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Christoph Wagner's Weblog
19.12.03 @ 03:52
Apropos Weihnachtsbäckerei
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Ein vorweihnachtlicher Streifzug durch Wiens Bäckereien und Konditoreien ergab folgendes Ergebnis:
Aida, Stephansplatz
200 g
Konservativ präsentiert, Plastikschale mit Schleife
Zitrusduft, gut, aber nicht gewaltig
Kekse im Stil der 60er Jahre, guter Mürbteig mit verschiedenen Massen (zum Teil pink und grün), manche laborieren an Trockenheit, gute butterige Florentiner, feine Makronen
Gesamteindruck: schmecken besser, als sie aussehen und riechen; wacker
Bewertung: **
Gerstner, Kärnter Straße
250 g
Geschlichtet in schöner Papierschale, schlicht und praktisch
Duft nach Lebkuchen und Trockenfrüchten
Der Duft ist besser als das, was nachkommt
Fruchtbetone Massen mit knusprigen Krusten, manchmal ein wenig hart, Spritzgebäck strohtrocken, sehr gute, hocharomatische Lebkuchenmassen
Bewertung: **
Stadthaus Kurkonditorei Oberlaa
300 g
Perfekt präsentiert, Plastikschale, Goldschale, farblich perfekt abgestimmt, Augenweide
Duft nach schierer Butter
Deliziöse Schokofüllungen, Spritzgebäck hervorragend, solide Eisenbahner, Inneres eines Punschkrapferls, mit Fondant überzogen (große Klasse), interessante Spiele mit Karamell, Mürbteig, Pistazien, sehr kreativ, ein Keks sieht aus wie Blutwurst, schmeckt aber nach exzellenter Schokolade und ist herrlich Crispy, fast wie amerikanische Brownies
Bewertung: ****
Sluka
300 g
Sehr traditionell, aber attraktiv und appetitlich abgepackt
Duft nach Lebkuchen
Brave Hausmütterchen-Kekse ohne Brillanz und Kreativität, enttäuschende Vanillekipferln, Sckokomakrone in UFO-Form mit etwas gallertiger Marmeladenfüllung
Bei Oma würde man´s loben, für "den Sluka" etwas enttäuschend
Bewertung: *
Gradwohl
300 g
relativ unansehnlich abgepackt, sieht aus wie Supermarktware
riechen im Verhältnis dazu ziemlich gut nach Butter
unorginell, aber für Vollkorn-Fans, die nicht auf der Suche nach Raffinesse sind, absolut eine gute Bank
Bewertung: *
Demel, Am Kohlmarkt 14
380 g
klassische Papiertasse, sehr ästhetisch drapiert, mit Marzipanäpfelchen und Christbaum, Weihnachten pur
Duft nach Weihnachten, Rum, Lebkuchen, Schokolade, Butter, alle Düfte der Kindheit
Einzigartiges Walnussschiffchen, unten Mürbteig, in der Mitte saftige Nüssmasse, überbacken mit Wind, Rumtaler mit viel Schnaps, edelste Zutate, hervorragende Schokolade, süß-sündige Florentiner (idealtypisch), leichte Enttäuschung: die Vanillekipferl
Bewertung: *****
Karl Haag
200 g
schlicht und praktisch in Goldfolie verpackt
Duft nach Kochschokolade, leicht verbrannt
Schokolade wirkt überhitzt und glänzt nicht, Florentiner schal und fade.
Bewertung: *
Heiner, 1010 Wien, Wollzeile 9
250 g
ansehnlich, aber traditionell-schlicht verpackt, ähnlich wie Sluka
dezenter, aber eleganter Duft nach Weihnachtszauber und sehr guter Schokolade
exzellente Milchschokolade, hervoragender Mürbteig, saftige Makronen, sehr gute Eisenbahner mit hervorragender Marmelade, etwas zu wenig originell und ein wenig trocken
Bewertung: ***
Lehmann, 1010 Wien, Graben 12
350 g
Sehr weihnachtlich-biedermeierlich verpackt, appetitanregend
Sehr weihnachtlicher Duft, aber nicht unumstritten
Der doppelt gefüllte Eisenbahner ist ein kleines Kunstwerk aus hervorragender Spritzmasse mit exzellenter Marmelade (beste Eisenbahner von Wien) brave Buttersterne mit Schokolade, mittelmäßige Vanillekipferl, Cocktailkirschen sind eher unpassend, saftiges Spritzgebäck
Bewertung: ***
Das Match um das beste Keks der Stadt wurde zwischen Demel-Walnuss-Schiffchen und Lehmann-Eisenbahnern ausgetragen,
Bester echter Florentiner: Demel; Florentiner-Variation von Aida schmeckte fast noch besser
Originellstes Keks: Schoko- und Pistazientaler von Oberlaa
Aufruf an die SPEISING.NET-Community: Was sind denn diesbezüglich so Ihre/Eure Erfahrungen?
4 Kommentare | Kommentar abgeben
ChristophWagner, 20.12.03 @ 00:52
wohlan
Die Latex-Handschuhe sind schon bestellt. Jetzt gilt es nur noch das Urbrot zu finden.
hypercube, 19.12.03 @ 21:56
Vanillezucker - Vanelinzucker / Butter - Magarine
nicht überraschend teile ich die Meinung von cremant, wobei ich einige ausnahmen mache.
Vanillekipferl, Zimtsterne, Zwetschkenwurst sind OK. Wobei die Meisterin dessen leider schon verstorben ist. No go ist natürlich Vanelinzucker oder Margarine, leider noch immer weit verbreitet.
Nun mein Beitrag:
Kletzenbrot ist mein Favorit, heuer haben ich 10 kg davon bereitet und lade daisyduck und CW zu einer Verkostung:
das Familienrezept lautet:
3 kg Hausbrotteig vom Bäcker ( für mich kommt nur der beste Teig in Brot, und das beste Hausbrot gibt es am Dienstag und Freitag bei Felber, es heißt Urbrot - ein Natursauerteigbrot, welches ich nur empfehlen kann überhaupt)
1 kg Kletzen mit wenig Wasser weich kochen
1/2 kg Dörrzwetschken
1/4 kg Rosinen
1/4 kg Datteln
1/4 kg Feigen
1/2 kg Wahlnüsse
1/4 kg Pignolie
1/4 kg Mandel (die in Klammer genannten Haselnüsse lehne ich ab)
1/4 kg Zitronat
1/4 kg Aranzini
Zitronenschale
Zimt
Nelken
Rum (auch eine schwierige Frage und dann doch Inländer)
Die Früchte auf 1-2 cm schneiden
Früchte und Nüsse vermischen, in den Teig einarbeiten. Mit nassen Händen (es empfehlen sich bereits für das Schneiden der Früchte Latex-Handschuhe zu verwenden, wie für den ganzen Prozess) die Mischung in 3-9 Teile teilen und Laibe formen. Auf Backpapier auf Blech (so steht es da) mit Badel mehrmal anstechen.
Im Rohr bei etwa 175 oC ca. 2 Stunden Backen.
Ein bis heute nicht gelöstes Problem ist, dass die Laibe immer etwas sehr dunkel werden.
Nachdem ich bereits bei meinem innovativen Ansatz hinsichtlich der Waldviertler Knödel zurchtgewiesen wurde, bitte ich um Beiträge die im einfachsten Kochbuch der Welt Platz finden können. Danke.
Daisyduck und CW die Einladung steht.
daisyduck, 19.12.03 @ 12:42
Süßes Entenfutter
Endlich einmal was G´scheites in Speising. Mein Lieblingsrezept habe ich von einer Traunsee-Ente bekommen:
300 g Mehl, 200 g Butter, 150 g Zucker, 1 Packerl Vanillezucker, 2 Dotter, Saft einer halben Zitrone, Salz, 1 TL Natron
Alle Zutaten schnell verkneten, Teig kühl ca. eine halbe Stunde rasten lassen, hauchdünn ausrollen, Formen ausstechen, bei 160°C hellbraun backen. Verschlossen lagern .
Ich füllle jeweiils zwei Kekserln auch gerne mit Ribisel- oder Marmillenmarmelade. Nicht mit Entenconfit, Herr Wagner!
cremant, 19.12.03 @ 09:30
kekserl ...
... ob weihnachten oder sonst wann im jahr sind meine sache nicht, und wenn dann eß ich sie am liebsten von der oma. gestern hatte ich aber im delia's am tuchlauben ein ausgezeichnetes zimt-kekserl beim café latte.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33