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Christoph Wagner's Weblog
07.03.05 @ 00:57
Auch ein „Gourmetfilm”
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Nach dem großen Erfolg von „Sideways" muss ich Speisingern den Besuch eines „Gourmetfilms” der völlig anderen Art anraten.
Er hat den unkulinarischen Titel „Darwin´s Nightmare” (Verleih: Wiener Filmladen), wurde schon vielfach ausgezeichnet und stammt vom Österreicher Hubert Sauper.
Der Film handelt von jenen 500 Tonnen Barsch, die täglich aus dem Victoriasee gefischt, in den Fischfabriken am See verarbeitet und von dort in alle Welt verkauft werden, während den tief unterhalb der Armutsgrenze lebenden Einheimischen nur die Fischköpfe bleiben.
Außerdem wurden durch die „Erfolgsgeschichte” des in den 60er Jahren erstmals ausgesetzten Geldfischs im Victoriasee bisher 400 autochthone Fischsorten ausgerottet.
Macht mir ehrlich mehr Sorgen als Hansi der Hummer und die vielen süßen Osterkitzerln, die sich zur Zeit um ein warmes Platzerl im Butterschmalzpfandl anstellen.
Der Victoriabarsch (geschmacklich ohnedies fad) wird von meinem Speisezettel jedenfalls in Zukunft gestrichen.
2 Kommentare | Kommentar abgeben
hypercube, 07.03.05 @ 10:03
Propaganda Film für eine Gute Sache
Der Film ist wohl sehr beeindruckend und verstörend. Schade nur dass es vielfach sehr suggerierend und einseitig gehalten ist. Dies ist einem Dokumentarfilm finde ich nicht würdig.
Aber seit Michael Moor scheint es eine neu Gattung an quasi "Dokumentarfilmen" zu geben.
Die Landschaft um den Victoriasee ist in keiner Weise so deprimierend wie der Film vermuten macht. Die im Film gezeigten Fischtrockenanlagen sind unappetitlich, jedoch ist der getrocknete Fisch in ganz Afrika als Proteinquelle von immenser Bedeutung. Drogen und Prostitution haben mit der Fischzucht nicht wirklich etwas zu tun. Es sind vielfach Folgen von großen Ungleichgewichten in der Verteilung von Einkommen und Vermögen. Und zu letzt: Würde es den Menschen in Muanza ohne der Fischzucht besser gehen?
Ich hoffe, dass der Film dazu beiträgt die Ausbeutung an Natur und Mensch zu reduzieren, ob der Verzicht auf den Victoriabarsch dazu beiträgt bezweifle ich.
Aber ich stimme CW zu, dass es bedeutend besser Fisch gibt.
profiler, 07.03.05 @ 09:27
viktoriabarsch
wenn man darüber nachzudenken beginnt, welche dinge vom speisezettel gestrichen gehören, weil sie entweder ethisch nicht akzeptabel oder unter grösstmöglicher umweltbelastung produziert werden (garnelen aus bangla desh, kalbfleisch aus holland oder so mancher norwegische lachs um nur einige beispiele zu nennen) dann bleibt leider nicht mehr viel übrig, was sich ohne gewissensbisse verzehren lässt.
tatsache ist, dass die meissten lebensmittel von einer regelrechten industrie ( nach den gesetzen des marktes ) produziert werden, um eben die ganzen supermarktregale zu füllen und um dann teilweise in anspruchslosen oder hungernden mündern oder einfach nur im abfall zu landen.
die illusorische romantik vom bauern der für uns alles umwelt- bzw. artgerecht produziert ist zwar recht nett, aber eben nur eine illusion.
gruss
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