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Christoph Wagner's Weblog

02.02.04 @ 00:59

Restaurantkritik und Kulturkritik

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Vor einiger Zeit kam ich mit einer Taxifahrerin, die sich als Theaterfreak outete, ins Plaudern. Ich sei, sagte ich, vor vielen Jahren auch einmal Theaterkritiker gewesen.

Sie sah sich interessiert um, musterte mich von Kopf bis Fuß und sagte: „Aber jetzt, was sind Sie jetzt?" — „Jetzt bin ich Restaurantkritiker." — „Welch ein Abstieg!" erwiderte sie und redete die ganze Fahrt kein Wort mehr mit mir. Dabei versuchte ich ihr zu erklären, dass Restaurantkritik und Kulturkritik viel miteinander zu tun hätten, aber sie hörte mir nicht einmal zu.

Vor ein paar Tagen fand ich dann das neue Programm der Gesellschaft der Musikfreunde in meiner Post. Und ich las zu meiner Freude über einem Artikel die Schlagzeile: „Neue Musik mit Haubenqualität."

Ich persönlich bin ja eher auf der (oft genug vergeblichen) Suche nach Haubenküche in Musikvereinsqualität. Aber so ändern sich die Zeiten. Und wenn ich meine Taxifahrerin wieder einmal „erwischen” sollte, werde ich ihr voll Stolz darüber über den sozialen Aufstieg meines Metiers berichten.

Vielleicht hört sie mir dann ja wenigstens wieder zu.

5 Kommentare | Kommentar abgeben

andreasbigler, 08.02.04 @ 17:07

Wieso erklären?
Lieber CW!

Jemanden etwas vergeblich zu erklären ist alltäglich, aber was solls, dafür sind doch Lehrer (eigener Berufstand, der nur mit Berufung ausgeübt werden sollte) da, oder?

Wieso sollte ein Kritiker etwas erklären müssen, klingt ja fast so, als ob sich CW rechtfertigen müsse, oder wolle!

Aber vieleicht steh ich wieder einmal auf da Saf?!

LG
Andy Bigler

daisyduck, 07.02.04 @ 09:59

könnt ihr beiden euch bitte einbremsen
ich belästige euch schließlich auch nicht mit ausführlichen schilderungen darüber, wie ich mein geliebtes gemüse in karpfenfutter umwandle. Also: clash, gap und schnabel halten!

ChristophWagner, 07.02.04 @ 03:06

Liebe Alma!
Solten Sie etwa ein bestimmtes Lokal im Raum Kitzbühel meinen, das mit Hilfe eines simplen Magnetchips eine Zweiklassengesellschaft der First- und der Tourist-Class-Scheißer entwickelt hat? Frei nach Bert Brecht: Denn die einen scheißen im Dunkeln und die andern scheißen im Licht. Und man riecht nur die im Dunkeln, die im Lichte riecht man nicht. ...

alma, 06.02.04 @ 09:43

culture clash - mind the gap
Dass beim Taxifahren Kulturwelten aufeinanderprallen, ist sozusagen integrierender Bestandteil dieser Fortbewegungsart. Wenn Höhen des Theaterhimmels gegen Niederungen der Völlerei ausgepielt werden, so klingt das nach Josefstadtidylle. Im Grunde muss man sich ohnehin die Frage stellen, ob hierzulande ernstzunehmende Kritik, auf welchem Gebiet auch immer, existiert. Kleingeister, die ihrem satten Bauch Fürze entfahren lassen, welche je nach Tagesbefindlichkeit oder Animositäten mit positiven oder negativen Duftnoten versehen werden, haben die Oberhand.

Seit gestern abend aber beschäftigt mich eine Frage: scheißt der Pöbel anders? Zwischen Silberbesteck und Damasttischwäsche liegt eine als Menübüchlein getarne Hülle, in der ein Magnetchip, ein Sesamöffnedich zur besonderen Toilette für die besonderen Gäste des besonderen Teiles des Hauses verborgen ist. Während jenseits des langen Ganges klare, kalte Winterluft den vom schweren Wein schon etwas ermatteten Geist wieder beflügelt und kein Firlefanz von der essentiellen Tätigkeit des Verdauungsapparates ablenkt, darf sich der besondere Gast in wohligen Blumendüften, denen er seine eigene Markierung hinzufügt, very cosy fühlen und sich des unterbundenen Missbrauches seiner Duftoase sicher sein.

ala, 02.02.04 @ 16:54

indochine 21
liebes speising team,
bin ja begeistert von der seite, aber mittlerweile nehme ich es fast persönlich, dass das indochine trotz vorschlag meinerseits noch nicht aufgenommen wurde....

bitte, bitte rasch ändern!!!

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