage leite ich an Stewardessen weiter. Ansonsten Niki Lauda am Steuer und japanische Inlandsflüge in der 72. Sitzreihe.
Wie sieht Marmor aus?
unholzig
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
eventuell ein seltsamer Wille. Bin zwar gelernter Mitteleuropäer, ansonsten aber vergleichsweise wenig kitschophob. wurscht also.
PICCOLO, 04.04.06 @ 13:28
@wahrheit...
..Lieber Profiler, schön dass es wieder etwas Gescheites zum studieren und Nachdenken gibt. Deine Anmerkung ist gut. Ausnahmen bestätigen die Regel. Am Meer lebende Kinder verputzen rohen Fisch, Eskimokinder die rohe Seehundsleber.In der hinteren Mongolei werden rohe Hammelhoden wie ein Schnuller verwendet... Man trinkt Pferdemilch. Alles klar.
In unseren Breiten wird es auch Ausnahmen geben. Ich denke aber, weil ich auch zwei Kinder habe, ist es hier eine Gewöhnung. Meine Kinderessen auch viel das andere Kinder komisch finden. Der Rüssel eines Turopolje Schweins ist gut. Der Rüssel einer Stallsau ist ekelig. Fleisch eines ungeschorenen Stallschafs stinkt erbärmlich. Fleisch eines geschorenen Weidelamms riecht nicht.usw usf..
Die Kinder eines Oberkellners oder eines Kochs sind gewiss Ausnahmen. Aber ich will nicht recht haben. Ich tue mir schon schwer einem Weblogautor etwas dazu zu bemerken der selber ein Designer ist. Was wird der sich Sorgen machen? Aber das hier verzapfte ist Meinung, nicht die Wahrheit.
Wenn mir neue Designs gefallen, dann solche welche sich geschickt von natürlichen Dingen ableiten ohne völlig nach der Natur zu gehen. Also auch keine Kunstfarbe, oder rosarote Tiegermuster..
Ein frisch gefangener Hummer - ohne den Gummiringerltransport und dem Stress für das Tier, und eine frisch entnommene gesunde Gänseleber, die nicht viel größer ist als eine Hühnerleber, das geht sicher besser zusammen, als die zuvor beschriebenen Komponenten - solche in der Herstellung schon völlig entnaturalisierten Kunstobjekte. Denn bei der Gänseleber ist das "Erzeugen" eigentlich ja ein Geschmacksdesign....
Bei Schnecken war das auch einmal so. Man hat die Weinbergschnecke hungern gelassen und ihr dann wenn sie völlig ausgehungert war Lorbeerblätter ins Gehege getan... Das würzte die Tiere. Aber bei gewissen Tieren kennt man keine Tierquälerei. Ich möchte soetwas auf keinen Fall verzehren.
Mit Gruß und Kuß!!
profiler, 04.04.06 @ 12:39
hummer und gänseleber???????????
abgesehen davon, dass mir die kombination dieser beiden dinge schon gar nicht eingehen mag, möchte ich ein gegenbeispiel anführen dass kinder diese dinge nicht grundsätzlich ablehnen.
die beiden jungs unseres oberkellners (2 Jahre zwillinge) verputzen bei mir bei allfälligen anlässen mit sicht- und hörbaren genuss gänselebergerichte. piccolo, du hast die allumfassende wahrheit, gott sei dank, immer noch nicht gepachtet.
ansonsten.....
ich rieche an allem was ich mir in den mund stecke, aber stecke mir nicht alles in den mund woran ich rieche.
gruss
PICCOLO, 04.04.06 @ 11:44
@sonjaaa...
Hummer und Entenstopfleber passen im "Design" gut zusammen.
Desingn kommt ja von "Bestimmen" . Bestimmen ist ein technischer Begriff den man bis zum Despotismus ausdehen kann. Der Hummer wird dazu bestimmt mit Leber zu schmecken. Die Hochzeit zweier völlig dekadent erzeugter Lebensmittel.
Terroristen, Diktatoren usw. "Bestimmen". So bestimmen dann gewisse Gruppen was sie in der Mode und Gastronomiekultur oder auch Politik eigentlich für sich wollen. Der Gastrolobbyismus auf öffentlichen Veranstaltungen, in TV usw bestimmt den Geschmack. Daher auch so viele Kochsendungen´.
Hummer ist wegen der brutalen Zucht in Schwermettalhältigen Küstengewässer, des idiotischen quäl -Transports und Behandlungsmethoden ein ungesundes Lebensmittel, ebenso die Fettleber eines an sich kranken Tieres, das in ein "Geschmacksdesign" passt, welches nur gedanklich passt. Herzlosen Gourmets interessiert das Wie und Woher nicht.
Es werden einfach irgendwelche Geschmackshypes erzeugt. Der Markt muß florieren. Denn in Wirklichkeit schmeckt weder der Hummer so toll, noch eine Quäl -Leber. Kleine Kinder beispielsweise lehnen diese Geschmacksrichtungen ab.
Es zeigt, dass auch die Einstelluing zum Essen einem Design unterliegt. Eine Brutalität die niemand fühlt, weil es kein Magendrücken auslöst.
Das wird vielen Speisingern nicht gefallen. Es trifft die Wahrheit.
hypercube, 04.04.06 @ 10:56
Wenn Antworten gefragt sind:
Wo sitzen Sie am Liebsten?
> Vor einem alten Haus im Grünen auf der Bank bei Regen und schaue in die Ferne.
Wie sitzen Sie am Liebsten?
> Hart.
Woran riechen Sie?
> An Milch bevor ich sie koste.
Was stecken Sie in den Mund?
> Algen direkt aus dem Meer gepflückt (Auf Sansibar bei einer Algenzucht).
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
> Diesen Terminus verwende ich nicht.
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
> Ich habe kein Lieblingsobers.
Essen Sie gerne Schokolade?
> Ja.
Und falls ja - was genießen Sie daran?
> Das Herbe der Kakaobohne.
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
> Zumindest fast jedes.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
> Ja.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
> Keine Ahnung.
Was empfinden Sie als steril?
> Chirurgenbesteck.
Was empfinden Sie als gemütlich?
> Den offenen Kamin und das Geräusch von Regen.
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
> Überbuchungen und Verspätungen.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
> "Fotogummi"
Wie sieht Marmor aus?
> Meist elegant.
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
> Alles, was sogenannt ist.
Freue mich schon auf spannende Einträge
sonjaaa, 03.04.06 @ 23:50
Designerlokale - Teil 1
Was ist Design?
Design ist eine zunächst in Großbritannien verwendete Bezeichnung für eine speziell den Erfordernissen der Massenproduktion angepasste Gestaltung von Gegenständen und Geräten aller Art. So wurde dies vom 1944 gegründeten "British Council of Industrial Design" formuliert und so steht es auch im Brockhaus.
Design und Massenproduktion gehören also zusammen. Wie kann man dann von Designerlokalen sprechen? Handelt es sich dabei um Massenware und sehen vielleicht deswegen alle sogenannten Designerlokale gleich aus? Allerortens die selben Materialien, ähnliche, federleichte Stühle, weiße Schürzen,... Tatsächlich existiert eine Art von globalisiertem Restauranttyp. Man findet das Nussholz-Leder-Edelstahl-Ding in London, Tokyo, Neusiedl, etc. Das Designerlokal wirkt also wie eine Fastfoodfiliale, in der ich mich nie so recht wohlfühle.
Das Restaurant ist eine spezifische Aufgabe, begrifflich betrachtet eher Architektur als Design. In Vorarlberg sind andere Voraussetzungen als in Budapest, Mühlviertler Knödel sind anders als Tornedos Rossini, Adria denkt nich im selben Muster wie Ducasse. Im besten Fall ist das Restaurant eine Symbiose aus Küche und Raum aber in jedem Fall soll es auf die Persönlichkeit und das gastronomische Konzept des Wirts abgestimmt sein. Ein Schnitzel inmitten von Edelstahlt wirkt genauso deplatziert wie eine gelungene Entenleber - Hummer - Kombination inmitten von Herzerlstühlen. Solche Stilbrüche interpretiere ich als dümmliche Marketinggags, und sie zerstören das atmosphärische Erlebnis eines jeden kulinarischen Höhenflugs.
Kürzlich wurde mir sogar die schlimmste Form von globalem Marketing zuteil: das Menschendesign. Im angeblichen Gasthaus im MAK fragte der - sehr junge - Kellner: "Hat es denn gemundet mein Herr?" Es war offensichtlich antrainiert, also widerlich. Und: Im Gasthaus hat s ma g´schmeckt - nicht gemundet.
Erst die Symbiose verschiedenster Komponenten (ein Restaurant ist wie ein Rezept) schafft das wahre Erlebnis. Persönlich neige ich dazu, in so einem Fall von Authentizität zu sprechen. Und die finde ich im Beisl um s Eck genauso wie in manchen Kaffeehäusern und in sehr wenigen Restaurants.
Im Übrigen bitte ich darum, allfällige Beistrichfehler zu entschuldigen.
PICCOLO, 03.04.06 @ 22:28
Fragebogen zur Aufnahmsprüfung?
Im Häfen sitze ich am wenigsten gern, weil da ist es , so stelle ich mir vor am wenigsten bequem. Und dann diese karierte Aussicht
Dann kann man dort auch an keiner MUMU riechen, an die ich mich seit dem Doktorspiel mit meiner Cousine so gut erinnere. Auch will ich mir ja hin und wieder ein Spärgelchen ins Goscherl stecken, schön „Bissfest”, aber zärtlich bissfest, so dass man das Köpferl schön mit den Lippen zwacken kann. Das will ich machen bis ich 100 bin!!^
Mein Lieblingsobers ist 36% Naturrahm - etwas „gestaubzuckert” sonst lass ich nix dran. Schokolade – Nur bittere Kochschokolade – kann steinhart sein da bin ich ganz Militarist und Häfenbruder. Genieße dabei die Vorstellung eingelocht zu sein, nur einen Schokoriegel den ich täglich von der dicken Wärterin bekomme, die ihn für mich immer an einem andere Ort am Körper versteckt trägt. Uneingepackt, versteht sich, damit ich mich nicht mit der Verpackung umbringen kann.
Manche Häuser riechen direkt nach Knast, nach Frittenknast und Vierkantforellengefängnis. Da muss man sich wirklich seinen Lieblingsgeruch vorstellen ( siehe oben) dass man dort Appetit bekommt. Ein Mann braucht nämlich nur an schönen Sex zu denken schon hat er Hunger. Daher viele Bäuche gute Rückschlüsse auf die Potenz zulassen.
Die Nahrungsgestaltung hat mit der Erkenntnis, dass man seinen Höhlennachbarn auch verspeisen kann, - nicht nur Farnknospen und Maikäferlaven-, einen wahren kulturellen Höhenflug unternommen der jetzt am Rande der kulinarischen Milchstrasse langsam zum Stillstand kommt.
Die Sterilität des kulinarischen Aktionismus heutiger Kochzampanos ist schon sehr arg. Steril sind beispielsweise Tütchen aus genussfähigem „Cerealbeton” mit dämlichen Luxus Würzbissen.
Gemütlich finde ich es in einem Luxusrestaurant wo ich der einzige Gast bin und zwei Stunden lang von einer Kellnercrew begattet werde. Beim „Zahlen” was ja nicht lange dauert ist es dann schon etwas stressig für mich, aber einen Underberg weiter und schon gehts wieder
Die Fliegen hasse ich natürlich ohne Ende, sind sie nicht des Teufels Tiere? Womit ich beim Teufelszwirn und Latex bin und beim Gummi, ich könnte nie mit einer Frau spaßen welche solche Materialen auf der Haut trägt
Ich will Leder, dicke Riemen, Ledertapete, Lederpolster, Elefantenleder, Walfischleder, Ziegenleder als Unterwäsche und eine Hirschhaut zum Schlafen.
Marmor schaut nur gut aus wenn ihn ein Hrdlitschka oder Kollege bearbeitet hat. Am Bau mag ich ihn nicht - ist für die Kurzlebigkeit unserer Epoche einfach zu schade. Die Verwendung von Marmor sollte solange verboten sein, bis bessere Zeiten gekommen sind!
Ja was sind Designerlokale? Das sind Gefängnisse für gewisse Herrschaften, die sich halt gut finden wenn sie dort drinsitzen. Ernährung ist dort nicht einmal Nebensache, zuerst kommen noch Tapezierer, Tischler, Architekt, Finanziers, Anwalt, Notar und der Bürgermeister, dann die Tischwäsche, das Tafelsilber und die Speisenkarte. Der Koch? Das kann dann dort jeder Depp. Damit wäre ich wieder bei jenen Bauten angekommen die keine Straflager sind, aber irgendwie doch Gefängnisse
Dickes Bussi der Runde vom Piccolo!!
jamiesolive, 03.04.06 @ 01:40
fragebogen
Wo sitzen Sie am Liebsten?
eigentlich im kino, aber um grunde überall. ich stehe nicht gerne (auch nicht bequem).
Wie sitzen Sie am Liebsten?
bequem.
Woran riechen Sie?
sag ich nicht.
Was stecken Sie in den Mund?
sag ich auch nicht.
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
die grenze ist lovecraft. Auf cthulhus spur fühle ich mich bissmäßig nicht mehr wirklich wohl.
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers
wenn wir schon bei cthulhu sind, schleimen sollte er nicht.
Essen Sie gerne Schokolade?
nur bitter
Und falls ja - was genießen Sie daran?
das bittere
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
ja, das haus der lady alquvist, das haus usher und das haus dain im besonderen.
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
klar, an den keller und den dachboden meiner oma.
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
mindestens so alt wie ich.
Was empfinden Sie als steril?
sterilisation
Was empfinden Sie als gemütlich?
lamperien, vorhänge, schmiedeeisen, tiffanylampen, gaumüller, waldermann undsoweiter
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
ich hasse fliegen, in der luft und in der nacht, aber da habe ich eine fliegenklatsche.
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
edelbrand, edelbitterschokolade, edelbeiseln, edeline eselböck, pardon: eseline edelböck (irgendwas stimmt da nicht, oder?)
Wie sieht Marmor aus?
cool, man.
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
dass man nicht in erster linie des essens wegen hin geht.
eclaire, 02.04.06 @ 20:03
Designlokale
Was mir an "Designlokalen" nicht gefällt ist der erhobene Zeigefinger, der Anspruch: wir sind ein "Designlokal" oder "Designhotel". Dann diese "Internationalität", wo man nicht weiss, sitzt man jetzt in Mailand, Wien oder Paris (z.B. Fabios, Restaurant im Le Meridien).
Auch ein altes, gepflegtes Bauerngasthaus kann ein gutes Design haben, oder ein schönes Bistrot mit Jugendstil-Interieur, oder ein abgewohntes Pub.
Leider wurde auch das MAK durch den Umbau nicht authentischer, sondern steril.
--- 04.09.18 @ 20:56
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