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SPEISING Open
07.07.08 @ 17:25
Verdammter Sommer! - Die Woche 27 im Rückblick
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Falls es jemand noch nicht bemerkt hat - die Tage werden wieder kürzer. Ich kann die aufziehenden Novembernebel am leisen Ziehen einer wohlverborgenen Narbe bereits deutlich spüren. Doch zurück zur letzten Woche: Ein Mittagsmenü im Kokoro hat das Aromenzentrum irgendwo in den Schlingen meines Neocortex nachhaltig besetzt - hoffentlich ereilt dieser Besetzung nicht das Schicksal der Arena Wien: Besetzung, Genuss, Kommerzialisierung, vorbei.
Ein Abendessen im Ottakringer Landhaus gab einem Kellner die Möglichkeit zu brillieren - im Rahmen einer Fernseh-Revue hätte ihm ein Plauderwastel wahrscheinlich "wunderbar" entgegengeschmettert. Das Landhaus ist eine veritable Schönwetter-Lokäschn, schaut Euch das einmal an. Enttäuscht hat mich diese Woche das Wiener Weinfestival (Weinpreis der Stadt Wien) im Rathaus: Ich kann es nicht leiden, wenn echt leiwande Veranstaltungen zu kurz dauern oder terminlich für mich nicht machbar sind. Aus dieser tiefen Kränkung heraus überlege ich bereits, nächstes Jahr bewusst zu schwänzen - Protest muss sein, denen werd ich es zeigen!
Das Wochenende brachte mir Kärnten näher: Wer Erholung sucht, dem lege ich das Hotel Seehof bei St. Georgen am Längsee nahe: Natur, Stille, unverbaute Ufer - und wieder einmal zu warmer Rotwein (bei über 5 Eurokeln für ein Achterl echt ärgerlich - aber warum bin ich Idiot auch bereit, so viel für ein Achterl zu zahlen).
Da nur auf der Durchreise, war uns weitere Erholung nicht vergönnt, die suche ich jetzt in der Villa Verdin in Millstatt am Millstätter See. Hier isst man so, wie ich glaube, dass es auch Piccolo schmecken würde: Nur Regionales, das möglichst bio und auch noch von einem Autodidakten kontemplativ zubereitet; jedes Gericht in stilles Jauchzen der Sinne. Allein das hausgemachte Brot ist so fantastisch, dass ich zu jedem Gericht noch zusätzlich vier Scheiben davon verzwicke. Wer den Film "Moulin Rouge" 2001 nicht gesehen hat, kann diese Atmosphäre hier täglich nachleben. Während im Hotel Seehof am Längsee Erholung auf der Türdacke steht, steht hier das Abchillen am Programm. Deutlicher kann ich den Unterschied nicht beschreiben. Alles wäre perfekt, würde ich nicht schon dieses leichte Ziehen einer verheilten Wunde spüren - es geht wieder abwärts.
Was meinen die Üblichen:
Die Presse bedauert, beim einzigen Libanesen Wiens (Le Cèdre, 1020) nicht in den Genuss roher Lammleber gekommen zu sein; der Standard lässt Josip Paic vom Hinterlanddalmatiner Briuni (1020 Wien) sagen, dass der zweite Bezirk für teure Grundprodukte die falsche Gegend sei und dem Kurier entfährt ein Bravo für die klassisch-köstliche Küche wienpuristischer Art im Gasthaus Stern in der Braunhubergasse 6, Simmering. Die NY Times hingegen genießt Atmosphäre, hervorragende Pasta und sehr teure Weine in der Bar Milano (323 Third Avenue) und vergibt 2 von 4 Sternen - wie sollen wir dies deuten?
gf
www.kokoro.co.at
de.wikipedia.org/wiki/Arena_(Wien)
www.ottakringer-landhaus.at/
www.wien-event.at/allgemeinPresseWeinpreis.cmi
www.hotel-seehof.at
www.villaverdin.at
de.wikipedia.org/wiki/Moulin_Rouge_(Film)
www.derstandard.at
www.diepresse.at
www.derkurier.at
www.nytimes.com
3 Kommentare | Kommentar abgeben
katiza, 10.09.08 @ 12:19
Kokoro und Villa Verdin, Sepp und Gianni
Sie leben ein leben nach meinem Geschmack - ich ernähr mich hingegen auf der häusliche Renovierungsbaustelle von Schawerma Malfuf und Wurstnudeln...
PICCOLO, 09.09.08 @ 23:38
@Dalmatiner
"Hillbilly - Cuisinier" der ich bin mit meinen Hinterw(häl)tigen Ansichten, kann Dich verstehen. Aber nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wurde.
@seehof Längsee. Ruhige Nächte, aber nur nicht ganz oben in der Mansarde. Dort war die Dachrinne mit dem Jauchentank direkt verbunden, was immer zu bemerken war wenn dort der Mixer sich einschaltete. Die Schratts sind aber so herzliche Leute, auch jene im Haus gegenüber. Immer eine gute Käntnernudel und die herrliche Aussicht auf das Kloster überm See hinüber.
Rund umn St. Veit sind sowieso meine liebsten Kärntner Wirtshäuser. auf dem Weg nach Wie soll man ins Gurktal reinfahren bis nach Straßburg. Dort in der Mitte gibts beim Metzger "Seiser" den Gurktaler Luftgeselchten Speck, Würste und alles was man sich an kärntnerischen Rauchfleischsorten vorstellen kann. Ohne das soll keiner heimfahren der auf gutes Essen steht!
Dalmatiner, 09.09.08 @ 15:15
Herr Paic
Standard lässt Josip Paic vom Hinterlanddalmatiner Briuni (1020 Wien) sagen, dass der zweite Bezirk für teure Grundprodukte die falsche Gegend sei .
Hinterlanddalmatiner?Ach wird jetzt auch danach begutachtet von wo mann aus Kroatien kommt bzw. Dalmatien.
Wenn sie schon so ein Artikel schreiben dann unterschreiben sie ihm auch.l.g
--- 04.09.18 @ 20:56
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