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SPEISING Open

06.03.16 @ 10:19

Alleine essen gehen

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Die meisten Menschen essen nur dann alleine, wenn sie heimlich zum McDonalds gehen, wenn sie nach einer durchzechten Nacht am W├╝rstelstand stehen (wobei da Fremde oft zu Kurzzeitkumpels werden) oder wenn sie sich sonst wo einen Snack reindr├╝cken, wie das oft in den ├ľffentlichen zu sehen, riechen und h├Âren ist. Das ist schade.
Denn es geh├Ârt zu den wunderbarsten Stunden, die man sich bereiten kann, alleine in ein sehr gutes Restaurant essen zu gehen - und das m├Âglichst zeitig am Abend.

Das Lokal strahlt am Abend, vor dem gro├čen Service rund um 19:30 Uhr, noch Ruhe aus, die Servicebrigade hat noch keinen Grund zu Schnoddrigkeiten und in der K├╝che ist auf jeder Station f├╝r s├Ąmtliche Handgriffe noch ausreichend Zeit, um diese pr├Ązise und bedacht zu setzen.
Des Weiteren sind Kellerinnen und Kellner zu alleine speisenden G├Ąsten meist besonders nett, nehmen sich ihrer mit noch mehr Hinwendung an und bringen sich damit selbst besser zur Entfaltung ÔÇô zum Wohle des Gasts.

Alleine zu essen bedeutet auch, die Sinneskan├Ąle f├╝r den gesamten Betrieb offen zu haben. Wer hingegen nicht alleine bei Tisch sitzt, muss sich meist unterhalten, muss zuh├Âren, muss antworten, muss ├╝ber seine Men├╝wahl sprechen, muss beim Weinbestellen Kompromisse eingehen und in Folge der Erwartungshaltung entsprechen, dass das Gegen├╝ber selbstverst├Ąndlich vom eigenen Gericht kosten darf.

Wer alleine bei Tisch sitzt, erspart sich das. Wer alleine bei Tisch sitzt, findet Ruhe, findet zu sich und kann sich auf das Wesentliche, deswegen man gekommen ist, konzentrieren: Ambiente, Speisen und Getr├Ąnke. Man nippt vom Glas, wenn einem danach ist ÔÇô nicht, wenn das Gegen├╝ber laut ÔÇ×na dann ProstÔÇť sagt. Man kann w├Ąhrend des Speisens das Besteck aus der Hand legen, ein wenig ├╝ber die Aromen sinnieren, alles auf sich wirken lassen ÔÇô ohne dass das Gegen├╝ber sofort fragt, ob was nicht passe. Man kann sich komplett auf den Teller fokussieren und braucht keine Fragen oder Bemerkungen zu irgendwelchen Details am Teller vom Gegen├╝ber ertragen. Man kann endlich und gesch├╝tzt ganz f├╝r sich, sein Essen und seinen Wein sein. Alles wird viel bewusster.
Dieses In-sich-Kehren verschafft Ruhe und Fokussierung, eine gute Voraussetzung, um sich vollkommen dem Genuss hinzugeben. Die Zeit vor Ort f├╝hlt sich anders an, und das Gef├╝hl, sich Gutes zu tun, durchdringt den K├Ârper und macht deutlich, wie sehr daf├╝r doch viel zu selten Zeit ist. Das geh├Ârt dringend ge├Ąndert.

Gregor Fauma

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