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Das Weinlog

22.05. @ 20:13

DER NAME IST BOND, BOND WINERY.

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Klingender Name, auch wenn es nichts mit Doppelnull- Agenten zu tun hat. In diesem Fall kommt die Ableitung vom englisch „to bond“, steht für Verbindung, Freundschaft, Gemeinsames. Bill HARLAN hatte diese Idee schon vor langer Zeit. Der Gründer von HARLAN ESTATE wollte nach einem Besuch in der Burgund, das unterschiedliche Terroir des NAPA VALLEY den Weintrinkern nahe bringen. Aus gut 80 Weingärten wurden 5 auserwählt um ihre Stärken zu zeigen. Bewirtschaftet werden sie von Familien, wie das in Kalifornien oft üblich ist. Wurde in TRAUBING schon einmal behandelt. Die Vinyards tragen oft den Namen der Besitzerfamilie. Dr CRANE oder BECKSTOFFER als Beispiele. BOND hat sich nun diese CABERNET SAUVIGNON Anlagen gesichert und auch die Arbeit im Weingarten muss den Ansprüchen entsprechen. Es gibt übrigens einen 200 Jahre Businessplan. Man sieht das alles wirklich als Gärten an. Bio ist wie so oft selbstverständlich. Spannendes Projekt, Bewertungen zwischen 97 und 100 Punkten sind den Weinen immer gewiss. Importiert werden diese Flaschen vom FINE WINE SHOP by KRACHER. Dieser hat sich mittlerweile zu einem der wichtigen Kalifornienimporteure in Europa entwickelt. MAX KAST Direktor of BOND war zu einer sehr kompletten Verkostung in Wien. Neben dem 2018 Jahrgang gab es einiges Reifes zum Genießen.

Die Lagen im Überblick, wie bereits erwähnt wurden sie über 25 Jahre selektioniert.

MELBURY: Am Nordufer des Lake HENNESSY, in den Hügeln östlich von RUTHERFORD. Der Name erinnert an einen Londoner Stadtteil, die Besitzer verbringen dort einen Teil ihrer Zeit. Steiniger Boden mit Tonanteil und alten Sedimenten. Nach Süden ausgerichtet, somit viel Morgensonne und angenehme Nachmittagstemperaturen. Ca 150 Meter Höhenlage.

QUELLA: Der Name stammt vom deutschen Wort Quelle, von einem künstlichen Brunnen abgeleitet. Ostseite des NAPA Valley, südwestlich geneigt, sogar steil, so sagt man. Ein altes Flussbett mit viel Gestein und vulkanischem Tuff. 200 Meter.

ST. EDEN: Benannt nach alten Karten der Gegend. Kreuzung OAKVILLE Crossroads. Hoher Eisenanteil, ebenso vulkanisches Gestein. Am Fuße der VACA Mountains. Nördliche Ausrichtung.

VECINA: Das spanische Wort für Nachbar ist hier Namensgeber. Südöstlich gelegen der heutigen BOND winery. Westlich von OAKVILLE, nach Osten geneigt. Viel Morgensonne. Grundgestein und Schwemmmaterial. 100 Meter.

PLURIBUS: Spring Mountain, fast 400 meter hoch. Umgeben von Koniferenwäldern. Steillage in nördlicher und östlicher Lage. Hoher vulkanischer Anteil im dichtem Grundgestein. Der Name steht für Vielfalt im lateinischem.


Der Start in den Abend war ein vorzüglicher Champagner, PHILIPPONNAT CLOS DE GOISSES 2012 MAGNUM. Jung und groß. Spitzenlage. Zum ersten Antrinken.
Dann zweimal DUMOL CHARDONNAY 2018, einmal ESTATE und einmal HYDE VINEYARD. Beide zeigen sich fein und mit cremigem Touch Kaliforniens, gepaart mit Struktur und guter Mineralität. HYDE bietet nach einiger Zeit mehr Länge und Grip.

BOND
Vorstellung der aktuellen 2018er.
MULBERRY leicht laktisch zu Beginn, Beeren und auch gleich etwas Bleistift. Dicht und tief in der Nase. Johannisbeerengelee, cooles Tannin kommt hinzu. Lang, samtig, elegant. Kräuter, Mit jedem Moment Luft enthüllt sich mehr und mehr Struktur und feine Gerbstoffe. Ein toller Einstieg. Wirkt konzentriert, aber überhaupt nicht unangenehm. Starker Einstieg, starker Wein.

QUELLA bei ähnlicher Aromatik, mehr Waldbeeren, mehr Frucht. Wirkt insgesamt wärmer und schmeichelnder. Das Tannin kommt später und dann straffer. Trinkt sich ausnehmend gut und somit dankbarer im Moment als der MULBERRY. Später gute Erdigkeit im langem Abgang. Feine Säure. Toller Stoff.

ST. EDEN unglaublich intensiver und dichter Start. Aschen, Vulkan, Feuer. Zwetschke, Anis, Fenschel. Komplexe Fruchtaromatik. Sehr mineralisches Finale und Feingliedrigkeit. Wirkt extrem präzise in der Jugend, alles da für die Bezeichnung großer Wein. Toller Stoff. Viel Potenzial.

PLURIBUS einladend, sofort präsent, zwar etwas üppig, jedoch nicht aufdringlich. Dezente Schmicke sozusagen. Tolle Frucht, Waldbeeren. Kräuter, Kaffee. Eleganz mit Kraft gepaart. Wirkt direkt eingesperrt im Glas. Feine Tannine sind natürlich da. Im Moment bereits ein angenehmer Trunk. Großer Wein. Komplex.

MELBURY 2014 Ribisel, helle Kirsche. Dicht und intensiv. Saftiges Tannin, elegant und sehr lang. Kräuter, nochmals setzten die Gerbstoffe im abgang ein. Orangenzeste, Fenchel, bereits gut zu trinken. Haltbarkeit für Jahre. Im Moment wunderbar.

MELBURY 2016 ein heißes jahr, ähnliche Aromatik, insgesamt wärmer und dünkler. Cassis, später Zwetschke. Toll und dicht. Nochmals später Tee und feines, seidiges Tannin. Großartig.

QUELLA 2013 Johannisbeergelee, leicht rauchig, Speck. Asche, Kumquats. Trinkt sicher fein, wirkt etwas fertiger als die MELBURYS. Mit Luft gibt er nochmals Gas und zeigt seine Zukunft an.

QUELLA 2016 das pfeifft vom Start weg. Gute Fruchtsüße, gute Säure, sehr kompletter Wein, noch nicht ganz harmonisch. Auch hier schmeckt man das wärmere Jahr. Extrem verwoben und samtig das Ganze. Top. Die heißen Jahre kommen erstaunlich gut.

ST. EDEN 2011 tiefe Nase, ruhig, Graphit. Kirsche, Schwarztee, straffe Säure und Struktur. Bordeaux ruft. Kräuter, Leder, Erde. Preiselbeeren mit Orange. Mit ein paar Minuten ein wunderbarer Wein im Moment, Zukunft natürlich ebenso.

ST. EDEN 2015 Speck, Raucharomen. Cassis. Fenchel. Sehr jung, Tannin direkt etwas ungesüm. Teeblätter, Kümmel. Mineralität. Viel Stoff, voller dunkler Aromatik. Toller Wein, einer meiner Favoriten.

VECINA 2012 Sehr fein und tänzelnd, Eleganz von Anfang bis zum Ende. Bleistift. Mineralisch und feinfruchtig. Sehr komplett und eigentlich momentan sehr stimmig. Zum Essen gerade perfekt.

VECINA 2016 Ähnliche Mineralität mit mehr Frucht und Wärme. Orangen, Nougat, Haselnuss. Auch bereits sehr gut zu trinken. Tinte, Leder, spürbare Säure. 2016 wieder recht überzeugend. Das passt gut zum kalifornischem Stil.

PLURIBIUS 2011 Einer der Weine des Abends. Opulenz gepaart mit Mineralität und Struktur. Genauso muß großes Kalifornien schmecken. Sonne im Glas, aber auch das Terroir spürbar. Cranberries, Kräuter, dunkle Kirschen. Tanningerüst und Säure sind ziemlich perfekt. Zukunft und bereits gut zu trinken, was viel man mehr.

PLURIBUS 2014 ebenso ein schöner Wein, neben dem 11er erscheint er einfacher. Bei ähnlicher Aromatik wirkt er jünger aber nicht so komplett und komplex. Vielleicht versteckt er sich aber auch etwas. Das wird im Glas immer stimmiger.

WELSCHRIESLING TBA No 5 2012 KRACHER
Ein würdiger Abschluss, ein perfekter Süßwein. Säure, Süße, Frucht, nocht nicht harmonisch genug. Ausgelegt für Jahrzehnte. Ein Erlebnis.

www.finewineshop.com
www.bond.wine

Michael Kantor
www.herbeck.wien

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