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Das Weinlog
02.04.05 @ 11:41
Der Papst in Traubing
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Nachdem alle über den Papst schreiben, muss er natürlich auch in dieser Community vorkommen. Aber keine Angst, es wird weder pathetisch noch respektlos. Es ist nur eine kleine Geschichte, die mir ein großer Winzer erzählt hat.
Sie spielt in der Zeit, als Josef „Pepi” Umathum noch einen Messwein produzierte, der entsprechend der kirchlichen Vorschrift ohne jegliches Gramm Zucker auskam und völlig naturbelassen war. Ich habe damals jedes Jahr mehrere Kartons davon bezogen, weil ich ihn für den idealen, leichten weißen Tischwein hielt, und ich trauere diesem erfrischenden, angenehmen Tropfen (ebenso wie Pepis grandiosem Rosé) heute noch nach, aber das nur nebenbei.
Als Papst Johannes Paul II. für seinen Österreich-Besuch eine Wallfahrt in die Basilika von Frauenkirchen ankündigte, lag es selbstverständlich auf der Hand, dass der Papst das dortige Hochamt unter Zuhilfenahme von Pepis Messwein zelebrieren würde. Allein: Die Kurie in Rom verlangte, vorsichtig wie immer, zuvor eine Probe.
Pepi U. schickte also seinen Messwein nach Rom und erfuhr kurze Zeit später, dass er von den Vorkostern Seiner Heiligkeit mit der Bemerkung verworfen wurde, dass man dem Papst einen dermaßen sauren Wein leider nicht zumuten könne. Da fühlte Pepi Umathum sich herausgefordert und schickte noch eine kleine Sendung von seiner Trockenbeerenauslese nach, bemerkte aber, dass es sich dabei selbstverständlich nicht um Messwein handle.
Die Kurie zeigte sich dennoch begeistert, und der Papst hat anlässlich des Frauenkirchner Hochamts tatsächlich Josef Umathums Trockenbeerenauslese getrunken; wie man munkelt, sogar mit großer Freude.
7 Kommentare | Kommentar abgeben
steppenwolf, 04.04.05 @ 17:13
Zileks Eigentor
"Papi, wann darf ich denn mit der neuen Eisenbahn spielen?" zilkte es piepsend aus Mini-Zileks Munde. Der Achtjährige, bereits bestens in Lesen und Schreiben bewandert, hatte die Abkürzung Lok folgerichtig für Lokomotive erkannt und sich dementsprechend auch schon auf das neue Spielzeug gefreut.
"Söhnchen, das Lok steht für versperren, für verschliessen. Das ist ENGLISCH!" Zwar wusste Zilek, dass er Vinolok besser mit Vinoloc bezeichnet hätte. Es wäre die bessere und folgerichtigere Abkürzung gewesen, doch schauderte ihm beim Gedanken, dann seinen Namen vielleicht auch mit C schreiben zu müssen. Ein Cilec - gesprochen - Tschiletsch - hätte sich mit seinem Stolz, voll eingeösterreicherter Neuntbezirkeinwohner zu sein, nicht vertragen.
Mini-Zilek bastelt inzwischen an einer Laubsägearbeit, bei der er Löcher schneidet und die einen Vinolok-Teile als Räder hineinsteckt. So kann er sich doch einmal seinen Traum von der Vinolokomotive erfüllen. Und die Kleinbahn bringt ein neues Modell heraus: ein Tankwagen mit goldgelber Bemalung und dem Schriftzug Sattlerhof.
-hs, 03.04.05 @ 18:20
@vinolok : "Wer hat's erfunden?"
Erst auf dringendes Nachfrage war der stets bescheidene Wolfram Zilek bereit, seine maßgebliche (von ihm aber heruntergespielte) Mitwirkung bei der Entwicklung dieses Alternativverschlusses zu offenbaren.
(Diesmal also nicht Schweizer oder Finnen ;-)
alma, 02.04.05 @ 22:28
@ Überzieher
"Flaschenkorküberzieher" ist süß. Eigentlich ist es ja ein Überzieher für den Flaschenhals. Der Kork steckt in letzterem. Und das mit dem Überzieher und Rotblut bzw. Blutrot hört sich auf mit den alternativen Verschlüssen. Da muss kein Messerchen mehr angesetzt werden, um ans Innenleben der Flasche zu kommen:
Dreh und Trink ist - auch beim Vinolok-Glasstoppel - die Devise. Überzieher zum Abdrehen also.
Bei "Überzieher" aber fällt mir eigentlich Fritz Grünbaum ein:
"Schau ich hin auf den Fleck, ist der Überzieher weg"
Passt das irgendwie zu den Merowingern? Hulesch & Quenzel?
steppenwolf, 02.04.05 @ 22:14
Hulesch & Quenzel
Wohlwissend oder wohl gemerkt habend, dass Kommentaren zu vergangenen Einträgen im Zuge der neuesten Eintragunden nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird, erlaube ich mir an dieser Stelle - unterbrochen durch den Umstand, dass jetzt gerade die Meldung über das Ableben des Papstes eingetroffen ist, womit ich mir die Erlaubnis selbst wieder entziehe - den vormaligen Eintrag als hervorragend, kurzweilig, tiefsinnig und unterhaltend zu beurteilen.
Obwohl diese Seiten ja eher dem Weine und dem Humor gewidmet sind, findet zu bestimmten Zeiten doch die Realität einen ziemlich entscheidenden Einfluss auf die Zeiten.
Dies gesagt habend, verweise ich noch einmal auf H&Q und möchte erwähnen, dass ich besonders die Flaschenkorküberzieher liebe, die sich einem sauberen Abtrennen durch das Messer mit aller Hartnäckigkeit entziehne, wobei das streckenweise auftretende Abgleiten des Messers vom Flaschenhals bis tief in den mit Gegendruck versehenden Finger eine interessante Vergleichsnote der Farbtöne von Rotwein und Rotblut ermöglicht.
ChristophWagner, 02.04.05 @ 19:23
Dann muss ich wohl...
... wieder einmal beim Pepi vorbeischauen. Bei meinem letzten Besuch vor einem Jahr hat er mir das mit dem Rosé angedeutet, aber ich hab´s ihm nicht recht geglaubt.
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