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Das Weinlog

04.06. @ 09:21

MOET & CHANDON

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Wenn man über Champagner redet, muss man auch über MOET & CHANDON reden. Der BRUT IMPERIAL ist wohl der Champagner schlechthin. Es gibt ihn überall zu kaufen, und es ist anständige Qualität. Aus der Magnum schmeckt er nochmals besser... Als Prunkstück gibt es noch den GRAND VINTAGE. Diesen, eigentlich günstigen Jahrgangschampagner gab es in einer schönen Vertikale unlängst zu kosten. Fritz BLAUERT, vom CAPSULE, hat das wiedermal perfekt organisiert und moderiert.

Zunächst aber noch etwas Geschichte und über die Größe...
1742 hat die Familie MOET schon Wein nach Paris verkauft, aus der Champagne. Kurz danach haben sie dann das ehemalige Kloster in HAUTVILLERS gekauft, dort wo der legendäre DOM PERIGNON, die Produktionstechniken des Champagners verfeinert hat. Fleissig wurde Champagner in viele Länder exportiert. Einer der MOETs ging mit NAPOLEON BONAPARTE zur Schule, nach dem Aufstieg Napoleons, blieb MOET sein bevorzugter Champagner. Durch seine Feldzüge wurde die Marke auch bekannter... 1833 kam dann die Familie CHANDON hinzu. 1842 wurde bereits ein Jahrgangschampagner erzeugt. Um 1860 entstand erstmals die BRUT IMPERIAL Cuvee, mit dem dezenten Hinweis, auf den imperialen Champagner.... Ende des 19 Jahrhunderts verkaufte bereits 2,5 Millonen Flaschen ...
1963 übernahm man das alte Haus RUINART, 1971 MERCIER. MOET fusionierte mit HENESSY (Cognac) und 1987 bandelte MOET HENNESSY mit LOUIS VUITTON an, und es entstand LVMH. Der Luxuskonzern schlechthin. Die brachten nämlich VEUVE CLICQUOT mit.

Irgendwann erwarb man noch KRUG. Somit erzeugen sie mit ca 70 Millionen Flaschen, gut 20% der gesamten Champagner Produktion. Und den größten Anteil davon hat MOET IMPERIAL. 35 Millionen sind das. Da muss man den Hut ziehen. Zwischen Avize und Epernay entstand eine neue Kellerei mit riesigen Anlagen. Ich bin da mal vorbeigefahren... Da MOET die Rechte an der Marke DOM PERIGNON besitzt, wird seit geraumer Zeit die Luxuscuvee gefüllt. Seit den 40iger Jahren. Heute ist es wohl der bekannteste Vertreter der luxuriösen Champagner... Aber das ist eine andere Geschichte.

Mit dem Grand VINTAGE erzeugt man einen schönen und durchaus erschwinglichen Jahrgangschampagner. Chardonnay, Pinot Noir und auch Meunier werden verwendet.
Die Weine wurden verdeckt serviert und in der von Fritz BLAUERT erdachten Reihenfolge.

2009
Leicht rauchige Nase, Brioche, Apfel, Blätterteig. Einladend und auch crispy. Gute Frucht, feine Perlage, feine, aber nicht zu viel Säure. Zeigt sich gut im Glas. Kreide kommt durch. Guter Trinkfluß, auch am Punkt. Könnte etwas komplexer sein...

1992
Sofort als reiferer Champagner erkennbar. Gebackene Noten. Brot, Kräuter, Apfel. Reif aber sehr schön. Diese unheimliche Vielfalt an Sekundäraromen, die ich so schätze. Selchfleisch, Gemüse, Brokkoli, Umami, dann Haselnuss, immer noch gute und feine Perlage. Gute Länge, einer der Favorits des Abends...

1998
Frische Nase, dicht. Helle Blumen, Kreide, Apfel, wunderbar. Sehr gut zu trinken, macht Spaß. Gewinnt an Komplexität und die gute Säure zeigt sich. Irgendwie fehlt ihm aber das gewisse Etwas...

2012
Sehr feine Nase, Minze, Erbsen, Apfel. Gute Mineralität. Nach dem Blitzstart wird er plumper. Mousseux kommt leicht agressiv. Säure im Abgang sehr präsent und zitronig. Braucht wohl noch Zeit um sich zu harmonisieren. Die Anlagen sind aber sehr gut.

1993
Leicht rauchig. Auch leicht seifig. Wird dem 92 er in der Aromatik ähnlich, hat aber nicht die Klasse. Er bleibt ruppiger und nicht so ausgewogen. Kann natürlich auch an der Flasche liegen.

1990
Großes Jahr, leider eine schwächere Flasche. Kellergeruch, Alterstöne. Kräuter und Salz am Gaumen. Naja, nicht in bester Verfassung... Schade...

1995
Dunkelbeerige Nase. Auch wieder rauchig. Gut. Tolle Säure und Länge. Limette, Apfel, Brioche. Eigentlich noch jung, kann sicher gut reifen. Sehr schön, einer der Stars der Veranstaltung.

2002
Tolles Jahr, gute Flasche. Frische nach Erdbeeren, Minze, frische Kräuter. Traubenzucker, Kreide, Hauch Blätterteig. Viel Struktur und Substanz. Braucht Luft, kann man ruhig mal in die schmale Karaffe geben. Im Abgang Haselnuss und Zitrus. Schöne Säure, schöner Wein, mit Zukunft.

MCIII
Dieser Champagner wurde 2003 erstmals erzeugt und soll das Wissen des Weinmachens von MOET verkörpern. Aufwendig verpackt, kommt er recht teuer auf den Markt. MC steht für MOET & CHANDON, die III steht für die drei Reifeformen des Weines. Im Stahl, Im Holz und im Glas, sprich Flasche...
Also, 2003 Grundweine aus dem Stahltank. Weine aus 2002, 2000 und 1998 gelagert in Holzfässern und bereits in Flaschen gefüllte Weine aus den Jahren 1993, 1998 und 1999. Letztere hatten natürlich die zweite Gärung bereits absolviert. Diese Cuvee wurde gefüllt und dann nochmals 10 Jahre auf der Hefe vergoren. Abgefüllt mit 4 Gramm Dosage. Klingt kompliziert, ist es auch....
Nun das Ergebnis ist ein äußerst komplexer Champagner. Sehr feine und spannende Nase. Walderdbeeren, Brioche, Limetten. Haselnuss, Kaffee, Malz, Mannerschnitten. Einer der Gäste findet den Vergleich mit einem Uhudler. Kann ich sogar nachvollziehen... Mit Luft wird er immer vielschichtiger und länger. Komplex und doch eine gewisse Leichtigkeit beim Trinken. Gute Säure und Struktur. Könnte von Lagerung sehr profitieren... Ein tolles, spannendes Produkt. Der Rest wird sich weisen....

Abschließend sind die Grand Vintage sehr empfehlenswert. Gute Qualität um faires Geld.
Und es heisst MOET, betont wird das T am Ende. Belgische Familie... 😉

www.capsule-champagne.com
Michael Kantor
www.herbeck.wien

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