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Das Weinlog

21.02. @ 16:02

NITTNAUS ...

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Ein klingender Name in der österreichischen Weinwelt. Mitbegründer der Rotweinkultur. Wir reden natürlich von "John" und seinen Söhnen. Weil andere Nittnaus gibt's auch in Gols, und sie alle machen guten Wein. COMONDOR hat Geschichte geschrieben und man kann hier einige erzählen. Gols war einmal bekannt für seine Weißweine. Als Nittnaus Senior in den Achzigern am Ungerberg Blaufränkisch auspflanzte, wurde er noch für verrückt gehalten. Und es gibt erstaunlich viele alte Grüner Veltliner Weingärten in der Gegend.
So durfte ich an einem sonnigen Februartag in Gols zu Gast sein. Abseits der Hauptstraße ist man alleine. Bei Nittnaus werde ich von Martin durch die Verkostung geleitet. Vater John hat Besuch aus Bordeaux. Schon sehr lange wird hier Weinbau betrieben. Bio ist man seit 2013.
Das gute Wetter im Jahre 1990 brachte hervorragende Trauben der Sorten Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch. International war damals ja Trend beim Roten. So entstand einer der Weinlegenden: COMONDOR. Benannt nach einer ungarischen Hirtenhunderasse. Der aktuelle Hofhund ist urlieb, aber recht groß, obwohl erst 6 Monate. Vielleicht wird einmal eine Rotweincuvee nach ihm benannt, würde passen ;-)
Auch wenn hier die Roten eindeutig dominieren, wird die Weißweinpalette größer. Vorbild bei der Machart ist das Burgund. Lange auf der Hefe, nicht entschleimen, angelehnt an die renommierten Namen in Frankreich.

ZORRA ROSE 2020
Ein gelungener Einstieg. Zartrosa, lachsfarben und ein formidabler Trinkspaß. Rharbarber, Himbeere, Hagebutte. Nicht aufgesetzt fruchtig, sondern mit sanfter Struktur und Nachhall. Guter Speisebegleiter und Sommerwein. Übrigens Zweigelt und vom jungen Teil der Familie kreiert.

HEIDEBODEN WEISS 2019 WEISSBURGUNDER
Ein schöner Trinkwein, mit einem Hauch Mineralität. Leicht nussig und weiße Blumen. Gute Länge. Zitrus im Abgang. Preis/Leistungsverhältnis.

KALK UND SCHIEFER WEISS 2019

Weißburgunder, Chardonnay, Grüner Veltliner. Teilweise in der Amphore. Straffer und präziser am Gaumen. Die salzigen Aromen der zunehmenden Mineralität werden mehr. Auch noch reduzierter am Anfang. Der letzte Schluck ist dann sehr gelungen. Fein.

GRÜNER VELTLINER MANILA 2020 FASSPROBE

Trägt die Handschrift von Martin, hat einen Hauch Maischestandzeit, sie wurde aber zurückgenommen. Lässt sich gut an. Dezente Würze, in Richtung Kümmel und Mohn. Vielleicht auch so junge Teeblätter. Schöne Länge und Grip der Gerbstoffe. Salzzitronen und ein leicht rauchiges Finale. Das wird was Feines.

GRÜNER VELTLINER ELEKTRA 2020 FASSPROBE

Quasi ein Gegenstück zum Manila. Ganz nach dem Vorbild von RAMONET und Kollegen gemacht. Reduktiv, Vollhefe und keine Entschleimung. Ich verfolge Elektra jetzt seit 2017 und sie werden mit jedem Jahr besser. Lagerung wichtig. Der Wein gibt sich zunächst sehr ruhig und verhalten. Nasser Stein und Kiesel kommen mir in den Sinn. Wieder Salzzitrone und Wiese. Dann etwas Würze und eine gewisse Cremigkeit bereits. Sehr gelungen, ich bin gespannt.

CHARDONNAY FREUDSHOFER 2016

Joiser Lage mit Kalkstein. Dieser Wein wird gerade von Senior und Junior sehr gelobt. Und ich kann es verstehen. Am Beginn der ersten Trinkreife. Sehr elegant, mit einer glänzenden Säure. Tänzelnd am Gaumen mit langem Abgang. Auch hier Mineralität, Bleistift, diese Graphit. Gerade richtig die Frucht. Apfel, Zesten, etwas frischer Karfiol. Gerade großartig.
Der 2018er wirkt eine Spur barocker und natürlich noch nicht so einladend und harmonisch. Ist aber wohl auf dem Weg dorthin.

FREUDSHOFER 2019

Gefällt mir auf Grund der Struktur und Finesse besser als 2018. Dieser Flight ist deswegen spannend, da parallel der CHARDONNAY BERGSCHMALISTER 2019 serviert wird. Wiederrum in Jois hat diese Lage einen hohen Schieferanteil. Das ist ein toller Terroirvergleich. Beide zeigen schöne Aromen des Bodens. Der Schiefer wirkt kantiger und ungewohnt in einem Chardonnay. Für mich hat FREUDSHOFER sicher die Nase vorn. Wirkt stimmiger. Bergschmalister ist ein etwas anderer CHARDONNAY mit seiner eigenen Charakteristik. Vielleicht mehr Würze und dünklere Aromen.

KALK UND SCHIEFER BLAUFRÄNKISCH 2018

Der seriöse Einstieg in die Blaufränkischwelt. Auch im HERBECK einer unserer Standardweine. Und der ist im Moment ganz wunderbar. Würze, dunkle Beeren. Seidig das Tannin. Tipp für Preis/Leistungsverhältnis.

BLAUFRÄNKISCH MANILA 2018

Diesen Wein hab ich kurz im Herbst verkostet und für gut befunden. Und er hat zugelegt. Ein recht mineralischer Wein. Er spielt die feinen Töne der Sorte aus. Veilchen, Kräuter. Elegante Gerbstoffe. Ein absoluter Tipp.
Beim Blaufränkisch kommt die ganze Klasse des Hauses zum Ausdruck. Die Lagen stehen im Mittelpunkt und werden herausgearbeitet.

ALTENBERG 2018

Joiser Lage, 30 Jahre alte Reben, Kalkboden. Das Ergebnis ist großartig. Dicht und elegant, hat was von einem kräftigen Pinot. Ist am Beginn des Trinkfenster. Perfekte Gerbstoffe, Abgang. Erste Harmonie der Aromen. Tolle Mineralik. Tipp. Toller Wein.

LANGE OHN 2018

Neusiedl, Lehmboden mit Kalk. Mehr Frucht, Kirsche, Hauch Belugalinsen. Schmutziger in der Aromatik. Auch fetter am Gaumen. Mehr Babyspeck. Steht im gut. Schmeckt typischer nach Blaufränkisch. Länge und Struktur passen. Sehr schön.

GRITSCHENBERG 2017

Wieder in Jois, Wieder viel Kalkstein und Dreißigjährige Reben. Er wirkt zu Beginn noch reduzierter als der Altenberg. Frucht gepaart mit Stein. Sanftes Tannin. Altenberg und Gritschenberg, ein toller Vergleich. Beide zählen sicher zu den besten Blaufränkisch im Burgenland. Gebe es nicht noch einen.

JUNGENBERG 2016

Der 17er hat sich gerade 100 Falstaff Punkte verdient, und ist ziemlich vergriffen. Auch hier sind sich Senior und Junior einig, dass der 16 er ebenbürtig ist. Und den gibt's noch, z.B in der VINOTHEK SANKT STEPHAN.
Joiser Toplage. Glimmerschiefer und mit etwas Muschelkalk. Alt und Top sind die Reben. Die haben beides in sich. Mineralität, feine Frucht und einen Hauch Üppigkeit. Wirkt noch jung, nahende Harmonie. Tiefe und Struktur. Toller Wein. Hat viel Ruhe in sich, dies gefällt mir immer sehr gut.

COMONDOR 2017

Ganz viel Merlot, gibt ihm sofort einen seidigen Glanz und perfekte Gerbstoffe. Blaufränkisch sorgt für einen straffen Rahmen dazu. Dunkle Beeren, Kakao, Gewürze von Anis bis Pfeffer. Sehr jugendlich, sehr kompakt im Finish. Etwas Orangenzesten. Tolles Paket. Am Weg zum Klassiker!

Eindrucksvolle Palette, aber das war ja klar. Danke!

www.nittnaus.wine

Michael Kantor
www.herbeck.wien

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