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Das Weinlog
04.01.06 @ 11:22
six ways of making bubbles
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Jetzt sind sie alle geknallt, die Korken, und alle getrunken, die schäumenden Weine mit den feinen Perlen, am vierten Tage der neuen Jahresrechnung beginnen die Vorsätze schon langsam wieder in die versteckten Speicherplätze zu verschwinden, wo sie erst zum nächsten Silvester wieder feinpoliert herausgeholt werden.
Sechs Arten der Schaumweinproduktion gibt es, die nobelste als méthode traditionnelle oder als Champagnerverfahren bekannt, die älteste als méthode ancestrale, bei der junge Weine noch vor Ende der Gärung in Flaschen gefüllt werden, Restzucker behalten und zart schäumen. Dazwischen liegen jene Verfahren, die mehr oder weniger gute Qualitäten hervorbringen, wie Transfermethode und Charmat-Verfahren; am untersten Qualitätsende befindet sich die Karbonisierung (CO² in die Tanks pumpen). Nicht nur russischem Schaumwein vorbehalten ist die russian continous method, wo die Weine mehrere Tanks hintereinander durchlaufen.
Statt sich aber den hoffentlich nicht mehr schweren Kopf über diese six ways zu zerbrechen, wäre es doch viel vergnüglicher, sechs Wege zur anhaltenden Zufriedenheit zu definieren, Perlen für das zu lebende Leben. Und einer könnte (Pflichtübung für Traubinger?) in der noch sorgfältigeren Auswahl der zu trinkenden Weine bestehen!
Aus den diesbezüglich beglückenden Augenblicken der letzten Tage:
Grüner Veltliner Auslese 1995 von Karl Lagler (reif, nicht süß)
Schloß Halbturn Pinot Noir 2003 (ja, noch jung, aber ...)
Tiara 2004 Dirk Niepoort (ein Weißer aus dem Douro, frisch und tief und spannend)
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Lasst uns trinken und reden!
4 Kommentare | Kommentar abgeben
Minimalist, 09.01.06 @ 10:13
ladder with no end
Dieses Wochenende habe ich wieder einmal ausgiebig "Stormy Six" (eine italienische, linke Revoluzzerband der 60/70er) gehört. In einem Lieblingstitel: "I saw a ladder with no end....".
Diese sehe ich auch, beim Essen, aber insbesondere beim Wein. Mein Kopf wird immer noch einen besseren Honivogl, Kellerberg, Mouton, Chambertin,... "erschmecken".
Weil er es gut mit mir meint.
profiler, 06.01.06 @ 16:10
apropos fotografie.....
der von alma beschriebene seinszustand überkommt mich immer dann, wenn ich fotos von, dem von mir sehr verehrten, aber leider schon verstorbenen, ansel adams betrachte.
ich weiss, das hat jetzt nicht unmittelbar mit dem thema zu tun, aber trotzdem ist der erreichbare grad an zufriedenheit und innerer ruhe
in etwa derselbe. die erhabenheit, souveränität und stille die von diesen bildern ausgeht sind einzigartig und suchen ihresgleichen.
in anbetracht der tatsache, dass es sich teilweise um fünzig-sechzig jahre alte bilder handelt, glaubt man, am ende der suche nach zeitloser schönheit angelangt zu sein.
anders als bei henri cartier bresson, sind die bilder von ansel adams grösstenteils kompositionen, sprich, er hatte das bild schon vor seiner entstehung im kopf. bei bresson, dessen fotos eine subtilere genialität innewohnt, muss man sich die schönheit erst erarbeiten. nichts desto trotz, genial sind beide, jeder auf seine art.
gruss
alma, 06.01.06 @ 08:46
Kräutertee
Das Frühstück zum Feiertag beginnt mit Neuner's Imun-Plus Kräuter-Früchtetee, in dem neben Hibiscus, Hagebutten (beide Sorten waren Lieblingstees meiner Kindheit), Orangenschalen, Holunderblüten, Holunderbeern und Johannisbeeren auch Zimt, Gewürznelken, Ingwer und Kardomom beigefügt sind, was eine vielfältige Aromenfülle ergibt. Nach den durchaus hedonistischen Ausschweifungen vergangener Feiertage wohl eine Erholung, die dennoch nicht eines gewissen Qualitätsanspruches entbehrt.
Mr. Russell redet einem Einhalten das Wort, das dort angebracht ist, wo eine anhaltende Überfülle die Wahrnehmung zu trüben beginnt. Wenn aber Gutes in einer stetigen maßvollen Haltung genossen wird, so geht es nicht um das (männliche) Höher-Schneller-Weiter-Prinzip, sondern scheint auch mir ein möglicher Weg zur Zufriedenheit zu sein. Denn eines steht ja wohl außer Streit: Gutes kann auch einfach sein.
Und dennoch: wenn in einer zufällig zusammengewürfelten Runde erst ein Casalferro 2000 und drauf ein Hans Igler Cabernet Sauvignon Cart 2001 getrunken werden, der Cabernet sich wider Erwarten als Gaumenschmeichler im Gegensatz zum extrem röstaromengeprägten, gerbstoffbetonten Italiener erweist, alles ganz unprätentös und fröhlich genossen wird, macht sich eine Zufriedenheit breit, die wohl augenblicksgegeben ist und sich doch zur Summe aller anderen Zufriedenheiten gesellt.
Zum Beispiel Kräutertee, OE1, Morgensonne auf schneebedecktem Berg gegenüber und ein stiller Tag vor einem.
Russell, 05.01.06 @ 20:57
Kann Hedonismus zur Zufriedenheit führen?
Was für eine Anregung?
Six ways zur anhaltenden Zufriedenheit würde sich als Bestseller verkaufen. Ich denke, dass es keine allgemeine Formel geben kann, die jedem das geeignete Lebensrezept geben kann. Liest jemand diese Seiten, so mag der Entschluss, nur mehr sehr bedacht die richtigen Weine auszwählen zu wollen, als gutes Ingredienz zu hedonistischer Lebensführung zu sein.
Ich möchte aber einen anderen Gedankenanstoss geben, der nicht unumstritten sein wird. In jedem Bereich kann das Streben nach dem Besten, nach dem Höchsten zur Emüdung führen. Je mehr man sich einem gedachten Gipfel nähert, desto kleiner werden die Unterschiede, die zur freudigen Erkenntnis oder Wahrnehmung von Güteverbesserung herangezogen werden.
Eine Variation sollte daher nicht nur hinsichtlich der Inhalte sondern auch hinsichtlich der genossenen Qualität wahrgenommen werden. Sieben Tage in der Woche im Haubenlokal ist genauso eintönig wie sieben Tage Fastfood. So ist es zum Beispiel auch beim Fotografieren notwendig, einen Weißabgleich durchzuführen, wenn man gute Farbfotos machen will. Der Genuss von irgendetwas Essbarem oder Trinkbarem ist extrem hoch, wenn man vorher fasten musste. Er kann höher sein als der Genuss eines Spitzenproduktes wenn der Grundpegel bereits hochgeschraubt ist.
Mein Rezept zur anhaltenden Zufriedenheit ist daher der Aufruf des Sichbewußtwerdens. Die sinnliche Erfahrungen sollte mit der Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Einklang gebracht werden.
Ich habe heute Halsweh und wenig Appetit. Doch vom Pfefferminztee genieße ich jeden einzelnen Schluck.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- y-day @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33