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Das Weinlog

12.09.04 @ 01:42

Taube contra Ziegenkäse

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Heute hatte ich die Gelegenheit, einen Tazzelenghe 1990 von den Vigne da Leon in Friaul und einen Amarone 1999 von Allegrini aus dem Valpolicella zu verkosten. Zwischen beiden Tropfen liegen nicht nur die Etsch und der Tagliamento sowie knappe zwei Autostunden, sondern auch wirkliche Weinwelten. Der Amarone, obwohl noch relativ jung: ein Taubenwein reinsten Geblüts, harmonisch, tiefgründig, würzig und nachhaltig. Der Tazzelenghe, wiewohl der wesemtlich ältere von beiden: aufmüpfig, säurestark, disparat und in seiner autochthonen Wucht dennoch überzeugend. Zu dem Täubchen, das, geschmort und mit kurz gebratener Brust heute mein karges Abendmahl bildete , passte der Tazzelenghe nicht, zum Ziegenkäse, den ich mir danach noch vergönnte, allerdings umso besser. Ist halt auch so ein dionysischer Bocksfußwein, während der Amarone mit Sicherheit den Segen Apolls genießt. (Ich entschuldige mich bei Antihumanisten und Nichtkennern der griechischen Mythologie für diese kleine Abschweifung, die man auch ohne Nachteil für den Weingenuss auch getrost überlesen kann. Da ich aber gerade an einer längeren Abhandlung über dionysische und apollinische Weine arbeite, kann ich leider aus Gründen meiner eigenen Seelenhygiene nicht umhin, darauf hinzuweisen.)

8 Kommentare | Kommentar abgeben

noapino, 12.09.04 @ 17:08

Traum und Rausch?
Ich möchte gleich vorneweg bitten, meine nur höchst rudimentären humanistischen Kenntnisse zu entschuldigen, aber diese Unterscheidung zwischen dionysischen und apollinischen Weinen interessiert mich doch so sehr, dass ich ohne das Erscheinen der Abhandlung abzuwarten eine kurze Aufklärung erbitte.

Was zeichnet einen dionysischen und was einen apollinischen Wein aus?

Ich kann mich zwar nicht erinnern jemals einen Tazzelenghe verkostet zu haben, mir jedoch durchaus vorstellen, dass es sich dabei um einen Wein handelt der geeignet ist Ausbrüche barbarisch-titanenhafter Ekstase hervorzurufen.

Und Schönheit oder Individualität will ich den Amarones auch keineswegs absprechen, aber Amarone als Wein zu sehen (bzw. zu trinken), der die apollinischen Satzungen der sittlichen Reinheit und der Mäßigung verkörpert, fällt mir bei einem Alkoholgehalt von bis zu über 15% und einer Üppigkeit, die ihresgleichen sucht, schon schwer.

andreasbigler, 12.09.04 @ 12:40

Identifizierung und Amarone
1.) Angesichts des "gesamtkulinarischen" Inhalts, wäre es für meinen Teil gar nicht notwendig gewesen, den "CW" nachträglich anzuführen.

2.) Amarone - ich steh total auf gute Amarones, vorallem, wenn dann die Rechnung kommt (*gg*), dieser extrem dichte Geruch und der augewogene Geschmack, haben es mir persönlich angetan. Allerdings hab ich es noch nie geschafft, Amarone mit einer Speise zu kombinieren, ohne von einem extremen Völlegefühl heimgesucht zu werden. Mein geliebter Amarone bleibt für mich immer solo, aber ein Glaserl mit einem Glaserl zu begleiten, ist auch nicht so übel.

p.s.: Erklärung zum Augustinterview; ich bin kernlos und übrigens, meine Tippppfehler sind nur aüßerlich, von innen kommt alles immer richtig.....

ChristophWagner, 12.09.04 @ 01:45

...und wieder einmal...
auf den Abschicken-Button gedrückt, ohne mich vorgestellt zu haben. - cw war´s. Will mich aber nicht wichtig machen, bin nur (um 1:45h hoffentlich entschuldbar) vergesslich.

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