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Christoph Wagner's Weblog

25.07.04 @ 02:02

These zur Stopfung des Sommerlochs

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Die Bildende Kunst halte ich, ich wage es in einer so bildverliebten Zeit wie jener, in der wir leben, kaum zu behaupten, für eine Kunst zweiter Ordnung, während ich Literatur und Musik für Künste erster Ordnung halte.

Der Grund dafür ist recht einfach jener, dass die Bildende Kunst, wie schon ihr Name sagt, der stützenden Prothese des Bildes bedarf, während Musik und Literatur Gedankenströme ohne ein solches Hilfsmittel direkt in abstrakte Codes wie die Notation oder das Alphabet umzusetzen vermögen.

So gesehen ist die Tellermalerei, wie wir sie heute allenthalben erleben, durchaus auf oder gewöhnlich weit unter dem Niveau der Bildenden Kunst, während die wahre Feinschmeckerei, soweit sie Gedankenströme in abstrakte Geschmacks(kon)notationen umsetzt, eher der Literatur oder der Musik vergleichbar wäre — so es sie denn gäbe.

(Es gibt sie, wie ich glaube, aber nur ganz, ganz selten.)

27 Kommentare | Kommentar abgeben

alma, 26.07.04 @ 21:32

odnungen
Alma hat komponiert, Kokoschka auch gedichtet. Sie waren also beide erster Ordnung.
Die Dichtkunst des jungen Kokoschka hat übrigens jene junge Frau, die mit Eifer die Führungen im Kokoschka-Haus zu Pöchlarn durchführt, zur Bemerkung veranlasst, seine Verserzählung "Die träumenden Knaben", zeichnerisch jugendstilistisch, dichterisch herrlich poetisch mäandernd, als "seltsames, modernes Gedicht" zu definieren, das nur schwer verständlich sei - nur weil es bar jedes herkömmlichen Reimes ist und so wunderbar dahinfließt, voll der Sprache! eben, geformt aus jenem geheimnisvollen Zeichensatz, der mit so wenigen Teilen so unendliche Welten erstehen zu lassen vermag.

Der Zeichensatz der Tellermalerei beschränkt sich in den meisten Fällen auf Balsamicoreduktion, Saucentupfer oder Chilifäden; etwaige Turmgebilde gemahnen an filigrane Architekturkunstwerke; die angesprochene Dekonstruktion sähe ich in den seltenen Glücksfällen köchischer Künstlerschaft eher als ideellen Re-Konstruktion, weil sie dann den eigenen Sinnenhaushalt aufs äußerste beansprucht: wie es eben die guten Sätze und die guten Töne auch tun. Für alle drei aber ist wahre Feinschmeckerei vonnöten.

steppenwolf, 26.07.04 @ 21:01

apropos kunstgenuss ...
bin zu träge, mich zur Nullten zurückzuklicken. Die Mahler-Herausforderung nehme ich gerne an. Aber ich muss sie mir dann noch einige Male anhören oder alternativ die Noten besorgen. Irgendeinen Mahler habe ich gespielt, ich glaub aber eher es war 1. und 5.
Und dann sollte ich wohl das Klavier stimmen lassen...

steppenwolf, 26.07.04 @ 20:58

kunstgenuss
Vielleicht interpretiert der Feinschmecker? ...

andreasbigler, 25.07.04 @ 14:13

Welches Sommerloch ist zu stopfen?
Ich bin mal wieder zu blöd, daher ein paar Fragen:

Handelt es sich um das Sommerloch, welches der Österreichtourismus heuer besonders stark erwähnt? An diesem ist angeblich der schlechte(?) Sommer schuld (weil schlechtes Service gibt es ja nicht).

Oder handelt es sich um das Sommerloch des heimischen Handels (schließlich fahren ja die "bösen" Österreicher ins Ausland auf Urlaub und kaufen dort ein)?

Oder lieg ich total daneben?

Eines ist sicher, für die Mehrheit unserer Landsleute ist es schon Kunst mit dem zufrieden zu sein, was gerade geboten wird: Zuerst raunzen sie, weil es so "schiach" ist und jetzt jammern sie, weil es so heiß ist. Was ist das eigentlich für ein Loch? Handelt es sich vielleicht um das "Frust - Nachfüllloch"?

tastatour, 25.07.04 @ 11:37

auch nachtragend
die frage lautet, ob der feinschmecker das kunstwerk aufnimmt oder dekonstruiert?

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