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Das Weinlog

17.11. @ 22:32

Der Weintag

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Der Weintag begann zu Mittag im HERBECK. Adi SCHMID und Karl Axel SVENSSON hatten sich angesagt. Und aus dem Schmidschen Weinkeller kommen immer perfekt gereifte Flaschen.

GRAUER BURGUNDER PLURIS SMARAGD 2010 HIRTZBERGER
Eine wunderbare Flasche, die man nicht unbedingt als Grauburgunder erkannt hat. Hatte die Würze eines Veltliners und Anklänge eines reifen Sauvignon Blanc. Natürlich auch etwas Nußiges. Somit war ich eher bei einer Cuvee. Feine Säure und Struktur, nebst dezenter Cremigkeit machen Spaß und geben Trinkfluß. Am Beginn seines perfekten Trinkfensters.

PINOT NOIR 1994 PÖCKL
Tolle Flasche, wirkt wesentlich jünger. Wurde ja verdeckt serviert. Leder, Kräuter, reife Kirsche. Minze und etwas Schoko. Kühles Finale mit Orangenzesten. Lang am Gaumen und stabil im Glas. Toll.
Da es leider auch zwei Korkweine gab, folgte noch eine Flasche "G" 2009 GESELLMANN aus dem Keller des HERBECK. Ein intensiver und dichter Wein. Braucht Luft. Zwetschke, Schoko, Erdboden. Im Glas dann, mit viel Zukunft und Struktur. Jung, jedoch schon gut zu trinken. Paradebeispiel für Blaufränkisch.

Danach rief die NATURWEIN ins ODEON. Die Benchmark Veranstaltung für "Naturwein" in Österreich. Auch wenn ich diesen Begriff nicht mehr mag, weil es eben keine echte Definition gibt. Ein Wein funktioniert (schmeckt) im Glas oder nicht. Und viele tolle Sachen gab es wieder zu verkosten und erkunden. Dank an WEINSKANDAL und VINONUDO.
ALEXANDER KOPPITSCH, wurde hier vor ein paar Wochen schon beschrieben, seine "Perspektive" Linie ist großartig . Die GEBRÜDER ANDERT machen coolen Zweigelt mit viel Eleganz und der Ruländer unlängst zum Gansl war perfekt.

PRANZEGG von MARTIN GOJER, weiterhin mit tollen, autochthonen Sachen aus Südtirol.
SEMICOLON mit neuen, interessanten Weinen aus der Wachau.
STEPHAN VETTER, Sylvaner aus Franken, at it's best.
JÖRG BRETZ, der Meister der langen Fasslagerung.
MARTIN NITTNAUS mit seiner MANILA Linie und mein Wein der Show, GRÜNER VELTLINER ELEKTRA 2018.

SRC RORI PARASILITI SIZILIEN. Sehr tolle und vulkanisch -mineralische Weine.
Erwähnenswert noch SEXTANT aus der Burgund, und die DOMAINE LES DOLOMIES mit feinen Sachen aus dem Jura.

Leider blieb diesmal nicht genug Zeit für weitere Neuentdeckungen oder Besuchen bei Klassikern. Abends rief das Trüffeldiner des ORDENS DER ALBATRÜFFEL UND WEINE DES PIEMONTS. Diese "ritterliche" Vereinigung hat seit einem Jahr eine Niederlassung in Österreich. Seit geraumer Zeit versuchen die CAVALIERI, weltweit, die Esskultur und die Weine der Region zu fördern. Man traf sich im LE SALZGRIESS.
OEUF PARFAIT und weiße TRÜFFEL. Einfache Speisen reichen vollkommen aus, um das Aroma der weißen Trüffel zu unterstützen. Ein im Glas pochiertes Ei, ein perfektes Beispiel.. Dazu ein SPUMANTE EXTRA BRUT BLANC DES NOIR 2015 PIETRO COLLA. Ein sehr eleganter Wein aus NEBBIOLO und Pinot Noir. Voller Struktur und feiner Säure. Gewisse, erdige Aromen im Finale. Eine echte Überraschung. Die Weine werden von einem Komitee des ORDENS ausgewählt und unter eigenem Label verkauft.
BATTUTA DI BUE, Beef Tartare mit Olivenöl, Steinsalz und selbstverständlich Tartufo. Perfektes Gericht. BAROLO DOCG SERRALUNGA 2015 ENRICO RIVETTO. Ein Jungmeister des Barolo. Typisch und bereits gut zu trinken. Zukunft und großartig zum Essen.

FONDUTA DI FONTINA DELLA VAL D'AOSTA, verfeinert mit Kirsch und schwarzem Trüffel. Brot, Kartoffeln und Tobinambur. Wieder simple Küche, aber schön. VIOGNIER CENTROBRICCHI 2017 DOCG LANGHE von SEBASTE MAURO. Der bereits zweite Wein dieser französischen Sorte aus dem Piemont, an den ich mich erinnern kann. Und beide waren sehr fein. Auch dieser duftet leicht nach Heublumen und Mango, leicht exotisch, dezente Vanille. Cremig und lang. Säure passt auch. Guter Wein.
Zur abschließenden HASELNUSSTORTE mit ZABAIONE gab es einen bekömmlichen MOSCATO D'ASTI von ODDERO. CASCINA FIORI 2018. Niedrig im Alkohol , mit feinem Zuckerrest, sind gute Moscatos sehr angenehm und aromatisch. Es gibt natürlich auch eine Menge eher plumper Erzeugnise großer Hersteller. Dieser ist allerdings eine Freude. Blumen, Muskat, Kräuter, dezent limonadig, feine Säure.
Feierabend.

www.cavalierideltartufo.it
www.vinonudo.at
www.weinskandal.at

Michael Kantor
www.herbeck.wien

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17.11. @ 22:32

CLEMENS STROBL / CHATEAU STROBL und ein wenig Piemont

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Weinhändler und Sommelier des Jahres 2016 im FALSTAFF, FRANZ MESSERITSCH, lud zu einer spannenden und genussreichen Landpartie. Ziel war das neue Weingut von Clemens STROBL in Mitterstockstall am Wagram.

Clemens gründete eine erfolgreiche Werbeagentur in Linz, und war schon immer dem Wein verfallen. Sein Privatkeller ist gut zusammengestellt und mit einigen, tollen Preziosen gefüllt. Seit 2008 wird am Wagram Wein gemacht. Dieses Jahr ist die eigene Kellerei fertig geworden. Gekonnt wurde alter Bestand mit modernen Elementen belebt. Das Gutshaus ist eine Perle geworden und ein Hort der Gastlichkeit. Der Wagram ist für die Familie eine absolute Zukunftsregion. Kennengelernt habe ich den Clemens bei einer Verkostung des umtriebigen Weinhändlers Martin BUTTINGER in Krems. Nach einer Vielzahl von österreichischen Altweinen, gab es noch mitgebrachte Flaschen der Gäste. Eine davon war, verdeckt serviert, RIESLING PFAFFENBERG PRIVAT, vom STROBL. Wir stellten diesen imponierenden Wein nach Deutschland. Franz MESSERITSCH hat natürlich auch Verkostungen organisiert und somit kannte ich bald die ganze Palette. Den Riesling ROSENBERG gab es dann auch bald auf der Weinkarte im HERBECK.

"Schnörkellos, authentisch, anspruchsvoll" Weine für Individualisten. So lautet, etwas verkürzt, das Motto. Bio, Spontanvergärung, Mischkultur im Weingarten, keine Bewässerung, die Natur unterstützen. Früher betrug der Export gute 85%, 14 Länder kommen in den Genuss der Weine. Mit mehr Fläche wurde auch wieder mehr auf den heimischen Markt geachtet.

Zu den Weinen:


GRÜNER VELTLINER DONAUSCHOTTER 2018
Quasi der Basiswein. Würzig und geradlinig in der Nase. Birne, Ananas und Kamille. Feine Cremigkeit, gepaart mit Säure und auch netter Struktur. Im Finale kommt auch der berühmte, weiße Pfeffer hinzu. Preis/Leistungsverhältnis sehr gut. Schöner Trinkwein.

GRÜNER VELTLINER LÖSSLING 2018 50% BETONEI und 50% HOLZFASS GROSS
Birne, Wiese, Lindenblüten, sehr florale Aromen, machen ihn leichtfüßig und elegant. Tabak und etwas frisches Laub. Der Wein ist noch jung und wird etwas brauchen um ganz in Harmonie zu sein. Gut so! Babyspeck ist genug da. Alles vorhanden für einen später tollen Wein.

GRÜNER VELTLINER SCHRECK 2017 AUSBAU WIE OBEN.
WOW, sehr elegant und dicht. Mandeln, Birne, sehr mineralisch, vom Anfang bis zum Ende. Kamille. Direkt burgundische Struktur. Bereits am Beginn seines Trinkfensters. Präzise Säure und ein dezenter Grip der Gerbstoffe machen den Schreck zu einem echt tollen Wein. Ich mag die dezente Cremigkeit und Eleganz. TIPP

RIESLING DONAUSCHOTTER 2018 MAGNUM
Wieder die Einstiegslinie. Das ist ein sehr seriöser Wein. Sehr elegant und frische Marillen. Wunderbare Textur am Gaumen. Leicht cremig und salzig. Tolle Länge und feine Säure. Etwas Orangenzeste, wird mit Luft exotischer in der Aromatik. Toll.

RIESLING PFAFF 2018
Sehr duftig im Glas, auch stoffiger als der DONAUSCHOTTER. Lage Pfaffenberg wird ja immer unterschätzt. Hier kann man allerdings die Größe schmecken. Leicht rauchig, dann kommt das Steinobst. Minze, wirkt frisch am Gaumen. Gerne in ein paar Jahren , wenn die absolute Harmonie kommt. Weil alles ist da. Säure, Schmelz. Sehr schön.

RIESLING ROSENBERG 2016
Marille, Mango, recht exotische Anklänge. Ananas und Melisse. Etwas barocker als der Paffenberg. Steht ihm aber gut. Luft bringt mehr Struktur und Mineralität. Das Finale mit leichten Blockmalz und Süssholz. Stimmig, exotisch.

ROSE DONAUSCHOTTER PINOT NOIR, SANKT LAURENT, ZWEIGELT.
Das Ziel ist es einen echten Wein als Rose anzubieten, und das gelingt gut. Hellrosa, Tabak une Kräuter in der Nase. Erdbeeren und Rharbarber. Filigrane Säure und Struktur. Dezentes Rotweinimage wird vermittelt. Spannend und gut, sicher ein guter Speisenbegleiter.

PINOT NOIR HENGST 2015
Lage Hengstberg. Ausbau im kleinen und auch großen Fass. Sicher einer der besten Pinots des Landes. Rauch, Speck, Kräuter, Orangen, Kirsche, dunkle Beeren. Viel Struktur, bei feinsten Tanninen. Gute Säure und Länge. Schon ein Paradewein, bin gespannt wie er altert.

Die STROBL Weine sind allgemein niedrig im Alkohol und das ist sehr fein.
Nach der Verkostung ging es ins Gutshaus und im Esszimmer begann ein Abendevent, mit dem klingenden Namen "STROBL MEETS PIEMONT" Verantwortlich für das schöne Menü, Thomas EDLINGER, einer der " Trüffelgurus" in Wien. Hervorzuheben ist die tolle Qualität der weißen Trüffel, und die Beiried von X.O. Beef! Großartige, alte Kuh.

Es wurden eine Vielfalt an Weinen zum Essen und danach gereicht. Die besten folgen:
GRÜNER VELTLINER PFAFFENBERG 2016 Schöner Wein, Struktur, Trinkfenster beginnt.
GRÜNER VELTLINER LÖSSLING 2013 Wunderbarer Veltliner, am Punkt
RATTI BARBERA ALBA BATTAGALIONE 2017 Recht jung, aber klassisch Piemont. Laub, Erde, Herbst, Tee, Kräuter. Passt.
RATTI LANGHE NEBBIOLO OCHETTI 2017 Elegantes Piemont, burgunderähnliche Stilistik. Sehr schön, jung.
FENOCCHIO BAROLO BUSSIA 2014 Wow, Barolo Oberliga. Sehr harmonisch bei guter Eleganz und Struktur. Feine Tannine, gut zu trinken. Zukunft.
FENOCCHIO BAROLO BUSSIA RISERVA 2010 Jep, nochmal eine Steigerung, sehr dicht und immer noch jung. Toller Wein.
GAJA SORI SAN LORENZO 2006 Sehr konzentrierter und dichter Wein, braucht noch Luft im Glas. Kaffee, Kräuter, dunkle Beeren, nebst Waldboden und Leder, bei Gaja, hab ich auch immer etwas Gummi dabei. Das geht dann weg, immer noch ein junger Wein. Toll.
BRUNO GIACOSA BARBARESCO 1997 MAGNUM. Giacosa ist einer meiner Lieblinge, Meister der Feinheit. Magnum findet man nicht so oft. Vorweg, das ist großer Wein, perfekt am Punkt. Klassische Eleganz, klassische Aromen. Danke.
SCAVINO BRIC DEL FIASC 1996 MAGNUM Ebenso toller Wein, andere Stilistik. Etwas morderner , etwas offensiver.
CHATEAU LYNCH BAGES 1996 Großer Bordeaux, klassische Aromen und tolle Struktur. Am Punkt und durchaus noch Zukunft.
CONFURON COTETIDOT CLOS DE VOUGEOT 2009 Etwas steht der Burgunder etwas im Abseits nach den doch kräftigern Vorgängern. Wobei er ist großartig, voller Struktur und feinstes Tannin. Dezente Frucht und viel Eleganz. 2009 ist tolles Jahr mit auch viel Trinkfluß im Moment.
RIESLING PAFFENBERG PRIVAT 2015 . 500 Flaschen gibt es davon. Deutsche Stilistik, am Beginn des Trinkfensters. Subtile Säure und Struktur. Tolle Länge. Toller Wein. Alles in Harmonie.
EGON MÜLLER RIESLING SCHARZHOFBERG SPÄTLESE 2015
WOW, Egon Müller ist alt der Alt und Großmeister der Rieslinge mit Restzucker. Dramatisch jung und schön. Schiere Länge und Eleganz. Dezente Marille, Minze. Chapeau, perfekte Flasche.

Ein toller Abend geht zu Ende. Dank an die Familie STROBL und Franz MESSERITSCH
www.clemens-strobl.at
www.messeritsch.eu
www.xobeef.at

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