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Heuer am Karlsplatz (Wien)

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 Heuer am Karlsplatz (Wien)

Wirklich leiwand. Im Heuer taugt mir alles: Die Atmosphäre ist immens entspannt, weil es die Gäste sind, weil es das Personal ist, weil auch die Gerichte entspannt sind. Man sitzt sehr schön auf Holzsesseln und an kleinen, hübschen Tischen, die Bäume sorgen für Kühlung, das Lüfterl ebenso. Drinnen ist es geordnet schick und auch sehr schön ;-)
Verkocht wird hier, was in den Monaten vor und seit der Eröffnung sauer/alkoholisch/in Öl eingelegt wurde: Obst, Beeren, Gemüse, Kräuter, ... die großen Gläser stehen beeindruckend an der Wand, sauber geschlichtet und echt gut anzusehen.

In der Küche steht ein Könner, Peter Fallnbügl, wahrscheinlich von KönnerInnen unterstützt. Den Medien entnehme ich seine kochende Herkunft: Arlberg, Schweiz, London, Wien (Volksgarten Pavillon) und gemeinsames Arbeiten, Ausprobieren und Bedenken mit Spitzenkoch Rainer Stranzinger/Tanglberg. Er hat einen Smoker und tatsächlich auch einen Tandoori-Lehmofen zur Verfügung- und kann damit umgehen.

Die Karte liest sich like this:
Leichte Wurzelsuppe mit weißen Bohnen, Chili-Kräuter Salsa Verde, 4.20. Oder Lehmofenflade mit Prosciutto, Ziegenkäse-Frühlingszwiebelsorbet 8.50. Oder Ricotta-Zitrus-Ravioli mit Salzzitronenvinaigrette, geräucherten Paprika und Junglauch 12.50. Oder gegrillte Bachforelle mit gebratener Zitrone, Rouille, Rübengrün und jungem Knoblauch 15.50. Aber auch Lammhüferl aus dem Tandoori mit Zeller-Erbsen-Mousseline und Pimientos de Padrón 17.50.
Unvermeidbar zurzeit der Burger: mit gebackenen Erdäpfeln und Dijon-Mayonnaise, Fleisch vom Höllerschmid (dry aged) und Cheddar, Coleslaw, Salzgurken und Rotenrübenrelisch (RRR) um schlanke 12.80.
Das Dessert: Eine geeiste Valrhona Tarte mit Weichseln und Ananas-Buttermilch Sorbet 5.80.

Schmeckt sicher auch gut, das alles. Was hatte ich gegessen:
Rote Rüben aus der Folie mit Graumohnsenf, 4.50: Deliziösest! Auf den Rüben (ich wünschte sie mir entpackt) ein Prise Fleur de Sel, ich tippe auf Maldon, dazu drei Klacks wunderbaren Mohnsenf (Eigenproduktion), der mit seiner sauren Süß-Schärfe den Rüben auf perfekte Art und Weise Kontra gibt.
Filet vom Steirischen Freilandhuhn, mit Knoblauch und Ingwer mariniert, sous-vide 16 Minuten bei knapp über 76 Grad Celsius gegart, kurz über den Griller gerollt, mit Holler-Erdäpfel-Ratatouille und Gremolata 12.50: So zart kann Huhn sein, das trotzdem außen schön angekokelt ist - hui! Dazu eine Art Schaum, der aus Gegenbauers Pur Essig (der mit Hollerblüten angesetzt wurde) und Beurre-blanc aufgeschlagen wird - spannender Trockeneffekt im Mund, interessant zur Gremolata und zum Huhn. Rocks!

Es gibt hier Frühstücke für jede Vorliebe, vegan, süß, gemischt, ... Porridge und Ahornsirup, oder Birchermüsli mit Granola, ... werktags bis 12 Uhr, WE+Fe bis 16 Uhr.

Das Heuer ist brillant konzipiert und wird von den vier Protagonisten hochprofessionell umgesetzt: Javier Mancilla ist für das Kreative zuständig, Simon Steiner kümmert sich um die Abläufe, quasi der operative Geschäftsführer, Christian Kober ist Restaurantleiter und Pächter Andreas Wiesmüller brütet stundenlang als Investor über den Zahlen - es soll das Lokal schließlich noch länger geben. Und wenn Peter Fallnbügl das Kochen nicht über Nacht verlernt, wird dem auch nicht so sein.

Heuer (Wien)
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Zweiter Besuch
Samstagabend, gut besucht. Blattsalat mit Wiesenkräutern (Portulak!Rosenblütenblätter?), Radi, Ziegenfrischkäse, mit sensationellem Dressing (Erdbeer, Rüben). Zum Eingraben gut. Antipasti-Teller auch gut, speziell das Hummus und die Oliven ganz hervorragend, aber auch die Paprika, Zucchini und der Fenchel. Dazu Fladen aus den Tandoori, geschmeidig weich, warm - perfekt passend zu Salat und Vorspeisen. Aus Gier erneut die Roten Rüben, bestätigt in der Meinung vom Erstbesuch: Schlicht, und schlicht gut.
Lammhüferl mit Liebstöckl-Jus, Pimientos de Padron und Süßkartoffelpüree an Stelle der Zeller-Erbsen-Mousseline. Ab 13. Dezember 2014 muss dann der Kellner nicht mehr situativ nachfragen gehen, ob der Zeller von der Stange oder der Knolle sei. Anyway, extrem intensiver Jus (brauchte dringend Fladen dazu), wunderbar zartes Hüferl aus dem Tandoori und Pimientos de Padron, die, wenn kräftig gesalzen, auch ihre Bitterkeit verloren haben. Dazu wünschte ich mir das Maldon-Salz am Tisch an Stelle des Rieselsalzes aus dem Streuer.
Gegrillte Bachforelle mit Rouille (hui!) und den Blättern der Roten Rübe, gehackt, auf Schwarzbrot (mit Rouille als Rutschstop) nebst gegrillten, jungen Knoblauch. Knoblauch galore in Summe, der Fisch aber so gut gegrillt, so zart und saftig, dass ich mir demnächst selbst so ein Teil auf den Rost legen muss. Benchmarkend. Die gebratene Zitrone dazu hat sich uns nicht ganz erschlossen, auch der junge Mann vom Service konnte uns da nicht weiterhelfen. Saft trat keiner aus, das Fruchtfleisch war bitter ... wir oder der Koch haben da noch ein schönes Lernfeld.

In Summe: SUPER.
Einen Wunsch hätte ich noch. Ich denke, dass man die Tische und Sessel durchaus so stellen kann, dass nicht eine Hälfte der Gäste komplett mit dem Rücken zum Betrieb sitzen muss. Das müsste ohne Sitzplatzverlust gehen, sieht vielleicht nicht so geordnet aus, bedeutet aber doppeltes Glück.

Gregor Fauma

1 Kritik | Kritik verfassen

Speising sagt

sehr gut

empfohlen am 17.07.14 @ 12:05

Adresse

Treitlstraße 2
1040 Wien
Telefon: +43 1 8900590
Email: reservierung@heuer-amkarlsplatz.com

Küchenzeiten: täglich durchgehend
Menüpreis: €€

Inhaber: Andreas Wiesmüller
Küchenchef: Peter Fallnbügl

www.heuer-amkarlsplatz.com

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