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Christoph Wagner's Weblog
10.05.04 @ 01:52
Kulinarisches Oberösterreich (Muttertag auf Linzerisch)
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Stammleser von speising.net haben mir gegenüber in persönlichen Gesprächen in letzter Zeit schon mehrmals darauf hingewiesen, dass ihnen in diesem Weblog der anfangs so häufige kulinarische Bezug zu meinem Heimatland Oberösterreich abgehe.
Aber leider: Nicht jeden Tag geschieht ein Bratpfannenmord von Ebensee, auf den es sich zu replizieren lohnte. Und auch die Vogelfänger von Bad Goisern können nicht allezeit unterwegs sein.
Die heutige Muttertagsgeschichte aus Linz (Neue Heimat) hat mich jedoch wieder einmal tief berührt und heimatliche Gefühle aufkommen lassen.
Da besucht ein 54jähriger Linzer seine 79jährige Frau Mama, ich nehme einmal an, um ihr zum Muttertag zu gratulieren. Der brave Bub nimmt neben einem Strauß Blumen auch eine Flasche Schnaps mit. Die Mama will den Filius jedoch unbedingt daran hindern, dass er diese auch bei ihr austrinkt. Und was macht der Lauser? — Er schlägt seine Mama als kleines Dankeschön für die längst fällige Standpauke spitalsreif.
Was lernen wir (als Oberösterreicher, aber nicht nur als solche) aus dieser kleinen Geschichte? Besser wäre es gewesen, bei der Mama nicht gleich mit einer ganzen Flasche x-beliebigem Fusel ins Haus zu fallen, sondern beispielsweise mit einem kleineren, zierlicheren Gebinde Edelbrand (0,35 oder auch 0,20 l), sagen wir einmal, vom Reisetbauer, vorzusprechen. (Man kann ja davon mehrere im Talon haben.)
"Schau Mama", wäre dann vielleicht ein angebrachter Einstieg gewesen, "was ich Dir zum Muttertag mitgebracht habe: Köstlichen Adlitzbeerenschnaps, ohne schädlichen Vor- und Nachlauf.Ein 100%-Destillat. Das ist pure Natur und pures Gold. Da kostet der Liter mindestens 500 Euro."
"Was, 500 Euro!" hätte die alte Mama vielleicht bass erstaunt ausgerufen. "Da hab ich 79 werden müssen, dass ich sowas kennenlernen darf. Nur her mit dem Zeug. Das muss ich kosten!"
Und wer weiß, vielleicht hätte die Mama sich und ihrem missratenen Buben diese grausliche Affäre mit anschließender Anzeige erspart; und vielleicht würden die beiden jetzt noch in trauter Zweisamkeit daheim sitzen, und miteinander friedlich ihre Adlitzbeere (vielleicht schon das dritte Stifterl) schlürfen und darauf anstoßen, dass der nächste Muttertag auch wieder so friedlich verlaufen möge.
Was einmal mehr beweist, dass Qualität vor Quantität und, gerade beim Schnaps, Edelbrand vor Brand geht.
(Dies ist kein Werbespot für Hans Reisetbauer, könnte aber vielleicht einer werden.)
9 Kommentare | Kommentar abgeben
ChristophWagner, 11.05.04 @ 15:17
Lieber Tastatour
Ich nehme einmal in Ihrem Interesse an, es wird nicht beim Bier geblieben sein. Bei dieser — wenngleich weitläufigen — Verwandtschaft...
tastatour, 11.05.04 @ 12:46
prost
habe am wochenende mit einer lichtjahrweit entfernten verwandten vom gölles bier getrunken.
danach fahrtüchtigkeit nicht mehr gegeben...
mama hätt ich vielleicht noch erkennen können.
snoarf, 11.05.04 @ 11:20
Hatte noch nicht das Vergnügen...
... einen Reisetbauer Edelbrand zu verkosten.
Hab' mal seinen "Whisky" probiert, war absolut nicht begeistert davon.
Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auch nicht, 65 EUR für einen 1996er... um das Geld bekommt man einen tollen 21jährigen Glenfarclas, den kann man auch verschenken, ohne sich zu blamieren.
Das Whiskymachen sollten wir lieber den Männern in den Röcken überlassen.
argonaut, 10.05.04 @ 17:39
edelbrand
Nein es ist kein Schnaps im herkömmlichen Sinn den ich mein, sondern schon was gutes, also aus der Mitte. Auch die anderen "Schnäpse" die ich gerne hab sind vom besten Teil, denn Brände von meinem Opa (und nicht einmal Schwarzbrände) und da konnte ich mich überzeugen, dass er sein Handwerk verstand.
andreasbigler, 10.05.04 @ 15:33
Muttertag und andere Feste auf "ASO - Österreichisch"
Ich war in meiner Jugend "Freifahrer beim Roten Kreuz!
Die Grausigsten Erlebnisse bescherten mir nicht verunglückte Motoradfahrer sondern die "Festefeiernden":
Da durften wir zu Weihnachten einen Ehemann abholen, der die zuvor an seine Gattin verschenkten Messer von selbiger in die Figur gesteckt bekam, usw......
Aber am Muttertag war eigentlich nur Normales zu führen, wie 3,5 Promillekörper um einen Baum gewickelt, aber eine halbtote Mutti (die zu sehr geliebt wurde) hatten wir nie. O.k., ich war ja auch in NÖ tätig!
Ist vielleicht grausig, aber so ist es leider!
Schöne Feiertage, auch in Zukunft!
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