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SPEISING Open

04.01.10 @ 00:08

Da sperrt der Wirt.

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Wir lesen in Postings, dass ein Wirt, der versucht hat, seine Künste leistbar anzubieten, zusperrt. Wir werden leider von weiteren in Folge lesen.

Gleichzeitig ereilen uns Beschwerden, dass der Wein gelegentlich zu teuer sei - non appropriate.
Wir wollen schwelgen, genießen, freuen uns über handwerklich perfekte und gustatorisch sensationelle Gerichte, empfehlen die Wirten weiter, die diesen Spagat - Hohe Qualität zu niedrigen Preisen - versuchen, und bedauern dann, dass diese wieder zusperren.
Ist das gerecht? Womit soll ein Gastronom eigentlich verdienen dürfen? Oder: Womit soll er sparen dürfen?

44 Kommentare | Kommentar abgeben

Meidlinger12, 02.02.10 @ 08:52

Handwerk
Um heutzutage den Bequemlichkeiten und Verlockungen der Industrie zu widerstehen muß man wie du so schön sagst "Das Werkeln (Handwerk) lieben", Idealist sein, Verfechter des alten Kochhandwerks.

Ich muß da immer an meine 86jährige Tante denken, die sich noch immer die Brösel selbst reibt, den Blätterteig selbst macht, etc....
Es schmeckt alles herrlich und das mit einfachsten Hilfsmitteln zubereitet. Der Herd da unten auf dem Bild hat ca. die gleiche Größe wie ihrer.

kubse, 31.01.10 @ 23:24

detto. und das nicht nur als Wirt.

TomCool, 31.01.10 @ 22:36

"Man muß einfach das Werkeln lieben"
Bussi, Piccolo!

PICCOLO, 31.01.10 @ 22:02

Na - ja...
Ihr machts euch relativ einfach: Die Preise sind schuld. Das bestreite ich hiermit. Was ihr als Gäste nicht seht, ich wills euch sagen: ! Kilo Schweinskarree kostet rund 4 Euro. Früher gabs mal die Kalkulation, dass dann das fertige Schnitzel auch 4 Euro kosten sollte. so hats uns sogar noch der Herr Fachlehrer in der Gastgewerbeschule erklärt.

Dazumal war Vieles ganz anders. Es gab z.B. die Lokalbedarfs - Feststellung wollte wer ein neues Lokal eröffnen. Denn das Wirtsgeschäft war ewig Problembehaftet. Jetzt gibt es einen Überschuß an Gasthäusern und daher auch die damit verbundenen Probleme. Wenn wo ein guter Platz war gabs vielleicht drei vier Gasthäuser, jetzt sinds 20. Das sieht man besonders in Fremdenverkehrslagen.

Jedes baufällige Objekt wurde darauf geprüft ob man dort nicht irgend einen Kochdeppen findet um es als Gasthaus auszubauen. Zahnärzte Anwälte sind so zu Verpächtern geworden, woillen volle Länge kassieren und sie finden immer wieder Deppen die das dann auch zahlen.

Ich habe einen Kollegen in der Nähe der eben beim Aufhören ist, der zahlt in einer schlechten Lage eine Horror- Pacht, rackert Monate umsonst, nur um einem Wallfahrtsort und seinen Besuchern eine Toilette mit Essgelegenheit zu bieten. Oder die bepissten Golfclubs mit ihren Juxgaststätten die sich so manchen grenzdebilen Haubenkoch geangelt haben um sich die eigene defizitäre Bewirtschaftung der Club - Gastwirtschaft zu ersparen, ja noch einen Deppen finden der ihnen dafür einen Nepp - Pacht bezahlt und dann regelmäßig pleite geht - ich kenn mindestens 5 davon. Aber wie die Fliegen auf die Hundstrümmerl - der nächste wartet schon.

Am Preis des Essen und der Getränke liegts wirklich nicht. Man muß einen Grundumsatz zusammenbringen und alles gut verkaufen, wenig Schwund erzeugen. Jetzt wo die Krise die Banken vorsichtiger werden lässt finden diese Pächter keinen Koch mehr der sich die ersten Jahre mit dem Jungunternehmerkredit finanziert und dann aufhaust.

Und die jungen Köche können vielleicht nett anrichten und ihre Safterl drüber spritzen. Dann haben immer mehr die Leute welche gar nichts mit der Kocherei und Trinkerei zu tun haben die Finger im Spiel, wie die Gourmetvermarkter. Die reden Trends ein und lachen sich ins Fäustchen wenn der Brutzeldodel dann die eingebrockte suppe auslöffelt....! eigene durchdachte Verwertungskreisläufe mit einfachen billigen Produkten aufbauen können sie nicht, weil das niemand mehr lernt und das Packerl aufreissen einfach lässiger ist. Wenn der Lehrbub in der Schule schon mit den Fonds vom Knorr kocht.....

Man muß einfach das Werkeln lieben, wie ein Bauer auf seinem Hof lebt, wenn die Kuh Hunger hat, mußt sie füttern, wenn sie krank ist ihr einen Einlauf machen, auch wenn sie Dich dann anscheißt sie gerne haben... . Es darf einem nichts zu blöd sein und vor allem darf man sich nicht von solchen Konsorten ausbeuten lassen die ein selber abgewirtschaftetes Haus wo sie nichts mehr verdienten, dann für teures Geld weiterverpachten.

Man muß selber das Maß sein an dem man sich mißt nicht solche falschen Ideale besitzen wie sie in der Öffentlichkeit stets vorgelebt werden.
Dann gehts, und es geht gut.

TomCool, 18.01.10 @ 12:35

Was alle wissen
Was genau wäre denn das?

Ad besserer Hauswein: Das funktioniert nur in der Masse. Und ich hätte einen billigeren Fusel auch haben können und ums gleiche Geld weitergebracht. ist halt ein Minimalanspruch, den ich an mich selbst habe,

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