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Das Weinlog

17.08. @ 13:18

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Es war wiedermal soweit.

Auftakt, ein besonderer Schaumwein aus Frankreich. Alles abseits der Champagne muss ja CREMANT heißen. Cremant de Loire, kommt daher aus dem Loiretal. BOUVET LADUBAY ist ein großer, jedoch sehr guter Produzent. OGIMUS VINTAGE SAUMUR BRUT 2007 aus der MAGNUM. 80% Chenin Blanc und 20 % Chardonnay machen ihn recht einzigartig. Eine Kreation der besonderen Art. Beste Trauben wurden selektioniert und am hunderdsten Todestags des Gründers abgefüllt. 10 Jahre auf der Hefe, Ausbau im Barrique, gefüllt nur in ca 4000 Magnums. Das ist toller Stoff, der Luft braucht. Im Weinglas serviert, kommt eine dezente Holznote, zu den Salzlimetten im Abgang. Mineralisch, straight, tolle Länge und Struktur. Ein eigenständiger und komplexer Schaumwein. Kräuter, Wiese, gelbe Blumen. Nach einiger Zeit perfekt zu trinken, könnte aber noch liegen. Großartig.

VERGLEICH PICHLER KRUTZLER RIESLING PFAFFENBERG 2019
Einmal den PFAFFENBERG und im anderen Glas, die ALTEN REBEN.
Der normale Wein ist brillant und wunderbar zu trinken im Moment. Eine Freude im Glas, bei der Hitze des Abends. Feine Frucht, Marille, Kräuter, Zesten und eine schöne Säure befinden sich bereits in großer Harmonie, ein paar Jahre zur Hochblüte hat er sicher noch. Die ALTEN REBEN, sind recht ähnlich, haben von allem etwas mehr. Die Tiefe und Struktur ist nochmals packender. Ein toller Wein, der wohl erst in einigen Jahren zum Höhepunkt kommt. Zu der gebratenen Garnele im Kartoffelmantel auf Avocadocreme mit Chilifäden, war er perfekt. Das Mehr an Schmelz verträgt sich gut mit dem Essen.

VERGLEICH VEYDER MALBERG RIESLING 2017
Der ehemalige Chef und Kellermeister des Weinguts Schloß Hardegg produziert im Spitzer Graben der Wachau ziemlich coole und auch gefragte Weine. Alte Lagen wurden wiederbelebt, Handarbeit und eine traditionelle Weinbereitung sind Programm.
Glas 1 BRANDSTATT, einer dieser alten Weingärten. Auf ca 500 Meter Höhe im Graben, haben auch andere Winzer wie MARTIN MUTHENTHALER und die GRABENWERKSTATT dazu beigetragen, dass die kühle Lage groß rauskommt. Glimmerschiefer gibt den Weinen eine deutsche Stilistik. Die Weine brauchen immer Zeit um zu reifen. 2017 fängt an Spaß zu machen. Der Wein bleibt auf der kühlen eleganten Seite. Präzise die Säure und Struktur. Finesse im langen Abgang. Tolle Flasche, am Beginn des Trinkfensters. Marille kommt dezent, helle Blumen, Zesten, Orange.
Glas 2 BUSCHENBERG. In der klassischen Wachau gelegen, Nähe der bekannteren KLAUS. Weissenkirchen. Viele kleine Parzellen, somit ist sie nie so bekannt geworden. Schmeckt auch klassischer. Ein Spur üppiger und cremiger. Die Wärme der Lage ist sicher ein Faktor. Die Frucht wirkt etwas reifer und direkter. Struktur und Säure sind auch hier ein Fest. Beide Weine werden von der nachkommenden Mineralität getragen. Man mag sich nicht entscheiden welcher besser schmeckt. Brandstatt vielleicht einen Hauch für mich vorne.

GRÜNER VELTLINER TRADITION 2015 SCHLOSS GOBELSBURG MAGNUM
Hier haben wir nun eine ganz andere Stilistik im Glas. Die SERIE der Tradition Weine GOBELSBURG hat sich in den letzten Jahren verändert. Ein früherer TRAUBING Artikel gibt darüber Auskunft. Großes Holz, ungefiltert und ungeschönt. Intensiv und recht barock ist der erste Eindruck. Warmes Jahr noch dazu. Gerade aus der Großflasche braucht der Wein Zeit seine Klasse aufzubauen. Birne, Lindenblüten, Kamille, Litschi, Honigmelone, Zitruszesten, Heublumen, ein Füllhorn an Aromen wechseln sich ab. Gute Länge, vielleicht fehlt etwas die Säure als Rückgrad. Schmeckt dann vorzüglich und passt auch zum Tomahawk Steak mit Peffersauce, Austernpilzen und Bratkartofeln.

LADOIX 2019 MEO CAMUZET

Ein sehr toller und teurer Winzer der Burgund, bekannt für seine Rotweine der Extraklasse. Wenig Weißwein wird produziert, ein MEURSAULT, der phantastisch ist und besagter Villages aus der Ortschaft LADOIX, zwischen Beaune und Nuits Saint Georges gelegen. Die Flasche entspricht dem Stil des Hauses, schon mit gut Holz. Das passt aber perfekt. Tolle Säure und Struktur zeigen einen feinen Burgunder, keinen großen. Feine Rauchigkeit und immer mineralischer.

Geplantes Highlight des Abends:
GANTENBEIN CHARDONNAY 2019 FLÄSCH SCHWEIZ
Ein rares Vergnügen. Öfters findet man den Pinot Noir aus dem Hause des Schweizer Weinbaupioniers. Der Chardonnay geht als Franzose durch. Frankreich ist auch das Vorbild. Heute werden die Erwartungen durchaus erfüllt. Der Wein hat alles, um ein Großer zu sein. Dezent spürbar der Holzeinsatz, feine Frucht, Apfel, Melone, gelbe Blüten. Tolle Länge und Struktur. Präzise Säure und bereits voller Harmonie. Das macht schon viel Spaß und das eine oder andere Jahr schaden sicher nicht. Was mir an solchen Tropfen besonders gefällt, die Ruhe die sie austrahlen. Großes Kino.

Zum Orangensorbet mit weißer Schokolade noch einen Schluck GEBESHUBER SPÄTROT ROTGIPFLER SPÄTLESE 2016. Ein Spaßwein der ersten Güte, tolles Preis/Leistungsverhältnis. Schöne Frucht, Apfel, Orangen, Pfirsichgelee. Säure und Schmelz sind am Punkt. Ich mag das.

Als Rotwein kam an diesem Abend nur ein PINOT NOIR in Frage. Auch das Elsass produziert diese Rebsorte in hoher Qualität. PINOT NOIR CLOS DE LA FAILLE 2019 ALBERT MANN
Topproduzent, top die Lage, Muschelkalk mit etwas Sandstein und Quartz. Monopollage in Nachbarschaft der GRAND CRU HENGST. Der Wein ist jung und braucht etwas Zeit. Erstaunlich viel Würze, Pfeffer kommt zur feinen Frucht. Kische, Heidelbeeren. Tolle Säure und Struktur, er wirkt sehr leichtfüssig und elegant. Kühles Finale mit vielen Kräutern. Ein extrem spannender und schöner Wein, für mich eine Entdeckung. Muss man im Auge behalten.

Ein Abend im HERBECK geht zu Ende. Danke.
Michael Kantor
www.herbeck.wien

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