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Das Weinlog
14.02.05 @ 22:57
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Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Siegerweine von Blindverkostungen meist aus dem letzten Drittel der präsentierten Weine kommen.
Bislang hatte ich dafür zwei Erklärungen:
a) Der- oder diejenige der bzw. die die Weine reiht versucht eine dramatische Steigerung erreichen.
b) Je länger die Verkostung dauert, umso mehr steigt die Alkoholisierung der VerkosterInnen und parallel damit gleichermaßen Toleranz wie Euphorie.
Nun erfahre ich, dieser Effekt lasse sich auch bei Hundeschauen, dem Eurovisions Song Contest und der Eiskunstlaufweltmeisterschaft beobachten. Da ich nicht annehme, dass die Urteilskraft der JurorInnen dieser Wettkämpfe ebenfalls durch berauschend wirkende Suchtmittel beeinflusst wird muss ich wohl von meiner zweiten Vermutung Abstand nehmen und Abbitte leisten.
Was ich hiermit versuche.
science.orf.at/science/news/132662
9 Kommentare | Kommentar abgeben
andreasbigler, 17.02.05 @ 11:15
Bigler's Antworten:
@ -ad-:
Eh keine Blumen, war nur ehrlich gemeint, ich kann nämlich nicht wirklich gut lügen und Blumen mag ich nur am Fenster - "Eisblumen", draußen -7 bis -13°C, pickelharte Piste, keine Bremser und messerscharfe Kanten am Board. Drinnen, also nach der Snowboarderei, Kachelofen, einen groooooßen Kriacherl und einen ziemlich seeeeehr grooooßen Glühwein. Ich weiß, hat null mit Degustation zu tun, ist aber richtig leiwand und macht Spaß:
http://homepage.mac.com/andreasbigler1/Snowboard/PhotoAlbum118.html
@ classic-wine:
Danke für die Erklärung, ich bin mit meiner derben Einschätzung also eh nicht zu falsch gelegen. Allerdings bin ich selbst manchmal ein Störenfried, nämlich dann, wenn besagte Tschecheranten nicht behirnen, dass sie mich in Ruh lassen sollen, dann teil ich denen das immer lautstark mit. Sorry, ich hab zwar eh schon viel dazu gelernt bezüglich Beherrschung, aber manchmal kann ich einfach nur noch auszucken!
@ jamiesolive:
Siehst, das taugt mir so an dir - Spaß haben (so wie es aussieht, muss mancher Zeitgenosse, sogar das lernen)! Das richtige Leben ist eh manchmal traurig genug, so dass es absolut unnötig ist in jeder Situation auf gediegen und "unlustig" zu machen.
In unser aller Namen bedanke ich mich bei denen, die sich immer so schön vera... lassen und immer soooooo lange brauchen, bis sie mitkriegen, was eigentlich los ist. Bei deinen Postings muss ich meistens lächeln, weils originell ist und trotzdem denk ich auch ein wenig über das Geschriebene nach. Vielleicht liegt das an dem Britischen Teil in dir, keine Ahnung ........
Nein, nein, ich hab auch nix mit unserer Olive, die einzigen Oliven mit denen ich was anfangen kann, sind die vom Arnaud!
jamiesolive, 17.02.05 @ 01:47
degustaterros
Ich denke, wir solten uns gegen sie zusammenschließen und mit AB u.a. einfach a Hetz ham. Wo sonst außer auf speising.net wäre das heute noch möglich?
classic-wine, 16.02.05 @ 22:57
DEGUSTATIONSTERRORISTEN
wissen alles besser, sagen dies zu laut, streiten sich, kommen betrunken zur verkostung.......
oder auch teilnehmer an verkostungen die den anderen teilnehmern unangenehm auffallen und die stimmung zerstören.....
eine person genügt um aus einer top-verkostung einen peinlichen abend zu machen. da helfen beste organistaion und die besten weine auch nichts mehr.
-ad-, 16.02.05 @ 22:41
a hetz
Bei meiner heutigen längeren Zugfahrt habe ich mich durch die aktuellen Vinaria-Verkostungsergebnisse durchgelesen - und angesichts der Monsterprogramme frage ich mich doch , wie auch bei Splittung in Vor- und Finalrunden da überhaupt noch die nötige Gaumenfrische selbst bei routiniertesten Vertretern ihres Faches gegeben ist, um halbwegs relevante Ergebnisse zu zeitigen. Und am Schluss denk ich mir halt: hoffentlich haben sie auch a Hetz dabei g'habt!
@ Bigler
Jetzt aber Schluss mit den Blumen ;-)
und nein, Mann war ich noch nie, und mittlerweile möcht ich auch keiner mehr sein. Meine (Wein)schreiberischen Talente verschwende ich tatsächlich nur hier an diesem idyllischen traubing-Ort, sonst gehe ich handfesterer Betätigung nach.
andreasbigler, 16.02.05 @ 18:02
@ Classic - Wine
Sehr informativ und einleuchtend, was sie bezüglich "objektiver" Verkostung und Bewertung mitteilen, gefällt mir!
Aber bitte, was sind Degustationsterroristen? Für mich sind es immer die "Bürowalchen", wenn sie nach Dienstschluss öffentliche Verkostungen mit günstigen Besäufnissen verwechseln, aber welche Leute sind das bitte bei Verkostungen, wie von ihnen beschrieben?
Danke für die Info und liebe Grüße
Andy Bigler
classic-wine, 16.02.05 @ 14:03
BLINDVERKOSTUNG
Sehr geerhter Herr Wagner
Nach über 300 organisierten Degustationen kann ich sicher sagen das es die perfekte Weindegustation nicht gibt.
3 Tage hintereinander die gleichen Weine zu degustieren bringt leider auch nichts
..
Da die Flaschen ja unterschiedlich sein können, da die wirklichen Profis nach dem zweiten mal die Lust verlieren, (auch sicher nicht so viel Zeit haben), und es so viele andere Störungseinflüsse gibt, die das Ergebnis variieren können.
z.B.: Degustationsterroristen, Gläser, Karaffen, Dekandierzeit, Transport vor der Verkostung, Personal, Jahreszeit, Menge im Glas,Zusammenstellung, Essen, Wein-Temperatur, Raum Temperatur, Ambiente, Motivation, Abend davor, Alkoholspiegel, Hormonspiegel
..
und dann gibt es ja auch noch schwer zu messenden Komponenten wie Mondphase ,Wasseradern, Biorythmus etcetcetc.
Je mehr Weine man an einem Tag degustiert umso stumpfer wird der Gaumen. Die Weine die durch Süsse Konzentration oder Alk hervorstechen gewinnen, Finesse und Trinfreudigkeit bleibt auf der Strecke. Wenn man die Siegerweine dann zum Essen trinkt stellt man oft fest das die ja eigentlich kein Vergnügen bereiten.
Ich habe schon gelegentlich ohne wissen der Teilnehmer eine Magnum auf 2 Karaffen aufgeteilt und in 2 Serien verschiedene Serien gestellt, nur damit die Teilnehmer sich selbst überprüfen können.
Die fairste Art der Bewertung ist meiner Meinung:
Jeder nennt am Schluss seine 3 besten Weine, der Erste erhält 3 Punkte/ Zweiter 2 / Dritter 1/. Sieger ist der am Schluss die meisten Punkte erhält. Ergint einen Sieg der Vernunft und nicht der Mathematik.
Mein Tip hochwertige Weine zu geniessen:
Restaurant: 8-12 Personen, die man kennt und schätzt.
2 Vorspeisen mit Weinen zu Aufwärmen.
Nur eine Serie mit 6-8 Weinen wobei der erste Wein nicht gewertet wird, für die man aber genug Zeit hat.
Hauptspeise
1 Süsswein
PS: Mache ich in nächster Zeit mit Chateau Petrus70-76, Bordeaux 1959, Latour 55-75, Sauternes 1967
MFGMB
-hs, 15.02.05 @ 15:53
In meiner geliebten Freitagsrunde ....
In meiner geliebten Freitagsrunde haben wir es uns seit Jahren zur Gewohnheit gemacht die Weine bis zu drei Mal zu kosten:
1. zunächst blind (die Koster) und paarweise (die Weine): Dabei bekommt jedes Paar großzügige 20-30 Minuten. Manchmal auch mehr.
2. Am Ende (ev. nach einer Pause) nochmals selektiv zurück (allerdings nicht blind)
3. Am nächsten Tag nochmals alle unverdeckt durch.
Das erfüllt zwar nicht die strengen Kriterien unseres BM (die an des Panel glaube ich für meine Person auch nicht erfüllen zu können), führt aber doch immer wieder zu überraschenden Änderungen in der Einschätzung.
Und die sind nicht nur auf das Etikett zurückzuführen.
andreasbigler, 15.02.05 @ 10:48
@ CW
Ist aber traurig, wenn bei Profis die Angst des Blamierens regiert, denn blamieren kann sich eigentlich nur der, der das Maul zu weit aufreißt und ein wenig zu göttlich tut, oder wenn er von den Medien und den Zuschauern in einen göttlichen Status gehoben wird, was mir aber nur von Sportlern bekannt ist.
Ich persönlich finde ihre Idee ganz toll, man muss ja nicht gleich ein mediales Ereignis draus machen.
Solche Aktionen sind immer ganz lustig und lehrreich - hab ich mich da schon oft verhaut, aber wen juckts, ich find es nur gerecht, wenn die Natur (des Produkts) gewinnt und nicht der Mensch.
Mein Terminkalender ist zwar auch voll, aber oftmals steht da "keine Zeit haben, damit dich die DS bei einer Verkostung nicht öffnen können" - is natürlich ein Schmäh, da mir das so wurscht wäre ...
ChristophWagner, 15.02.05 @ 02:53
Es lebe der Durchschnitt
Der Grund, warum ich mich aus Vergleichsverkostungen aller Art weitgehend zurückgezogen habe, ist genau jener: Kein Verkoster der Welt gibt den ersten drei (von sagen wir einmal, 25) Weinen einer Verkostung die Höchstnote (auch nicht für einen Le Montrachet), weil man ja nie weiß, ob nicht noch was Besseres nachkommt. Wenn, etwa bei Gault-Millau-Verkostungen aus meiner Zeit (bis 1998) Weißweine von Veltliner bis TBA verkostet wurden, fiel mir immer das ungerechtfertigt schlechte Abschneiden der Veltliner auf (die immer um 9h früh und stets vor den dadurch stets bevorzugten Rieslingen drankamen) und das weit über Gebühr gute Abschneiden der Prädikatsweine, die gegen 13h oft viel mehr Punkte holten, als sie tatsächlich wert waren.
Die zweite Erfahrung, die ich bei solchen Verkostungen machte, war jene, dass die interessantesten Weine immer am relativ schlechtesten abschntten, während gut zugeschliffene Mainstreamweine oft in Führung lagen. Das lässt sich am Bespiel einer Champagnerverkostung besonders gut belegen. Sobald etwa Krug ins Spiel kommt (vor allem Clos de Mesnil), scheiden sich die Geister. Die leidenschaftlichen Sekttrinker unter den Verkostern votieren mit „kaputt, oxidativ etc.", die Krug-Freaks geben 19 Punkte, was dabei herauskommt, sind am Schluss magere 15 Punkte für Clos de Mesnil, und den Sieg heimst der wirklich auch nicht zu verachtende Taittinger, Dom Ruinart oder sonst einer ein, der mehrheitsfähigen Champagner produziert.
Im übrigen ist es mir leider bis dato noch nie gelungen, meine Lieblingsverkostung zu organisieren: Ein Panel von, sagen wir einmal, einem Dutzend erlesenen Kennern kostet dieselben 24 Weine am Freitag nach dem Frühstück, am Samstag vor dem Abendessen und am Sonntag nach dem Mittagessen in jeweils unterschiedlicher Reihenfolge. Diese Verkostung scheiterte stets daran, dass es nicht möglich war, dasselbe Panel an drei Tagen hintereinander auf einem Platz zu vergattern. In Wahrheit scheiterte das Unternehmen jedoch – davon bin ich überzeugt – daran, dass gute Verkoster wissen, dass sie sich bei dieser Versuchsanordnung nur blamieren können — und sich zumindest für eine, besser aber für zwei der Verkostungen unter Berufung auf ihren prall gefüllten Terminkalender entschuldigen.
--- 04.09.18 @ 20:56
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