Home | Blogs | Das Weinlog | 10.02.

Das Weinlog

10.02. @ 11:09

Wien / prickelnd

Kommentar abgeben

ausblendenSie müssen eingeloggt sein um diese Option zu nutzen. Falls Sie noch nicht Mitglied von SPEISING.NET sind, können Sie sich hier registrieren.

Auch der Jahresbeginn in Wien startete mit Champagner. Im CAPSULE gab es einen Abend, der den "Prestigecuvees" der Winzer gewidmet war. Gutes Thema, schließlich versucht auch jeder Weinmacher seine Möglichkeiten auszuloten, bzw. zu zeigen was er kann. Oft übertreiben sie es auch, und manches Produkt der zweiten Reihe ist einfach stimmiger.
Die Weine wurden verdeckt serviert.

CHAMPAGNE PERSON CLOS DE BELVALS 2004 BLANC DE BLANCS EXTRA BRUT
Manchmal ist der erste Wein gleich äußerst beeindruckend, wie dieser. Das macht die Beurteilung etwas schwierig, neigt man doch dazu nicht gleich Höchstnoten zu vergeben. Der Familienbetrieb aus Vertus ist Geheimtipp, das meiste der Flaschen geht nach Japan. Biodynamisch und viel Handarbeit. Die Rebstöcke stammen aus dem Jahr 1968. Der Grundwein wird in kleinen Burgunderfässern ausgebaut. Es erfolgt keine Säureabbau. Das Ergebnis hat Klasse. Die Nase ist schon komplex und vielversprechend. Weißbrot, reifer Apfel, Limonenblätter, Quitte und Birne. Am Gaumen extrem präzise. Die Säure ist beeindruckend. Langer Abgang und typische Kreidenoten kommen. Er ist noch jung und wird einige Jahre zur Reife benötigen. Später kommt Stachelbeere und Orange hinzu. Struktur und Säure bleiben groß. Eine Entdeckung, jedoch nicht ganz billig und schwer zu bekommen.

COLIN ENJOLEUSE 2007 BLANC DE BLANCS EXTRA BRUT
Hefe und Kräuter, Mandeln und Apfel. Elegant und einladend. Dieser ist von Anfang bis Ende stimmig und am Punkt. Cremig und fein zu trinken. Der Unterbau stimmt hier. Feine Perlage und feine Säure. Ananas, Bergamotte und etwas Zitrus. Luft macht ihn länger und balancierter. Macht Spaß auf hohem Niveau.

GAMET CARACTERES 1994-2015 EXTRA BRUT
GAMET steht immer für gutes Preis /Leistungsverhältnis. Hier stammen 80% aus dem Solerasystem der oben genannten Jahre. 20% Meunier, Pinot Noir und Chardonnay kommen aus dem aktuellen Jahr. Dünklere Noten als normal, Sherry,Suppe, Kräuter. Brotkruste und Teig. Beeren und Feige decken die Fruchtaromen ab. Trinkt sich recht fein, Luft schadet aber nicht. Er wird dadurch präziser und die Säure zeigt sich besser. Eigenständig zu einem guten Preis.

AGRAPART VENUS 2006 BLANCS DE BLANCS
Mittlerweile ist AGRAPART einer der bekanntesten Winzer. Die Preise haben recht angezogen. Trauben aus einer alten Parzelle in Avize. Es wird mit dem Pferd im, Weingarten gearbeitet, ein Trend der Zeit. Ausbau des Grundweins im Barrique. 5 Jahre auf der Hefe. ZERO DOSAGE. Sehr röstige und rauchige Noten. Toast, reife Birne, Popcorn. Gute Mineralität und kreidige Anklänge. Auch gesponnener Zucker, dann Fleisch und Paprikapulver. Er bleibt aber heute etwas eindimensional. Das muss mehr können. Die Flasche will heute nicht singen.

MOREL CUVEE GABRIEL BLANC DE BLANCS
Ein kleines Gut im Süden der Champagne, eigentlich das Revier des Pinot Noir. Hier macht man aber auch 10% Chardonnay, weil es zu einer Parzelle passt. Und er trinkt sich vortrefflich. Semmeln, Zitrus und Mandarine. Etwas Minze, brauner Zucker und Birne. Sehr schön und mit guter Säure und Länge.

ETIENNE CALSAC BLANC DE BLANCS EXTRA BRUT L'ECHAPPEE BELLE
Ein aufstrebender junger Mann, der Etienne. Metallisch und Birne, Fenchel und Anis, schräg heute die Aromen. Teig und Zitronenmelisse. Da ich den Champagner recht gut kenne, muss man eingestehen, dass die Flasche nicht optimal ist. In normaler Form ist das aufregend, heute nur okay.

FORGET BRIMONT BULLES D'ARGENT 2006
In einer Auflage von 2500 Stück wird dieser Wein produziert. Halb Chardonnay und halb Pinot Noir, ebenso Ausbau im Stahltank und im Holzfass. barock und leicht üppig, nicht unangenehm, muss man aber mögen. Etwas nach Cognac und und auch Oliven. Kräuter und gute Säure. Dicht und geschmeidig im Finale. Schönes Produkt.

BOLLINGER GRANDE ANNEE 2007
Als Gegenstück zu den Winzern wurde auch das Flaggschiff eines Maison gereicht. Rauchig und röstig, voller dunkler Aromen. Birne, Holzkohle, Apfel. Er wirkt noch jung und auch unharmonisch. Die Säure steht etwas daneben im Moment. Wird aber sicher recht fein werden.

www.capsule-champagne.com
Michael Kantor
www.herbeck.wien

0 Kommentare | Kommentar abgeben

Neue Kommentare

--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]

--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]

--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich... [mehr]

--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]

--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]

Blogs Archiv

Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 20.02. @ 20:57
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33

SPEISING Suche
suchen!
Gesamtkarte
Lokal finden
suchen!
Über uns | Sales | Kontakt | Impressum | Presse | Partner
JPETo™ Content Management System
design by
DMC

Diese Website verwendet Cookies, um die angebotenen Services zu verbessern. Die weitere Nutzung der Website wird als Zustimmung zur Verwendung von Cookies betrachtet. Einverstanden | Mehr erfahren