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Das Weinlog

13.02. @ 09:42

CHATEAU PALMER

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Diesem Chateau habe ich etwas zu verdanken, nämlich meine Vorliebe für französische Weine. War es doch PALMER 1970, neben MARGAUX 1985 und SOCIANDO MALLET 1990, die mich Mitte der 90iger begeistert haben. Geraume Zeit hatte ich jedoch keinen mehr im Glas. Somit war die Einladung des KRACHERSCHEN FINE WINE SHOP zur Masterclass ein besonderes Vergnügen.

Im 18 Jahrhundert hieß es noch Chateau Gasq und produzierte anständige Weine. 1814 erwarb General CHARLES PALMER das Gut. Weinmachen war schon damals nicht leicht und der General wollte Innovationen. Seine Mitteln war bald erschöpft und er verkaufte es wieder im Jahre 1836. PALMER dümpelte dahin und wurde 1855 als " Grand Cru der 3 Klasse" eingestuft.
1938 rettete ein Syndikat von Weinhändlerfamilien das Chateau. Bis heute ist es im Besitz, zweier Familien aus diesem Kreis. Nach dem Krieg startete man wieder durch und heute zählt es dank der Qualität, inoffiziell, zu den "Superseconds" . Der Anteil an Merlot ist recht hoch, selbstverständlich Cabernet Sauvignon und ein wenig Petit Verdot kommen in den Grand Vin. Produziert werden ca 150 000 "Alter Ego" und ebenso viele vom Chateau Palmer.

Heute ist das Gut Vorreiter in der Apellation MARGAUX. Biodynamisch, eigentlich Demeter sogar, aber man schreibt es nicht auf das Etikett. Das CHATEAU hält auch 200 Schafe und 12 Kühe. Margaux könnte die erste Appelation in Frankreich werden, welche komplett Bio ist... Die Maischestandzeit ist länger als auf anderen Gütern. All das gibt den Weinen eine sanfte Textur und der relativ hohe Merlotanteil sticht auch hervor. Zu den Weinen.

ALTER EGO 2013: Auf Palmer sagt man, der Alter Ego gehört getrunken, während man auf den Grand Vin wartet. Er soll einen zugänglichen Stil bieten. Keine jungen Reben oder so, einfach ein anderer Wein. Er wird seit 1989 erzeugt. Kürzere Mazeration, weniger Holz, more Jazz. So meint der Verkaufsdirektor. 46% MERLOT 46% CABERNET SAUVIGNON und 8% PETIT VERDOT. Cassis, Kräuter, Erde, Tee, Orangen und Himbeeren ist der erste Eindruck. Gute Säure, vielleicht etwas unharmonisch. Danach kommt der Kakao, leichte Kaffee und Milchschokonoten. Luft macht den Wein komplett und ziemlich fertig. Auch im Finale zeigen sich gutes Tannin und Teeblätter.

ALTER EGO 2011: Der Petit Verdot Anteil erhöht sich in diesem Jahr auf 15%. Eine gewisse, aber nicht unangenehme Üppigkeit entsteigt dem Glas. Kirsche, Lakritze, Früchtetee. Vanille, feine Gerbstoffe. Nebst der angenehmen Säure erinnert es mich auch an Earl Grey. Das Jahr ist einfach besser als 2013. Schöner Wein, der noch noch nicht ganz am Punkt ist, kein Mangel.

HISTORICAL XIXTH CENTURY WINE LOT 2014
Komplexe Bezeichnung, und spannende Geschichte. Vor geraumer Zeit wurden die Bordeauxweine, auch die aus dem Burgund mit Rhône Weinen "veredelt". Mehr Farbe und natürlich auch etwas mehr Geschmack und Substanz. 😉 Man nannte es "Hermitagé".
Die Idee war das vor ein paar Jahren wieder zu beleben . Ergebnis: 45% Merlot, 45% Cabernet Sauvignon und 10% Syrah aus dem Rhonetal. 300 bis 400 Kisten gibt es davon in manchen Jahren. Und es ist natürlich "nur" ein "Vin de France" , kein AOC Bordeaux. Die Aromen sind dünkler und auch geschmeidiger als erwartet. Kräuter, Thymian, Hauch Olive. Rauchig, der Syrah lässt sich nicht leugnen. Schoko, Milchcafe, Röstaromen. Am Gaumen dann doch sehr cremig und geschmeidig. Tanningrip setzt ein. Ein Maul voll Wein. Syrah gibt halt doch mehr Rückgrat, aber auch Rustikalität in diesem Fall. Spannend!

PALMER 2012:
48% Merlot 56% Cabernet Sauvignon 6% Petit Verdot
Jep, sofort kommt mehr Tiefe hinzu. Johannisbeeren, Erde, Laub. Früchtetee. Schön und dicht ist die Präsenz. Feine Tannine und gute Länge und Geschmeidigkeit am Gaumen Elegant und doch mit einer gewissen Fleischigkeit gesegnet. Trinkt sich bereits fein, jedoch mit viel Zukunft. Das Finish ist seidig und erinnert an Toffee und Schwarztee.

PALMER 2006: 44% Merlot 56% Cabernet Sauvignon
Kirsche, Minze, Früchtetee. Elegant. Minze, Blutorange. Toll am Gaumen. Sexy. Das ist großartig, noch jung. Aber mit viel Struktur und Substanz. Ein paar Jahre und er ist am Punkt.

PALMER 2000: 47% Merlot 43% Cabernet Sauvignon
Das hat Klasse. Old school wine. Tabak, Zedernholz. Erde und Laub. Bordeaux par excellence. Reife Waldbeeren. Tief und lang der Abgang. Die Gerbstoffe sind fein und durchaus präsent. Pilze und Wald im Finale. Top Stoff und haltbar.
Chateau Palmer! Eigenständig und traditionell, aber auch Wegbereiter im heutigen Bordeaux.
Danke.

Mehr Informationen www.finewineshop.com
Michael Kantor www.herbeck.wien

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