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Das Weinlog

30.06. @ 13:33

FREITAG!!!

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Unlängst wurde an einem Freitag Abend wieder hochkarätig getrunken bzw. verkostet.
Als Einstieg gab es eine Magnum LENOBLE COLLECTION RARE 1996 Champagner. Und der war gleich großartig, jugendlich mit Trinkfluß auf hohem Niveau.

Alle Flights wurden verdeckt serviert.

WILLIAM DEUTZ 1999, eine schöne Flasche mit nur leichten Reifenoten. Gute Säure und feine Aromen nach Kräuter und Wiese. Straffer Abgang. ROEDERER CRYSTAL 2002, nicht in Bestform an diesem Abend. Das Bouquet etwas käsig, leicht nach Sherry und Cognac. Luft macht ihn eine Spur besser, aber er bleibt im Schatten der beiden "Gegner". TAITTINGER COMTE DE CHAMPAGNE 2002 ist ein wahres Vergnügen. Rauchig, etwas Hefe und Brioche. Tiefe und feine Aromatik, tolle, lebendige Säure. Mineralisch und salzig im Finale.
MIKULSKI MEURSAULT VIELLES VIGNES LES CHARMES 2015 MAGNUM. Als Trinkwein zum Essen gedacht, gelingt es ihm vortrefflich diese Aufgabe zu erfüllen. Jediglich, wenn man zu langsam trinkt, also er zu warm wird, kommt eine alkoholische Note dazu.

Der nächste Flight hatte es in sich, soviel vorweg.

COCHE DURY MEURSAULT 1999. Wenn sich eine Flasche, blind serviert, in so einer perfekten Verfassung zeigt, ist der Hype um den Winzer gerechtfertigt. Preis ist ein anderes Thema. Eine unglaublich rauchige, mineralische Nase, mit dem zarten Hauch des Holzes. Er ist anfangs reduziert und scheu. Nach ein paar Minuten dicht und cremig. Lang am Gaumen. Runde Säure, sehr jung, jedoch auch schon perfekt. Harmonie in Glas. Dieser Spagat aus Mineralität und eigentlich gut Holz macht das Können des Monsieur Coche aus. Des Vaters, was der Sohn kann, wird man erst sehen... CHARDONNAY BRÜNDLMAYER 1999. Etwas schwer hat er es natürlich mit diesem Nachbarn. Würde diese Flasche allein verkostet werden, alle wären begeistert. Honigmelone, Birne, Linsen, dann Kräuter und Grapfruit. Schöne Cremigkeit. Und daneben steht noch ein MEURSAULT von LEROY 1978. Und der ist so gut. Kühle Nase, auch Honigmelone, süße Limonen.Etwas Kandis, dann kommt die tolle Säure. Im Finale ein leichtes Kräuterzuckerl. Toller Wein.

DROUHIN MARQUIS DE LAGUICHE MONTRACHET GRAND CRU 2014 Irre viel Zitrone und Limetten und sonstige Zitrusfrüchte finde ich hier. Sehr präzise und mineralisch. Mandel, dezenter Apfel, sehr nobel. Sehr jung. Großer Wein in Kinderschuhen. Die Parzelle in diesem 8 Hektar Weinberg gehört seit dem 14 Jahrhundert der Familie LAGUICHE. Gemacht wird der Wein seit 1947 vom Handelshaus DROUHIN. Der Wein hat eine immense Spannung in sich. Braucht halt noch ein paar Jahre. Daneben steht das Gegenstück aus 1990. Sie haben schon einen gemeinsamen Nenner. Diese Zitrusaromatik finde ich im 90er auch. Halt mehr kandierte Zitronen und Salzkaramell. Zitronenmelisse, Zitronenthymian, Zitronenkuchen. Recht elegant und leichtfüßig am Gaumen. Sehr lang. Dann kommt leicht Tee dazu. Großer Wein.

Das Stiefkind war diesmal von THOMAS MOREY CHASSAGNE MONTRACHET 1ER CRU LES DENTS DE CHIEN 2014. Ein wunderbarer Wein mit Struktur und Frische. Limonen, Apfel und Minze. Aber gegen die geballte Eleganz und Finesse der Montrachets ist er machtlos...
Man war gespannt auf die Rotweine.

SYRAH war der Einstieg, und es war auch gut zu erkennen. THE MARAUDER MANFRED KRANKL 1999 war ein toller Einstieg. Dicht und kräftig. Olive und Kräuter kommen, schöne Würze und diesen Hauch von Essig, vom besten natürlich, der Krankl Weine manchmal ausmacht. Fruchtsüße im Abgang. Sehr schön, wenn auch phasenweise etwas üppig. Schön zum Essen.

JEAN MICHEL GERIN COTE RÔTIE LES GRANDES PLACES 1999 Kontrastprogramm aus der Rhône. Sehr straff und etwas metallisch. Trockene Kräuter der Garrigues. Schiefer vom Boden. Auch die Oliven kommen mir getrocknet vor. Sehr elegant und lang. Schönes Tannin. Schöner Wein. Für mich die Krönung allerdings JAMET CÔTE RÔTIE CÔTE BRUNE 1999 Großartig von Anfang bis Ende. Blutig, tintig die Nase. Leder, Fleisch. Dann Kräuter und Oliven. Kreide. Straff und präzise. Wirkt jung, mit toller Säure und Struktur. Perfektes Tannin. Top. Die Magnum 1997 MARIENTAL vom ERNST TRIEBAUMER geht wieder etwas unter. Gute Flasche, aber im Vergleich ist das sehr reif.

Der Wein zur Hauptspeise war übrigens wunderbar und darf keinesfalls untergehen. Magnum von MUGNERET GIBOURG CHAMBOLLE MUSIGNY LES FEUSSELOTTES 2013. Burgund pur, mit der eleganten Handschrift der Besitzerinnen. Feingliedrig samtig, dicht und seidig. Dunkle Kirsche und Wald, Marzipan. Grapefruit.

Dann ein 2er Flight.

CHEVAL BLANC 1989 und FIGEAC 1989 CHEVAL mag ich ja sehr und er ist toll. Zwar eine recht reife Farbe und auch in der Nase reife Aromen. Laub, Kräuter, schöne Erdigkeit. Wald, Waldbeeren. Mit Luft ein großer Bordeaux. Nobel und elegant. Ziemlich am Punkt. Der FIGEAC hat sein typisches, gewaltiges Stinkerl. Für mich kommt auch ein Bitterl und Strenge am Gaumen dazu. Braucht Zeit im Glas. Dann kommt der Bordeaux Charakter mehr in den Vordergrund.
MERLOT stellte sich als Thema des nächsten Paares heraus. Und es gab ein gewisses Raunen bei der Aufdeckung. Zwei Weine, die man nicht jeden Tag hat, und schon gar nicht nebeneinander.
MASSETO 1998 Kirsche, Kakao, Milchschokolade. Sehr fein und elegant. Tänzelnd und doch kräftig. Orange, Zesten, Kräuter. Sehr lang am Gaumen Ein äußerst stimmiges Paket. Trinkt sich schon sehr gut. Und wieder muss man sagen. "Der Feind des Guten, ist das Bessere.." Hat man nämlich im anderen Glas PETRUS 1989, ist das halt übermächtige Konkurrenz. Zuerst wirkt er direkt zurückhaltend und schüchtern. Unglaublich jung ist er noch. Ein paar Jahre braucht er. Jahrzehnte wird er aushalten. Kumquat, Bitterschokolade, Grapefruit, Kräuter.
Immens elegantes Tannin. Und diese Länge, der Wein wird immer länger mit mehr Luft. Dazu noch straff und fest für die Zukunft. Er wirkt auch in sich ruhend und harmonisch. Zählt sicher zu den besten Weinen meines Lebens. Danke.

ROTGIPFLER TBA 2014 PIRIWE. Die Thermenregion steht auch für tolle Süßweine aus ihren autochthonen Rebsorten. Dieser hat schon eine kupferne Farbe und hat auch einen Hauch Medizin für mich. Ansonsten gut mit Karamell, viel Marille, Ringlotten, gesponnener Zucker. Feine Länge und Säure.
CHATEAU YQUEM 2001 Naja, Sauternes ist halt Sauternes. Helle, junge Farbe. Betörender Duft nach Trockenfrüchten, Zuckerwatte und Popcorn. Elegant und lang. Sehr jung. Am Ende Quittengelee, Birne. Minze. Toll und wohl immer noch toll in 20 Jahren.

GEVERY CHAMPERTIN 1ER CRU CLOS ST. JACQUES DOMAINE MOILLARD 1964 Ein sehr gutes Jahr im Burgund, jedoch ist die Flasche durch die Luft schnell müde geworden. Schade.
CHATEAU L'ARROSEE 1964 Eine würdige, reife Flasche. Etwas staubige Aromen in der Nase. Laub und Erde am Gaumen. Gute Länge und ein feines Glas Wein.
CASTELLO YGAY MURRIETA 1964. Klasse aus dem Rioja. Immer noch präsente Säure, die aber sehr gut rüber kommt. Waldfrüchte, Kräuter, Heu, Schwarztee. Fleisch. Gutes Liebstöckl. Kommt nicht unangenehm. Bleibt gut im Glas. Sehr schön.

Die umsichtige Vorbereitung der Weine durch den Gastgeber sei noch erwähnt. Und Dank gebührt ihm für die tolle Zusammenstellung ...

Michael Kantor
www.herbeck.wien

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