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MOUTON und FAMILIE

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Chateau MOUTON ROTHSCHILD ist halt schon ein klingender Name. Nicht nur im BORDEAUX haben die Rothschilds viel beigetragen. Wie hier schon öfters erwähnt, gibt es Projekte in aller Welt.

Die Rothschilds haben ihr Geld frühzeitig gemacht, im Bankenwesen mit Niederlassungen in Paris, London und Wien. Baron NATHANIEL DE ROTHSCHIULD wollte seinen Gästen eigenen Wein servieren, 1853 kaufte er CHATEAU BRANE MOUTON, im Herzen des Dorfes PAUILLAC. Es wurde in MOUTON ROTHSCHILD umbenannt. Wein wurde damals im Fass an Händler verkauft. So entstanden berühmte Abfüllungen, wie VANDERMEULEN, MÄHLER BESSE oder CORDIER. Diese waren wichtig und waren lange am Etikett zu finden. PHILIPPE DE ROTHSCHILD übernahm das Gut 1922 und entschied den Wein am CHATEAU zu füllen. Man brauchte natürlich ein Label und entwarf 1924 eines, ein Künstler wurde beauftragt, der Rest ist Geschichte.

1933 kaufte man ein kleines Handelshaus und die Marke MOUTON CADET entstand. Heute ist sie die größte Marke im Bordeaux. 1945, wurde um den Sieg der Alliierten zu feiern, ein V auf die Flasche geprägt und auch ein besonderes Etikett kreiert. Es wurde jetzt jedes Jahr ein anderer Künstler in Szene gesetzt. Erst 1973 bekam MOUTON den Status eines PREMIER CRU CLASSE zugesprochen. Die anderen waren ja bereits 1855 klassifiziert worden. 1991 machte man erstmals einen Weißwein, AILE D’ARGENT, heißt soviel wie Silberflügel, bezieht sich auf ein Märchen. 1993 wird ein Zweitwein vorgestellt, LE PETIT MOUTON.

2006 wurde 1945 Mouton der teuerste Wein der Welt, bei einer Versteigerung wurden 12 Flaschen um ca 300 000 Dollar verkauft. Aber keine Sorge, die Preise sind wieder gefallen.
Zu ROTHSCHILD gehören mittlerweile CLERC MILON, D’ARMAILHAC und der Vertrieb von COUTET in BARSAC. Eine Masterclass unter der Patronanz von HANS MARTIN GESELLMANN, ein kleiner Bordeaux Papst, bot eine Tour durch das Imperium.

CHATEAU CLERC MILON gehörte mal der Familie CLERC, immer den LAFITE und MOUTON verbunden. Beide wurden von den Rothschilds übernommen. 1855 wurde man bereits in die Klassifikation aufgenommen. 1970 wurde es Baron Philip gekauft und steht im Range eines 5 ieme Classé.

PASTOURELLE DE CLERC MILON 2019 66% Merlot 23% CS 11% CF
Ein schönes Glas Wein ist dieser Zweite vom Chateau. Gute, dichte Frucht. Vanille, leicht röstig. Mehr Himbeere und Cassis dann. Cremiges Mundgefühl, angenehme Länge und Struktur. Finale wird frischer.

CLERC MILON 2019 72% CS 25% Petit Verdot 22% Merlot 4% CF
Schon eine Klasse drüber. Tiefe Frucht, Johannisbeere, rauchige Anklänge. Zimtrinde. Feine Tannine und eine gute Säure geben Struktur und Länge. Bleistift im Finale. Durchaus schon zu trinken, viel Zukunft.

CHATEAU D’ARMAILHAC 55% CS 30% Merlot 10% CF 5% Petit Verdot
Auch ein 5 ieme Cru Classé wurde 1937 von den Rothschilds übernommen. Ein altes Gut, seit 1670 gibt es hier Reben. Die Geschichte ist eng mit MOUTON und LAFITE verbunden. Ebenso PONTET CANET, als direkter Nachbar. Man hatte eine Zeit lang Mouton auch im Namen. Immer ein guter Tipp, bezüglich Preis und Qualität. Auch heute funktioniert der Wein gut und schnell. Verspielte und einladende Nase. Kirsche, Cassis. Karamell und eine gute Säure. Hinten etwas Minze, Kakao und somit ein kühles Finish. Gutes Tannin. Feiner Wein, auch in ein paar Jahren. Tipp.

LE PETIT MOUTON 2016 62% CS 25% M 3% CF
Ein sehr gutes Jahr, und auch ein wunderbarer Wein. Tiefe Frucht und sofort auch Graphit dabei. Röstaromen und Cassis. Teeblatt, Tinte. Sehr lang und dicht. Fleischiges und auch elegantes Finale. Tolle Struktur und alles da. Top. Die Trauben kommen aus Flächen rund um das Plateau Mouton und Plateau Lafite.

CHATEAU MOUTON ROTHSCHILD 2015 82% CS 16% M 2% CF
Aus dem Plateau Mouton kommt dann der GRAND VIN, der immer mindestens 80% CS hat. Ein gutes Jahr, welches schon fein zu trinken ist. Natürlich werden ihm 5 bis 10 Jahre sehr gut tun. Kühl, direkt zurückhaltend die Nase. Elegant und . Pilze und Erdigkeit. Säure und feine Gerbstoffe im Abgang. Zedernholz, mehr Fleisch und Tinte. Kühle Noten kommen. Großer Wein, schon antrinkbar.

AILE D’ARGENT 2022 52% Sauvignon Blanc 37% Semilion immer auch 1 % Muscadelle und Sauvignon Gris.
Schöne Nase, dezentes Holz, Vanille, Strudel. Lemon Curd, kandierte Orangen. Ananas. Honigwaben. Gutes Mundgefühl, cremig und dicht. Melisse, helle Blumen, Wiese. Zesten. Hinten Wieder Vanille und Lemon Curd. Lang und gerne in ein paar Jahren. Sehr schön.

CHATEAU COUTET 2020 BARSAC 95% Semilion 4% Sauvignon Blanc 1% Muscadelle
Ich habe dieses Süßweingut sehr schätzen gelernt, es bietet immer einen schönen Sauternes um ein faires Geld. Wurde als Festung erbaut und bereits 1643 ließ der Lord of Coutet Trauben anbauen. Bereits Thomas JEFFERSON nannte ihn den besten Wein in Barsac. Später gehörte das Chateau zur Familie LUR SALUCES, welche auch im Besitz von YQUEM, DE FARGUES und FILHOT waren. Auch wenn man nicht COUTET gekauft hat, so einigten sich die Besitzer mit den ROTHSCHILDS über Beratung bei Weinbau und Vertrieb.
Somit hat man hier ein schönes Glas Sauternes. Leichte Schuhcreme. Dicht, cremige Süße. Apfelstrudel, Krokant, Honigmelone. Mineralität hinten raus. Lang und schöne Säure im Abgang. Herrlich. Tipp.

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www.herbeck.wien

Euer Michael Kantor




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