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Das Weinlog
24.12.04 @ 15:46
Wei(h)n achten
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Wir TraubingerInnen achten den Wein das ganze Jahr über, aber es lässt sich nicht vermeiden, dass wir wie andere Erdenbürger auch zu den Festtagen mit erhöhter Achtsamkeit an die Wahl der richtigen Flasche herangehen: was trinke ich im trauten Familienkreis mit Kindern und Großmutter ? (Morillon Pfarrweingarten 01 vom Sattlerhof zum eingelegten Kaninchen, oder aber Chardonnay Reserve Ried Ladner vom Jurtschitsch), was bei der Freundesfeier zu mallorquinischem Rind? (erst eine Garnacha Blanca 03 aus D.O. Terra Alta, dann wohl einen Bertl Gmeiner aus Purbach – ob Blaufränkisch Antiquum oder gar den Pinot, ist noch nicht klar) – denn einerseits will man niemanden überanstrengen, andererseits selbst große Freude dabei haben!
Große Freude mit unserer Weinachtsamkeit nicht nur zur Weihnacht wünsche ich aber all den eifrigen traubing/speising-members mit herzlichem Dank fürs tatkräftige Posten – das Neue Jahr wird mit ungebrochenem Elan angegangen!
23 Kommentare | Kommentar abgeben
ChristophWagner, 25.12.04 @ 15:52
Kaschalieren
Die beste aller Gattinnen liest gottlob (Stichwort: Zeitökonomie) meine Speising-Eintragungen nicht. Im Gegenzug wiird sie von mir, besonders um die Weihnachtszeit, kaschaliert (d.h. mit Schmeicheleinheiten aller Art exzessiv verwöhnt). Ich kenne das Wort eigentlich nur aus dem Obderennsischen, von dort allerdings recht heftig. Denn merke: Wer in meiner Heimat niemanden kaschaliert, aus dem kann nichts Rechtes werden. (Mag aber sein, dass man Kaschalieren anders schreibt: Ich habe es gestern zum ersten Mal in meinem Leben niedergeschrieben, aber zuvor schon häufig gehört und gesagt.)
-hs, 25.12.04 @ 12:38
Disziplinlos
mit reichlicher Verspätung möchte ich mich den Weihnachtsgrüßen an alle Traub- und Speis-ingerInnen anschließen und bitte beschämt darum, mir meine Disziplinlosigkeit zu verzeihen).
Traditionell ist bei uns das Essen am 24. eher weniger aufwändig gestaltet, und auch wenn die gekochten Kalbsbrätwürstel mit "Gstampften" , die in meiner Kindheit obligatorisch waren mittlerweile innerfamiliär nicht mehr mehrheitsfähig sind, so musste es bei uns eine einfache Entenbrust mit Madeirasauce und Zuckererbsenschoten tun, die jedoch in Kombination mit dem Romanée-St-Vivant 95 von Confuron ein recht wohligen Gefühl erzeugte.
Dank einer Einladung bin ich auch heute von Kochdiensten befreit, sodass mein eigentliches Wei(h)nachtsessen wohl schon vor einigen Tagen stattgefunden hat, als ich (mit freundlicher Unterstützung) für 12 Weinfreunde kochen durfte:
Zu den Gänselebervariationen (Royal mit GL und Wachteleidotter, Terrine auf Mürbteigstäbchen mit süß-sauren Marillen) Dom Perignon, dann Laville- und Haut-Brion blanc 1985 zu Jakobsmuscheln mit Sauternessauce und geschmortem Chicoree (ja, ich weiß, das ist 80er-Jahre Küche, aber das Rezept ist köstlich), und dann vor und zur Niedertemperatur-Hochrippe (4,5kg) mit Polenta, Portweinschalotten und Muskatkürbisstreifen 12 Normalflaschen und eine Magnum Bordeaux 1985 (leider ein Kork - Cheval blanc :-(
Dann noch Käse und Kuchen und einige Deutsche mehr oder minder süß, die ich aber nicht notiert und daher schon vergessen habe, obwohl sie durchaus mundeten.
Den frommen Wünschen von CW - unsere Zukunft betreffend - kann ich mich nur anschließen. (Obwohl: gab's da nicht einmal eine Diskussion mit der besten aller Gattinnen?)
P.S: was bedeutet "kaschalieren"? Weder die Brüder Grimm, noch mein Wiener Dialektlexikon konnten mir hier Aufschluss geben.
ChristophWagner, 25.12.04 @ 02:42
Liebe Angelika!
Das nenne ich Disziplin. Am Heilgen Abend um 15.46h, da putzt man/frau den Weihnachtsbaum auf, küsst Tanten, kaschaliert Onkel, holt Omas, besucht Opas, beruhigt aufgeregte Kinder oder produziert, so solche nicht vorhanden sind, notfalls im Christbaumschatten neue. Aber um diese heilige Zeit ein Posting an Speising aufzugeben, das verdient Respekt.
Ich stelle mich also beschämt, gerade elf Stunden später, auch mit meinem Weihnachtsresümmée ein. Ich habe de letzten zwei Tage mit Tieren verbracht, genau gesagt, mit vier Entlein. Eine habe ich pastetisiert, eine versulzt, zwei gebraten und den Rest davon versuppt und zu Sugo verarbeitet.
Liebreizende WeggefährtInnen dabei waren (neben meiner Frau und meinen beiden Töchtern) eine Flasche Grüner Veltliner 2003 von Pitnauer als Summe aller „Chefachterln", eine Flasche Inamera von Stieglmar (mittags, zur eingemachten Entensuppe und den Enten-Pappardelle), eine Flasche DOM (zum Beluga-Caviar, der sich gewissermaßen ungefragt, inkusive Salzerdäpfeln und Sauerrahm, in unsere Entenweihnacht einschlich), eine Flasche Corton Charlemagne 2002 (zur Entensulz und zur Entenpastete), und last not least eine Flasche Olivin 1999 zur von Maistalern und
Rotkraut nach Hans-Haas-Rezept begleiteten gebratenen Ente, die im selben Maß knusprig wie der Olivin, nach entsprechender Lüftung, samtig war.
Die Weihnachtsbäckerei stammte von meinen Töchtern, der Rosenmuskateller dazu von Schloss Salegg on Südtirol . Und in diesem Sinn wünsche ich nicht nur Dir, liebe — pflichtbewusste — Angelika, sondern allen SpeisingerInnen ein feucht-fröhliches Weihnachtsfest. Ganz nach dem, nicht ganz unzynischen, aber allemal treffenden Motto: Soll uns nie schlechter gehen.
--- 04.09.18 @ 20:56
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--- 13.10.16 @ 13:42
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Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
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Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33