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SPEISING Open
04.01.10 @ 00:08
Da sperrt der Wirt.
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Wir lesen in Postings, dass ein Wirt, der versucht hat, seine Künste leistbar anzubieten, zusperrt. Wir werden leider von weiteren in Folge lesen.
Gleichzeitig ereilen uns Beschwerden, dass der Wein gelegentlich zu teuer sei - non appropriate.
Wir wollen schwelgen, genießen, freuen uns über handwerklich perfekte und gustatorisch sensationelle Gerichte, empfehlen die Wirten weiter, die diesen Spagat - Hohe Qualität zu niedrigen Preisen - versuchen, und bedauern dann, dass diese wieder zusperren.
Ist das gerecht? Womit soll ein Gastronom eigentlich verdienen dürfen? Oder: Womit soll er sparen dürfen?
44 Kommentare | Kommentar abgeben
Meidlinger12, 02.02.10 @ 08:52
Handwerk
Um heutzutage den Bequemlichkeiten und Verlockungen der Industrie zu widerstehen muß man wie du so schön sagst "Das Werkeln (Handwerk) lieben", Idealist sein, Verfechter des alten Kochhandwerks.
Ich muß da immer an meine 86jährige Tante denken, die sich noch immer die Brösel selbst reibt, den Blätterteig selbst macht, etc....
Es schmeckt alles herrlich und das mit einfachsten Hilfsmitteln zubereitet. Der Herd da unten auf dem Bild hat ca. die gleiche Größe wie ihrer.
kubse, 31.01.10 @ 23:24
detto. und das nicht nur als Wirt.
TomCool, 31.01.10 @ 22:36
"Man muß einfach das Werkeln lieben"
Bussi, Piccolo!
PICCOLO, 31.01.10 @ 22:02
Na - ja...
Ihr machts euch relativ einfach: Die Preise sind schuld. Das bestreite ich hiermit. Was ihr als Gäste nicht seht, ich wills euch sagen: ! Kilo Schweinskarree kostet rund 4 Euro. Früher gabs mal die Kalkulation, dass dann das fertige Schnitzel auch 4 Euro kosten sollte. so hats uns sogar noch der Herr Fachlehrer in der Gastgewerbeschule erklärt.
Dazumal war Vieles ganz anders. Es gab z.B. die Lokalbedarfs - Feststellung wollte wer ein neues Lokal eröffnen. Denn das Wirtsgeschäft war ewig Problembehaftet. Jetzt gibt es einen Überschuß an Gasthäusern und daher auch die damit verbundenen Probleme. Wenn wo ein guter Platz war gabs vielleicht drei vier Gasthäuser, jetzt sinds 20. Das sieht man besonders in Fremdenverkehrslagen.
Jedes baufällige Objekt wurde darauf geprüft ob man dort nicht irgend einen Kochdeppen findet um es als Gasthaus auszubauen. Zahnärzte Anwälte sind so zu Verpächtern geworden, woillen volle Länge kassieren und sie finden immer wieder Deppen die das dann auch zahlen.
Ich habe einen Kollegen in der Nähe der eben beim Aufhören ist, der zahlt in einer schlechten Lage eine Horror- Pacht, rackert Monate umsonst, nur um einem Wallfahrtsort und seinen Besuchern eine Toilette mit Essgelegenheit zu bieten. Oder die bepissten Golfclubs mit ihren Juxgaststätten die sich so manchen grenzdebilen Haubenkoch geangelt haben um sich die eigene defizitäre Bewirtschaftung der Club - Gastwirtschaft zu ersparen, ja noch einen Deppen finden der ihnen dafür einen Nepp - Pacht bezahlt und dann regelmäßig pleite geht - ich kenn mindestens 5 davon. Aber wie die Fliegen auf die Hundstrümmerl - der nächste wartet schon.
Am Preis des Essen und der Getränke liegts wirklich nicht. Man muß einen Grundumsatz zusammenbringen und alles gut verkaufen, wenig Schwund erzeugen. Jetzt wo die Krise die Banken vorsichtiger werden lässt finden diese Pächter keinen Koch mehr der sich die ersten Jahre mit dem Jungunternehmerkredit finanziert und dann aufhaust.
Und die jungen Köche können vielleicht nett anrichten und ihre Safterl drüber spritzen. Dann haben immer mehr die Leute welche gar nichts mit der Kocherei und Trinkerei zu tun haben die Finger im Spiel, wie die Gourmetvermarkter. Die reden Trends ein und lachen sich ins Fäustchen wenn der Brutzeldodel dann die eingebrockte suppe auslöffelt....! eigene durchdachte Verwertungskreisläufe mit einfachen billigen Produkten aufbauen können sie nicht, weil das niemand mehr lernt und das Packerl aufreissen einfach lässiger ist. Wenn der Lehrbub in der Schule schon mit den Fonds vom Knorr kocht.....
Man muß einfach das Werkeln lieben, wie ein Bauer auf seinem Hof lebt, wenn die Kuh Hunger hat, mußt sie füttern, wenn sie krank ist ihr einen Einlauf machen, auch wenn sie Dich dann anscheißt sie gerne haben... . Es darf einem nichts zu blöd sein und vor allem darf man sich nicht von solchen Konsorten ausbeuten lassen die ein selber abgewirtschaftetes Haus wo sie nichts mehr verdienten, dann für teures Geld weiterverpachten.
Man muß selber das Maß sein an dem man sich mißt nicht solche falschen Ideale besitzen wie sie in der Öffentlichkeit stets vorgelebt werden.
Dann gehts, und es geht gut.
TomCool, 18.01.10 @ 12:35
Was alle wissen
Was genau wäre denn das?
Ad besserer Hauswein: Das funktioniert nur in der Masse. Und ich hätte einen billigeren Fusel auch haben können und ums gleiche Geld weitergebracht. ist halt ein Minimalanspruch, den ich an mich selbst habe,
OberkllnerPatzig, 17.01.10 @ 21:35
Vor ca.8-10 Jahren
wurde im Schnitt das 2.6-fache verrechnet.
Der 10-Uronen-Wein aus dem Supermarkt sollte demnach um 26 Eier auf der Karte gestanden sein. Aber kaum erscheint über einen Winzer ein Buh in einem Hochglanzmagazin, verlangen jene mitunter 18 Zossen ab Hof aufwärts. Wie soll man das weitergeben? Wer will das zahlen?
Für mich ist das Gedeck die beste Lösung.
eamon2clever, 17.01.10 @ 11:50
@ dschungeltier
sie können selbstverständlich für eine impfung kassieren, so lange es nicht eine ordi mit eingehender untersuchung ist ^^
eamon2clever, 17.01.10 @ 11:48
@ tomcool
naja jetzt rücken sie ja eh mit dem raus, was wir alle wissen und akzeptieren, halt nur bis zu einer gewissen linie und nicht drüber.
sie brauchen mir keinen 10er unters brotkörberl legen, sollten mich und die anderen in einem wirtshaus ordentlich bedienen und faire preise bieten.
ich unterscheide zwischen restaurant (speiselokal) & wirtshaus (wein, weib gesang mit freunden). Dort erwarte ich nicht, dass die haubenköche sitzen, sondern solide handwerker in den küchen ihre gelernten und verfeinerten speisen produzieren & kellner und schankbursche die kunden/stammkunden gut betreuen. Ein wirtshaus wird mit sicherheit regelmäßiger von ein und denselben personen (stammkunden) frequentiert als ein restaurant; es hat auch die funktion eines meetingpoints. Dort so abcashen zu wollen wie vergleichbare restaurants halte ich für einen wesentlichen fehler der wirte.
Wirte, dh alle die ein wirtshaus betreiben, sollen ihr ohr mehr bei ihren kunden haben und sich nicht von kalkulationswahnsinn der wifi absolventen blenden lassen. Wie sie richtig sagen, sie können mit gutem hauswein auch ihren schnitt machen, brauchen keinen weinkeller führen und schon gar nicht in riedl gläser investieren & für leitungswasser zu kassieren. Aber guter schankwein kann auch von einem winzer mit gutem namen kommen, nur ist es nicht notwendig darauf eine kalkulation mit 350% zu legen, sondern faire 180-200. Das wird von allen akzeptiert.
TomCool, 15.01.10 @ 21:14
guten Hauswein
hatte ich immer. litetrware aus der Wachau mit Kronenkorken, die normalerweise in Bouteillen abgefüllt wird. Das Achterl unter 2 Euro. Ich hab keine Flaschen verkauft. hab dafür aber auch kein großes 'Weinlager kalkulieren müssen. Für mich war's a Rebach.
Hirn_mit_Ei, 15.01.10 @ 16:30
eh, aber
wenn man alleine hingeht, oder alleine wein trinkt und die anderen bier, dann will man vielleicht nicht immer gleich eine flasche. manche schon, ich weiss, aber nicht alle.
und zumindest eine trinkbare alternative sollte da sein. in holland habe ich mir das nicht erwartet. ist keine weingegend. aber in wien, sollte das drin sein, dass es einen trinkbaren hauswein gibt.
kubse, 14.01.10 @ 13:16
Naja, wenn ich mein eigenes Konsumverhalten bedenke, ist es schon so: In der Katze zahl ich für Gobelsburg Tradition 29 Eier, das ist innerhalb jeden für mich vernünftigen Rahmens, ich geb's offen zu (mein Ruf ist eh schon dahin ;-)).
Wenn jetzt der Günter einen Schankwein offeriert, der das kann, was ich mir von einem guten Wein erwarte, dann hat er einen Bouteillentrinker weniger.
Wobei ich schon sagen muss: Ich mag's, wenn die Flasche am Tisch geöffnet wird, ich mag die größeren Gläser, usw.
Ich mag nicht am Schankwein: diese kleinen Römerchen oder ähnliches Scherbenzeugs. Das stört mich mehr als eine Papierserviette ;-)
Hirn_mit_Ei, 14.01.10 @ 11:55
das hat der kubse schon recht
natürlich ist es der gesamteindruck der die zahlungsbereitschaft ausmacht. und der gmoakeller ist natürlich ein gutes bsp. der ist einfach stimmig. nicht billig aber dennoch beisel und nicht "gutbürgerlich", niederschwellig, passt.
was die weine betrifft möchte ich auch noch was sagen. ich brauche in einem beisl keine große auswahl und keinen weinkeller. es gibt in österreich und vorallem im umfeld von max 100km von wien oder 200km wenn man die stmk mitnimmt wirklich gute tischweine in literflaschen oder dopplern oder auch im klassischen gebinde. es ist mir manchmal ein rätsel wie manche wirtn bei der weinauswahl ihrer hausweine/schankweine ins klo greifen. warum tun die das? woher kommen diese weine? oder ist das nur damit man die teureren flaschen bestellt?
kubse, 14.01.10 @ 11:03
Der Besuch der alten Dame
Da ging man jahrelang nach fast jedem Brahms-Saal-Konzert in größerer Runde hin, weil sich die alte Dame, Präsidentin des Fanclubs, einbildete, dass es dort "so gut" ist. Mir hat jedesmal gegraust. Stinkende Räume, schlechte Weine, und als einzig essbare Speisen Würstel und Gulasch, was darüber hinaus ging, war nicht genießbar (gebackener Emmentaler z.B. in fürchterlicher Erinnerung!). Ich hab einmal einen Blick in die Küche werfen dürfen, furchtbar. Allein der Anblick der trostlosen Gestalten da drin war abstoßend. Die Kellner bemüht, aber 3. Wahl.
Die Rede ist vom "alten" Smutny in der Bösendorferstraße, nun endlich geschlossen.
Wieso glaubte die alte Dame, dass es dort "so gut" gewesen sei? Da hatte sich scheinbar über Jahrzehnte ein Image bei dieser Generation gehalten, gestützt durch eine kaum zu überbietende Lage. Und wie kann man so einen Bonus derart versemmeln? Klar sterben die anbetenden Generationen irgendwann weg, und wenn dann nicht auch Qualität passiert, interessiert dieses Wirtshaus bald niemanden mehr außer die paar Dippler, von denen aber kein Wirt leben kann.
Es geht auch anders. Im Gmoakeller zum Beispiel.
Was da an Legenden eingemottet wurde zugunsten eines lebendigen, frischen Wiener Wirtshauses in bester Tradition, ist wirklich bewundernswert.
Da ist ein junger Wirt mit familiärer Vorbelastung, der diese bestens für sein Unternehmen nützt. Sicher wird er Starthilfe gehabt haben, aber eines ist offensichtlich: der Sebastian Laskowsky ist bei aller Fröhlichkeit immens fleißig. Ich war noch nie im Gmoa ohne ihn dort anzutreffen. Sein Team hält er bei Laune, keine Frage. Das Essen ist immer gut, egal ob in der Metro eingekauft oder am Markt (was ich weniger glaube), die Bedienung ist Wiener Schmäh at its best, und die Getränke sind (wie überall, da stimme ich zu) zu teuer - aber immerhin ausgewählt (Weine!) und perfekt serviert (Bier!).
Gebäck extra, na und? Wo das Gesamtpaket derart stimmig ist, macht mir das genau nix aus. Sicher kostet es was, im Gmoa zu essen, aber ich hatte noch nie das Gefühl geneppt worden zu sein. Das war damals bei den beiden alten Schachteln anders... ;-) (Ich entschuldige mich jetzt schon bei allen Enkeln, Nichten und Neffen, die das lesen!)
Die Räume sind lebendiges Museum, und so soll es sein. Gut besucht, das spielt für mich auch eine Rolle. Ein leeres Wirtshaus hat wenig Charme, und das ist auch so ein Teufelskreis, findet ihr nicht auch?
Die alte Dame mochte den Smutny lieber. Aber sie frisst die Krot und geht mit zum Gmoa - seit der Smutny zu ist, bleibt ihr eh nix anderes über. Sie isst kaum was, trinkt noch weniger - da kann sie freilich auf alten Legenden beharren. Aber sie gibt unwillig zu, dass das, was auf unseren Tellern ist, viel besser zu sein scheint als das, was weiland im Smutny serviert worden war.
12360AdErl, 13.01.10 @ 17:25
Genau.....dschungeltier
impfen könnten sie doch aus "Nächstenliebe"!!!! Oder? :-))))
Nahrungsmittel bzw. "Lebens"mittel sollen nichts kosten. Wovon sollen denn die Produzenten - ich spreche nicht vom Wirt oder LebensmittelHANDEL - überleben? Die Produzenten werden von den Handelsketten - so sie gewillt sind oder wegen der großspurigen Ausbaupläne der Betriebe - gezwungen sind - doch auch ausgepresst. Sobald der Betrieb die entsprechende Ausstattung nach Vorgaben der Handelsketten hat, werden doch die Preise gedrückt, bis sich der arme oder dumme Produzent nicht mehr rühren kann. Wenn der Prozess abgeschlossen ist, dann werden die Handelsketten die Lebensmittelpreise nach oben heben (ist eh schon der Fall). Wenn die zwei - drei Großen über bleiben, dann diktieren sie die Preise. Im Übrigen ist kein Konsument im Gasthaus gezwungen teuren Wein zu kaufen. Es hat doch jeder Entscheidungsfreiheit.
dschungeltier, 13.01.10 @ 15:55
der clevere eamon
gehört sicher zu den typen, die fragen, warum ich fürs impfen kassier, wo das ganze doch eh nur 2 minuten dauert
Gwendolin, 13.01.10 @ 15:51
Garnele dazu ? Trüfferl drüber?
TomCool, 13.01.10 @ 14:53
sehr clever, eamon
und zum Gedeck könnte der Wirt noch an 10er untern Brotteller legen, damit die Gäste ihn in guter Erinnerung behalten.
eamon2clever, 13.01.10 @ 01:19
die wirte sind selbst schuld
es ist eine philosophiefrage, ob ich den kunden als gast oder als zahler betrachte. Wenn ich einen literwein als schankwein nehme, diesen für 2,50 netto einkaufe & für 4,10 das glas verkaufe, d.h. nicht als 1/8 sondern als 1/10 per glas, habe ich den top deckungsbeitrag, aber in zeiten der krise bald den finger der gäste & das kapieren die wirte imo überhaupt nicht.
es ist auch egal, ob der wirt vom fahrenden händler den wein um 9,50 netto einkauft & der kunde findet den wein um 6,00 im ramschkorb im merkur oder soweit er das kann im metro, wo weiterhin die meisten gastronomen einkaufen.
Gutes beispiel dafür im vielgelobten stern - ich sehe nicht ein warum ich für ein glas scheibelhofer big john, das ist wohlgemerkt der papa nicht der sohn, 4,20 hinlegen soll, wo die flasche ab hof 9,90 kostet. Damit kann er die sauce der rindsrouladen ablöschen.
Nu die kerle kapieren es schlicht und ergreifend nicht. Runter mit den preisen für wein, semmerl zu den klassischen wiener speisen, wie gulasch, wurstsalat & würstel mit saft & die kunden sind wieder bereit mehr zu konsumieren
walterkunz, 12.01.10 @ 22:48
Betrachtungen
Bei den Getränken arbeiten die meisten Wirte mit unterschiedlichen Rohaufschlägen (Spannen) für die jeweiligen Produktgruppen (Wein, Bier, Schnaps, AF, Heißgetränke), um die Verkaufspreise festzulegen. Erfahrungsgemäß sind die Erlöse beim Verkauf von Getränken (erheblich) höher als bei der Abgabe von Speisen.
Die Spanne ist bei Spirituosen und Heißgetränken besonders hoch, es kann sich ja jeder ausrechnen, welcher Roherlös aus dem Verkauf eines Teebeutels (mit heißem Wasser!) oder einer Flasche Feuerwasser (rund 30 kleine Schnäpse) erzielt werden kann.
Ich betone Roherlös, denn aus diesem muss der Wirt einiges bestreiten: den Warenzukauf samt Hilfsstoffen, Umsatzsteuer und alle weiteren Abgaben, die Miete oder Pacht, den Lohn fürs Personal samt Lohnnebenkosten, Energiekosten, Instandhaltung, Betriebsversicherungen, Werbung, Steuer- und Rechtsberatung, und manches mehr. Und trotz allen Jammerns und Raunzens der Gastronomen, es muss dem Wirten schließlich noch ein Gewinn überbleiben, damit sich seine Arbeit lohnt und er die Bude nicht zusperrt.
Wie auch aus den letzten Forumsbeiträgen hervorgeht, ist bei uns in Österreich das Preisverhältnis zwischen Speisen und Getränken etwas hatschert. Ich habe keine Ahnung, wie man das ändern könnte. Wir müssen nur aufpassen, dass sich die Wirte das nicht so zu Herzen nehmen, dass sie die Speisenpreise auf internationales Niveau anheben und die Getränkepreise auf nationalem Niveau belassen. Zuzutrauen wäre das!
Was die lästigen Preise fürs Semmerl betrifft, die „besseren“ Lokale bei uns verrechnen das Gebäck pauschal mit dem Gedeck, so wie es in Italien in jedem einfachen Beisl geschieht, weil dort Brot als Beilage zu den meisten Hauptgerichten gegessen wird. Der Italiener tunkt den Saft mit Brot auf, der Österreicher mit dem Knödel, mit Reis oder Nockerln. In Italien wird das Hauptgericht zumeist ohne jede Beilage angeboten, während bei uns ein bis zwei Beilagen automatisch dabei sind und man bei Änderungswünschen fallweise Probleme hat (Aufpreis bei Beilagenänderung!).
Ich weiß auch in diesem Fall keine allgemein befriedigende Lösung. Wir müssen auch hier aufpassen, dass sich die Wirte das nicht so zu Herzen nehmen, dass auch in den kleinen Beisln ein Gedeck verrechnet wird, obwohl die wenigsten Österreicher - vom Gulasch abgesehen - das angebotene Gebäck konsumieren würden.
Hirn_mit_Ei, 12.01.10 @ 21:33
das hängt davon ab
ob der wirt die teebeutel zählt und so seine kellner kontrolliert oder ob es einen schankomaten gibt der automatisch das runterdrücken von heissem wasser erfasst.
OberkllnerPatzig, 12.01.10 @ 14:46
... ist dafür das heiße Wasser zum Teebeutel gratis?
;-)
Hirn_mit_Ei, 12.01.10 @ 13:55
@ dschungeltier
das mit dem brot ist echt eine frechheit. letztens im cafe hummel habe ich ein kleines gulasch gegessen und dann wurde das semmerl wieder verrechnet. das semmerl ist eine beilage zu gulasch. geht quasi nicht ohne. man kann ja auch nicht in der nudelsuppe die nudeln extra verrechnen wenn man sie ist.
Hirn_mit_Ei, 12.01.10 @ 13:54
@ OberkllnerPatzig
das mit dem all you can eat, funktioniert tw über die getränke, aber auch über billige, wenig arbeitsaufwendige gerichte die man warmhalten kann und mieseste zudaten. und es sind meist gerichte (pizza, nudeln, chinabuffets) die auch im normalverkauf einen vergleichsweise hohen deckungsbeitrag aufweisen.
OberkllnerPatzig, 12.01.10 @ 13:53
Zu den Getränken
muss man aber auch schreiben, dass viele Patrone auch einen sehr akzeptablen Schankwein haben (vorsicht, Qualitätsmerkmal!), die Gäste sich aber oft dafür zu fein sind.
Lustigerweise schimpft aber auch der Wirt, wenn die Gäste "nur" Schankwein trinken ...
Prinzipiell glaube ich, dass die Wirte, was das Jammern betrifft, nur noch von den Ärzten übertroffen werden. Es tuts mir ja soooo leid!
dschungeltier, 12.01.10 @ 13:09
Brot
etwas das im ausland selbstverständlich gratis ist, wird bei uns in meist miserabler qualität zu verrückten preisen verschachert. da kanns passieren dass die letscherten semmeln zum gulasch fast genausoviel kosten wie das gulasch, und das gulasch weniger als seidel und semmeln.
zumindest bei speisen, bei denen gebäck als beilage gereicht wird, sollte dieses in der kalkulation schon drin sein.
OberkllnerPatzig, 12.01.10 @ 12:54
Das all-you-can-eat Prinzip bestärkt die These, dass der Wirt an den Getränken verdient - und wenn er merkt, dass er mit den Speisen nicht über die Runden kommt, führt er ein Gedeck ein, legt 80 Cent auf die Getränke drauf und weist die KellnerInnen an, mehr Salat und Brot zu verkaufen. Oder?
Hirn_mit_Ei, 12.01.10 @ 12:05
@ OberkllnerPatzig
das essen in ö ist meistens zu billig und die getränke zu teuer und das liegt nicht nur an der steuer. ich habe es schon erlebt als man mit in der 3 husaren ein kleines bier um 7 euro verkaufen wollte. das ist lächerlich wenn es das gleiche bier ist wie in der bahnhofskantine (vielleicht besser gezapft). ich weiss, selber schuld wenn man da bier trinkt, aber ich hatte eben lust darauf.
aber auch bei einem x-beliebigen wirtn zahlt man fürs mittagsmenü zwischen 5,90 und 7,90. aber für einen apfelsaft mit leitungswasser auf 0,5 zwischen 2,50 und 3,20. das steht in keinem verhältnis.
in italien aber auch belgien, niederlande oder frankreich zahlt man für das essen vergleichsweise mehr, aber fürs trinken weniger. die endsumme auf der rechnung ist die gleiche, aber es entspricht eher der kostenwahrheit. insofern, ja, da gehe ich wieder hin. für eine flasche minerawasser zahlt man in wien zwischen 5 und 10 euro je nach lokal. in italien selten mehr als 2.
kurz. deshalb bin ich sehrwohl bereit für das essen mehr zu bezahlen. sozusagen leistungsbezogen.
walterkunz, 11.01.10 @ 23:53
Wirtshaus
Ich habe so den Eindruck, dass es in diesem Forum nicht so sehr um die ganz einfachen und billigen Wirtshäuser in der Vorstadt geht, sondern eher um die Betriebe der Mittelklasse, am Übergang vom gutbürgerlichen Gasthaus zum Restaurant.
Kein Gastronom hat es wirklich leicht, weder der Wirt eines gemeinen Beisls, noch der Patron eines Gourmettempels, und die ganze Bandbreite an Lokalen, die zwischen den beiden Extremen liegt.
Meidlinger12, 11.01.10 @ 23:22
Dem Untergang geweiht
Viele alte Wirten sperren dann auch einfach zu, weil es unmöglich ist das Lokal weiterzuführen.
Ich spreche von diesen Gasthäusern, wo das Schnitzel noch zwischen 6 und 7 Euro kostet, das Krügel Bier zwischen 2,50 und 3 Euro.
Für des Kunden Geldbörsel sind diese Lokale wunderbar, doch sind sie auf Dauer dem Untergang geweiht, denn mit dieser knappen Kalkulation, kann man einfach nichts investieren.
Die Lokale werden immer schmuddeliger und sehen immer heruntergekommener aus. Neue Gäste verirren sich nur sehr selten ins solche Lokale, da sie schon von aussen keinen guten Eindruck erwecken und es bleiben nur ein paar Stammgäste übrig.
Wenn so ein Lokal aber überlebt allein von seinen Stammgästen, dann ist es irgendwann trotzdem dem Untergang geweiht, denn so ein Lokal kann niemand übernehmen, ohne massive Umbauten, Investitionen und Preiserhöhungen durchzuführen.
Würde so ein Wirt aber vorher schon seine Preise ordentlich erhöhen um mal was in das Lokal stecken zu können, werden ihm die Stammgäste davonlaufen.
Also ein klassischer Teufelskreis.....
walterkunz, 11.01.10 @ 22:42
@ dschungeltier
Ehrliche Freundlichkeit mit einem kleinen Schuss Herzlichkeit, ohne Unterwürfigkeit, das sollte eigentlich eine Grundvoraussetzung für den Kellnerberuf sein. Die Kompetenz eines Kellners schlägt sich für den Wirt allerdings bei den Lohnkosten nieder, und für den Gast bei der Rechnung. Ein erfahrener Sommelier wird viel kosten, ein kundiger Weinberater auch nicht wenig. Nur der Kellner, der gerade zwischen Weiß und Rot zu unterscheiden weiß, wird kein Loch ins Personalbudget reißen.
Ich glaube, dass die Auswahl und Anzahl des Servicepersonals auch ein Spagat für den Wirt ist. Nicht zu viel Leute, weil das kostet, und nicht zu wenig Leute, weil die Qualität der Beratung und der Service leiden. Außerdem, jeder Tag ist anders, einmal sind unkomplizierte Gäste im Haus, da läuft’s wie am Schnürchen, und das nächste Mal wird es unrund, bei unentschlossenen und sekkanten Besuchern.
walterkunz, 11.01.10 @ 22:41
@ Oberkllner
Wie heiß soll die Suppe sein? Sicherlich nicht lauwarm. Aber so heiß, dass man mindestens fünf Minuten warten muss, bis man sie ohne gröbere Verbrennungen des Rachens konsumieren kann, soll sie meiner bescheidenen Meinung auch nicht sein. Vielleicht habe ich Pech, aber ich bekomme eher brennheiße Suppen als lauwarme, und nur ganz selten angenehm temperierte.
veuveclicquot, 11.01.10 @ 22:16
deko
so sehr ich sie lieb, die kann man sparen. mir ist raumdeko lieber, ein paar blumen und eine schöne kerze als plastikgeblersch und ein traurig teelicht am tisch. bei den servietten nehm ich gern auch papier, auch am klo darfs papier sein und muss nicht für jeden ein frotteehandtuch bereitliegen. zum händeabtrocknen mein ich!
aber mein essen will ich heiß und wohldekoriert und feinschmeckend haben.
Ich finds fein, wenn derdie kellner.in aufmerksam und mit humor gesegnet sind, wenn das lokal voll ist, wart ich gern auch einmal, ich bin da nicht so.
sauber solls sein, wenn der boden pickt, werd ich unruhig, wenn gar teller oder besteck ... nein.
aber der koch darf durchaus vorbereiten und tiefkühlen. er darf die mikrowelle heißlaufen lassen, und er darf schummeln, er darf sogar wasabipaste in die krensuppe rühren. aber nur dann wenn ich es nicht schmeck. sonst ist es ein neinneinnein. :-)
unterkellnerputzig, 11.01.10 @ 22:04
gastfreundschaft ist keine frage von quantität
sondern der einstellung.
Auch a Ansicht. Mia nützt die einstellung nix, wenn i trotzdem auf ois ewig woart und die Höfte ned kriag, S´beste gebn ist daun trotzdem zwenig
dschungeltier, 11.01.10 @ 21:05
werter patzig
das mit dem gaumenspiel ist find ich was anderes.
ignoranz ist nicht das gleiche wie beim personal sparen. wenn in der katz viel los ist, können die 2 mäderln auch ganz schön ins schleudern kommen. carla hats auch schon geschleudert. aber sie bleiben freundlich und geben ihr bestes an gastfreundschaft.
auch ein überangebot an service kann durch ignoranz und präpotenz schmerzhaft sein.
gastfreundschaft ist keine frage von quantität sondern der einstellung.
OberkllnerPatzig, 11.01.10 @ 17:43
Für Ottakringer will ich überhaupt nichts zahlen, da brauche ich eher Argumente, warum ich es bestellen soll.
Wenn die Getränke das Essen aus Wirtens Sicht finanzieren sollen, dann ist das für die Wenigtrinker nicht zwider und fein für die Fäaken.
Sagen wir, ich spar mir beim Schnurgeln von einem Liter Wein Euro 8.50 in Summe bei einem günstigeren Wirten, zahle dort jedoch für Supperl und Tellerfleisch eben diese 8.50 mehr - geh ich dort ein zweites Mal hin?
Hirn_mit_Ei, 11.01.10 @ 17:28
ich zahle gerne für gutes essen
aber nicht jenseitige preise für ottakringer bier oder apfelsaft. das essen ist meist zu billig, während die getränke - meist standartisierte massenware - zu teuer sind.
OberkllnerPatzig, 11.01.10 @ 16:04
Nein, überhaupt nicht!
Nimm das Gaumenspiel her: Dort war das Essen fantastisch, und aus. Sonst nix. Da geh ich nie wieder hin.
Hingegen kann ich durchaus nachsichtig sein, wenn die Gastfreundschaft spürbar, wenn schon nicht schmeckbar ist ...
dschungeltier, 11.01.10 @ 14:43
sixt patzig
wir sind eh sehr bedürfnislos.
HAUPTSACHE DAS ESSEN IST GUT
OberkllnerPatzig, 11.01.10 @ 13:52
Weiters hätte ich gerne
atembare Luft, angenehme Temperatur, heiße Suppe und austauschte Aschenbecher. Ach ja, die Toiletten sollten bitte sauber sein.
Sparen darf der Wirt an kalter Zugluft, Staub am Inventar, Tischschmuck und Wartezeiten auf die Getränke.
dschungeltier, 11.01.10 @ 11:52
natürlich kunz, natürlich
sitzen tät ich gern, frische servietten hätt ich auch gern, teller und besteck.
und die freundlichkeit und umsicht des service sollte keine frage des geldes sein sondern eine der intelligenz.
walterkunz, 11.01.10 @ 11:33
Preis - Leistung
Man kann nach Zahlung von rund 25 Euro ein Lokal satt und recht zufrieden verlassen, und man kann nach Zahlung von 50 Euro und mehr ein Lokal ebenso satt verlassen und doch nicht wirklich glücklich sein. Mag sein, dass der Wirt von den 25 Euro einigermaßen gut leben kann, und mag sein, dass der Gastronom mit den 50 Euro Probleme hat, mit dem Betrieb zu überleben. Es ist sicherlich verdammt schwer, den Spagat zwischen Qualität und Preis zu schaffen, wenn es um ein Niveau geht, das über dem eines plebejischen Wirtshauses liegt.
Jeder Gast hat andere Vorstellungen und Erwartungen, Gusto und Ohrfeigen, eh schon wissen, auch die finanziellen Möglichkeiten spielen eine Rolle. Das viel zitierte Preis-Leistungs-Verhältnis ist jedenfalls eine recht subjektive Bezeichnung für den persönlichen Wohlfühlfaktor.
Auch wenn Dschungeltier bei der Einrichtung und der Quantität des Personals sparen würde, so bin ich überzeugt, dass er ein Mindestmaß an Qualität bei Ausstattung und Service als selbstverständlich ansieht.
dschungeltier, 10.01.10 @ 23:16
hast recht
der pilz war zu billig, leider jetzt gibts nur mehr billiges zeug zu hohen preisen im unteren mühlviertel.
und vikerl find ich fürs gebotene ziemlich günstig, aber billig ists natürlich nicht.
billig kann auch teuer sein, meistens zu teuer. da ess ich lieber butterbrot zu hause.
nachdem mein lieblingswirt zu ist, spielt die katz allein in dieser liga, hoffentlich noch lang.(von mir aus soll er seine preise um 10% erhöhen, er wär noch immer sagenhaft preiswert)
vom wein versteh ich nach wie vor nix, hauptsach er schmeckt mir. (der stoff bei unserem letzten besuch war aber schon sehr gut)
OberkllnerPatzig, 10.01.10 @ 17:36
Na komm, Dschungel ...
... so einfach kannst das Dir nicht machen.
Deine Hoftaverne - zu. Weil der Wirt damit so gut verdient hat?
Die Katze? - frag mal nach, wie die Aktien stehen.
Vikerl´s? Da verlangt der Wirt tatsächlich Geld für das Gebotene, anders könnte er den Level auch nicht halten.
Die Weine in der Katze sind fahrlässig günstig, deswegen verkauft er auch nicht mehr davon. Wer einen gewissen Wein will, zahlt auch 38,- statt 31,- Euro, das ist dann schon egal, scheints.
Gäste wie Du und ich, die lassen einen Wirten schon leben, schön leben sogar, aber die Mehrzahl der Gäste teilt sich halt ein Obigespritzt und verdrückt ein Schnitzerl dazu.
dschungeltier, 08.01.10 @ 16:52
sparen darf er
an der einrichtung, an der quantität des personals, an dingen die ich nicht schmecken kann, an chichi und unnötigem tand. was gut sein soll ist einfach das essen, und es gibt lokale die diesen spagat schaffen oder geschafft haben. unser seliger hausberger konnte es, mein pilz in der hoftaverne konnte es, die katze kanns, vikerl kanns. es geht, aber ich fürcht es wird immer schwerer. und es verlangt einsatz und liebe zum beruf des kochs, des wirten des gastgebers. ich könnts nicht und bewundere die, die mich preisgünstig glücklich machen.
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33