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Christoph Wagner's Weblog

10.09.05 @ 18:40

Wie kommt der Harzgeschmack in die Hörnchensauce?

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In der Nähe meines Urlaubsortes auf Korfu gibt es eine Taverne „Zum Eichhörnchen”, die allerdings ungefähr so viele Eichhörnchengerichte aufwartet wie die hiesigen Wirtshäuser „Zum Auerhahn” Auerhähne auf der Karte haben.

Da man im Urlaub viel Zeit hat und mir eine schöne Küche zur Verfügung stand, machte ich mich also, da mein Appetit auf diesen kleinen Nager nun einmal angeregt war, entlang der Esplanade von Kerkyra auf die Suche nach einem geeigneten Exemplar, wurde alsbald fündig und sah mich nunmehr mit der verantwortungsvollen Aufgabe konfrontiert, ein der Elegance und dem autochthonen Charme des Sciurus vulgaris würdiges Rezept zu entwickeln.

Ich löste also nach dem Abwalmen des glänzenden Fells zunächst das Rücken- und Schenkelfleisch aus und bereitete aus dem Rest - Fleisch und Karkassen - einen guten, kraftvollen Hörnchenfond zu. Dann kratzte ich - das Chalet, das wir bewohnten, stand inmitten eines Olivenhains - zwei handtellergroße Stückchen Rinde von den Bäumen, wachste diese an der Innenseite gründlich mit griechischer Ziegenbutter ein (die ich leider um sündteures Geld in der Parfümerie erstehen musste) und legte vorsichtig die leicht gesalzenen und dezent mit rotem Korfu-Pfeffer gewürzten Eichhörnchenstücke zwischen die Rinden, die ich danach sorgsam mit Küchengarn umwickelte.

Nun kommt der Clou des Rezepts: Ich hängte die Rinde mit der Hörnchenfülle an zwei Bindfadenschleifen kommod wie eine Hängematte zwischen die beiden Henkel eines größeren Kochtopfs, in dem ich den Fond weiter einreduzierte, während das Eichhörnchenfleisch in der Rinde darüber langsam unter dem aufgesetzten Deckel gar ziehen konnte.

Während dieses sorgsamen Garungsprozesses zog ich immer wieder Proben vom Fond und hoffte, dass dieser durch den Austausch des Rindenaromas mit den Dämpfen des Fonds allmählich einen diskreten Olivenhaingeschmack annehmen würde, allein: alle meine Bemühungen fruchteten nichts.

Plötzlich hatte ich eine Eingebung und reduzierte nebenbei eine Flasche Retsina der verlässlichen Weltmarke Kourtaki auf die Konsistenz eines Esslöffels ein, bis ich diesen wie flüssiges Harz in meinen mittlerweile ebenfalls stark einreduzierten Hörnchenfond träufeln konnte.
Ich löste das Eichhörnchenfleisch aus seiner Rindenkruste, richtete es (wie alles in Griechenland) auf dicken, ungewürzten Gurkenscheiben an und beträufelte es mit meinem Harzhörnchenfond sowie einigen Tropfen teuren kretischen Diätöls.

Ich kann euch sagen, Freunde: Es war eine Köstlichkeit, die eines Archestratos würdig gewesen wäre, und ich kann jedermann nur raten, sich im Schönbrunner Schlosspark nach geeigneten Hörnchen und Rinden umzusehen (es können, denke ich, auch solche von naturgeschützten Eichen verwendet werden, Hauptsache, am Schluss kommt der Retsina von Kourtaki und damit das Harz mit ins Spiel.)

Ich beschließe diese kleine Retourmeldung von meinem Griechenland-Urlaub mit dem unaufdringlichen Hinweis an WWF- und Vier-Pfoten-Adepten, dass es sich dabei um einen Beitrag aus der in der Präambel angesprochenen Abteilung „Scherz, Satire & Ironie” handelt. Aber mit sehr viel Kulinarischerem als diesem Rezept habe ich angesichts des derzeitigen Zustands der Inselküche von Korfu leider nicht aufzuwarten. Auch die Stierhoden aus Kerkyra, auf die mich wohl(?)meinende Freunde aufmerksam gemacht hatten, scheinen eher der minoischen Epoche als der kulinarischen Gegenwart zuzurechnen zu sein.

Das Meer hingegen war toll - und fast so leergefischt wie der Swimmingpool gleich daneben.

31 Kommentare | Kommentar abgeben

ChristophWagner, 21.09.05 @ 11:09

Neues Thema
Ja, ich glaube auch an die Notwendigkeit eines neuen Themas. Leider ergibt sich da zuvor noch die Notwendigkeit, ein Porträt von Johanna Maier fürs profil zu schreiben, drei Bücher (Amadeus A la Carte, Wo isst Österreich 05/06, Die steirische Küche) zu präsentieren, meine Kolumne im Gusto umzustellen und meinen Krimi wenigstens um ein Kapitel zu bereichern.Kurzum: die Infrastruktur dafür zu schaffen, dass ich auf speising.net wieder vollinhaltllich (und, nebstbei bemerkt, ehrenamtlich) als BM tätig sein kann,

Ich melde mich in diesem Sinne bald wieder und möchte bis dahin die Aufmerksamkeit auf den letzten Satz meines Eintrags lenken, der seltsamer Weise völlig unkommentiert blieb (und der eigentliche Sinn meiner Satire war): Allein die Vorstellung, jemand könnte ein Eichhörnchen essen, ruft sofort einen Proteststurm inkl. Austritt hervor. Die Tatsache, dass ganze Meere wie etwa die Ägäis durch Dynamit- und Schleppnetzfischerei so gut wie leergefischt sind, wird indessen achselzuckend zur Kenntnis genommen.
Aber das ist wahrscheinlich ein ähnliches Phänomen wie jenes, dass viele meiner Freunde sich leichten Herzens als Vegetarier bezeichnen, aber kein Problem damit haben, Fisch zu essen.

pastinake, 21.09.05 @ 10:27

Neues Thema und alter Stil
Ja, ein neues Thema wäre fein! Aber noch mehr wünsche ich mir, dass der alte Stil wieder in Speising einkehrt und damit einige ausgewanderte Gemeindemitglieder zurückkommen. Dazu wünsche ich mir ganz "Oberlehrerinnen-mässig":
- mehr Bezug auf den Thread
Abschweifungen sind ja oft lustig, aber man sollte doch den Faden nicht ganz verlieren.
- weniger verschwitzte Witze
ja eh, ich weiss schon, die spass-frustrierten Frauen .....
- weniger Frust-Postings und Haubenkoch-Bashing.

profiler, 21.09.05 @ 08:49

??!!
ich glaube jetzt wird es endgültig zeit für ein neues thema...

gruss

apicius, 20.09.05 @ 19:20

Taschenbillard lieber "minimalist"
Squash ginge auch solo. Aber Taschenbillard oder europäisches "Eier Qigong" ist besser. Altes Köchespiel, sollte jeder Feinspitz wissen.

Ein Spiel das es (noch) nicht bei Ravensburger gibt, und bei dem man bloß die Spielanleitung schenken braucht. Richtig gute Spielanleitungen gibt es aber erst bei Köchen ab 60. Gute Taschenbillardspieler waren Careme, Brillat Savarin und natürlich auch der gute Vatel.

Minimalist, 20.09.05 @ 14:15

ping-pong
apicius, ko(o)tany, s???
wenn jemand mit sich selbst Tischtennis spielt, ist das schon eine reife Leistung, aber sich bei jedem Ballwechsel noch umziehen, das ist schon quantenphysikalische Verwandlungskunst.
Kein Wunder, dass dann die Kausalketten durcheinander purzeln.
Übrigens, die Tintenfässer, die wir hier austrocknen zahlt Frau Riegler!

apicius, 17.09.05 @ 14:49

??
Ich bin der Meinung, es ist keine Erscheinung des Zeitgeists, dass mit allen Tieren herumprobiert wird, wie weit sie in die Nahrungskette des Menschen passen. Urwaldvölker sind Breitband Naturstoffverwerter.
Und Feinschmecker oder besser Gut - Esser werden auch mitten in einem Krieg immer darauf achten für sich und seine Freunde das Beste zu finden.
Eines ist aber sicher: Es gibt Proteine und Eiweissarten die sind für uns richtige Mordstoffe, die im Stoffwechsel Kausalketten auslösen, von denen die gegenwärtige Wissenschaft erst einen leisen Schimmer Ahnung hat.

Vorsichtshalber bevorzuge ich daher Forelle vor Yellofin Tuna und Schweinsbratl vor Gürteltiergröstl.

salzburger, 16.09.05 @ 23:05

Feinschmeckerei....
....ist immer eine vorübergehende Zeiterscheinung. Am Ende entartet alles....Denn wo soll sich der zügellose Hedonist sich denn austoben, was nicht schon jeder Proll kann: Flugreisen zu allen Küsten der erde - Uhren kaufen und Gigs und Gags, Huren und was dazügehört. Da gibts noch was: Sich mit einer Portion Eichkatzlendchen an mit Katermilz gefärbeten Reisnudeln und Affenhirnpüree in eine Enizelfresserzelle einschliessen......

andreasbigler, 16.09.05 @ 12:11

@ buddhas willen...... (profiler)
Also ich find Schweinderl und Kälber auch lieb und herzig und ich gehör auch zu denen, die mit ihnen reden und sie kraulen, aber in der Zwischenzeit ist mir klar geworden, dass es Zuchttiere und "Wildtiere" gibt, wobei die erst genannten meistens zu Nahrungsmittel für Menschen verarbeitet werden.

Ich find es halt eigenartig, dass vielleicht in absehbarer Zeit Eichkatzerl- und Siebenschläferjäger ihre Arbeit tun, damit ein kleines Vorspeiserl am Teller liegt - aber eigentlich, wenn sich Schulkids wegen eines Streitfalls gegenseitig abstechen, warum sollten wir dann nicht jedes essbare Tier zu Nahrungszwecken abstechen?

profiler, 16.09.05 @ 11:45

buddhas willen......
ich glaube wir sind uns alle einig darüber, dass es im grunde keinen unterschied zwischen dem abstechen von oachkatzl´n und dem von haserl´n, kitzerl´n, enten, schweinderl´n usw. gibt.
eigenartig an dem ganzen ist nur der umstand, dass lebewesen die wir als niedlich und lieb ansehen in uns ein schlechtes gewissen hervorrufen, wenn sie getötet werden.
im prinzip müssten wir alle, um ein reines gewissen zu haben, zum vegetarismus konvertieren.
wenn da nicht all die tollen sachen wie kalbsbackerl, gänseleber, gefüllter ochsenschwanz, geschmorte lammschulter (mir tropfts schon beim mund heraus) kaninchenragout, backhendln, selbstgeangelte forellen (natürlich nur mit fliege) bauernenten usw. wären......

aber ich verspreche hoch und heilig meine beiden katzen in ruhe zu lassen.
vorerst noch ;-)

gruss

PeterBeck, 16.09.05 @ 11:19

Erschrocken ...
Lieber Herr Wagner,

anfangs war ich erschrocken und es wurde mir leicht übel in der Vorstellung, wie Sie dem niedlichen Tierchen das Fell über die Ohren zogen.

Mit Erleichterung las ich anschließend, dass es sich lediglich um einen kulinarisch unausgelebten Traum handelte.

Wie schön ...

Lassens um Buddhas Willen die armen Eichkatzerln in Ruh.

Minimalist, 15.09.05 @ 13:18

Selbstmord
Witzerzähler lacht sich über eigenen Witz zu Tode. Reif für den "Darwin Award".

noapino, 15.09.05 @ 00:01

@kootany: leben und sterben
na wenn schon von mörderischen Witzen die Rede ist...

Darf ich dann ausrufen?

"Der kotany ist tot, es lebe der kootany!"

Wie auch immer: Würziges ist hierorts immer willkommen; und so sei es ko(o)tany!

kootany, 14.09.05 @ 16:48

Ist es Mord...
...wenn wer einen Witz erzählt und der andere lacht sich tot?

Die Hörnchensoße würde mit meinem Paprika schon ganz gut schmecken, nur zuviel einreduzieren iss nix...

apicius, 14.09.05 @ 11:50

.. zur Erheiterung...
Ein Mann kommt in eine Apotheke:

"Ich hätte gerne Hodenlack."

Apotheker: "Was soll denn das bitte sein?"

"Keine Ahnung. Aber mein Arzt hat gesagt, mein Cholesterinspiegel sei zu hoch, und da müssen wir die Eier streichen."

apicius, 14.09.05 @ 01:37

Fortsetzung ---
Setting:

Der Küchenchef ein Franz Dorner Schüler, was damals etwas bedeutet hat, Küchendynastisch direkt verwandt mit Auguste Escoffier.

Selbst ein gelernter Metzger und Schlachter war er spätberufener Koch und doch auch ein recht komplexbeladener Mann. rund 40 Jahre alt, verheiratet mit einer wie man sagte, zickigen Frau, Häuslbauer und treuer Diener seines Herrn. Dem Besitzer des Restaurants war er geradezu hörig. Das hat man seinerzeit so gelernt. Ein Radfahrer könnte man auch sagen. Nach unten treten nach oben buckeln.

Was mit Worten nicht ausgedrückt werden konnte , weil die Zunge vom Kochweinsüffeln schon schwer war, das ersetzten Fusstritte und Fausschläge. Es flogen die Fleischbeile und Schnitzelkopfer an die Fließenwand. Einmal wurde eine jugoslawische Frau getroffen die mit einer Platzwunde an der Schulter ins Krankenhaus mußte. Strafanzeige. Aber das war völlig wurscht, solange er keinen umbringt, schien das keinen großen Effekt zu haben. Bei ein paar Bier und seinen Freunden in der Schank lachte man noch lange über diesen Schabernack des harten Burschen mit der guten Hand fürs Gulasch.

Alles für den Gast.

Ich habe fast zwanzig Jahre später im Urlaub zufällig einen Polizeiinspektor aus der Stadt an der Bar getroffen. Irgendwie sind wir auf unseren gemneinsamen Bekannten gekommen. Er mußte einmal Mitte der 70er Jahre dorthin zu einem grauslichen Unfall. Der Lehrbub wurde mit fast dem ganzen rechten Oberkörper ins Fritösenfett getunkt weil dem Starkoch der Bub zu langsam , oder gar frech geworden war.

Dieses Erlebnis mit Strafanzeige und Verurteilung hat dem guten Koch - Ruf keinen Abbruch getan. Dem Gourmet interessiert das nicht wie das Essen zubereitet wird. Außerhalb der Rezeptur...


Aktueller in Erinnerung ist mir auch ein Bericht aus dem Salzburgischen. Ein zwei Hauben Restaurant an einem schönen See. Der Lehrbub schneidet sich in selbstmörderischer absicht die Pulsadern auf. Wird gerade noch gerettet. In seinem Abschiedsbrief schreibt er von der allgemein kolportierten Arbeitsplatzscheisse im Gewerbe.
Die Mutter bekommt eine Putzrechnung vom Hotel.. weil der Drecksbub ja das Bett so versaut hat...

good night!

apicius, 14.09.05 @ 01:20

BDSM Lektionen? Bittschön der Herr!
Ein Hotel- Restaurant in Innsbruck. Wirklich eine rennomierte Hütte, Familienbesitz seit dem 16. Jhdt. Treffpunkt der staedtischen >haute volée

tastatour, 13.09.05 @ 23:13

Biber
Im durchaus erschwinglichen Historiendrama "Asterix - Die Lorbeeren des Cäsar" kommt es zur folgenden Äusserung einer offensichtlich unterdrückten Häuptlingsgattin: "Bei uns im Dorf habe ich noch nie Biberschwänze mit Himbeersauce bekommen!" (frei aus dem Gedächtnis zitiert)

Überhaupt wird in der Speisinger Community das Thema "Kochen und Essen als sadomasochistische Entfaltungsmöglichkeit" sträflich vernachlässigt!

apicius, 13.09.05 @ 23:07

......!
Kommt ein Kannibale in ein Feinkostgeschäft:
"Ich möchte einen Eskimo. Wir haben heute abend kaltes Buffet!"

apicius, 13.09.05 @ 15:03

Dachs.
Der Dachs als Allesfresser hat eine ziemlich raffinierte Verdauung, dann hat er am After Markiersekretsdrüsen. Wenn man also Dachs essen will, gilt der Grundsatz, nur zu essen wenn absolut gut durchgegart ist und bei der Zerlegung das Ausdärmen ohne platzen eines Darms (morbider Kadavergeruch) vor sich geht. Der Jäger muß den Schuß am besten am Kopf setzen, was aber falls das Tier ausgestopft werden soll, nie gemacht wird.

Meißtens ballert man unwaidmännisch mit groben Schrot und erschlägt das Tier sozusagen.

Dann soll man das Endstück des Rückgrats zusammen mit den Beckenknochen und einem Teil des Oberschenkels weghacken - dort liegt der "Duftmarkenbereich" Ähnliches soll man auch beim Wildhasen vornehmen der auch "Markierungsparfüm" dabei hat.
Was bei diesen Tieren einen schlechten Geruch hervorruft ist auch eine geplatzte Harnblase...

Wenn man einen semitischen Glauben hat, darf man diese Tiere selbstverständlich nicht essen. Und ich meine das auch nur im Bezug dazu, dass man , wenn schon etwas zum Sport geschossen wird, das Beste daraus machen sollte. Ich halte das Zubereiten solcher Speisen für legitim. Besser jedenfalls als die jämmerlichen lebenden Hummer aus dem weltweiten Versandhandel ist ein kross geschossener Dachs als Grundmaterial eines genießerischen Diners auf jeden Fall.
....

Minimalist, 13.09.05 @ 14:44

Murmeltier
Eine einmalige, reale Erfahrung: Ich erinnere mich (ungern) an Dachs in Wurzelgemüse-Sauce. Irgendwie fett-süss-morbid? Vielleicht (wegen der Jäger am Tisch) nur im Kopf?

Für meine politisch unkorrekte Stunde gebe ich das "Welpenragout" zurück und nehme Kobe-Murmeltier.

p.s. die Steinsuppe- / Palatschinken- Geschichten. Wirklich zum Schmunzeln!

apicius, 13.09.05 @ 10:40

Essbare Nager...
Nutrias, Haselmäuse und auch Eichhörnchen sollte man auf jeden Fall immer total durchbraten.

Am besten sind zwei Kochverfahren anzuwenden. Zuerst kochen, dann braten. Braten in der Weise dass es soweit ist dass man das Fleisch mit den Fingern leicht von den Knochen lösen kann. (Echtes Fingerfood - nicht das Fingerhutfood des bekannten Kulinarik - Glasperlenspielers)

Der beste essbare Nager ist das alpine Murmeltier. Und zwar deswegen, weil es völlig frei von Parasiten lebt und ein fettes Fleisch hat. Das "Kobe Beef" der Tauern.

Eichhörnchen sind zu Murmeltieren richtige Nematoden-, Trichinen- und Egelträger.

Das Murmeltier (1lt Fett 100 Euro) lebt in reinster Luft, etwas Sauerstoffarm, daher das Fleisch einen besonderen Aufbau hat. Jedes Hochggebirgstier ist eine Nährstoff - Vitalstoffbombe! Das ideale Dopingmittel für Spitzensportler! Murmeltierfleisch kann sogar bedenkenlos getrockenet werden, oder mit Schweinefleisch gemischt zu Würsten verarbeitet werden...

Eines haben Eichhörnchen mit Eichelhäher gemeinsam, es hat wahrscheinlich das zäheste Fleisch das möglich ist. Ich habe schon versucht einen Eichelhäher weich zu kriegen. Zwei Tage, jeden Tag gut 10 Stunden am Herd gesotten, immer wieder aufgekocht, kein Fettaustritt nicht einmal der "Kelomat" konnte dieser Härte zu Leibe rücken. Am Ende ein strohtrockenes "gleimes" Fleisch, Knochen wie Splitter vom Riedelglas.

Achtung! Wahre Geschichte.

andreasbigler, 13.09.05 @ 00:22

... und die Bäuerin hat was dazu gelernt!
Der Bettler kommt wieder auf den Hof und fragt ob er eine Kleinigkeit zu essen haben könnte, egal was, denn er hat großen Hunger.

Die Bäuerin: "Möchtn's Palatschinken von gestern?"

Der Bettler denkt sich, so eine geizige Alte, aber sein Hunger ist sehr groß, so meint er: "Des is mei Lieblingsessen."

Die Bäuerin: "Dann kommen's morgn wieder!"



Ein G'schichtl aus "Herzlichkeit des 21. Jahrhunderts"

andreasbigler, 13.09.05 @ 00:12

@ Angefressen....
.... und ob das geht, Siebenschläfer werden auch schon gefuttert, im Lokal und nicht weil man in der Wildnis herumkrebst und sich freut, dass man endlich was Fleischiges zum Futtern kriegt. Damals hab ich einen Artikel über "Verfutterung" eines Siebenschläfers im Papageno gelesen, mich hier aufgeregt und gleich Zunder gekriegt.

Na was soll's, Piefkes in Essig und Öl klingt schon besser, oder waren es Radlfahrer ....... ?

apicius, 13.09.05 @ 00:09

Steirische Stoana Suppn..
Ich weiß nicht ob die Geschichte vom Peter Rosegger stammt oder anderswoher aber sie geht ungefähr, cirka so:

Ein Bettelmandl klopft an die Türe einer als geizig bekannten Bäuerin und bietet der erstaunten Frau an, aus einigen Kieselsteinen eine recht gute Suppe zu kochen. Bedingung war dass er mitessen könnte.

Der Bettler lässt sich Topf und Wasser geben und vor der erstaunt glotzenden Bäuerin leert er seine sauber gewaschenen Steine in das kochende Wasser.
Jetzt bräuchte er noch ein recht schönes Stück Gselchtes und Zwiebeln auf der Herdplatte schwarz angeröstet.Damit die Steine auch recht gut schmeckten , versteht sich. Die verdutzte Bäuerin lieferte ihm fleissig was er brauchte.

Dachte sie doch sich jede Menge "Wareneinsatz" zu sparen, wegen der Billigkeit der Steine, von denen es damals ja in der Steiermark noch recht viele gab.
Sie tat was sie konnte, schnitt noch eine feiste Stange Porree im Garten ab und viel Liebstöckelkraut und Fetthenne. Jetzt noch etwas Pfeffer und natürlich auch Salz. Der Bettler holte einen Stein heraus und schleckte ihn genüsslich ab.
Die Bäuerin konte es kaum mehr erwarten auch selber die Suppe zu kosten.

Als sie fertig war verabschiedete sich der Bettler und voller Stolz präsentierte die tüchtige Bauersfrau den Topf mit dampfender Suppe ihrem Mann der mit dem Gesinde vom Feld in die Stube trat.

Nur das Fleisch suchten sie umsonst in der Suppe, das hatte der Bettler sich unterm Nagel gerissen und ist guter Dinge weitergezogen.

Die Bäuerin hat für ihre Dummheit eine tüchtige Tracht Prügel bezogen, was ihr alle gegönnt haben...

finis....

profiler, 12.09.05 @ 16:00

adieu kotany......
vielleicht ist im aztekischen kalender gerade der monat der beleidigten leberwurst oder so....

gruss

Minimalist, 12.09.05 @ 14:10

Was mir noch gefehlt hat
Meine unendliche Vornehmeheit aus dem letzten Thread herüber zu retten versuchend:

In ganz stillen Stunden

- ziehe ich meinen schwarzen Anzug an. Japanischer Designer. Stoff aus Fäden gewirkt, welche von alten aufgetrennten Kimonos, geschundener Arbeiterinnen, stammen. Schuhe aus Känguru-Leder.

- setze ich mich auf meinen burmesischen Schemel, welcher aus einem vollen Stamm eines unaussprechlichen, tropischen Baumes geschnitzt und händisch poliert wurde.

- lasse ich ein paar mongolische Kehl-Sänger "antanzen"

- und blättere in Borges' Geschichte zur "unendlichen Bibliothek" im Handdruck mittels Bleilettern.

Für das adäquate Essen fehlte mir die Phantasie!
Ich wähle noapino's "Welpenragout in Pflaumenwein". Danke! It completes!

pastinake, 12.09.05 @ 13:33

@adieu kotany
Originalzitat kotany aus dem letzen Thread:
"Nur die wenigsten verstehen Spass. Dabei gäbe es bei einigen Postings recht gute Ansätze....
Liegt das an spass - frigiden Frauen oder einbildnerischer Vielwisserei... Leute seid doch lustiger..."

noapino, 11.09.05 @ 21:56

@adieu kotany
Bitte nicht!

Denn: Was tät i ohne k...?

;-)

kotany, 11.09.05 @ 15:14

Adieu.....
......???

profiler, 11.09.05 @ 11:21

und.....
falls einmal jemand interesse hat, sich einen igel zuzubereiten, hier ein kleiner tip:
besorgen sie sich einen handelsüblichen igel. gehen sie in ein fachgeschäft für töpfereibedarf und kaufen sie zwei kilo geschmacksneutralen ton. packen sie den igel darin gut ein und legen sie das ganze für eineinhalb stunden bei 180 grad ins vorgeheizte rohr. nehmen sie den igel aus dem rohr und schlagen sie mit einem hammer den hartgewordenen ton auf. im idealfall und wenn alles richtig gemacht wurde, sollten alle stacheln im ton stecken bleiben. der igel kann dann genossen werden und wird am besten mit engerlingen und fleckigem fallobst serviert.

gutes gelingen.

ps.: falls jemand interesse hat, ich habe auch noch sehr bewährte rezepte für gestürzten radlfahrer in essig und öl, sowie elefantenohrenschnitzel.

gruss

noapino, 10.09.05 @ 20:49

Welpenragout in Pflaumenwein
schade!

Ich wollte zunächst mit einem delikaten Rezept eines von mir während meines vergangenen Chinatrails kreierten Welpenragouts in Pflaumenwein kontern, aber nach dem WWF-Absatz macht es keine Freude mehr!

Dennoch: Willkommen zurück!

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