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Ammos (Wien)

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"Nachdem das Lokal nur 2 Gehminuten von uns entfernt ist..." (Zitat) - parken wir in erster Reihe direkt vor der Tür unser Kleinfahrzeug.

Eigentlich essen wir richtig gern mediterran, nur von der griechischen "Grillerei" waren wir noch nie begeistert. Griechische Lokale in Wien und Umgebung bestätigten bislang unseren Eindruck, dass am griechischen Herd keine große Kochkompetenz nötig ist. Präteritum!

Im Lokal bzw. Schankraum angekommen - aufmerksam freundlicher Empfang, Reservierung hat gut funktioniert - wär' aber nicht nötig gewesen. Der Nichtraucherbereich war nur lose besetzt (3 Tische) und auch der Raucherbereich hatte die Tendenz zur Leere. Wir bemerken Umbauarbeiten mit mittlerer Reichweite zur Verbesserung des Raumambientes und finden es nun viel heller als zuvor. Die alten geschmackvollen Holzvertäfelungen sind erhalten geblieben und nur eine Wand wurde mit dem aktuell omnipräsenten Natursteinverbau und alle anderen mit den typischen Grienchenlandassoziationen in Bildform "geziert". Nicht unser Stil aber insgesamt fühlen wir uns wohler als in den vorher hier versuchten Gestaltungskonzepten. Vor allem die Tischanordnung ist jetzt trotz des kleinen Raumes gut gelöst.

Hier scheint die Hierarchie noch nach dem Generationenstatus vorgegeben zu sein. Der Lokal-Älteste, der mit der 38jährigen Erfahrung in der Gastronomie, gibt hier im wahrsten Sinne des Wortes den Ton an. Er führt uns zum Tisch, plaudert mit uns und auch den anderen Gästen, und möchte dann gleich noch mit griechisch dominanten Charme bei uns die Speisenauswahl übernehmen. Wir sind geschmacklich in fast jeder Küche dieser Welt souverän, können uns durchsetzen und bestellen, was wir wollen. Zur Vorspeise sollen's 3 Mezedes werden: die Schwarzaugenbohnen mit Sardellen, Melanzaniaufstrich und mit Käse gefüllte Paprika.

Durch die
gut gemeinte Beratung, läuft’s nicht ganz Rund mit der Bestellaufgabe. Nach Getränken werden wir erst gefragt nach dem die Vorspeisen schon am Tisch stehen. Auch bei der Weinauswahl will der erfahrene Herr mitmischen und uns engagiert beratend zur Seite stehen. Wird aber mit unserem Getränkewunsch höflich unterbrochen und scheint mit unserer Auswahl (vor allem weintechnisch) sehr einverstanden zu sein. Ein Cola light in der Flasche und 1/8 roter Syrah aus Mazedonien 2011 (€ 3,50) werden ganz schnell nachgebracht. Erstaunlich guter Rotwein und das Cola tatsächlich ohne Glas – so wollen wir das - bravo!

Alle drei Mezedes
sind tatsächlich frisch in der Küche zubereitet und trotzdem schnell am Tisch. Der Melanzaniaufstrich in frisch heller Farbe – leicht mit Knoblauch und Zitronensaft abgeschmeckt. Kräftiges Olivenöl drüber und eine aromatische schwarze Olive oben drauf. So einfach – so gut! (€ 3,70)
Die 2 lauwarmen roten Spitzpaprika liegen auf balsamico-marinierten Salatblättern und sind mit einer schmelzend käsigen Füllung gefüttert. Sehen toll aus und schmecken auch so. (€5,80)

Wir sind nur halbherzige Sardellenfans,
aber das halbe Herz dafür umso mehr. Dennoch schmecken uns die Schwarzaugenbohnen (€ 5,40) mit ihrem typisch nussigen Aroma - in einer Marinade aus frischen Kräutern (Dille und Petersilie), Zitronensaft, speziellem griechischen Meersalz (tatsächlich schmeckbar), Olivenöl, Zitronensaft und Sojasauce - am besten. Und die leicht öligen Sardellenfilets oben drauf eben nur einem von uns beiden. Auch wenn man Sardellen in Öl nicht mag – in dem Gericht sind sie nicht wegzulassen. Das Öl der kleinen Geschmacksbomben reichert die Marinade der Bohnen noch zusätzlich an und das gibt den besonderen Dreh am Gaumen. So sehr einfach – so sehr gut! Alle Mezedes super portioniert.

Brot auf’s Haus
dazu – nett gemeint! Trocken und Altbacken war einmal! Mittlerweile hat der Koch, den Backofen entdeckt und schafft es tatsächlich ein herrlich speckig saftiges aber trotzdem extrem flaumiges Weißbrot zu backen. Ordentlich nachgebessert im Vergleich zum Erstbesuch!

Hauptspeisenwünsche
werden bei uns kurz nach dem Servieren der Vorspeisen aufgenommen. Ist ok. Wir fragen auch gleich nach Leitungswasser zum Wein. Eine ganze Karaffe wird mit einem Lächeln und sympathischen Schmäh vom weisen engagierten Herrn serviert. Sehr aufmerksam und gastlich – wir fühlen uns wohl.

Uns trösten
dann unsere Hauptspeisen gut über die enttäuschende Brotleistung. Im Winter essen wir gern rotes Fleisch. Und auf der Speisenkarte gibt’s so viel Gutes vom Lamm – also einmal die Lammplatte (Lammspieß, Lammlungenbraten, Lammkotelett dazu frittierte Erdäpfelspalten, paradeisiger Gemüseeintopf, ein bisschen Tzatziki und locker gedünsteter Reis) für € 15,20 und der marinierte Lammspieß (€ 11,50) laut Karte mit gerösteten Tomaten, eben den gleichen Erdäpfelspalten und Pita Brot. Aber am Teller waren dann die gleichen Beilagen, wie bei der Lammplatte. Nicht gut, denn eigentlich wollen wir immer das, was wir auch auf der Karte lesen und nicht eine Eigeninterpretation der Küchenmannschaft.

Diesmal
wollen wir aber nicht so streng sein – nur auf’s Pita-Brot haben wir bestanden, damit das Brotminus wieder gut gemacht werden kann – aber auch hier: nicht wirklich gut. Das Pitabrot ist definitiv ein eher schlecht aufgebackenes Fertigprodukt.

Aber sonst
war alles gekonnt zubereitet. Die Erdäpfelspalten goldig und genau richtig gesalzen, der Tzatziki nicht zu knoblauchlastig und dafür schön cremig, frisches Gemüse sowie Kräuter in der Gemüsebeilage . Der Lungenbraten war vielleicht doch ein bisschen zu lang auf der Grillplatte, das Gemüse ein bisschen zu lang der Hitze im Topf ausgesetzt… Trotzdem: es bleibt sehr gut. Das Fleisch vom Spieß war tatsächlich mariniert, denn das hat man eben auch dezent angenehm geschmeckt. Und das Lammkotelett war ein besonderer Genuss für uns. So zart und rosa am Knochen – top! Und wir sind jetzt noch zufrieden und satt.

Daher
beim zweiten Besuch gleich nur Lammkotelettes pur, leider viel zu lang auf der Grillplatte, daher viel zu zäh und gar nicht rosa. Leider enttäuschend. ABER:

Es geht steil bergauf im Ammos. Vor allem, was die Performance in der Küche angeht. Beim letzten Besuch - kam wieder Brot auf den Tisch, zum guten Einstand quasi (flaumig weißer Teig mit Karotten eingearbeitet). Zwei Tagesmenü-Angebote (ja, gilt auch abends): geschmorte Lammstelze im eigenen Saft mit Polenta und glacierten Karotten dazu Salat und nachher ein Schokomousse und Keftedes (angeblich vom Rind pur - sicher waren wir uns da aber dann doch nicht) in Rotweinsauce mit Rosmarinerdäpfel und Linsenpüree. Dazu und danach in gleicher Begleitung. Wir nehmen beide und: Auf so hohem Niveau sind wir in einem griechischen Lokal noch nie bekocht worden. Sensationelle Leistung am Teller. Weich geschmorte Lammstelze, glänzend intensive Bratensauce, buttersüß glacierte Karotten mit Minze und Petersilie bekräutert. Polentahasser lernen diese hier zu mögen. Die Keftedes (faschierte Laibchen) von zarter Größe dafür zu dritt am Teller. Auf den Punkt gebraten in der Rotweinsauce mit Oliven durchgezogen - die Erdäpfel jetzt mit frischem Rosmarin und ein wenig hochqualitativem Olivenöl angeröstet. Das Linsenpüree an sich recht gut - hätte aber ein wenig frische Säure vertragen. Salat wirklich angenehm mariniert - knackig frische Blätter und auch das Schokomousse hat der Koch gut getroffen. Recht kompakt aber leicht auf der Zunge. Der Blick auf die Teller allein macht schon Freude, aber das Essen im Ammos noch viel mehr.

Zum Abschluss
gibt’s eine Ouzo-Einladung. Und nicht nur, dass der einzigartig gut ist (ausgeglichen scharf und süß) sondern dazu serviert uns der väterliche Hausherr bei unserem ersten Besuch noch ein Teller mit verschieden geschmorten Fleischgerichten. Als Abschiedsgruß aus der Küche – und es war mürbe weich – zum Einen Rind mit Wacholder, Paradeiser und Rotwein, zum Anderen Schwein mit Kräutern, Knoblauch und Weißwein. Ausgezeichnet! Wir verabschieden uns auch und sagen: Aufwiedersehen – denn wir kommen gern noch öfter zum Griechen bei uns um’s Eck… und ja wir halten Wort - wir sind ziemlich oft vor Ort!

1 Kritik | Kritik verfassen

Speising sagt

empfehlenswert

empfohlen von dieBrotvernichter am 18.04.14 @ 17:14

Adresse

Sandleitengasse 64
1170 Wien
Telefon: 01 4862229
Email: info@ammos.at

Küchenzeiten: tägl. 11.30-22.30 Uhr
Menüpreis: €

Inhaber: Wlassis Tsatsaris und Ilias Kommatas

www.ammos.at

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