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Das Weinlog

01.10. @ 14:39

Seltene Sorten - über Huxelrebe und Co

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Wieder mal lud ein Weinfreund zur Verkostung. Jedoch diesmal mit einem besonderen Thema. Rebsorten abseits des Mainstream wurden gereicht. Gute Idee, auch gute Umsetzung. Die Weine wurden verdeckt serviert und dann gleich aufgedeckt.

GUTEDEL CHASSLIE 2015 AUGGENER WINZERKELLER BADEN
Anfangs Trockenfrüchte, Mango und anderes Exotisches. Nicht viel Säure spürbar. Stroh, etwas Wiese kommt dazu. Ein einfacher Wein, aber ein gewisses Trinkvergnügen. Er bleibt auch im Abgang leicht plätschernd und mit wenig Tiefgang. Gutedel findet man vor allem in der Schweiz unter dem Namen CHASSELAS. Im höheren Preissegment gibt es einiges zu kosten, dass Klasse hat.

FURMINT GÜNTER TRIEBAUMER 2014 RUST
Ich mag diese Rebsorte und auch dieser Wein präsentiert sich gleich recht schön. Leicht rauchig und selchig. Rose, etwas nach Seife. Kräuter und Heublume . Gute Länge und Struktur. Luft bringt ihm Feinheit und Zitrus im Finale. Schön. FURMINT wird erstmals in Ungarn erwähnt. Die Herkunft ist nicht ganz geklärt. Sie ist anfällig gegen Frost und einiges mehr. In Ungarn ist sie verbreitet und auch in Österreich findet sie wieder Gefallen.

FRIULANO RONCO DELL CIME 2017 VENICA & VENICA FRIAUL
Ein schwieriges Bouquet zu Beginn. Leicht Dropsig und nach Gummibärchen. Dann Kamille und mehr weißen Blumen. Der Wein bleibt schwierig, Gerbstoffe machen ihn zeitweise hart und unnahbar. nachdem es ein bekanntes und gutes Weingut ist, denke ich der Wein oder die Flasche haben nicht den besten Tag. Die Rebsorte ist in Norditalien zu Hause und bereitet im Friaul oft Freude.

ROTGIPFLER STUNDENT RESERVE 2011 FREIGUT THALLERN
Einer der Weine des Abends. Melone, Apfel, Lindenblüten. Leicht rauchig. Braucht Zeit, dann am Punkt. Mandel, Gebäck und Orangen. Feine Länge und Struktur. Man trinke mehr ROTGIPFLER bitte. Den roten Triebspitzen verdankt er den Namen, fast nur mehr in Gumpoldskirchen und Umgebung zu finden.

HUXELREBE 2017 JOSEF VALIHRACH SÜDMÄHREN
Recht blumig kommt er daher. Rose, auch wieder Seife. Muskatnuss. Leichte Gumminoten, Gurkerlwasser. Auf der simplen Seite der Weinwelt. Etwas Zeit bringt ihm durchaus mehr Substanz. Wirklich Freunde werden wir aber nicht. Die Kreuzung aus Elbling und Coutillier Musqué wurde 1927 von Georg Scheu in Alzey erstmals erzeugt. Man findet sie oft in Deutschland, und zumeist für Süßweine .

MALVASIJA ISTARSKA ALBA ANTICA 2008 MATOSEVIC ISTRIEN
Gelbgold und oxidativ ist der erste Eindruck. Sprich wir haben einen klassischen Orangewein im Glas. Er wurde auch in einer Amphore gelagert. Kräuter und Herbstlaub. Der Wein hat viel Gerbstoff durch die Maischestandzeit. Er wird leicht austrocknend im Finale und bringt mit der Zeit eine eigene Nase nach Kohl und Kohlsprossen. Auch hier denke ich mehr Luft bzw der nächste Tag wird erst die, eventuell vorhandene Klasse des Weins, offenbaren. Die verschiedenen Vertreter dieser Rebfamilie findet man in den südlichen Ländern recht oft. Es gibt roten und hauptsächlich weißen. Nicht alle sind verwandt. Die Familie ist groß und weit verstreut. Die Herkunft dürfte im alten Griechenland liegen. Der frührote Veltliner, oft in Österreich zu finden und auch Malvasier genannt, hat nichts damit zu tun.

HEIDA VISPERTERMINEN 2012 SANKT JODERN KELLEREI SCHWEIZ
Angeblich der höchstgelegene Weingarten der Welt, in der Nähe von der Zermatt. Mit fällt noch ein spanisches Weingut ein, die im Süden des Landes auch auf großer Höhe arbeiten. Muss ich recherchieren. 1150 Meter gehen die Reben hoch. Der Wein hat auch etwas von Bergwiesen und Ananas. Getrocknete Marillen. Etwas alkoholisch zu Beginn. Noten nach trockenen Sherry am Gaumen. Leicht salzig. Er hat eine gewisse Komplexität und Länge, trinkt sich gut. HEIDA ist die traditionelle Weinsorte des Wallis. Savignin blanc wird die Rebsorte noch genannt und auch im Jura ist sie zu Hause. Ob sie ident sind, ist eine andere Frage, eng verwandt sicherlich. Die Kellerei in Jodern wurde gegründet um die Qualität des HEIDA zu sichern.

SILVANER GG 2014 IPHOEFER JULIUS ECHTER JULIUSSPITAL FRANKEN
Recht helle Farbe mit grünen Reflexen. Duftig, blumig, nach Wiese und hellen Kräutern. Am Gaumen kommen Lychi und Ringlotte dazu. Braucht Luft um seine Größe zu zeigen. Feine Säure und Struktur. Etwas Zitrusfrüchte im Abgang. Schöner Wein, der zeigt, Silvaner darf man nicht unterschätzen. Der grüne Silvaner wurde auch Österreicher genannt. So um 1660 hat man im ehrwürdigen Kloster Eberach die Sorte bereits gepflanzt. Eine Kreuzung aus Traminer und Österreichisch weiß. In Deutschland war sie immer wichtig, auch wenn der Anteil der Rebfläche zurück geht. Sie hat die Eigenschaft das Terroir wiederzugeben. In Franken ist sie wohl am besten zu finden.

VERMENTIO ROCCE DEL GATTO 2006 SPIGAU CROCIATA LIGURIEN
Erstmals rauchig, dann mehr exotisch.Honig, aber auch Klebstoff. Und Schuhcreme, etwas eigen. Auch viel Gerbstoffe. Ein sehr eigenständiger Wein, der für mich nicht wirklich harmonisch ist.

VERMENTINO + 20% SAUVIGNON BLANC MORA & MEMO TINI SUR LIE SARDINIEN
Hat mehr Eleganz und Harmonie. Stachelbeere, Birne. Leichtes Zuckerlaroma am Gaumen. Süßholz, Lakritze. Trinkt sich ganz gut, macht mir auf alle Fälle mehr Spaß als sein Vorgänger. Die Sorte stammt aus Italien und ist dort recht verbreitet. In der Provence heißt sie Rolle. Könnte von der MALVASIJA Familie abstammen.

BLAUFRÄNKISCH MAL ANDERS 2017 WALLNER EISENBERG
Nun Blaufränkisch kennt man zur Genüge. Weiß gepreßt eher selten. Hauch Rose, nach Erdbeeren, eher kurz und wässrig im Finale. Naja, braucht man so nicht. Jedoch das Weingut WALLNER macht normalerweise schöne Sachen.

MALBEC CATENA ZAPATA 2015 CHILE
Recht dunkel mit hellen Rand. Etwas malzig, Kräuter, Zuckerwatte, diverse Früchte, wie Orange und Beeren. Sangria. Später Lorbeer und Heidelbeeren. Gutes Finale, guter Wein, nicht mein Stil. Eine Kreuzung aus Magdeleine Noire des Charentes und Prunelard. Dicke Schalen. Viel in Südamerika zu finden.

SAPERAVI QVEVRI KONCHO & CO 2013 GEORGIEN
Ziemlich dunkel, viele Kräuter, Rosinen. Würze, Suppe, Glühwein, Piment. Sehr eigenständig, wurde in der traditionellen Art Georgiens, also in der Amphore ausgebaut. Braucht somit viel Zeit. Dann kommen Zwetschkenröster und Nüße dazu. Wird fruchtiger und auch harmonischer. Sehr spannend und durchaus gelungen. Die Sorte stammt aus Ost-Georgien und ist hochfärbig. Sie findet man häufig in der Gegend der ehemaligen Sowjetunion, aber auch in Osteuropa und Kanada und New York. Für den Krimsekt ist sie auch die Basis.

PETIT VERDOT 2007 NORTH STAR WINERY WASHINGTON STATE
Einer der Weine des Abends. Dunkel und intensives rot. Viel Aroma, eine "grobe" Eleganz. Tabak und Zwetschken. Himbeeren. Gutes Tannin. Auch erdig und griffig im Abgang. Kann einen Bordeaux Charakter nicht ableugnen. Schöner Wein, dem als einzigen Kritikpunkt die letzte Eleganz fehlt. Danke an den Gastgeber, Eigenimport. Kleiner Grünling zu Deutsch. Spätreifend ist sie in den Bordeaux Cuvees für mehr Farbe und Tannin zuständig. Deswegen verschwindet sie Auch dort immer mehr. Die Weine sollen früher trinkbar sein. Sonst findet man sie fast auf der ganzen Welt.

TANNAT CUVEE PRESTIGE 1997 CHATEAU MONTUS MADIRAN
Ein Klassiker der Weinwelt. Dunkel und dicht. Sattelleder, Kräuter, Fleisch, Tinte. Sehr stoffig am Gaumen. Tannin präsent und präzise. Jung und gut für die Zukunft. Noch etwas unharmonisch und fast ungehobelt am Ende. Nach einiger Zeit Sauerkirsche und Minze im langen Abgang. Toller Wein. Tannat hat viel Tannin und Farbe und hält ewig. Sie stammt wohl aus der Gegend des Madiran. Laut einer Studie gilt sie als die gesündeste Rebsorte.

ZINFANDEL COOKSHED 2006 RUSDEN WINERY BAROSSA VALLEY
Wirkt gekocht und alkoholisch. Braune Kräuter. Liebstöckl, Eukalytus. Nicht im Gleichgewicht. Doch auch Frucht und viel Kraft. Wirkt am Ende etwas müde. Primitivo ist die Urform, der aus Kroatien stammenden Sorte. Zinfandel ist heute in Kalifornien sehr verbreitet und kann schöne, intensive Weine hervorbringen. Hoher Alkohol ist normal. Pfeffer und Würze, nebst Zimt sind typische Aromen. Auch in Italien, Australien und natürlich am Balkan verbreitet.

AGLIANICO BOCA DI LUPO 2008 TOMARESCO APULIEN
Ein dunkler, ruhiger Wein. Fleisch, Suppe, Kräuter und Schwarztee. Insgesamt sehr reduziert, braucht einiges an Luft. Später Teer. Bleibt auf der strengen Seite. Diese Weine benötigen Zeit und Reife. Eine alte Sorte, hauptsächlich in Süditalien zu finden. Säure und Tannin sind Hauptmerkmale. Aus dem alten Griechenland importiert.

CORVINA / RONDINELLA = AMARONE 2014 BERTANI VENETO
Natürlich sehr jung für einen Amarone. Aber Pfeffer, Würze und Tabak stechen hervor. Wald, Tee und Beeren runden das Bild ab. Der hohe Alkohol ist auch spürbar. Braucht sicher Jahre um sich endgültig zu finden, jedoch stimmig. Beide Sorten sind im Veneto zu Hause und das Rückgrat der Weine der Gegend. Alleine ausgebaut hinken sie, somit meist gemeinsam zu finden.

GRENACHE / PETIT SYRAH / SYRAH = ABSTRACT 2012 ORIN SWIFT NAPA VALLEY
Eine "Rhône" Cuvee . Ein dichter und intensiver Wein. Alkohol, Kräuter, etwas schwarze Oliven. Wirkt erstaunlich rund, und dadurch auch etwas gemacht. Mit Luft mehr Struktur und anspruchsvoller. Insgesamt auf der fülligen, intensiven Seite. Jedoch gut trinkbar. Grenache oder Garnacha in Spanien ist keine Unbekannte. Die vierthäufigste, rote Traube der Welt. Im Rhônetal sorgt sie für äußerst tolle Weine. Petit Syrah oder Durif ist schon seltener. In Frankreich fast nicht mehr angebaut, hat sie in Kalifornien eine neue Heimat gefunden. Es sind eher rustikale Weine. Mir fällt als Beispiel die Ridge Winery ein.

BLAUER WILDBACHER A'SIASSA NO. 6 2012 STROHMEIER STEIERMARK
Hinlänglich als Schilcher bekannt, ist dieser hier sehr gelungen und eigenständig. Von einem Meister der Naturweine, kommt das mit feiner Süße und Säure und Glas. Sehr elegant und seidig. Zimt, Rosinen, Erdbeeren. Tolle Säure und Länge. Als Beerenauslese geerntet wirkt er jung und dynamisch. Bereits guter Trinkfluß und viel Zukunft. Die Sorte ist eng mit dem Blaufränkisch verwandt und nur in der Steiermark zu finden.

BACCHUS BEERENAUSLESE 2003 THÖRLE RHEINHESSEN
Der Wein schafft es elegant und doch einfach aufzutreten. Es fehlt an Struktur und Körper. Später zeigt sich eine dezente Säure und Länge. Blumige Aromen stehen im Vordergrund. Eine Kreuzung aus Silvaner x Riesling und Müller Thurgau. In Deutschland und auch in England zu finden. Sie reift früh und erlangt hohe Reife. Naja.

PETIT MANSENG PETIT COURBU VIN DOUX CHATEAU MONTUS 1996
Goldgelb und sehr einladend und dicht. Honigmelone, Zuckerwatte, Zimt, kandierte Pfirsiche. Tolle Mineralik und Struktur. Jung und schön zu trinken. Feine Cremigkeit im Abgang. Sehr schön. Ich mag das. Kleine hartschalige Beeren, ertragsschwach, aber hochwertig. Fast nur in Frankreich beheimatet, bringt sie große Süßweine hervor. Am bekanntesten aus dem Juracon. Petit Courbu ist eine Rarität und in den französischen Pyreneen zu Hause. Mehr als ein paar Hektar wohl nicht mehr.

Man dankt dem Gastgeber für Idee und guter Aufbereitung der Informationen.
Michael Kantor www.herbeck.wien

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