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Christoph Wagner's Weblog

26.09.05 @ 01:39

Warum boomen die Italiener in Wien und warum gibt es bald keine Bananen mehr?

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Ausgerechnet Bananen will man uns jetzt auch noch vermiesen (s. dazu: www.orf.at/050920-91426/index.html). Zuerst reduzierte man den einschlägigen Varietätenreichtum auf die Sorten Cavendish und Gros Michel. Schon in den 50er Jahren raffte ein böser Pilz die Gros Michel dahin. Und in fünf oder zehn Jahren könnte aufgrund einer neuerlichen Pilzerkrankung auch die Banane, wie wir sie kennen, auf unseren Tafeln noch ausgestorbener (sorry für den sprachlichen Gewaltakt, aber hier muss er sein) als Siebenschläfer, Drosseln und Eichhörnchen sein.

Diese bewegenden Worte sollten der Auftakt zum neuen Thread werden. Doch nun begehrt die verehrte Alma in ihrer jüngsten Wortmeldung ein Statement zum Thema, „dass, abgesehen vielleicht vom Steirereck, das es nicht leicht hätte in der neuen Erscheinung, wo aber an einem Dienstag dennoch kein Platz zu bekommen war, in Wien vor allem die Italiener so boomten.”

Warum, frage ich mich also, sterben zwar die Bananen aus, aber nicht die Wiener Italiener?
Warum ist die Banane krumm? Warum sind die Italiener so erfolgreich, obwohl sie - was früher einmal ihre Kernkompetenz war- keine Drosseln mehr anbieten? Warum wachsen am Mittelmeer nicht mehr Bananen, und wenn doch, warum kommen sie dann in keinen italienischen Rezepten vor? Und außerdem: Warum erzählte mir die große Johanna Maier in meinem (in der aktuellen Ausgabe zu lesenden) Profil-Porträt, dass zum Thema „Banane, Schokolade und Vanille” kulinarisch noch längst nicht alles gesagt ist?

Fragen über Fragen.

Aber ich bin sicher, die Speisinger werden sie alle zu beanworten wissen.

38 Kommentare | Kommentar abgeben

ChristophWagner, 27.09.05 @ 11:13

Danke, Minimalist!
Fehler nicht zu wiederholen — das ist eine schöne Mathematik-Definition. Auf die Weise habe sogar ich alter Mathematik-Depp („mathematisch hilfsschulreif" diagnostizierte der alte Prof, Petsche vom Akademischen Gymnasium in Linz gegenüber meiner Mutter schon in der ersten Klasse), auch noch eine Chance, ein „Mathematiker" zu werden.
Damit hätte ich auf meine alten Tage nicht mehr gerechnet. Ich werde den Eintrag an meine Frau Mama weiterleiten. Die wird sich freuen.

Minimalist, 27.09.05 @ 11:06

@profiler
Mathematik ist Trivialisierung (Vereinfachung).
(Dass Mathematiker ihr Umfeld mit ihreme "Wissen" quälen, ist eien andere Geschichte). Standardisierung ist der (oft faule) menschliche Konsens zu Sachverhalten (s. Steckdosen)
Deshalb 100% einverstanden: keine standardisierte Küche!
Aber sich das "Gesicherte" und "Bewährte" merken und wieder verwenden. Nicht immer neu probieren und beim hundetstenmal erstaunt feststellen, dass es immer noch nicht zusamemn geht.
J. Maier ist, glaube ich, keine gute Mathematikerin, aber, unbewusst?, eine sehr mathematische Köchen. Sie wiederholt Fehler nicht.
Ich wiederhole mich da: Nur Genies können reine Intuition in brauchbare Ergebnisse umwandeln.

apicius, 27.09.05 @ 10:58

@ alles zu akzeptieren...?
...es hat die Spitzengastronomie wie der Spitzensport eine gewisse "tyrannische" Note. Das geht bei Mathematik und Physik oder Musik nicht.Der MAthematiker hat ein paar Zahlen, die Physik ein paar messbare Kräfte, die Chemie ein paar hundert Elemente... Daher ist die Gastronomie auch eine besondere Kunst die auf allen Ebenen ausgereizt werden kann. Es ist Vieles Unermesslich. "Metaphysik" "Alchemie". Daran müssen sich auch ihre Darsteller messen lassen. Ob das Beobachter wollen oder nicht.

Für meinen Teil habe ich noch nie vorgehabt einen Kollegen außerhalb dieses Rahmens zu betrachten. Wer berühmt ist wird immer solchen Kräften ausgesetzt sein und wenn er blöde genug ist, sich umsonst ärgern.

Liebe Freunde : Seid stark - dann könnt ihr mehr Freude ertragen.

andreasbigler, 27.09.05 @ 10:00

@ Sie beleidigen wiederholt ......
Ich für meinen Teil bin niemals beleidigt, egal wie etwas ausgedrückt wird. Ich denke, beleidigt kann bloß ein Schwächling sein, alle anderen Menschen werden vielleicht "heiß", beißen zurück oder denken sich ihren Teil. Ich hab hier noch nie einen Angriff auf Wehrlose erlebt.

Vielleicht ist mancher Verbalangriff fad und manche Vergleiche gar nicht passend, aber wer aufgrund dieser Dinge beleidigt ist, hat besten Falls die Härte einer Banane und "des is a wengal z'weng fürs Lebn"!

profiler, 27.09.05 @ 09:55

@ minimalist
leider gehe ich nicht konform mit ihrem wunsch nach "mathematisierung" der küche. vereinfachung klingt da schon wesentlich besser, das erstere lässt ein wenig den geruch nach standardisierung und schubladendenken aufkommen. ich setze mich sehr für die "intuitionierung" der küche ein, aus dem bauch heraus gewissermassen. vereinfachung durch mathematisierung(standardisierung) kann und darf nicht das ziel einer emotionellen sache (kochen bzw. essen ist emotionell) sein.
warmer schokoladensavarin (ohne mehl und germ) mit bananensorbet und vanillesabayon fällt mir jetzt ganz spontan ein. als kleine garnitur eine hippe aus kakaobohnenbruch, alles ganz minimalistisch angerichtet und zubereitet ;-)

gruss

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