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SPEISING Open

12.01.09 @ 21:52

Der Bi-ba Butzemann

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Erst lächerliche 6 Wochen Papa-Karenz in die Augenhöhlen gezeichnet, verbringe ich selbst die kinderlosen Stunden mit mir wohlvertrauten Melodien im Ohr. Da fakultativ nicht immer ganz alleine (im dialektalen Sinn), entweichen mir die Melodien dann doch manchmal zu unterschiedlichsten Gelegenheiten oral. Und so muss sich dann die Warteschlange beim Merkur den Bi-ba Butzemann vorsummen, ja manchmal sogar textlich unterlegt, vorsingen lassen. "Er rüttelt sich und schüttelt sich ..." gehört da schon zu meinen Lieblingspassagen, die ich munter hörbar vor mich hin atme, ohne mir allzu viel dabei zu denken. "Es tanzt ein Bi-ba Butzemann in meinem Kopf herum dideldum ..."

Ist Patzig nun schon total durchgeknallt? Warum erzählt er uns dies ...?
Tja, Leutchen - mitdenken! Oder habt Ihr noch nie eine Pfeffermühle befüllt, wurscht jetzt, ob mit Renault- oder Dacia-Mahlwerk versehen (wer mich jetzt als Erster per Posting bebesserwissert, gewinnt eine Brise Pfeffer in den Arsch - bitte sich selbst zu verpassen!).

Ist doch ganz klar. Die Mühle ist wie immer dann leer, wenn man gerade frisch gemahlenen Pfeffer braucht (Text wie zw. Klammern siehe oben) - und ich mache mich ans Nachfüllen. Jetzt sind diese Elaborate höchster Ingenieurskunst zwar zu meist schön anzusehen, handlich und auch als Argument Nr. 9 gegen eventuelle Einbrecher zu verwenden, jedoch endet all die Kunst beim Durchmesser der Befüllöffnung (man beachte das ÜLLÖFF, eine Seltenheit in der dt. Sprache, wahrscheinlich aus dem dänischen Teil Türkyemarks stammend eingewandert). Diese Öffnungen sind grad so breit, dass maximal das eine oder andere Pfefferkorn hindurchfallen kann. Vom Befüllen mittels Pinzette ist trotzdem abzuraten, das Essen könnte kalt werden.
Was nun? Die Lösung ist ebenso schlicht wie genial und formschön: Die eigene Hand formt einen Tubus oder Trichter über der Öffnung, die andere Hand leert die Pfefferkörner aus dem Gastrogroßpack hinein und jetzt kommts: "Er rüttelt sich und schüttelt sich ..." zu dieser berückenden Melodie schütteln wir rüttelnd die Trichterhand, damit die Pfefferkörner (weiß, grün, schwarz - jedoch niemals gelborange punktiert) möglichst zügig ihren Weg in den hohen wie hohlen Holzzylinder finden. Mit ein wenig Übung und jeder Menge Bi-ba Butzemann füllen sich flottig Mühle und Küchenteppich mit den Körndeln.
"Er wirft sein Säckchen hin und her, am Morgen ist es wieder leer, es tanzt ein Bi-ba Butzemann im SPEISING.NET herum fidibum."

gf

14 Kommentare | Kommentar abgeben

mazi, 15.01.09 @ 21:40

Plastikerne
Ja, die Wahl zwischen einer "hülzernen" und einer "plastikernen";-) Pfeffermühle ist gar nicht einfach. Ich hab beides, die Hülzerne mag ich, weil sie so eine schöne Farbe durchs Einölen nach dem Waschen bekommt (aber es ist lästig, sie zu säubern, wenn man die Tisch-Handwaschprozedur nicht machen will..), die Plastikerne ist fein praktisch und leichter zu reinigen. Aber waschen muss man beide:-))).

Wichtig, liebe piccolina, ist, dass Du Deinen Thulischen Becher nicht verlierst, hernach sprängst Du ihm noch ins Wasser nach;-)))!

piccolina, 15.01.09 @ 09:25

Welch eine Lesefreude!
Danke für Eure himmlischen Texte, lieber Herr Patzig und liebe Mazi, die heute Morgen ein erstes Lächeln auf meine Lippen gezaubert haben! Der Befüllungswahnsinn einer Pfeffermühle hat mich auch schon umzingelt, doch ich habe das Problem fast zu meiner Zufriedenheit gelöst... - Hustensaft hat mich erlöst! Nicht unbedingt der Saft, den meine Piccolina vor langer Zeit einmal schlucken musste, aber der halbplastikweiche Dosisbecher! Dahinein die Kugerln, ein bisserl quetschen und schon geht's... - besser. Ich hüte dieses güldene Becherlein und wehe einer klaut es mir!
Das einzige Problem ist nur (geblieben), dass man beim Pfeffern von frischem Fleisch ständig zwischen Tisch und Handwaschen hin und herflitzen muss, da man die Holz-Pfeffer-Mühle ja ungern mit angepatzten Händen anfasst... - ich grüble noch, ob ich nicht doch eine aus Plastik kaufen soll.

xiuxiu, 13.01.09 @ 23:14

welch eine lesefreude
danke herr patzig ...

mazi, 13.01.09 @ 08:37

Endich!...
... wieder ein echter Patzig, hihihi, Mazi schüttelt sich und rüttelt sich vor Lachen!!!
Ich kenn dieses Summen auch - allerdings hab ich es auch umgekehrt gemacht, also "Berufsmelodien" in den Windelalltag gepackt: 1:30h... Night an day, you are the one.. (Windelwechsel), 2:45h... Come fly with meee, let's fly, let's fly awayyyyiiiiii.. (Fliegerfahren zwecks Entlüftung des armen Zwergleins), 3:25h... Black Coffeeeeee... (hatte schon eine schärfere Note, zugegeben..)... 4:12h... Lullaby of birdland (Verzweiflungsgrad korrelierte verkehrtproportional mit Schlafwunsch des Nachwuchses...), 5:12h Heite... drah i mi ham.... (solche Nächte reißen das Gewicht in Null komma Nichts runter... Die Mahlzeiten der damaligen Zeit hatten ziemlich viel Pfeffer, die Füllöffnungen kamen mir dabei vergleichsweise einfach zu handhaben vor, sie waren ohnehin nur durch einen dumpfen Ichwillendlichschlafenschleier vermummt)..

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