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Zwischenbrückenwirt (Wien)

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Zwischenbrückenwirt (Wien)

Er hat es wieder getan – wenn auch diesmal in abgeschwächter Form: Er hat ein neues Lokal eröffnet. Günter Szigeti hat den alten Zwischenbrückenwirt grundlegend renovieren lassen. Nichts erinnert mehr an den alten ZBW – jetzt ist an diesem Ort ein schönes Restaurant entstanden, mit Hochtischen, gemütlichen Sitzecken und einer angenehmen Beleuchtung. Die Saloon-Schank ist Geschichte, jetzt lädt an dieser Stelle ein fescher Tresen zum Fluchtacherln ein. Der hinterste Raum wurde zu einem Büro mutiert, der Bereich vor der Küche ist ebenso sehr gelungen. Ich hätte bei der Gelegenheit dem ZBW auch gleich einen anderen Namen verpasst, damit es keine Assoziationen zu den zwei Jahren davor mehr gibt.
Eröffnet wurde mit der Restaurantwoche, seit Montag läuft der Betrieb regulär. Und wie! Der Zuspruch der Gäste lässt hoffen, dass sich die doch sehr hohen Investitionen bald amortisieren. Eine kompetente und freundliche Kellnerin wurde auch gefunden, das Lokal ist fesch, kochen kann Szigeti eh … wann, wenn nicht jetzt, sollte es nachhaltig klappen?

Nun zum Wesentlichen, dem Essen:
Es gibt ein 4-Gang Wahlmenü um Euro 35, wer die Weinbegleitung dazu wünscht, legt noch extra 15 Euro dazu auf den Tisch.

A la carte gibt es derzeit drei Rubriken:

Es gibt die Rubrik MEISTENS , ich hatte schon:
Beef tartare mit Senfrahm (9): Szigeti schabt das Filet, streckt es nicht wie viele seiner Kollegen mit billigerem Fleisch – das schmeckt man deutlich.
Creme brulee von der Entenleber mit Kürbisquiche und Quittenmus (9,5): sehr mild, sehr schmeichelnd, unglaublich stimmig dazu die Kürbisquiche.
Oktopus-Chorizo-Erdäpfelgulasch (9,5): dazu würde ich einen Löffel eindecken, habe mir aber die Erdäpfel mit der Gabel zerdrückt und so den gesamten Saft, der einfach süchtig macht, einverleibt.
Kürbis-Kokossuppe mit Ziegenfrischkäsewantan (4,8): gut, leider sättigend
Wiener Schnitzel vom Kalb (15.9): traumhaft! Besser kann ein Wiener Schnitzel nicht schmecken. Punkt
Weiters gibt es ein Kastanienrisotto mit Herbsttrompeten und Hagebuttenmark (12), ein Saiblingsfilet vom Gut Dornau mit Kressepüree und Pignolienspinat (18), ein augelöstes Backhenderl mit Erdäpfel-Vogerlsalat (12.5) und ein Kalbsrahmgulasch mit Zitronenthymian-Nockerln (13.5)

Es folgt die Rubrik GESCHMORTES, ich hatte schon:
Die geschmorte Kaninchenkeule mit Heidelbeerrisotto und Lardo (16): butterweiches, saftiges Kaninchenfleisch, dazu das cremige Risotto, wo die Heidelbeeren für regelmäßige kleine Säurekicks sorgen – sehr fein das.
Geschmorter Bio-Lammstelze vom Waldviertler Zackelschaf mit Erdäpfelgrammelschmarren (19): Eine Riesenportion, und trotzdem gut zu essen – weil es einfach so unglaublich gut schmeckt. Das Fleisch intensiv aromatisch und saftig, der Grammelschmarren ein Traum und auch das herbstliche Gemüse dazu mit dem Saftl …
Weiters gibt es sein Signature dish, die geschmorten und gebackenen Rindswangerl mit Erdäpfel-Schnittlauchpürre und Kren (13.5)

WILDES, bekannter Weise seine Stärke: Gebratenes Carpaccio vom Hirschfilet mit marinierten Steinpilzen (12): Klingt unspektakulär, schmeckt umso irrer – müsst das unbedingt ausprobieren!
Ragout und rosa Keule vom Reh mit Erdäpfel-Maronigratin und cremigem Wirsing (19): Die Ragouts sind seine Stärke, sagt LaGattin, ich stürze mich auf die rosa Keule, die auch schon einmal blutiger bei ihm bekommen hatte. Rohes Reh zu essen habe ich eigentlich erst bei Szigeti kennen und schätzen gelernt. Das kann er wie kein anderer.
Weiters im Programm: Fasanenfilet im Speckmantel mit Balsamicolinsen und Gnocchi (18), Hirschrückenfilet mit weißer Polenta, Feigen und schwarzen Nüssen (22).

Es gibt eine eigene Dessertkarte, sein Schokotrifle mit allerlei Beeren (5) ist sündig gut, die gebrannte Rosmarincreme mit Hollerkoch (5.2) stadtbekannt und der karamellisierte Ziegenfrischkäse mit Apfel-Kürbiskompott mit süßem Pesto … schmatz.

Die Weinkarte mit rund 240 Positionen ist leider wieder der Beweis, dass es dem Wirten nicht ums Geld geht. Abgründig günstig die Flaschen, kaum Erfrischungen aus dem Vorjahr darauf, sondern schöne, gereifte Weine: ein 2007er Tiglat zum Beispiel (55). GV vom Malat „das Beste“ 05 (45). Wenn jung, dann aber was mit Schmackes: Der Chardonnay vom Salzl aus Illmitz (24) bringt 14.5 PS mit ins Glas und schmeckt schon verdammt gut. Dessen ZW Reserve 12er (24) ist auch ein ganz ein feiner Wein.

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Es gibt weiters ein paar Craft-Biere (Gusswerk: Horny Betty/Wiener Lager/Amber Ale, Bevog: Kramah, Kaltenhausen 1475 Pale Ale) zusätzlich zum Reininghauser Jahrgangspils vom Fass. Das Pale Ale eignet sich übrigens wunderbar als Abschluss, wenn man zu viele zu fette zu holzige Chardonnays getrunken hat. Die feine Perlage, schön bitter und das fruchtige Naserl … ein guter letzter Schluck, so finde ich.
Schön, dass es die Katze, pardon, den ZBW in dieser Form gibt ;-)

Gregor Fauma

8 Kritiken | Kritik verfassen

schischi, 03.12. @ 14:53

beste Lamm
Ich habe noch nie so gutes Lamm gegessen wir hier. Geschmort und gebraten, so glücklich machend - das ist die Handschrift des Kochs. Ganz große Empfehlung!

dschungeltier, 29.11. @ 16:16

Ganslessen
es war die beste Gans des heurigen Jahres, zart, saftig, knusprige Haut, gefüllt mit Semmelfülle, dazu ein großartiges Rotkraut und wunderbaren Erdäpfelknödeln.
Er kanns einfach

OberkllnerPatzig, 12.07. @ 00:29

Gerüchteküche
Es gibt offensichtlich das Gerücht, der ZBW hätte für immer geschlossen. Das stimmt nicht. Er war inseriert, ist es eventuell auch noch, hat aber stets Mo-Sa abends offen, und der Gastgarten ist dieses Jahr wirklich schön geworden: Oleander, Kirschlorbeer, schöne Holztische und sehr komfortable Sessel. Top.
Und einmal abgesehen davon: Er kocht nach wie vor fantastisch. Die Gurkenkaltschale mit Flusskrebsen war messlattend, das Surf&Turf "ZBW" einzigartig durch das Anrichten auf getoastetem Maisbrot (ein Tribut an den Europameister?) und die Kirschen-Mandeltarte mit Vanille-Eis beinahe oder gar wirklich der Höhepunkt. Wie schön, wieder hier zu essen, zu schwelgen und großartige Weine zu lachhaften Preisen zu trinken (Ott, Rheinriesling 13, btw). Das Craftbeer aus Island war ein würdiger, trockener Abschluss nach viel Wein und noch mehr Essen. Love it!

OberkllnerPatzig, 09.12.15 @ 18:09

Himmel, war das gut!
Forellentatare mit Avocadocreme, warme Blinis ... sehr gut. Noch besser das Kalbswiener, dessen Süße mich jedesmal aufs Neue überrascht. So unglaublich gut. LaGattin mit Rehkeule in cremigem Wurzelwerksaft ebenso perfekt bedient ...
Und erst das Dessert: Gebackener Christstollen mit Vanilleparfait - ich könnte jetzt noch weinen vor Glück!

Neuburger, 24.10.15 @ 00:15

Schon lang nimmer...
.. in der Katze ein Schnitzel gegessen. DAS war vielleicht gut! Und erst die Erdäpfel! Gradmesser jeden Wirtshauses, sag ich. Das hat ja die Oma schon gesagt, und die war Wirtin.
Für mich wieder ein absoluter Toptipp in der Stadt. Also wenn mich wer fragt, der's nicht weiß, wo er hingehn soll, weil hier nicht daheim und eh nur einen Abend da - Zwibrüwi. Vielleicht nimmer so billig wie früher, aber preiswert allemal, bei den Weinen zum Weinen günstig!
Hier ist mit der Behübschung so gut wie alles gut geworden.

PS das Haar in der Suppe wäre vielleicht, dass man viele der Gerichte schon recht lange kennt.

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Speising sagt

sehr gut + Liebling der Redaktion

ø 2.90 Punkte (10x bewertet)

empfohlen am 26.09.15 @ 17:25

Adresse

Treustraße 27
1200 Wien
Telefon: 01.3331062
Email: szigeti.guenther@chello.at

Ruhetag(e): So, Feiertags
Küchenzeiten: Mo-Sa 18-22 Uhr
Menüpreis: €€

Inhaber: Günter Szigeti
Küchenchef: Günter Szigeti
Kreditkarten: Visa, Mastercard

www.zwischenbrueckenwirt.at

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