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Christoph Wagner's Weblog

16.11.05 @ 00:56

Ach, Sartre!

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Gegen nichts, so liest man zumindest in Bernard-Henri Levys Sartre-Biografie, soll sich Jean-Paul Sartre so sehr verwehrt haben wie gegen die Vorstellung, dass Erkenntnis ein dem Essen und Trinken vergleichbarer Vorgang sei. Ich kann ihm da nicht recht beipflichten. Im Gegenteil: Ich finde, dass Essen und Trinken eine Form, ja vielleicht sogar der ins Diesseits gewandte Akt der Erkenntnis schlechthin ist.

48 Kommentare | Kommentar abgeben

noapino, 16.11.05 @ 10:03

frisch-saftig-steirisch
So ganz kann auch ich Herrn Sartre nicht folgen, war doch die der Überleierung nach allererste Erkenntniss unmittelbar an einen Akt des Verzehrens geknüpft.

------------------
[...]
Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
[...]
Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
[...]
------------------

profiler, 16.11.05 @ 08:40

grenzenlose erkenntnisse .......
erkenntnisse, nicht im einzelnen sondern allgemein, können auch grenzenlos sein. beispiel gefällig?

bakterien oder andere kleinstlebewesen leben in ihrer mikroskopisch kleinen welt ein zufriedenes dasein, ohne fragen, total perfekt.
ein komplexeres, grösseres lebewesen, beispielsweise ein hund, führt sein schon etwas intelligenteres dasein, in einer für ihn ebenfalls abgeschlossenen, perfekten "welt". er hat sein herrl, sein "rudel" in dem er seine rolle hat, keine fragen, keine erkenntnisse, alles passt. er weiss nichts von der funktionsweise eines computers, von mathematik, literatur, er weiss nichts vom weltall, er weiss nicht, dass er einmal sterben muss.
und der mensch? er glaubt ebenso, dass fast alle wesentlichen fragen, für ihn, beantwortet sind, ausser ob es ein leben nach dem tod gibt oder wie das universum entstand.
was aber, wenn wir uns in die rolle des hundes oder des bakteriums hineindenken?
ist es nicht möglich, dass sich hinter dem, was uns als unsere "welt" vorschwebt ein noch viel grösseres mysterium auftut, als wir uns überhaupt nur ansatzweise vorstellen können?
ich glaube schon,nein ich weiss es, denn im prinzip haben wir noch nicht einmal begriffen, wie ein erdapfel zustande kommt. wir können zwar erklären wie, aber verstanden, was dahinter steckt, haben wir noch lange nicht.


gruss

PICCOLO, 16.11.05 @ 01:45

Sartre...
..hat nicht für die so elendige Minderheit der Gourmets seiner Zeit gedacht. Erkenntnis ist limitiert auf die Beschränktheit des wissenschaftlich aktiven Individuums. Der Geschmacksinn leider ebenso. Man sieht es daran, daß oft die zungenkrudesten Bauern die besten Erdäpfel ausgraben und die fettesten Kühe im Stall haben. Ihr Leben führen sie erkenntnislos in schlechter Kleidung auf alten Traktoren und abergläubischer Einfalt.

Der "Goutierer" trennt den Geschmacksinn von der Wissenschaft. Er besitzt Intuitionskraft und kann diese Dinge die ihn "tangieren" förmlich von Innen sehen. Das ist jeder "rechnenden - beurteilenden" Erkenntnis fremd. Will sagen : Erkenntnis ist beschränkt - Geschmack grenzenlos. Sartre hat den Einfaltspinseln eine Weisheit geschenkt.

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