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Das Weinlog
22.12.05 @ 00:20
idealtypisch - auch hieorts
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nebenan wird derzeit der Begriff des Idealtypischen durchaus tiefgehend (auch linguistisch - soziologisch) erörtert.
Da wollen wir keinesfalls zurückstehen.
Dem idealtypischen gebackenen Kalbskopf kann ich vorstellungsmäßig durchaus einiges abgewinnen (meinen bereitet Susi Böck in Langenlebarn, mit leichter Hand und ebensolcher Schnittlauchsauce), aber beim Wein habe ich Schwierigkeiten:
Idealtypischer Wein als solcher ist ohnehin kaum vorstellbar, aber kaum geringere Probleme habe ich, mir einen idealtypischen Grünen Veltliner, Riesling, Chardonnay, Blaufränkischen oder gar Pinot Noir auszumalen.
Selbst bei weitergehender Einengung ändert sich wenig: Was soll ich von einem idealtypischen Riesling Kellerberg des Jahrgangs 2004 erwarten, was von einem Musigny aus dem Jahr 1999?
Natürlich habe ich in beiden Fällen bestimmte Erwartungen, aber diese zu einem Idealtypus zusammenzusetzen und dann jeden Wein mit diesem Maß zu messen? Unvorstellbar. Da fasziniert mich die Vielfalt einfach zu sehr.
Bin ich damit alleine? Und falls nicht - worauf könnte dieser Unterschied zurückzuführen sein?
9 Kommentare | Kommentar abgeben
Minimalist, 24.12.05 @ 13:09
@hs
Ich denke, Sie sind Informatiker? Deshalb: in der Welt der objekt-orientierten Programmiesung gab es (zu Beginn) 2 Sprach-Konstrukte: Klassen und Prototypen. Klassen sind "Abstraktionen" aus welchen konkrete Objekte "abgeleitetet" werden. Prototypen "Musterbeispiele" aus welchen Objekte "geklont" werden.
Dabei geht es um unterschiedliche Auffassung der Dominanz von "ist ein" (Musigny ist ein Cote Nuit ist ein Cote d'Or ist ein Burgunder) und "hat ein" (Musigny hat ein ???) Relationen.
Ich glaube, prototypisch bei Wein KANN sehr gut passen MUSS aber nicht.
Bei, 85, M. v. Vogue kann ich dazu gar nichts sagen.
Bei 89 schon (habe aber keine Notizen und alles was neben "outstandimg" hängen blieb: "Himbeeren" (ist das schon prototypisch?))
-hs, 24.12.05 @ 00:03
Kindermord
Die derzeitige Leerung einer Flasche 99 Musigny von Vogue erfüllt zweifellos den Tatbestand des Kindermords.
Aber - ich bin dabei!
Bei der Gelegenheit (heute vor einer Woche mit Freunden und viel Genuss getrunken):
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Vogue Musigny 1985 Mag (aus meinem Keller, aber erst vor wenigen Jahren ersteigert)
Nase: zart animalisch, würzig, eigentlich nur ein Hauch Reife, dicht, fein, fast narkotisch, gleichzeitig ausladend und doch fokussiert
Gaumen: zunächst Süße, dann zupackende Säure, recht kernig, Ribisel, dann Himbeeren, straffes Tannin, lebendig, prototypisch und in Top Verfassung
18P
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Manchesmal zahlt es sich schon aus zu warten, insbesondere wenn ich mir den (Rot) Wein des Abends in Erinnerung rufe: ein 71er Corton Bressandes von Tollot Beaut (auch Magnum. Nicht von mir. Leider. ;-).
P.S.: In meiner oberflächlichen und nur unter Mobilisierung aller aufbietbaren Selbstdisziplin in meinen PDA gekritzelten Notiz habe ich unreflektiert den Begriff "prototypisch" gewählt. Nicht sooo weit weg von idealtypisch aber schlussendlich doch etwas ganz anderes.
Minimalist, 23.12.05 @ 11:37
Platz frei
hypercube, mein Platz ist schon frei, ich habe ja meine Typisierung schon gemacht.
hypercube, 23.12.05 @ 10:44
fehlt da einer?
ich komme einfach auch, ich habe nicht weit. Ich bring mein glas selbst mit. Prost
Minimalist, 23.12.05 @ 09:31
42 (2*3*7)
4 Speisinge (zum Beispiel, hs, noapino, andreasbigler, ich) verkosten (blind) einen 99 Musigny, Comte G. de Vogue.
Ich: idealtypischer Spätburgunder aus dem Ahrtal, ........................
--- 04.09.18 @ 20:56
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