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Christoph Wagner's Weblog
21.02.04 @ 12:13
Kulinarisches Oberösterreich (Benzin & Wein)
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Ein 32-jähriger Linzer kommt an einem föhnigen Donnerstag Nachmittag zu einer Tankstelle im Frankviertel, das sich zu Linz ungefähr so verhält wie die Bronx zu New York.
Der Mann geht zum Buffet und bestellt ein Glas Wein. Man schenkt es ihm ein. Er trinkt es aus und will gehen.
„Und wie wär´s mit Bezahlen?” fragt der Barmann.
Der Kunde wird aufmüpfig, Er will nicht zahlen. Der Barmann bedroht ihn mit der Polizei.
„Die Welt ist einfach schlecht”, sagt der Mann, der immer noch nicht bezahlen will und zündet sich eine Zigarette an. „Aber jetzt werde ich sie gleich verbessern.”
Dann geht er hinüber zu einer der Zapfsäulen und hält seine Zigarette an den Zapfhahn.
Der Barmann stürzt sich auf ihn und kann im letzten Moment verhindern, dass die Tankstelle in Flammen aufgeht. Der Mann, der seinen Wein noch immer nicht bezahlt hat, läuft davon, kann aber kurz danach von der Polizei festgenommen und in die psychiatrische Abteilung der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg eingeliefert werden.
„Da ham´s no amoi a Glück g´habt”, sagt der Polizist zum Barmann.
„Dabei: So schlecht war der Wein gar net”, erwidert dieser mit ratlos-flirrendem Blick, während sich über dem Frankviertel die Föhnwolken bedrohlich weiter auftürmen und das spätnachmittägliche Linz in ein unwirkliches, jodgelbes Licht tauchen.
(Quelle: www.orf.at)
4 Kommentare | Kommentar abgeben
steppenwolf, 23.02.04 @ 16:59
Quellenangabe
Die "freie" Übersetzung ist aber auch viel schöner als die originale. In Google habe ich allerdings nur den Originaltext gefunden, keine Übersetzungen. Und ich hatte mir schon gedacht, dass pusillus(3) so etwas wie kleiner Knoblauch heisst und damit die gastronomische Relevanz gegeben ist.
noapino, 23.02.04 @ 12:27
Seneca
Die Quelle ist ja (im Notfall) rasch "gegoogelt".
Nichts desto trotz habe ich die Anregung aufgenommen und eine Quellenangabe nebst einer (nicht ganz wörtlichen) Übersetzung beigefügt.
steppenwolf, 23.02.04 @ 11:51
noalpino's Kommentar
ich bedanke mich für den deep link, denn auch ich wollte ursprünglich das Original lesen, um die Geschichte kommentieren zu können. Die Aussage mit der Weltverbesserung ist ja nicht so abwegig, wenn man in verschiedenen Geheimkulten das Feuer, so wie das Wasser, als reinigende Kraft darstellt.
Mit dem Feuer hatte ich gestern im Fernsehen bei der Diskussion über Kaprun mein spezielles Erlebnis. Der Wunsch von Nicht-Technikern, (mit dieser Aussage oute ich mich natürlich als Techniker) jede mögliche Schadensursache durch Richtlinien und Verbote zu regulieren, muss heute als schlicht undurchführbar angesehen werden. Und wenn ich in der heutigen Presse lese, dass die zurückgehaltene Studie fünf deutschen Atomkraftwerken Verletzlichkeit gegenüber Passagierflugzeugen aufweist, bestätigt dies nur die Aussage, dass wir mit Unsicherheiten im Leben leben müssen.
Und diese ganze Assoziationskette schreibe ich eigentlich nur deshalb, weil mitunter diesem Weblog Hochgestochenheit zugeschrieben wird. Aber was will man denn, wenn Kommentaristen Seneca-Aussprüche als Motto angeben dürfen, ohne die Übersetzung preiszugeben:)
noapino, 21.02.04 @ 17:34
Erinnerungen ans Frankviertel
Hier der "deep link"
http://ooe.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=4&id=307086
Obwohl ... die CWsche Version ist bedeutend plastischer, und wer so wie ich vor vielen Jahren die Volkschule in besagtem Viertel besuchen durfte, fühlt alte Erinnerungen aufsteigen. Auch wenn Wein damals noch nicht so ganz mein Fall war. Aber das selige Gasthaus Zacherl, in das ich gelegentlich zum Behufe des Bierholens geschickt wurde, ist mir visuell, auditiv, insbesonere jedoch olfaktorisch noch so gewärtig, als sei es gestern gewesen.
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