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Das Weinlog
22.12.05 @ 00:20
idealtypisch - auch hieorts
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nebenan wird derzeit der Begriff des Idealtypischen durchaus tiefgehend (auch linguistisch - soziologisch) erörtert.
Da wollen wir keinesfalls zurückstehen.
Dem idealtypischen gebackenen Kalbskopf kann ich vorstellungsmäßig durchaus einiges abgewinnen (meinen bereitet Susi Böck in Langenlebarn, mit leichter Hand und ebensolcher Schnittlauchsauce), aber beim Wein habe ich Schwierigkeiten:
Idealtypischer Wein als solcher ist ohnehin kaum vorstellbar, aber kaum geringere Probleme habe ich, mir einen idealtypischen Grünen Veltliner, Riesling, Chardonnay, Blaufränkischen oder gar Pinot Noir auszumalen.
Selbst bei weitergehender Einengung ändert sich wenig: Was soll ich von einem idealtypischen Riesling Kellerberg des Jahrgangs 2004 erwarten, was von einem Musigny aus dem Jahr 1999?
Natürlich habe ich in beiden Fällen bestimmte Erwartungen, aber diese zu einem Idealtypus zusammenzusetzen und dann jeden Wein mit diesem Maß zu messen? Unvorstellbar. Da fasziniert mich die Vielfalt einfach zu sehr.
Bin ich damit alleine? Und falls nicht - worauf könnte dieser Unterschied zurückzuführen sein?
9 Kommentare | Kommentar abgeben
noapino, 22.12.05 @ 23:44
Langfassung
Jetzt habe ich die Langfassung doch noch ergoogelt und muss sie nicht in meiner alles andere als idealtypischen Erinnerung zusammenklauben:
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Ein Soziologe, ein Ingenieur, ein Experimentalphysiker, ein Mathematiker und ein theoretischer Physiker sitzen in einem Zugabteil auf ihrer ersten Englandreise.
Der Soziologe schaut aus dem Fenster und sagt: "Oh, wie interessant ein schwarzes Schaf"
Daraufhin der Ingenieur: "In England sind alle Schafe schwarz."
Daraufhin der Experimentalphysiker: "In England gibt es mindestens ein schwarzes Schaf."
Daraufhin der Mathematiker: "In England gibt es mindestens ein Schaf, das von einer Seite aus schwarz ist."
Daraufhin der theoretische Physiker: "In England gibt es mindestens ein Schaf, das uns aus dieser Entfernung unter diesen optischen Bedingungen schwarz erscheint."
Dem Soziologen wird es zu bunt, er zieht die Notbremse der Zug kommt zum stehen und die fünf steigen aus um den Dingen auf den Grund zu gehen. Als sie das Tier erreicht haben stellen sie fest, dass es tatsächlich auf der einen Seite weiss ist und und auf der anderen Seite schwarz mit kleinen aus der Ferne nicht erkennbaren weissen Flecken. Daraufhin tritt der Bauer heran, der sich über den Aufmarsch auf seinem Feld wundert.
Der Soziologe spricht ihn an: "Komische Schafe haben Sie hier".
Daraufhin der Bauer: "Das ist kein Schaf das ist eine Ziege!".
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Jetzt frage ich mich nur noch: "Was hat das mit dem Thema zu tun?"
Die Antwort ist 42!
Minimalist, 22.12.05 @ 17:09
Idealtypisch
Da fällt mir noch ein. Ein Wirtschaftswissenschafter, ein Physiker und ein Mathematiker gondeln mit dem Bus durch die ganz einsame, schottische Hochebene. Ein schwarzes Schaf am Horizont.
Alle telephonieren.
Ww: ganz Schottland voller schwarzer Schafe!
Ph: schwarze Schafe in Schottland!
Ma: in Schottland, mindestens ein Schaf, mindesten auf einer Seite schwarz!
Minimalist, 22.12.05 @ 15:19
Brautkleid bleibt Brautkleid, Blaukraut bleibt Blaukraut?
Ist eine nette Verhaspelungsformel aber keinesfalls "richtig".
Idealtypisch?
"Typisch" signalisiert einen "Wiedererkennungsgrad". Der englische Stecker und der Tirolerhut sind aber als Typenbezeichnung nicht äquivalent (ein Innsbrucker "erkennt" einen Tirolerhut anders als ein Fidschiinsulaner, beide sollten aber die Merkmale eines englischen Steckers "ident" erkennen).
Wenn wir also (wieder einmal) "x erkennt E als (zweifelsfrei) typisch" als Relation aufstellen erhalten wir sehr, sehr viele Kombinationen.
Ist das noch typisch?
Weil ich nicht allzu viele Übersee-Chardonnays wirklich gut kenne, typisiere ich sie ohne Verzögerung (Holz!). Weil ich sehr viele GV SM kenne, habe ich keine Chance sie zu typisieren.
Aber, liebe ich die GV SMs, weil ich sie kenne, oder kenne ich sie, weil ich sie liebe?
Das Zweite!
Kurz: zuwenig Information und zuviel Information widersetzen sich der Typisierung.
Alle Raben sind schwarz? Falsch, Eichelhäher sind nicht schwarz. Alle Raben sind schwarz oder Eichelhäher? (was soll das)
Ideal? Damit kann ich nichts anfangen, weil ich in einer nach oben offenen Skala lebe (ich habe immer noch einen besseren GV SM vor mir).
hypercube, 22.12.05 @ 10:14
laut Piccolo
könnte es sich somit bei Wein um ein "Auto oder anderes technisches Gerät" handeln. Tut es natürlich nicht. Aber was haben Wein und ein "Auto oder anderes technisches Gerät" dann gemeinsam?
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