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Christoph Wagner's Weblog
16.11.05 @ 00:56
Ach, Sartre!
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Gegen nichts, so liest man zumindest in Bernard-Henri Levys Sartre-Biografie, soll sich Jean-Paul Sartre so sehr verwehrt haben wie gegen die Vorstellung, dass Erkenntnis ein dem Essen und Trinken vergleichbarer Vorgang sei. Ich kann ihm da nicht recht beipflichten. Im Gegenteil: Ich finde, dass Essen und Trinken eine Form, ja vielleicht sogar der ins Diesseits gewandte Akt der Erkenntnis schlechthin ist.
48 Kommentare | Kommentar abgeben
jamiesolive, 16.11.05 @ 16:20
philosophie und essen
an einem tisch sitzen fünf philosophen, jeder philosoph hat einen teller mit reis, und zwischen den tellern liegt jeweils ein essstäbchen. die philosophen sind so in ihre probleme vertieft, dass sie für die außenwelt keine wahrnehmung haben. lediglich ihren hunger müssen sie gelegentlich stillen. allerdings benötigen sie zum essen zwei stäbchen; es können also höchstens zwei philosophen gleichzeitig essen. bekommt ein philosoph hunger, so muss er zunächst versuchen, die beiden zu seinem teller benachbarten stäbchen aufzunehmen und kann dann essen. sobald er satt ist,legt er die stäbchen wieder zurück und grübelt weiter über die probleme der welt.
wie kann man dieses problem lösen und die verwendung der stäbchen so synchronisieren, dass jedes stäbchen nur von einem philosophen gleichzeitig benützt wird und die philosophen dabei nicht verhungern?
antworten werden auf diesem thread gerne entgegengenommen, und auch univ.-prof. dr.-ing. manfred nagl vom lehrstuhl für informatik III an der RWTH aachen freut sich auf antworten. info: www.ifi.unizh.ch/stff/bovet/ lectures/ws0203/sns/uebungen/uebung4.pdf
PICCOLO, 16.11.05 @ 14:51
!) minimalist
..zählt jetzt das was man denkt, schreibt oder was man tut? Darf man eine humanistische Lehre schreiben und sich mit Mördern verbrüdern? Im übrigen kennt man unter den Denkern des 19. und 20. Jahrhunderts kaum Gourmets. Zusehr verwirrten politische und soziale Konflikte die Inspiration... Esser waren dort wohl nicht salonfähig. Sartre Freund Heideggers Chef war Vegetarier...
Minimalist, 16.11.05 @ 13:32
Die Drift der Erkenntnis
ist ein nicht aufzuhaltender Strom. Nicht denken ist undenkbar. So wie nicht essen. Beides führt zum Tod.
Über das Denken zu denken ist schwierig. Über das Essen zu essen unmöglich.
Welches Seits ist das Diesseits? Jenes in welchem beinahe alles erlaubt ist, so es gebeichtet und vergeben wird, damit es in jenem Seits keine Brandblasen gibt?
Ich nehme die hingeworfene Existenz so ernst, dass ich kaum Zeit für und wenig Lust auf Zwiebelrostbraten und Junker habe. Beim essen und trinken spitze ich auf die Spitzenerlebnisse.
Denn wenn ich dereinst verlösche, möchte ich reich an Erfahrung gewesen sein und menschlich.
(Ja, Sartre von manchen "Menschenfreunden" wirst Du nur mehr daran beurteilt, dass Du Dich einmal mit Baader trafst, denn einen Denker mit einem Verbrecher in Verbindung gebracht, macht sein Denken verbrecherisch.)
profiler, 16.11.05 @ 13:15
essenserkenntnis....
eine erkenntnis, wenn sie wahrhaftig ist, ist nahezu immer ein in sich abgeschlossener, logischer vorgang, mit einem richtigen, korrektem ergebnis.
essen ist das auch und erfüllt gewissermassen den kriterienkatalog einer erkenntnis.
ein in sich abgeschlossener, logischer und wahrhafter vorgang bzw. prozess.
ob gut oder nicht gut spielt dabei keine rolle.
gruss
PICCOLO, 16.11.05 @ 11:09
Vom da - Sein
Verfällt man nicht ab und zu in den totalen Existenzialismus? Das FÜR SICH SEIN verbindet uns mit Bäumen, niederen und höheren Tieren und den Mitmenschen. Es erzeugt den Antrieb jeder Wertevorstellung und bewegt die Zivilisation. Wir sind zuerst nur eine „Existenz” und geben uns dann selber ein „Wesen”. Das ist der Unterschied zu Tieren und Pflanzen die nur zum Selbstgenuss oder instinktiv beschränktem Umgang mit ihrer Welt fähig sind.
Essen und Trinken ist für Existenzialisten nur Brot oder Nährbrei und Wasser.Er ist auf seiner Denkebene nur ein Teil der Massen.(Die Idee von Fastfood kommt dem sehr nahe)
Sartre gehört zu den Philosophen, die ich nicht sehr wertschätze. Nicht nur, dass meine denkerischen Grundpositionen ganz andere sind, mir geht auch dieses Gejammer von der angeblichen Sinnlehre des Seins, der Substanzlosigkeit und seiner Absurdität auf die Nerven. Leute, die so etwas behaupten, sind fast immer Privilegierte, die sich um ihre materiellen Lebensgrundlagen keine Sorgen machen müssen.
Er muß impotent gewesen sein... Sartre besuchte den RAF Terroristen Andreas Baader und hat zu den stalinistischen Massenmorden nie viel zu sagen für nötig befunden. Ein nützlicher Idiot??
Für mich hat das Leben einen Sinn: Befriedigung von Bedürfnissen. Mein Problem ist nicht die angebliche Sinnleere oder Absurdität der Existenz, sondern dass ich mir bestimmte Bedürfnisse nicht befriedigen kann. Dies ist auch eines der großen Probleme vieler anderer Menschen, die sich häufig elementarste Bedürfnisse - Essen, Gesundheit - nicht befriedigen können. Das hat Sartre allerdings beschrieben.
Anderen vorzuschreiben, was eine wahre Existenz ist, ist ein totalitärer Anspruch. Daher esse und trinke ich was mir gefällt.
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